Intensivmodul Digital Humanities

Digital Humanities in Tübingen

 

Einer der erklärten Schwerpunkte des eScience-Centers sind die Digital Humanities. Dies umfasst die Unterstützung sämtlicher geisteswissenschaftlicher Disziplinen beim Umgang mit digitalen Ressourcen, Methoden und Werkzeugen. In enger Zusammenarbeit mit dem IKM (Universitätsbibliothek und Rechenzentrum) werden nachhaltige Infrastrukturen geschaffen und dauerhaft betrieben.

Neben den Textwissenschaften, bei denen der Einsatz von Annotationswerkzeugen und die Erarbeitung digitaler Texteditionen im Vordergrund steht, bilden in Tübingen die raum- und objektbezogenen Wissenschaften, wie die Kunstgeschichte sowie die unterschiedliche Fachbereiche der Archäologie einen weiteren Schwerpunkt des Centers.

 

Neben der Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Tübingen, wird durch das Digital Humanities Center ein umfangreiches Lehrprogramm angeboten, das die Vermittlung von Kompetenzen in den oben angesprochenen Themenkreisen an Studierende der geisteswissenschaftlichen Disziplinen zum Ziel hat.  Hier ist der Erwerb eines entsprechenden Zertifikates möglich. Anders als an anderen Standorten stellen die Digital Humanities keinen eigenen Studiengang dar, sondern verstehen sich als methodische und berufsqualifizierende Ergänzung zu den unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Studiengängen.

 

Gliederung des Lehrangebotes

 

Inhaltlich wird das Lehrangebot zu drei unterschiedlichen Bereichen gruppiert:

 

I.   Basismodule zum Erwerb von Grundkenntnissen der digitalen Datenverarbeitung und allgemeinen Technologien (u.a. Standardsoftware für unterschiedliche Aufgabenstellungen, Prinzipien des Internets und der Informationsaufbereitung für das Web, Prinzipien der Programmierung in einer typischen, strukturierten Sprache, digitale Dateiformate, Grundlagen der Datenbanktechnologie).

 II.   Fachübergreifende methodisch orientierte Module in den Digital Humanities (Digitalisierung und Bereitstellung von Sammlungen, Umgang mit digitalen Corpora und deren Verarbeitung, Metadaten, standardisierte Erschließungsverfahren und Beschreibungssprachen für Primär- und Sekundärdaten, Voraussetzungen und Standards digitaler Archivierung, Einsatz und Nutzung Persistenter Identifikatoren, Portale und Rechercheoberflächen, Aufbau von Datenbanken für geisteswissenschaftliche Fragestellungen, digitale Publikation und Edition).

III.   Fachspezifische Module in den Digital Humanities. Das Angebot fachspezifischer Module wird sich zunächst primär auf einige Fachbereiche, wie die Philologien, die Geschichte, die Archäologie und Kunstgeschichte fokussieren. Themen sollen hier nur beispielhaft genannt werden: Digitale Editionen von Archivalien und Handschriften, Linguistische Annotationen und Data Mining in großen Textkorpora, Geschichtswissenschaft im Digitalen Zeitalter, Arbeit mit digitalen Artefakten in der Kunstgeschichte, Entwicklung und Einsatz von quantitativen Verfahren in der Linguistik und textbasierten Geisteswissenschaften, standardkonformes (TEI, ISO, W3C) Text Encoding in der Linguistik und in den Philologien, Quantitative und qualitative Analyseverfahren für historische Fragestellungen, Entwicklung und Einsatz von Web Services in den Digital Humanities, Einsatz von geographischen Informationssystemen zur Auswertung und Visualisierung an Beispielen historischer Forschung oder archäologischer Fragestellungen, Vermessungstechnik und Remote-Sensing-Technologien in der Archäologie, bildgebende 3D-Verfahren in den Objekt- und Raumwissenschaften.

 

 

Zertifikat

Bei einem Erwerb von 15 Leistungspunkten kann ein Zertifikat "Digital Humanities" ausgestellt werden.

 

 

 

Kontakt

 

Dr. phil. Matthias Lang

Koordinator eScience-Center

Wilhelmstr. 32

72074 Tübingen

Tel: +49 (0) 7071 / 29-72837

 

matthias.lang[at]uni-tuebingen.de

 

Persönliche Homepage

Infos

Zertifikatsflyer "Digital Humanities"

Aktuelles

Hier finden Sie das Kursangebot im WiSe 2016/17 für das Zertifikat "Digital Humanities"