Center for Islamic Theology

ZITh Newsletter Ausgabe 1/2018 - 27.07.2018

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich, Ihnen unseren aktuellen Newsletter präsentieren zu dürfen. Das Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) befindet sich nunmehr in seinem siebten Jahr und ist nach wie vor in viele spannende Aktivitäten involviert. Die Erweiterung des Lehrangebots und die Entfaltung des Forschungsspektrums konnten in diesem Jahr erfolgreich weitergeführt werden. So wird ab dem kommenden Wintersemester 2018/19 der Studiengang „Praktische Islamische Theologie für Seelsorge und soziale Arbeit“ in „Islamische Praktische Theologie (Seelsorge)“ umbenannt und mit neuen Modulen ergänzt. Die Bewerbungsfrist endet am 30.09.2018. Außerdem wurden alle Vorbereitungen für die Einführung des Studiengangs „Master of Education“ ab dem kommenden Wintersemester getroffen. Auf den Start beider Studiengänge freuen wir uns sehr.

In Kooperation mit dem Institut für Kriminologie der Universität Tübingen führt das ZITh ein Forschungsprojekt zu Muslimen im Jugendstrafvollzug durch. Erfreulicherweise wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen seines Förderprogramms „Migration und institutioneller Wandel“ dieses Forschungsprojekt mit insgesamt 432.000 Euro unterstützen.

Wie Sie diesem Newsletter entnehmen können, war das ZITh auch im letzten und diesem Semester in die Organisation und Durchführung verschiedener wissenschaftlicher und gesellschaftlich relevanter Veranstaltungen involviert. So war das ZITh Gastgeber für die internationale Konferenz „Theological Anthropology in Interreligious Perspective“. Die Konferenz fand vom 07. bis 09 März unter der Leitung von Prof. Dr. Lejla Demiri und in Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen zusammen mit dem Cambridge Muslim College und dem St. Andrews Biblical Theological Institute in Moskau statt.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen und Katholischen Fakultät der Universität Tübingen bietet das ZITh zudem das Projekt „Service Learning – wissenschaftliche Bildung durch gesellschaftliche Verantwortung“ an.

Ein weiteres wichtiges Ereignis war der Besuch von Frau Widmann-Mauz, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, am 25. Juli 2018 an der Universität Tübingen. Dabei wurden ihr u.a. die Studiengänge und die Forschungsprojekte des ZITH vorgestellt. Wichtig war auch der Besuch von baden-württembergischen CDU-Landtagsabgeordneten zu einem Informationsaustausch am 19. Juni 2018 am ZITh.

Am 12. Juni 2018 hat der Innenminister Thomas Strobl des Landes Baden-Württemberg im Neuen Schloss in Stuttgart zum jährlichen Fastenbrechen (Iftar) eingeladen. Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat hat zu diesem Anlass einen Wortbeitrag gehalten. Das diesjährige Fastenbrechen stand unter dem Motto „Gemeinsam Demokratie leben – muslimisches gesellschaftliches Engagement“.

Im Rahmen von Erasmus-Kooperationen durfte das ZITh auch in diesem Jahr zahlreiche Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler willkommen heißen.

Zu guter Letzt möchte ich mich im Namen aller Kolleginnen und Kollegen bei Frau Dr. Ursula Bsees, Herrn Dr. Muharrem Kuzey, Herrn Zana Aydin und Herrn Ahmed Sadouki bedanken und ihnen viel Erfolg und alles Gute für ihre neuen Forschungstätigkeiten bzw. Positionen wünschen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre und freuen uns bereits jetzt darauf, Ihnen die Ausgabe unseres nächsten Newsletters senden zu dürfen.

Ihr Abdelmalek Hibaoui

Jun.-Professor für Islamische Praktische Theologie – Seelsorge

Vorsitzender des Prüfungsausschusses


Nachrichten

Ministerin-Empfang der neuberufenen Professorinnen und Professoren

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer lud alle im Jahr 2017 neu berufenen Professorinnen und Professoren zum Neuberufenen-Empfang des Landes Baden-Württemberg ein. Dieser fand am 6. Februar 2018 im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Vom Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) der Universität Tübingen nahm Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat teil. Es war bereits der vierte Empfang, den das Wissenschaftsministerium zu Ehren der Neuberufenen ausrichtete.

Empfang der Landesregierung anlässlich des Fastenbrechens

Am Dienstag, den 12. Juni 2018, gab es im Neuen Schloss in Stuttgart einen Empfang der Landesregierung anlässlich des Fastenbrechens im Ramadan (Iftar). Dazu eingeladen hatte Innenminister Thomas Strobl. Die Empfänge gibt es bereits seit 2008. Sie sind Ausdruck der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Baden-Württemberg. Jedes Jahr gibt es dabei ein Schwerpunktthema; 2018 ist es „Gemeinsam Demokratie leben – muslimisches gesellschaftliches Engagement“. Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat hat zu diesem Anlass einen Wortbeitrag gehalten.

Kinder-Uni 2018

Das Format Kinder-Uni wurde 2002 in Tübingen entworfen. Seitdem veranstaltet die Universität Tübingen gemeinsam mit dem Schwäbischen Tagblatt jährlich Vorlesungen, die speziell für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren aufbereitet sind. Jede Vorlesung widmet sich einer anderen spannenden „Warum“-Frage, die von einem Professor oder einer Professorin der Universität Tübingen in einem zirka 30- bis 45-minütigen, zielgruppengerechten Vortrag beantwortet wird. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, Kinder mit wissenschaftlichen Fragestellungen vertraut zu machen und sie für Forschung zu begeistern. In diesem Rahmen hat Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat am 19. Juni 2018 eine Vorlesung zum Thema „Warum gibt es schlechte Dinge auf der Welt?“ gehalten. Nähere Informationen finden Sie hier.

CDU-Landtagsabgeordnetenbesuch am Zentrum für Islamische Theologie

In Themen von aktueller gesellschaftspolitischer Relevanz, insbesondere hinsichtlich der Lehramtsausbildung für islamischen Religionsunterricht im Gymnasialbereich, steht das Zentrum für Islami­sche Theologie (ZITh) in engem Austausch mit der Landesregierung wie auch mit den islamischen Landesverbänden Baden-Württembergs. Nach dem Besuch der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer im letzten Jahr kam nun eine Delegation von Landtagsabgeordneten der CDU zu einem Informationsaustausch am 19. Juni 2018 ans ZITh. [mehr]


Studium und Lehre

Interdisziplinäres Seminar „Religionspädagogiken im Plural“

Religionsunterricht gibt es in Deutschland in zunehmend pluraler Gestalt, vor allem als evangelischen, katholischen und islamischen Unterricht. Dem entspricht eine ebenfalls plurale Gestalt der religionspädagogischen Ausbildung. Damit verbinden sich in der schulischen Praxis, aber auch in wissenschaftlicher Hinsicht, zahlreiche neue Fragen und Chancen, die in dialogischer Absicht bearbeitet und genutzt werden können. Im Wintersemester 2017/2018 gab es dazu das interdisziplinäre Seminar „Religionspädagogiken im Plural“ von und mit Prof. Dr. Friedrich Schweitzer, Prof. Dr. Reinhold Boschki und Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat. [mehr]

Sozialwissenschaftliches Coaching theologischen Arbeitens

Seit dem Sommersemester 2018 bieten Dr. Theresa Schweighofer und Dr. Christian Henkel regelmäßig ein sozialwissenschaftliches Coaching theologischen Arbeitens an, und zwar sowohl für Studierende der Evangelisch-Theologischen und der Katholisch-Theologischen Fakultät als auch für Studierende des Zentrums für Islamische Theologie. Denn immer häufiger werden sozialwissenschaftlich-empirische Methoden in theologische Forschungsprojekte integriert. Und das führt mithin dazu, dass sich die Forschenden die entsprechenden methodischen Kompetenzen zuvor im Eigenstudium erarbeiten müssen, da eine entsprechende Ausbildung bisher noch nicht Teil des Theologiestudiums ist. [mehr]

In Conversation with Scholars of Islam

Beginning in the summer semester of 2018 and continuing into winter semester 2018/2019, members of the postdoctoral group, “Reason and Rationality in the Life and Thought of Muslims in Pluralistic Contexts” at the Centre, host a series of events with invited scholars, entitled “In Conversation with Scholars of Islam”. The format of this series offers the chance to engage with the invited scholars’ work more deeply and also to benefit from their research profile by spacing events over a few days and including lecture, seminar and textual reading based sessions. The inaugural guest of the series, Professor Kenneth Garden from Tufts University, visited the Centre in July and delivered talks on the Andalusi reception of Al-Ghazali, new Muslim atheism and textual seminars of passages from the Mizan al-Amal of al-Ghazali. The first guest of the winter semester will be famed Islamic studies Professor Emiritus Wadad Kadi (University of Chicago).

Weiterbildungsangebot Islamische Religionslehre in Rheinland-Pfalz

Das Zentrum für Islamische Theologie in Tübingen hat sich erfolgreich als süddeutsches Zentrum für Islamische Theologie etabliert und wird noch weiter ausgebaut. Schon jetzt verantwortet das ZITh verschiedene Lehrerfortbildungen. Ab dem Schuljahr 2019/20 soll es in einer länderübergreifenden Kooperation ein Weiterbildungslehrgang für Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz für den islamischen Religionsunterricht konzipieren und durchführen. Dazu gab es am 18. Januar 2018 eine Planungssitzung, an der Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat, Dr. Mahmoud Abdallah und Emsad Cosic teilgenommen haben. Das Weiterbildungsangebot soll eine berufsbegleitende Qualifizierung von Lehrkräften im Fach Islamische Religionslehre sein, da das Fach in Rheinland-Pfalz nicht studiert werden kann. [mehr]

Vorträge


Forschung

AIWG-Board-Sitzung mit Tübinger Beteiligung

Die Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft (AIWG) ist eine universitäre Plattform für Forschung und Transfer in islamisch-theologischen Fach- und Gesellschaftsfragen. Dadurch ermöglicht die AIWG standortübergreifende und interdisziplinäre Forschung zu islambezogenen Themen. Durch die Verknüpfung der beiden Wissenschaftsformate schließt die AIWG eine wichtige Lücke in der bestehenden wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Islam. Am 19. und 20. Januar 2018 fand in Frankfurt eine AIWG-Board-Sitzung statt. Die Universität Tübingen wird im Akademie-Board durch Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat vertreten. Das Akademie-Board ist das zentrale Entscheidungsgremium der AIWG. Es legt unter anderem die Jahresthemen der Akademie fest und entscheidet über verschiedene Wissenschafts- und Transferformate.

Aix-en-Provence: Seminar zur Hadithforschung

In Aix-en-Provence hielt Jun.-Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino am Institut de Recherches et d'Études sur le Monde Arabe et Musulman das Seminar „Thèmes et motifs dans le corpus canonique du hadith: L’enseignement prophétique selon les Kutub al-sitta“. Das Seminar fand im Rahmen der Reihe „Le hadith : corpus, transmission, usages et débats“ statt, die französische Spezialisten der Hadithforschung zusammenbrachte.

Forschungsprojekt zu Muslimen im Jugendstrafvollzug

In Kooperation mit dem Institut für Kriminologie der Eberhard-Karls-Universität Tübingen führt das ZITh ein Forschungsprojekt zu Muslimen im Jugendstrafvollzug durch. Das BMBF fördert das Projekt mit insgesamt 432.000 Euro im Rahmen seines Programms „Migration und institutioneller Wandel“.

In dem Projekt wird untersucht, wie sich die Institution Jugendstrafvollzug in Reaktion auf die zunehmende Einwanderung und des demografischen Wandels bereits verändert hat und weiterhin verändern muss. In den Blick genommen werden dabei vor allem muslimische Jugendstrafgefangene, deren Anteil an den Inhaftierten in den vergangenen Jahren in einigen Bundesländern deutlich angestiegen ist. [mehr]

BMBF-Nachwuchsforschergruppe

Die BMBF-Nachwuchsforschergruppe befasst sich in diesem Durchgang mit dem übergeordneten Thema „Religion und Rationalität – Glauben und Vernunft im Leben und Denken von Muslimen, Christen und Juden im Kontext pluraler Gesellschaften“. Sie wird von Seiten des ZITh von Prof. Dr. Mouez Khalfaoui und Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat mitbetreut.


Studierende und Fachschaft

Ergebnisse der Studierenden-Wahlen zum Zentrumsrat des ZITh

Am 3. und 4. Juli 2018 haben sich Studierende der Universität Tübingen an den Gremienwahlen beteiligt. Für das Zentrum für Islamische Theologie kam dabei folgendes Ergebnis zu Stande: Esma Cakir, Betül Öztürk und Hava Kilic sind als studentische Vertretung in den Zentrumsrat gewählt worden, deren Stellvertreterin bzw. Stellvertreter Meliha Ariöz und Serdar Uludağ sind.


Veranstaltungen und Aktivitäten

Fachtagungen

Internationale Fachtagung in Kairo

„The Emergence of the Hadith as the Authority of Knowledge“ war der Titel einer internationalen Fachtagung, die das Dominikanische Institut für Orientalische Studien (IDEO) in Kairo veranstaltete. Jun.-Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino hielt einen Vortrag mit dem Titel "Transmission and Authenticity in the Maghreb of the 12th Century – Conditions and Significance of the Conservation of the Prophet’s Legacy According to al-Qāḍī ʿIyāḍ’s (1083-1149) ‘Elucidation Concerning the Knowledge of Hadith Transmission’". Neben Forschern aus Frankreich, Kanada, den USA und Abu Dhabi nahmen Vertreter der Azhar Universität an der Tagung teil, um über die epistemologische und hermeneutische Bedeutung der Hadithüberlieferung zu diskutieren. Ausgewählte Beiträge werden in der nächsten Ausgabe der MIDEO veröffentlicht.

„Berufsethos“: Veranstaltung der Tübingen School of Education

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „New topics Lehrerbildung“ der neu eingerichteten Tübingen School of Education (TüSE) wurde am 1. Februar 2018 in Tübingen eine Veranstaltung zum Thema „Berufsethos. Werte im beruflichen Handeln von Lehrerinnen und Lehrern“ durchgeführt.

Jun-Prof. Dr. Fahimah Ulfat nahm an einem Expertinnen- und Expertengespräch zum Veranstaltungsthema teil, unter anderem mit Prof. Dr. Claus Dierksmeier vom Weltethos-Insitut, Prof. Dr. Fritz Oser von der Universität Fribourg, Prof. Dr. Weinberger von der PH Linz, Prof. Dr. Rainer Treptow von der Universität Tübingen und Prof. Dr. Friedrich Schweitzer von der Universität Tübingen.

Internationale Tagung in Madrid

Am 22. und 23. Februar 2018 fand in Madrid die internationale Tagung "Of Prophets and Saints: Literary Traditions and Convivencia in Medieval and Early Modern Iberia" statt. Die Tagung eröffnete mit interdisziplinären und komparativen Ansätzen für neue Perspektiven zur Koexistenz von jüdischen, christlichen und muslimischen Gemeinden in der iberischen Halbinsel. Untersucht wurde, wie sich diese in den jeweiligen literarischen Traditionen, die von Propheten und Heiligen handeln, widerspiegelten. Auf der Tagung hielt Jun.-Prof. Ruggero Vimercati Sanseverino einen Vortrag zum Thema „Prophetology as a Strategy of Sunnī Revival: Al-Qāḍī ʿIyāḍ’s Kitāb al-shifāʾ in Context“. Eine Veröffentlichung der Beiträge ist vorgesehen.

„Unterricht, Leistung, Teilhabe“

Am 2. März 2018 fand wieder eine große „Tübinger Tagung Schulpädagogik“ statt. Im zwei- bis dreijährigen Abstand erreicht dieses von Thorsten Bohl eingeführte Format rund 600 Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen und Personen aus der Kultusadministration. Das Tagungsthema lautete „Unterricht, Leistung, Teilhabe“. Es ging hauptsächlich um die Frage, wie im Anschluss an die Wende hin zur Output-Orientierung mit der Folge zunehmender Standardisierung die Frage nach Teilhabe an Schule und Unterricht aus verschiedenen Perspektiven heraus gedacht werden kann – insbesondere im Spannungsfeld, das sich zwischen Leistungsanforderungen und Fragen nach Migration, Inklusion, Diversität usw. auftun mag. Diese Thematik wurde auch aus verschiedenen fachdidaktischen Perspektiven heraus bearbeitet und diskutiert. In diesem Zusammenhang hielten Prof. Dr. Friedrich Schweitzer und Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat einen gemeinsamen Vortrag mit dem Arbeitstitel „Religion und Religionen in der Schule: Alternative Erfahrungen von Anerkennung und Teilhabe“.

European Academy of Religion traf sich in Bologna

In Bologna traf sich am 6. März 2018 die European Academy of Religion. Jun.-Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino leitete dort die Panel "Islam and Gender: Theological Perspectives" und "Approaching Primary Sources in Islamic Theological Studies”. Im Panel "Interreligious Education as a Tool of Deradicalisation?" hielt er einen Vortrag über "Disarming Combat Prophetology: Academic Islamic Theology and the Theological Study of Muhammad as Discursive Strategies Against the Theology of Violence". Der Vortrag animierte zu einer regen Diskussion über die Bedeutung von prophetologischer und interreligiöser Bildung als präventive Maßnahmen gegen den Jihadismus.

Interreligiöse Kompetenz in der Kita

Die Fachtagung „Interreligiöse Kompetenz in der Kita – ein Zugewinn für alle“ am 6. und 7. März 2018 in Wiesbaden wandte sich an Verantwortliche, Multiplikatoren und Ehrenamtliche und stellte sich der Thematik des Zusammenlebens in kultureller, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt mit Schwerpunkt auf Kindertageseinrichtungen. Sie bearbeitete die Perspektiven christlicher, islamischer und jüdischer Religionspädagogik mit Blick auf die Grundlegung und Einübung elementarer interkultureller und interreligiöser Kompetenzen. Dazu wurden persönliche Erfahrungen, praktische Modelle, berufsethische und ideelle Motive in wissenschaftlicher Reflexion zusammengeführt. Im Rahmen der Fachtagung hat Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat einen Vortrag zu den individuell unterschiedlichen Gottesbeziehungen von muslimischen Kindern gehalten und plädierte für eine religionssensible Pädagogik.

Internationale Konferenz „Theological Anthropology in Interreligious Perspective“

An der Eberhard-Karls-Universität Tübingen fand vom 7.bis 9. März 2018 die internationale Konferenz „Theological Anthropology in Interreligious Perspective“ statt. Organisiert wurde sie vom Zentrum für Islamische Theologie und von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen zusammen mit dem Cambridge Muslim College und dem St. Andrews Biblical Theological Institute in Moskau. Die Veranstaltung sollte Raum schaffen für einen interreligiösen akademischen Dialog, der auf der Basis theologischer Deutungsansätze zum Menschsein gegenseitiges Verständnis sowie eine umfassende Auseinandersetzung mit den islamischen und christlichen Traditionen fördert.

In der Begrüßungsansprache bekräftigten die beiden Organisatoren Prof. Dr. Lejla Demiri und Prof. Dr. Christoph Schwöbel die Bedeutung der wechselseitigen Zusammenarbeit zwischen religiösen Gruppen und hoben die Notwendigkeit eines dialogbasierten Diskurses hervor, in dem Gemeinsamkeiten anerkannt werden. Zudem betonten sie die Wichtigkeit interdisziplinärer und generationsübergreifender Kooperation zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Ausführliche Berichte über die Konferenz, finden Sie hier auf Deutsch und hier auf Englisch.

Symposium Researching Non-Formal Religious Education in Europe

From 12 to 14 March 2018 the symposium “Researching Non-Formal Religious Education in Europe” took place at the University of Tübingen. The over-all aim was to bring together experiences and results of empirical research in the field of non-formal religious education in different European countries as well as to generate new research projects in international cooperation. Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat gave an insight into the topic „Researching Non-Formal Religious Education in Islamic Contexts”. [mehr]

Neue Studienbefunde und ihre Konsequenzen für Religions- und Ethikunterricht

Das Jugendalter ist gekennzeichnet von dynamischen Veränderungen in vielen Bereichen – auch hinsichtlich religiöser Überzeugungen und der Sinnorientierungen. Das macht eine sorgfältige Untersuchung solcher Veränderungsprozesse notwendig. Neue Befunde einer Repräsentativstudie und ihre Konsequenzen für den Religions- und Ethikunterricht an allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien und an beruflichen Schulen waren Thema der Tagung „Jugend – Glaube – Religion“ am 12. April 2018. Die Tübinger Studie wurde mit mehr als 7.000 Jugendlichen aus dem Religions- und Ethikunterricht durchgeführt.

Die Studie ist repräsentativ für Baden-Württemberg. Im Zentrum stehen Einstellungen zu Glaube und Religion, die differenziert nach Schularten und in einer Mehrfachbefragung erhoben wurden. Jugendliche an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen wurden in der Studie der beiden religionspädagogischen Institute der Universität Tübingen EIBOR/KIBOR mehrmals mit Hilfe eines Fragebogens und in Form von Interviews befragt. Auf diese Weise war es möglich, Veränderungen über die Zeit hinweg zu erfassen. Unterschiede, die sich in Bezug auf Religionszugehörigkeit, Schulart, Unterrichtsfach und Geschlecht ergeben, wurden beleuchtet. In diesem Rahmen hat Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat aus islamisch-religionspädagogischer Perspektive Stellung zu den Ergebnissen der Studie genommen.

TEA-Praxisvorträge im Namen der Gleichstellungskommission

Unter der Leitung von Prof. Dr. Lejla Demiri gab es am 2. Mai 2018 den ersten TEA-Praxisvortrag in diesem Jahr. Die Gleichstellungskommission konnte die Religionswissenschaftlerin Frau Dr. Fatima Tofighi (Qom, Iran) mit dem Thema “Women's Religious Scholarship in Iran: Experiences from Qom” für einen Praxisvortrag gewinnen. Fatima Tofighi ist derzeit am Forum "Transregionale Studien" in Berlin tätig und berichtete anhand einiger Fallbeispiele aus dem Alltag ihrer Arbeit aus Qom.

Am 25. Juni 2018 fanden drei weitere Gastvorträge statt. Hierfür konnte Frau Shabana Pervez (Birmingham, UK) gewonnen werden. Shabana Pervez ist Lehrerin und berichtete anhand einiger Fallbeispiele aus dem Alltag ihrer Arbeit. Die Themen lauteten "Religious Education in the UK School System", "Religious Education in the UK: Curriculum and Content" und "Didactics and Methodology of Religious Education in the UK".

Tagung in Zürich: „Polemics and Prophethood in Judaism, Christianity and Islam“

„Polemics and Prophethood in Judaism, Christianity, and Islam” lautete der Titel einer internationalen Tagung vom 14. bis 16 Mai 2018 an der Universität Zürich. Jun.-Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino hielt dort einen Vortrag zum Thema „Muslim Discourses of the Eminence of the Prophet Muhammad and Their Meaning and Function in Modern Islamic Thought: A comparison of Yūsuf al-Nabhānī (1850-1932) and Muḥammad ʿAbduh (1849-1905)“.

Tagung zur Friedensverantwortung der Religionen in Berlin

Prof. Dr. Lejla Demiri besuchte die Tagung „Friedensverantwortung der Religionen – Berliner Treffen zu Asien“ am 19. Juni 2018 im Weltsaal des Auswärtigen Amts in Berlin. Das Auswärtige Amt veranstaltet diese Konferenz zusammen mit dem finnischen Außenministerium. Die Konferenz wurde mit einer Rede des Europa-Staatsministers Michael Roth eröffnet und wurde von Religionsvertreterinnen und Religionsvertretern aus Süd-, Südost- und Ostasien besucht. Sie gehören dem Buddhismus, Christentum, Islam und Hinduismus sowie weiteren Religionen an. Mehr Informationen finden Sie hier.

Projekte

Austausch zur interreligiösen Zusammenarbeit im Haus Birkach

Insbesondere die Begegnung zwischen Christen und Muslimen gehört inzwischen zum Alltag in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Wir erleben darin Bereicherungen und Herausforderungen zugleich. Inspiriert von der intensiven Kooperation zwischen muslimischen und christlichen Religionspädagoginnen und -pädagogen in Wien (KPH) lud das Pädagogisch-Theologische Zentrum des Evangelischen Bildungszentrums im Haus Birkach (Stuttgart) am 10. April 2018 zum Austausch zur interreligiösen Zusammenarbeit der Religionspädagogiken ein. Es ging unter anderem darum, interreligiöse Zusammenarbeit im Bereich der Religionspädagogik in Baden-Württemberg weiter zu entwickeln und sich fachlich in größerer Runde auszutauschen. Jun.-Prof. Dr. Fahimah Ulfat hat in diesem Rahmen einen Kurzimpuls zum interreligiösen Gespräch gegeben.

ZITh-Projekt zur Betreuung von Geflüchteten

Am ZITh gibt es das Projekt „Service Learning – wissenschaftliche Bildung durch gesellschaftliche Verantwortung“. Leiter des Projektes ist Dr. Mahmoud Abdallah, der zudem das Hauptseminar „Engagement für Geflüchtete“ beisteuert. Das Seminar findet in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Birgit Weyel von der Evangelisch-Theologischen Fakultät und Matthias Möhring-Hesse und Dr. Katja Winkler von der Katholisch-Theologischen Fakultät statt. Es fördert die studentischen Initiativen für Geflüchtete und bietet die Möglichkeit, Erfahrungen zu reflektieren. In diesem Rahmen empfing das ZITh am 14. Mai 2018 eine Gruppe junger Menschen (begleitet von ihrer Nachhilfelehrerin Isabell Romanek), die ein Studium an der Universität anstreben. [mehr]

Versammlungen

Vollversammlung der Deutschen Gesellschaft für Islamisch-Theologische Studien

Am 19. Januar 2018 fand die Vollversammlung der Deutschen Gesellschaft für Islamisch-Theologische Studien statt. Unter anderem stand die Neuwahl des Vorstandes an. Prof. Dr. Harry Harun Behr wurde als Sprecher wiedergewählt. Als stellvertretende Sprecherin wurde Jun.-Prof. Dr. Armina Omerika gewählt. Zudem fiel die Wahl auf die Tübinger Prof. Dr. Mouez Khalfaoui und Jun.-Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino, jeweils als weiteres Vorstandsmitglied und als Schriftführer. Die Gesellschaft übernimmt Aufgaben im Sinne der kollegialen Interessenvertretung im Bereich islamisch-theologischer Studien. Zudem widmet sie sich dem Aufbau und der Pflege einer entsprechenden Fachkultur und trägt die gemeinsame Stimme ihrer Mitglieder in die gesellschaftlichen Leitbilddiskurse ein. Eine Mitgliedschaft kann über die Homepage der Gesellschaft www.degits.de beantragt werden.


Leute

Im Rahmen von Erasmus-Kooperationen durfte das ZITh in diesem Jahr zahlreiche Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler willkommen heißen:

Der Dozent und Kalligraph Muhammed Efdaluddin Kılıç von der Marmara Universität (Türkei) widmete am 26. April 2018 seinen Vortrag dem Thema “Islamic Calligraphy: From Apprenticeship to Mastery”.

Frau Prof. Dr. Hülya Alper (Lehrstuhl für Systematische Theologie) von der Marmara Universität (Türkei) sprach am 7. Mai 2018 in ihrem Vortrag über “The Primary Responsibility of Human Beings from the Qur’anic Perspective”.

Ebenfalls am 7. Mai 2018 hielt die Religionspädagogin Dr. Banu Gürer von der Marmara Universität (Türkei) einen Vortrag zu “On awareness of life after death in Islam”.

Auch beim Stammpersonal des ZITh gibt es einige Veränderungen:

Zum 01. März 2018 hat Frau Elisabeth Fleischer ihre Tätigkeit in der Verwaltung des ZITh aufgenommen. Sie studierte Evangelische Theologie an der Universität Tübingen und machte ihre Berufsausbildung in Reutlingen bei der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb. Bevor sie ans ZITh gekommen ist, arbeitete sie am Musikwissenschaftlichen Institut und am Dekanat der Wirtschaftswissenschaften.

Zum 31. Januar 2018 hat Frau Dr. Ursula Bsees das Zentrum für Islamische Theologie verlassen. Ihre Nachfolge als neuer Lektor für Arabisch übernimmt seit 16. April 2018 Herr Dr. Mahmoud Abdallah. Das ZITh muss bedauerlicherweise künftig auf Herrn Zana Aydin, Assistent am Lehrstuhl für Islamische Geschichte und Gegenwartskultur, Herrn Muharrem Kuzey, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Islamische Seelsorge, und Herrn Ahmed Sadouki, Lektor für Arabisch, verzichten, die uns in Kürze verlassen werden.


Ankündigungen

Summer School in Palermo

Palermo ist nicht nur Kulturhauptstadt Europas 2018, sondern auch der Ort, an dem vom 23. August bis 2. September 2018 die Summer School "The Light of the Prophet in the Islamic Tradition: Text and Commentaries" stattfindet. Die Veranstaltung wird gemeinsam von den Forschungsinstituten aus Palermo, Rom, Neapel und Modena organisiert. Das ZITh wird auf der Summer School von Jun.-Prof. Dr. Ruggero Vimercati Sanseverino vertreten sein, der dort einen Vortrag hält zum Thema "Prophetic light and hadith transmission". Weitere Informationen finden Sie im Flyer.