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		<title>Aus dem Netzwerk</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/</link><description>Der RSS Feed der Universität Tübingen</description><language>en-EN</language><copyright>Universität Tübingen</copyright><pubDate>Mon, 20 Apr 2026 00:50:51 +0200</pubDate><lastBuildDate>Mon, 20 Apr 2026 00:50:51 +0200</lastBuildDate><item><guid isPermaLink="false">news-130173</guid><pubDate>Mon, 13 Apr 2026 11:36:20 +0200</pubDate><title>Von Metaphysik zu Mixed Reality </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/von-metaphysik-zu-mixed-reality/</link><description>Benjamin Rudolf hat an der Universität Tübingen Philosophie und Kunstgeschichte studiert. Heute leitet er ein Unternehmen für immersive Technologien. </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Herr Rudolf, wie kam es dazu, dass Sie sich für Philosophie an der Universität Tübingen eingeschrieben haben?&nbsp;</strong></p><p>Durch eine glückliche Fügung. Meine Leidenschaft gehörte eigentlich immer dem Film. Bereits mit zehn Jahren habe ich angefangen, Stop-Motion-Filme mit Lego-Steinen zu drehen, die teilweise eine Stunde lang waren. Nach dem Abitur hatte ich das Ziel, an die Filmhochschule BW zu gehen – allerdings konnte man sich dort nur einmal im Jahr bewerben. Als ich nach einer sinnvollen Überbrückung bis zur nächsten Bewerbungsphase suchte, schlug eine Freundin vor: „Komm doch mit nach Tübingen und studier‘ mit mir Philosophie!“ Ich fand die Idee gut und bin so in Tübingen gelandet. Was als Überbrückung anfing, hat mich so sehr fasziniert, dass ich bis zum Bachelor blieb.&nbsp;</p><p><strong>Haben Sie in Ihrem geisteswissenschaftlichen Studium Fähigkeiten erlernt, die Ihnen in der Geschäftswelt von Nutzen sind?&nbsp;</strong></p><p>Das Studium in Tübingen hat mir vor allem ein großes Vertrauen in meine eigene Urteilskraft gegeben. Ich habe an der Burse [Universitätsgebäude, in dem Philosophie gelehrt wird] häufig mit Menschen diskutiert, die rhetorische Spielchen spielten, um eine Argumentation zu gewinnen. Wenn ich heute in ähnliche Gesprächssituationen gerate, erkenne ich das. Man lässt sich weniger verunsichern, wenn man ein stabiles Fundament hat und die Dinge genau sezieren und analysieren kann. Ich glaube, dass mir die Denkweise der Philosophie schon immer vertraut war, mein Studium hat mich aber nochmals darin bestärkt, sie bewusst anzuwenden. Ich nehme die Dinge auseinander, bis ich sie verstanden habe und erkenne, worauf es meinem Gegenüber ankommt. Auch jetzt, in der Geschäftsführung, geht es mir weniger um schnelle Lösungen als um Wahrheiten und qualitativ hochwertige Inhalte.&nbsp;</p><p><strong>Was macht die Firma, die Sie gegründet haben?</strong></p><p>Wir verstehen uns als ein XR-Kreativlabor, das daran arbeitet, das Internet „räumlich“ zu gestalten. Wir sind in vielen verschiedenen Bereichen tätig, angefangen bei Kultur und Industrie, bis hin zu Inklusion und Entertainment. Unser Fokus liegt auf Projekten, die einen Menschen einen echten Mehrwert bieten und Dinge ermöglichen, die in der physischen Realität nicht machbar wären.&nbsp;</p><p><strong>Können immersive Technologien Menschen mit körperlichen Einschränkungen neue Freiheiten zu ermöglichen?&nbsp;</strong></p><p>Das ist ein Bereich, der mir sehr am Herzen liegt. Nehmen wie zum Beispiel das Klavier: Ein physisches Klavier ist nach einem ganz bestimmten Muster aufgebaut – und zwar so, dass Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit nicht darauf spielen können. In der virtuellen Welt hingegen können wir ein so Klavier konstruieren, dass sich die Klaviertasten nicht an den gewohnten Orten befinden, sondern an anderer Stelle im Raum platziert werden. Immer mit dem Ziel, dass Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit sie gut erreichen können. Plötzlich können diese Menschen Musik machen, wie es vorher nur auf einer flachen – analogen – Tastatur möglich war.&nbsp;</p><p><strong>Oft lautet die Kritik, dass Virtuelle Realitäten menschliche Begegnungen ersetzen und zur Vereinsamung führen könnten. Wie sehen Sie das?&nbsp;</strong></p><p>Hier muss man fragen: Was, wenn reale Treffen gar nicht stattfinden können? Wir organisieren beispielsweise einen virtuellen Stammtisch für Menschen aus ganz Baden-Württemberg mit körperlichen Einschränkungen. Wenn diese Gruppe sich virtuell trifft, eine Stunde lang diskutiert und sich austauscht, spüren die Teilnehmer und Teilnehmerinnen trotz der physischen Distanz ein starkes Gefühl der Gemeinsamkeit.&nbsp;</p><p><strong>In einem Ihrer aktuellen Projekte arbeiten Sie mit Jugendlichen der Türkischen Gemeinde Baden-Württembergs zusammen. Ihre Aufgabe: Die Utopie, die sich die Jugendlichen ausdenken, mit Hilfe immersiver Technologien zu simulieren. Wie fließt hier Ihr philosophischer Hintergrund ein? &nbsp;</strong></p><p>Die Jugendlichen haben die Aufgabe, ein Dorf zu konzipieren, das ihren Idealvorstellungen entspricht. Das bedeutet, dass sie uns genau schildern, was sie brauchen: Windräder beispielsweise, oder Energietransformatoren oder einfach nur Orte zum Angeln. Wir sind die ausführenden Kräfte und setzen technisch um, was uns von den Jugendlichen aufgetragen wird. Es ist auch ein soziales Experiment: Wir beobachten, wie sich diese Gruppe organisiert. Schnell erreicht man den Punkt, an dem es darum geht, wer welche Aufgaben im Dorf übernimmt und wie Arbeit fair verteilt werden kann. Für mich ist dieses Projekt besonders spannend, da es uns ermöglicht, mittels der virtuell simulierten Welt echte Erkenntnisse über das Zusammenleben in unserer realen Welt zu gewinnen.</p><p class="align-right">Das Interview führte Rebecca Hahn</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126012</guid><pubDate>Thu, 27 Nov 2025 10:24:00 +0100</pubDate><title>Alumni-Adventskalender</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-adventskalender/</link><description>Ob kurioser Campus-Moment, inspirierende Erinnerung oder Lieblingsplatz abseits der Neckarfront. 
Jeden Tag wartet eine neue Überraschung, die Sie garantiert zum Staunen, Schmunzeln oder Kopfschütteln bringt. 
Seien Sie dabei und tauchen Sie ein in Geschichten, die verbinden!</description><content:encoded><![CDATA[<p>Von Professorenduellen über Duftattacken durch Staubsauger bis hin zu kulinarischen Mumien, unser Online-Adventskalender hält 24 Türchen voller unglaublicher Alumni-Momente für Sie bereit.<br><br><span class="ut-icon ut-icon-right-big"></span><strong>Hier geht's zum Adventskalender </strong><a href="https://tuerchen.app/4lgi2k9tRu97iWlV?l=de" target="_blank" title="Alumni-Adventskalender" rel="noreferrer"><strong>Alumni-Adventskalender</strong></a><strong>&nbsp;</strong></p><p>Ein herzliches Dankeschön an alle Ehemaligen, die mit ihren Beiträgen diesen Adventskalender möglich gemacht haben. Ihre Geschichten lassen Erinnerungen lebendig werden und schaffen Gemeinschaft.&nbsp;<br><br>Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Adventszeit, viel Freunde beim Erkunden der Türchen und einen entschleunigten Endspurt vor den Feiertagen!</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124668</guid><pubDate>Fri, 24 Oct 2025 14:45:50 +0200</pubDate><title>Tübingen Reloaded: Insights with Economist Dr. Onur Koska</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/tuebingen-reloaded-insights-with-economist-dr-onur-koska/</link><description>In this series, we invite research alumni, who returned to the University of Tübingen on a Tübingen Reloaded grant, to share their insights and reflections by completing 10 sentences. Discover what fuels their curiosity and gain impressions of their stay.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dr. Onur Koska</strong> (University of Canterbury, NZ) is a scholar whose principal research interests lie broadly in applied microeconomic theory, with particular emphasis on international trade, industrial organization, multinational firm behavior, and foreign direct investment. Dr. Koska was invited to the University of Tübingen by Prof. Dr. Frank Stähler from the Economics Department.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124320</guid><pubDate>Sat, 11 Oct 2025 11:09:00 +0200</pubDate><title>Rückblick: Netzwerktreffen der Germanistik-Alumni im Brechtbau</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/rueckblick-netzwerktreffen-der-germanistik-alumni-im-brechtbau/</link><description>Am 11. Oktober 2025 öffnete der Brechtbau seine Türen für ein besonderes Wiedersehen: Ehemalige der Tübinger Germanistik kamen zusammen, um Erinnerungen aufleben zu lassen, sich fachlich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Der Ort, an dem für viele einst das Germanistikstudium begann, wurde so erneut zu einem lebendigen Zentrum des Dialogs und der Vernetzung.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im Mittelpunkt des Treffens stand der Vortrag von Katja Kauer – die derzeit eine Professur an der Universität Tübingen vertritt – zum Thema „‚Female Gaze' als Kategorie in der Literaturwissenschaft“. Anhand der Werke der Exil- und Bestsellerautorin, Vicki Baum, deren Romane sich explizit an ein weibliches Lesepublikum richteten und deshalb lange in der Kanonbildung übergangen wurden, zeigte Kauer auf, wie mit einer vom „male gaze“ abweichenden Lesart Klischees ironisiert und neue Perspektiven eröffnet werden können. Ihr Beitrag gab wertvolle Denkanstöße für feministische Lektüren und verdeutlichte, dass die&nbsp;sogenannte&nbsp;Unterhaltungsliteratur auch&nbsp;gesellschaftskritisches Potenzial birgt.</p><p>Im Anschluss an den Vortrag blieb reichlich Zeit für Gespräche und persönliche Begegnungen. Bei Kaffee und Brezeln tauschten sich Alumni unterschiedlicher Jahrgänge über ihre beruflichen Wege, aktuelle Forschungsthemen und ihre Erinnerungen an das Studium aus. So entstand eine lebendige Atmosphäre zwischen Wiedersehen und Neuanfang, ganz im Sinne eines Netzwerktreffens, das Tradition und Gegenwart miteinander verbindet.</p><p>Der Nachmittag, der sowohl wissenschaftlich inspirierte als auch persönliche Vernetzung förderte, endete mit dem Wunsch vieler Teilnehmender, dass dieses Zusammentreffen im Brechtbau keine einmalige Gelegenheit bleibt.</p><p>Auf Initiative einiger engagierter Alumni zog ein Teil der Teilnehmenden anschließend weiter in die <i>Alte Kunst</i> in der Tübinger Altstadt, wo der Tag in geselliger Runde und bei angeregten Gesprächen gemütlich ausklang.</p><p>&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-124341</guid><pubDate>Thu, 18 Sep 2025 11:09:00 +0200</pubDate><title>Rückblick: Alumni Input Talk - The Rhetoric of Generative AI in Research and Communication</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/rueckblick-alumni-input-talk-the-rhetoric-of-generative-ai-in-research-and-communication/</link><description>Am 18. September 2025 lud das Alumni-Büro der Universität Tübingen zu einem spannenden Alumni Input Talk rund um das hochaktuelle Thema „Generative KI“ ein. Als Referent sprach Dr. Markus Gottschling, Alumnus der Universität, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Allgemeine Rhetorik und verantwortlich für die wissenschaftliche Koordination des RHET AI Center an der Universität Tübingen. Mit seiner interdisziplinären Expertise in Literatur, Rhetorik und Wissenschaftskommunikation bot er den Teilnehmenden einen faszinierenden Einblick in die Welt der künstlichen Intelligenz und ihre Auswirkungen auf wissenschaftliche Praxis und gesellschaftliche Kommunikation.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gottschling stellte KI als rhetorisches System vor, das Plausibilität simuliert, anstatt Fakten zu verifizieren. Er führte das Konzept der „Co-Intentionalitäten“ ein: verborgene Meinungen aus Trainingsdaten, die unbewusst unsere Kommunikation beeinflussen. Ein weiteres Thema war der sogenannte „Laughing Cow-Effekt“ in der wissenschaftlichen Publikation, bei dem KI-generierte Inhalte rekursiv das System kontaminieren. Der Vortrag präsentierte ein Spektrum von „Wissensvalidierung“ bis „Welterkundung“, das Forschenden helfen soll, ihre KI-Nutzung einzuordnen und ethisch wie methodisch zu reflektieren.</p><p>Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die praktische Umsetzung. Die Teilnehmenden thematisierten politische und bildungspolitische Maßnahmen für eine sichere KI-Nutzung, beobachteten eine zunehmende Ähnlichkeit studentischer Arbeiten und diskutierten Herausforderungen bei der Erforschung unkonventioneller Themen mit KI-Tools. Auch technische Aspekte wie GDPR-konforme KI-Zugänge über wurden angesprochen.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122343</guid><pubDate>Thu, 07 Aug 2025 11:19:09 +0200</pubDate><title> Studieren zwischen Protest und Radikalenerlass: Wie UT Alumna Anke Stöver-Blahak ihr Studium in den 1970ern erlebte</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/studieren-zwischen-protest-und-radikalenerlass-wie-ut-alumna-anke-stoever-blahak-ihr-studium-in-den-1970ern-erlebte/</link><description>Anke Stöver-Blahak studierte in der politisch aufgeladenen Zeit der 1970er-Jahren in Tübingen. Im Interview erzählt sie, wie das ihr Studium und ihre politische Aktivität beeinflusste.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie haben 1975 Ihr Studium der Germanistik und Philosophie an der Universität Tübingen begonnen. Erzählen Sie uns etwas von Ihren Anfängen in Tübingen. &nbsp;</strong></p><p>Ich kam von Oldenburg nach Tübingen und war die Erste in meiner Familie, die ein Studium aufnahm. Ich musste einige Hürden nehmen, bis ich mich zurechtfand. So war es auch schon 1975 fast aussichtslos, ein Zimmer zu finden. Letztlich fand ich ein spartanisches Mansardenzimmer im Memelweg. Das Zimmer befand sich außerhalb der Wohnung der Vermieterin, Besuch durfte ich keinen empfangen.</p><p><strong>Wie erging es Ihnen an der Universität?</strong></p><p>Der Anfang war holprig. Im Gespräch mit einem Studenten, der die Studienberatung am Brechtbau machte, merkte ich: Ich wusste nichts. Ich kannte nicht einmal den Unterschied zwischen einem Seminar und einer Vorlesung. Als ich mich in meine ersten Pflichtveranstaltungen einschreiben wollte, stellte ich fest, dass die meisten längst voll waren. Ich war viel zu spät dran.&nbsp;</p><p><strong>Wie prägten Sie diese ersten Erfahrungen?&nbsp;</strong></p><p>Da ich mich am Anfang meines Studiums sehr verloren fühlte, wollte ich etwas für die nachfolgenden Generationen tun. Ziel war es, ihnen den Einstieg in das Studium und das Universitätsleben zu erleichtern. Gemeinsam mit einigen Kommilitoninnen und Kommilitonen gründete ich daraufhin den „Anfänger Arbeitskreis“. Wir haben viel gemacht: Besser strukturierte Studienberatungen angeboten, Anfängerfeste initiiert, Exkursionen organisiert.&nbsp;</p><p><strong>War diese Arbeit politisch?</strong></p><p>Ganz klar – wir arbeiteten an der Basis und wollten von dort aus Veränderungen anstoßen. Wir haben viel über die politische Dimension unserer Arbeit diskutiert und überlegt, wo wir sie verorten. Mit der Ausrichtung und Arbeitsweise der DKP (Deutsche Kommunistische Partei, Anm. d. Red.) sympathisierten wir nicht, sie war uns zu dogmatisch, zu festgelegt. Rückblickend würde ich sagen, dass unsere Arbeit mit den Anfängen der Grünen zu vergleichen ist.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121440</guid><pubDate>Fri, 11 Jul 2025 15:38:24 +0200</pubDate><title>Von Punjab nach Tübingen: Eine globale Familiengeschichte</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/von-punjab-nach-tuebingen-eine-globale-familiengeschichte/</link><description>In ihrem Beitrag, der auf ihrem Buch &quot;Von Indien nach Deutschland&quot; (2023) basiert, blickt Alumna Sunita Sukhana auf die verschiedenen Stationen ihrer Familienmitglieder zurück und erzählt, welche Zufälle sie nach Tübingen brachte.  </description><content:encoded><![CDATA[<p>1969 setze mein Vater Bagicha Singh sein Charpai-Bett auf seinen Kopf und wanderte 32 Kilometer von seinem Heimatdorf Kalomajra in die Stadt Chandigarh. Dort begann er, als Erster in seiner Familie, ein Studium. Wie es sich sein Vater für seinen ältesten Sohn wünschte, studierte er in Chandigarh Ingenieurwissenschaften. Das war der Beginn seines Weges, der ihn letztendlich weit abseits des üblichen Lebens eines einfachen Punjabi-Jungen führen würde – nämlich bis nach Deutschland, wohin er eigentlich nie wollte.</p><p class="Text">1978 hatte er sich in den Kopf gesetzt, den Westen zu erkunden und es bis in die verheißungsvollen Vereinigten Staaten von Amerika zu schaffen. Im Januar 1979 brach er auf dem Landweg auf. Mit im Gepäck hatte er eine zerfledderte Karte und ein paar Tipps eines Schulkameraden, der die Route zuvor gegangen war. Doch mein Vater suchte sich ausgerechnet das Jahr für seine Reise aus, in dem die Länder, durch die er zog, gewaltige Veränderungen erfuhren - wie dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan oder die Islamische Revolution im Iran. Die veränderten Machtverhältnisse zwangen ihn, seine Route zu ändern, sodass er letztlich in Deutschland landete.</p><p class="Text">1982 lernte er auf einem Flohmarkt in München meine Mutter kennen und blieb hierzulande. Sein eigentliches Ziel, die USA, erreichte er nie. Doch ich, die 1991 in Darmstadt geboren wurde, vollendete seine Route. Wieder begann es mit einem Studium. Denn wie meinen Vater zog es mich fürs Studium weg von zu Hause, nämlich für den Bachelor Staatswissenschaften an die Universität Passau, dessen Partneruni Western Michigan University ich 2011 für ein Auslandssemester besuchte. Dort lernte ich einen Studenten der Biochemie kennen, verliebte mich und kehrte wieder und wieder dorthin zurück. Schließlich ergab sich eine Möglichkeit, wie mein Freund nach Deutschland zum Studieren kommen konnte: durch ein Auslandsjahr und später ein Masterstudium an der Universität Tübingen.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117762</guid><pubDate>Thu, 05 Jun 2025 07:40:00 +0200</pubDate><title>Good News – Auf eine Kultur der Zuversicht!  Besuch des ehemaligen Gipsabbaugeländes bei Ammerbuch-Entringen</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/good-news-auf-eine-kultur-der-zuversicht-besuch-des-ehemaligen-gipsabbaugelaendes-bei-ammerbuch-entringen/</link><description>Hochschule Esslingen | Universität Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alumni der Universität Tübingen sind herzlich eingeladen, an dieser besonderen Veranstaltung teilzunehmen!</strong></p><p><strong>Datum</strong>: Donnerstag, 05.06.2025<br><strong>Uhrzeit</strong>: 18:30 Uhr s.t.<br><strong>Treffpunkt</strong>: Schäferhof Lemke, Haldenweg 120 72119 Ammerbuch-Altingen, <a href="https://www.mein-bauernhof.de/verkaufstelle/hofladen-lemke-835288/" target="_blank" class="external" rel="noreferrer">hier finden Sie den Anfahrtsweg</a>.<br><strong>Anmeldung</strong>: <a href="https://www.hs-esslingen.de/studium/studienangebot/studium-generale/studium-generale-on-tour/anmeldung-studium-generale-on-tour" target="_blank" rel="noreferrer">Hier</a> anmelden</p><p>Im Sommersemester 2025 bietet die Fachhochschule Esslingen eine Studium Generale-Vorlesung an, an der auch Forschende der Universität Tübingen mitwirken: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Good News – Auf eine Kultur der Zuversicht!“ besuchen die Teilnehmenden ein neu entstandenes Naturschutzgebiet bei Ammerbuch-Entringen. Auf dem ehemaligen Gipsabbaugelände der Gips-Schüle-Stiftung ist nach sechs Jahren intensiver Pflege eine wertvolle Landschaft mit Magerwiesen und Streuobstbäumen entstanden, die heute vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dient.</p><p>Dieser besondere Ort konnte dank der Gips-Schüle-Stiftung entstehen. Sie hat das Gelände freigegeben und mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg ist das Gebiet, welches zum europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000 gehört, renaturiert worden. Was das genau bedeutet, wird uns der Geoökologe Ralf Wegerer, vom Landratsamt Tübingen erklären. Während wir durch das Biotop spazieren, stellt uns außerdem der Geowissenschaftler Dr. Hermann Rügner (Universität Tübingen) begleitende Forschungsprojekte vor. Die wichtigsten Naturschützer des sechs Hektar großen Geländes sind heute vor allem Schafe. Sie sorgen dafür, dass das Biotop nicht zu wuchert, der Schäfer Paul Lemke berichtet, was Landschaftspflege ganz konkret bedeutet und wie seine 600 Schützlingen aktiv zum Erhalt der Biodiversität des Gebietes beitragen.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-Aktuell</category><category>Alumni-Veranstaltungen</category><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119106</guid><pubDate>Wed, 28 May 2025 09:47:00 +0200</pubDate><title>Alumna Cordula Frandsen über Mut, Haltung und ihren Weg zur Corporate Influencerin</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumna-cordula-frandsen-ueber-mut-haltung-und-ihren-weg-zur-corporate-influencerin/</link><description>Cordula Frandsen studierte an der Universität Tübingen Amerikanistik. Im Interview, das im Newsletter &quot;Uni Tübingen aktuell&quot; erschien, erzählt sie, wie sie als Geisteswissenschaftlerin ihren Platz im Marketing fand.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie gehören zu den Top 100 Corporate Influencerin in Deutschland. Was zeichnet Sie aus?&nbsp;</strong><br>Ich bin sowohl Influencer-Trainerin als auch selbst Corporate Influencerin, das heißt, ich kenne beide Perspektiven sehr gut. Wer meine Beiträge auf den Sozialen Medien kennt, weiß auch, dass ich mich nicht verbiege, sondern unverblümt und authentisch kommuniziere.</p><p><strong>Was machen Sie als Corporate Influencerin?</strong><br>Ich gehe in Unternehmen oder zu Einzelpersonen und schlaue sie zu professionellen Online-Auftritten auf. Dabei unterstütze ich sie, sich organisch, also, ohne Mediabudget, auf den entsprechenden Karriereplattformen zu positionieren. Ich zeige ihnen, wie sie ihre Themen wirkungsvoll kommunizieren, wie sie sich selbst als Expert:in vermarkten und wie sie mehr Aufmerksamkeit für ihre Expertise bekommen.</p><p><strong>Was war Ihr persönlichster Post und wie kam er an?</strong><br>Vor der Bundestagswahl habe ich einen Beitrag veröffentlicht, in dem ich erzähle, dass meine Eltern als Geflüchtete nach Deutschland kamen. Mir war es wichtig, dieses Thema anzusprechen, um Vorurteile gegenüber Menschen mit Migrationsgeschichte abzubauen. Gleichzeitig wollte ich andere Menschen mit Migrationsgeschichte ermutigen, offen und selbstbewusst über ihre Wurzeln zu sprechen. Der Beitrag kam sehr gut an, er wurde häufig geliked und erhielt viel Zuspruch.</p><p><strong>Wie gelingt es Ihnen, Ihre Ideen vor „Corporate-Glättung“ zu bewahren?&nbsp;</strong><br>In meiner Agentur gibt es keine Marken-Polizei, die darüber wacht, wie ich poste und welche Themen ich aufgreife. Ich nehme meine Tonalität in meine Postings hinein und erkläre die Dinge in meinen eigenen Worten. Ich finde es wichtig, dass Menschen, die für ein Unternehmen posten, nicht dazu angehalten werden einen Freigabeprozess zu durchlaufen. Corporate Influencer:innen sollten die Möglichkeit haben, sich so auszudrücken, wie es sich für sie authentisch anfühlt.</p><p><strong>Viele Menschen finden LinkedIn eher unangenehm und viele der Beiträge zum Fremdschämen. Können Sie das nachvollziehen?&nbsp;</strong><br>Ja, absolut. Besonders unangenehm sind die Postings, in denen Autor:innen versuchen, aus jedem Fehler ein Business Learning zu machen. Wenn die Brücke zu weit geschlagen wird, wirkt das sehr konstruiert. In meinen Workshops zu „Storytelling“ versuche ich zu vermitteln, dass es darum geht echte, authentische Verbindungen herzustellen. Übrigens: Besonders Geisteswissenschaftler:innen sind gut im Storytelling! Sie wissen, wie man eine gute Geschichte aufbaut und erzählt.</p><p><strong>Wie integrieren Sie KI-Tools in Ihre Arbeit?</strong><br>Ich arbeite mit vielen verschiedenen KI-Tools. Für mich sind sie Werkzeuge, die jedoch nicht die Generierung eines kompletten Social-Media-Beitrags übernehmen sollten. Wer heutzutage einen Funken Persönlichkeit in seinen Content einbringt, der sticht positiv im KI-Einheitsbrei heraus. Lieber authentisch als perfekt.</p><p><strong>Wie sind Sie im Marketing gelandet?</strong><br>Durch die verschiedenen Erfahrungen, die ich während meines Studiums machte! Zum einen habe ich während meines Studiums beim Uni-Radio gearbeitet. Dort ging es ums Schreiben, um die Recherche und ums Erklären von ganz unterschiedlichen Sachverhalten – Fähigkeiten, die ich heute tagtäglich anwende. Zum anderen war ich als Tutorin beim „Research und Writing Center“ der Amerikanistik tätig. Dort half ich Studierenden, ihre Texte besser strukturieren und logischer zu argumentieren.</p><p><strong>Sie haben in Tübingen Amerikanistik studiert. Was war Ihr größter Aha-Moment vom Übergang von den Geisteswissenschaften in die Welt des Marketings?</strong><br>Den größten Aha-Moment hatte ich gleich zu Beginn meiner Karriere. Ich nahm als Teilnehmerin an einer Podiumsdiskussion teil, in der es darum ging, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen beim Einstieg ins Marketing zu beraten. In diesem Kontext wurde mir bewusst, dass ich in meinem Amerikanistik-Studium eine sehr wichtige Fähigkeit erlernt habe: Unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und zu verstehen, dass unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Bedürfnisse haben. All das sind Fähigkeiten, die man im Marketing sehr gut nutzen kann.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118716</guid><pubDate>Thu, 08 May 2025 07:00:00 +0200</pubDate><title>Damit die Stimmen der Opfer von Krieg und Gewalt nicht vergessen werden</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/damit-die-stimmen-der-opfer-von-krieg-und-gewalt-nicht-vergessen-werden/</link><description>Am 8. Mai 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 80. Mal. UT Alumna Dorothea Heiser, Germanistin, blickt auf die Stationen ihres bewegten Lebens zurück und erzählt, wie es dazu kam, dass sie zur Wegbereiterin einer außergewöhnlichen Gedichtanthologie wurde.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify"><br><strong>„Wie lebt man in Dachau?“&nbsp;</strong></p><p class="align-justify">Diese Frage stellte mir ein belgischer Überlebender des Konzentrationslagers Dachau, als er viele Jahre später als Besucher an die <strong>KZ-Gedenkstätte Dachau</strong> zurückkehrte. Was hätte ich darauf erwidern können? Geboren wurde ich in Berlin, mitten im Zweiten Weltkrieg. Mein Vater starb vier Monate nach meiner Geburt in Ägypten, ohne, dass ich ihn kennenlernen konnte. Meine Mutter und ich verließen 1945 Berlin, um bei ihren Eltern, meinen Großeltern, in Göppingen zu leben. Hier, in Göppingen, besuchte ich die Grundschule und das Gymnasium.&nbsp;</p><p class="align-justify">Mit 16 Jahren erfüllte sich mein größter Wunsch: Ich wurde ausgewählt, für drei Monate als Austauschschülerin in <strong>Leeds, Yorkshire</strong>, in England zur Schule zu gehen. Ich war eine von 40 Schülerinnen und Schülern aus ganz Deutschland. Diese Zeit prägte mich ein Leben lang. Ich lebte bei einer englischen Familie in einem Vorort von Leeds. Ein bedeutender Anteil der Bevölkerung dieses Vororts war jüdisch. Als einzige deutsche Austauschschülerin an der Roundhay High School – ohne Schuluniform – musste ich täglich Fragen bezüglich meiner Nationalität und meiner Haltung und der meiner Eltern zum Nationalsozialismus beantworten. Zum ersten Mal fühlte ich, dass ich Deutsche war und damit auch eine besondere <strong>Verantwortung </strong>hatte. Ich versuchte, alle Fragen so gut wie möglich zu beantworten und entdeckte zu meiner großen Überraschung, dass ich überall herzlich aufgenommen wurde. Zum ersten Mal war ich auch bei jüdischen Familien eingeladen, von denen einige aus Deutschland geflohen waren. Hier erlebte ich, wie wichtig es ist, zu zeigen, dass es ein anderes Deutschland gibt.</p><p class="align-justify">Nach meiner Rückkehr aus England und dem Abitur in Göppingen begann ich mein <strong>Studium </strong>der Anglistik und Germanistik an der Universität Tübingen. Dort hörte ich Vorlesungen im Rahmen des Studium Generale bei <strong>Professor Walter Jens</strong>, die mich sehr beeindruckten. Bei Professor Roeder nahm ich an einem englischsprachigen Seminar teil und erhielt durch ihn ein Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung, um an der Universität in Leeds, England, einer Partneruniversität von Tübingen, mein Studium fortzusetzen.&nbsp;</p><p class="align-justify">Es war für mich ein unvergessliches Erlebnis, an denselben Ort zurückzukehren, an dem ich schon zur Schule gegangen war, zum ersten Mal in einem typisch britischen Studierendenwohnheim zu wohnen und das englische Studierendenleben intensiv kennenzulernen. Ich hatte zudem das große Glück, Prof. Douglas Jefferson, Experte für Henry James an der Universität Leeds, Deutschunterricht geben zu dürfen und von ihm viel über englische Literatur zu erfahren. All das beeindruckte mich so sehr, dass ich am liebsten für immer in England geblieben wäre. Trotz allem kehrte ich nach Deutschland zurück und schloss 1967 mein <strong>Magisterstudium </strong>an der Universität Freiburg ab. Ich volontierte in der Hörspielabteilung des SWR in Baden-Baden, arbeitete im Stuttgarter Klett-Verlag, bevor ich schließlich am Paracelsus-Gymnasium in Stuttgart Deutsch und Englisch unterrichtete. Im selben Jahr heiratete ich und zog mit meinem Mann ins Allgäu, wo unsere beiden Söhne geboren wurden. 1975 eröffnete mein Mann in <strong>Dachau </strong>seine Praxis als Psychiater, wo auch unsere Tochter geboren wurde. Bis dahin kannte ich Dachau nur als Namen im Zusammenhang mit dem Konzentrationslager – umso mehr überraschten mich der historische Altstadtkern und die Geschichte der Stadt, die sogar älter ist als die Münchens.&nbsp;</p><p class="align-justify">Der Bruder meiner Großmutter war als Sozialist in der <strong>Nazizeit </strong>verfolgt und ins KZ Dachau gebracht worden. Als wir dort lebten, bat mich sein Sohn, herauszufinden, wann sein Vater im KZ Dachau inhaftiert war. Nicht nur deshalb besuchte ich die Gedenkstätte öfter. Auch der Friedhof auf dem Leitenberg in Dachau, wo tausende Tote des Konzentrationslagers ohne Namen und persönliche Daten in Massengräbern beerdigt worden waren, berührten mich zutiefst. Eines Tages entdeckte ich dort ein kleines Schild an der halbverfallenen Mauer, auf dem zu lesen war: <strong>A mon père!</strong> Für mich war dies Anlass und Verpflichtung zugleich, den Überlebenden und ihren Angehörigen zu begegnen, wenn sie jedes Jahr am 29. April zur Gedenkfeier der Befreiung nach Dachau kamen. Bei diesen Begegnungen ergaben sich viele bewegende Gespräche. Überlebende aus Südfrankreich kamen in unser Haus, einige von ihnen luden uns später zu sich nach Südfrankreich ein. Aus diesen Begegnungen gingen auf Initiative Überlebender zwei Schulpartnerschaften und eine Gemeindepartnerschaft hervor.</p><p class="align-justify">1984 ergab sich eine Begegnung, die mich tief ergriff und mein weiteres Wirken maßgeblich beeinflusste: Der italienische Überlebende Mirco G. Camia überreichte mir seine <strong>Gedichte</strong>, die er nach der Befreiung über seine Zeit in Dachau verfasst hatte – darunter auch das einzige Gedicht des 16-jährigen <strong>Nevio Vitelli</strong> mit dem Titel „Mein Schatten in Dachau<i>“. </i>Nevio Vitello war mit ihm gemeinsam inhaftiert gewesen, starb jedoch drei Tage nach seiner Befreiung an den Folgen der Lagerhaft. Mirco G. Camia bat mich, dafür zu sorgen, dass diese Gedichte nicht vergessen werden würden. Diese Begegnung führte mich dazu, weitere Gedichte zusammenzutragen, die im Konzentrationslager entstanden. 1993 wurden diese vom Comité International de Dachau in der Anthologie <i><strong>Mein Schatten in Dachau – Gedichte und Biographien der Überlebenden und der Tote des Konzentrationslagers</strong></i> veröffentlicht.&nbsp;</p><p class="align-justify">Durch persönliche Kontakte zu Überlebenden war es mir zudem möglich, in vielen Fällen auf die konkreten Entstehungsbedingungen der Texte einzugehen. Diese Gedichte, in einer Extremsituation des Lebens entstanden, spiegeln vieles von dem wider, was Karl Röder, der zehn Jahre seines Lebens in den Konzentrationslagern Flossenbürg und Dachau verbrachte, in folgende Worte fasste: „Die Gedanken und Empfindungen schrien danach, niedergeschrieben zu werden… Im Lager gewann ich eine bedeutende Erfahrung: Keine Macht der Welt kann den Menschen als geistiges Wesen vernichten…“</p><p class="align-justify">Was haben sie gefühlt, was haben sie gedacht, die 200.000 Menschen verschiedenster Nationen, die das Schicksal zwischen 1933 und 1945 durch das Konzentrationslager Dachau geführt hatte? Zahlen und Fakten allein geben darauf keine Antworten. Erst wenn wir dem Einzelnen begegnen und Spuren seiner Gedanken und seines Seins entdecken, beginnen wir zu verstehen, dass auch Gedichte solche Spuren sind, die zu Begegnungen werden können. „Im Leid ist das Lied der Poesie wie ein Gesang, der befreit und bis zum Grund der Wahrheit vordringt…“, diese Charakterisierung der Gedichte, stammt von dem französischen Journalisten und Überlebenden des Konzentrationslagers Dachau Fabien Lacombe.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118734</guid><pubDate>Tue, 15 Apr 2025 11:09:00 +0200</pubDate><title>Rückblick: Kunsthistorische Alumni-Führung durch die Neue Aula Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/rueckblick-kunsthistorische-alumni-fuehrung-durch-die-neue-aula-tuebingen/</link><description>Am 21. März 2025 lud das Alumni-Team zu einer besonderen Entdeckungsreise in die Vergangenheit der Universität Tübingen ein: Unter strahlend blauem Himmel fanden sich 32 Alumni auf dem Geschwister-Scholl-Platz ein, um gemeinsam mit dem erfahrenen Kunsthistoriker und Sammlungskoordinator Dr. Edgar Bierende den kunsthistorischen Spuren der königlichen Landesuniversität Württemberg zu folgen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die rund einstündige Führung gewährte seltene Einblicke in die architektonische und kunsthistorische Pracht der Neuen Aula – einem Gebäude, das wie kein anderes den Bildungsanspruch des 19. Jahrhunderts verkörpert. Dr. Edgar Bierende nahm die Teilnehmenden mit auf eine kenntnisreiche Reise durch verschiedene Stationen: Beginnend mit einem Blick auf die<strong> klassizistische Fassade</strong> und die architektonische Anlage des von Hofbaumeister Gottlob Georg Barth entworfenen Baus, ging es weiter ins Foyer, wo die eindrucksvollen <strong>Marmorbüsten von König Wilhelm I.</strong> (1861) und Herzog Eberhard im Bart (1862) erläutert wurden. Dabei wurde nicht nur auf deren künstlerische Qualität, sondern auch auf deren symbolische Inszenierung und ursprüngliche Platzierung eingegangen. In der Wandelhalle im ersten Stock betrachtete die Gruppe eine<strong> Replik der Venus von Medici</strong> – verbunden mit kunsthistorischen Ausführungen zur Rezeption antiker Vorbilder und ihrer Stellung im universitären Kontext.</p><p>Ein besonderes Highlight stellte der Zutritt zum normalerweise verschlossenen <strong>Repräsentationszimmer der Rektorin</strong> dar. Hier erfuhren die Gäste mehr über das historische Mobiliar aus dem ehemaligen württembergischen Krongut, das im 19. Jahrhundert von der Universität angekauft wurde.&nbsp;</p><p>Den Abschluss bildete ein gemeinsamer <strong>Empfang im Kleinen Senat</strong>, wo die <strong>restaurierten Thronsessel des württembergischen Königspaars</strong> aus der Mitte des 19. Jahrhunderts bestaunt werden konnten, die noch heute eindrucksvoll an das monarchische Erbe der Universität erinnern. Bei Getränken, Fingerfood und inspirierenden Gesprächen klang der Abend in angenehmer Atmosphäre aus.</p><p>Die Veranstaltung stieß auf große Begeisterung und war bereits kurz nach Öffnung der Anmeldung ausgebucht – ein klarer Beleg für das lebendige Interesse unserer Alumni an der Geschichte ihrer Alma Mater. Ein herzliches Dankeschön an Dr. Edgar Bierende für seine fachkundige und fesselnde Führung sowie an alle Teilnehmenden für die positive Resonanz!</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117402</guid><pubDate>Fri, 28 Mar 2025 10:07:16 +0100</pubDate><title>Made in Tübingen: Literatur unserer Ehemaligen</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/made-in-tuebingen-literatur-unserer-ehemaligen/</link><description>Wie gut kennen Sie unsere Ehemaligen und ihre literarischen Werke?</description><content:encoded><![CDATA[<div><p>Im April 2025 präsentierte die Universitätsbibliothek die Ausstellung “Made in Tübinger: Literatur unserer Ehemaligen”, in der Werke von Menschen gezeigt wurden, die wie Sie einst in der UB auf Klausuren lernten, Hausarbeiten schrieben, recherchierten, in der Mensa zu Mittag aßen, auf der Neckarmauer saßen oder durch die Altstadt schlenderten – und dabei Gedichte, Kurzgeschichten, Romane und Theaterstücke verfassten.</p><p>Die Ausstellung bot einen eindrucksvollen Einblick in das kreative und produktive Schaffen ehemaliger Tübinger Studierender und Forschender. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Universitätsbibliothek in Zusammenarbeit mit dem Alumni-Team der Universität Tübingen.</p><p>Unser herzlicher Dank gilt allen Besucherinnen und Besuchern, die die Ausstellung mit Interesse begleitet haben, Srishti Chaudhari und den Studierenden, die bereit waren, sich für unseren Kurzclip filmen zu lassen.</p></div>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category><category>Alumni-Veranstaltungen</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-115989</guid><pubDate>Fri, 21 Mar 2025 16:00:00 +0100</pubDate><title>Auf den Spuren der königlichen Landesuniversität Württemberg: Eine kunsthistorische Führung durch die Neue Aula</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/auf-den-spuren-der-koeniglichen-landesuniversitaet-wuerttemberg-eine-kunsthistorische-fuehrung-durch-die-neue-aula/</link><description>Alumni-Büro | In Präsenz</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Datum</strong>: 21.03.2025<br><strong>Uhrzeit</strong>: 16.30 Uhr<br><strong>Veranstaltungsort</strong>: Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz, 72074 Tübingen<br><strong>Anmeldung</strong>: <a href="https://KunsthistorischeFuehrungNeueAula.eventbrite.de" target="_blank" rel="noreferrer">https://KunsthistorischeFuehrungNeueAula.eventbrite.de</a></p><p><strong>Beschreibung</strong>:<br>Begeben Sie sich mit uns auf eine Reise in die Vergangenheit und erkunden Sie gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Dr. Edgar Bierende noch heute erkennbare Spuren der königlichen Landesuniversität Württemberg. Die Neue Aula in der Wilhelmstraße, eingeweiht im Jahre 1845, beherbergt eine Vielzahl (kunst-)historischer Artefakte. Einigen begegnet man in den öffentlich zugänglichen Bereichen ohne ihre Bedeutung und Geschichte zu kennen. Andere verbergen sich hinter verschlossenen Türen und können nur zu speziellen Anlässen bestaunt werden. Unsere Führung ist eine dieser seltenen Gelegenheiten, exklusive Einblicke und historisches Wissen über die heimlichen Schätze der Neuen Aula zu erlangen. Nach der ca. einstündigen Führung empfangen wir Sie zu einem gemeinsamen Ausklang mit Getränken und Fingerfood im Kleinen Senat.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-117141</guid><pubDate>Thu, 20 Mar 2025 11:37:38 +0100</pubDate><title>Happy Nowruz From Alum Nima Nezafati</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/happy-nowruz-from-alum-nima-nezafati/</link><description>Prof. Dr.  Nima Nezafati shares a message on what this celebration means and how we can embrace renewal. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Perhaps Nowruz can be seen as a joyful reminder that, as part of nature itself, we too are granted the chance to renew and prosper with the arrival of spring - the dawn of a new year. And perhaps, by reflecting on our thoughts and actions, we may embrace this renewal more fully.</p><p>For Nowruz, we traditionally prepare a special table called Haft-Seen, which literally means "a table set with seven items beginning with the letter ‘S’" (in Persian). These items, naturally available at the end of winter and the beginning of spring, include:</p><ul><li>Sprouted grains or beans grown on a dish (symbolizing rebirth and growth),</li><li>Wheat germ sweet pudding (Samanu)</li><li>Oleaster (Senjed), Vinegar (Serkeh), Apple (Seeb), Garlic (Seer), Sumac (Somaq).</li><li>Decorated or colored eggs</li><li>Additionally, the table is often decorated with flowers (especially hyacinths), coins, a clock, a mirror, and a (holy) book.</li></ul>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-116793</guid><pubDate>Wed, 12 Mar 2025 11:26:41 +0100</pubDate><title> Per Kulturdenkmal durch die Vergangenheit </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/per-kulturdenkmal-durch-die-vergangenheit/</link><description>Interview mit Alumnus Dr. Jörg Widmaier vom Landesamt für Denkmalpflege </description><content:encoded><![CDATA[<div class="ut-text-media ut-grid ut-grid--deck ut-grid--75 ut-text-media--in-text-left "><div class="ut-text-media__text ut-grid__col-1"><div class="column-count-0 rte-icons"><p><strong>Herr Dr. Widmaier, was haben Sie an der Universität Tübingen studiert?</strong></p><p>Kunstgeschichte, Geschichtswissenschaft und Archäologie. Im Anschluss an mein Studium habe ich am Graduiertenkolleg „Religiöses Wissen“ promoviert. Für meine Dissertation untersuchte ich, welche Botschaften die Bilder und Inschriften auf Taufbecken des 12. und 13. Jahrhunderts vermitteln.</p><p><strong>Gibt es etwas aus Ihrer Studienzeit, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?</strong></p><p>Der Geruch der Burse! Als ich das erste Mal die Burse betrat, bemerkte ich gleich diesen besonderen Geruch. Damals fand ich: Irgendwie muffig, der Geruch alter Teppiche gemischt mit dem jahrzehntealter Bücher. Als ich Jahre später an die Burse zurückkehrte, habe ich diesen Geruch sofort wieder wahrgenommen. Allerdings hatten sich meine Assoziationen verändert: Es roch nicht mehr muffig, vielmehr erinnerte mich der Geruch an interessante Gespräche, spannende Lehrveranstaltungen und lange Abende, an denen ich meine Referate vorbereitete.</p><p><strong>Was machen Sie heute?&nbsp;</strong></p><p>Ich bin im Landesamt für Denkmalpflege, der Fachbehörde für Denkmalpflege in Baden-Württemberg, tätig. Das Amt ist für das gesamte Bundesland zuständig und organisatorisch dem Regierungspräsidium Stuttgart angegliedert. Hier leite ich das Fachgebiet „Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmalpflege“.</p><p><strong>Was beinhaltet Ihre Arbeit?&nbsp;</strong></p><p>Mein Team und ich führen sogenannte „Denkmalverzeichnisse“. Diese Verzeichnisse erfassen alle schutzwürdigen Kulturdenkmale in Baden-Württemberg.</p><p><strong>Was fällt in die Kategorie „Kulturdenkmal“?</strong></p><p>Ein Kulturdenkmal ist ein authentisch überliefertes Zeugnis der Geschichte. Das kann ein Bauwerk sein, ein Denkmal, ein Wegkreuz oder auch ein Brunnen.</p></div></div></div>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-113559</guid><pubDate>Thu, 28 Nov 2024 17:24:00 +0100</pubDate><title>Adventsrätsel: Literarische Größen aus Tübingen!</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/adventsraetsel-literarische-groessen-aus-tuebingen/</link><description>Hinter jedem zweiten Türchen unseres Adventskalenders versteckt sich ein spannendes Rätsel über eine:n erfolgreiche:n Autor:in mit Wurzeln an der Universität Tübingen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Welches Werk oder welches Zitat machte diese Person berühmt? Welcher Schreibtstil zeichnet(e) sie aus? Welcher literarische Preis krönte ihre Karriere?<br>Lassen Sie sich an einem Tag von einem literarischen Rätsel herausfordern und erfahren Sie am darauffolgenden Tag die Auflösung. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Literatur und lernen Sie beeindruckende Persönlichkeiten kennen, die in Tübingen ihre Spuren hinterlassen haben.&nbsp;</p><p>Klicken Sie auf den Adventskalender oder <a href="https://tuerchen.app/BJP6sYgFgPrQjfPo" target="_blank" rel="noreferrer">hier</a>, um loszurätseln!&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-112053</guid><pubDate>Mon, 28 Oct 2024 13:16:09 +0100</pubDate><title>Tübingen Reloaded: Einblicke mit Philosoph Dr. Dahan Fan</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/tuebingen-reloaded-einblicke-mit-philosoph-dr-dahan-fan/</link><description>In dieser Interviewreihe teilen Forschenden-Alumni Einblicke in ihre Forschung und ihren Aufenthalt an der Universität Tübingen. Ermöglicht wurde ihnen die Rückkehr durch ein Tübingen Reloaded-Stipendium. </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>1. Philosoph zu sein ist spannend,</strong><br>… weil das ein Beruf ist, mit dem man nach Weisheit und Freiheit strebt.<br><br><strong>2. In meinem Forschungsprojekt an der Universität Tübingen untersuchte ich</strong><br>… die Beziehung zwischen Zongsan Mou und Immanuel Kant.<br><br><strong>3. Die Zusammenarbeit mit anderen Forschenden hilft mir,</strong><br>… Teil der akademischen Gemeinschaft zu sein und nicht in Isolation zu geraten.<br><br><strong>4. Eine der größten Herausforderungen in meiner Forschung ist es,</strong><br>… die verschiedenen Sachen, die von mir erledigt wurden, in ein Ganzes, Sinnvolles zu synthetisieren.<br><br><strong>5. Wenn ich der ganzen Welt einen philosophischen Begriff erklären könnte,</strong><br>… wäre es der der Freiheit.<br><br><strong>6. Als Philosoph finde ich Inspiration oft</strong><br>… in Spaziergängen und Diskussionen.<br><br><strong>7. Wenn ich kein Philosoph wäre,</strong><br>… wäre ich wahrscheinlich ein Mönch.<br><br><strong>8. Wenn ich nicht in der Bibliothek bin,</strong><br>… gehe ich gerne zu der großen hohen Wiese in der Nähe der Universitätsbibliothek.<br><br><strong>9. Dieser Aspekt der deutschen Kultur fasziniert mich:</strong><br>Man bleibt Freunden treu und ist in der Handlung konsistent.<br><br><strong>10. Was ich an Tübingen am liebsten mag</strong><br>… ist die Sonne, der Fluss, die Bursa und die wunderschönen Bücher in der Bursa.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-111729</guid><pubDate>Thu, 17 Oct 2024 13:00:00 +0200</pubDate><title>Mit Weitblick und Humor gegen die Angst: Autor Thorsten Glotzmann im Gespräch </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/mit-weitblick-und-humor-gegen-die-angst-autor-thorsten-glotzmann-im-gespraech/</link><description>Anti-Angst-Strategien findet der Alumnus unter anderem in seinem Studienfach: der Philosophie </description><content:encoded><![CDATA[<div class="ut-text-media__text ut-grid__col-1"><div class="column-count-0 rte-icons"><p><i>In seinem erzählenden Sachbuch </i>Herr G. hat Angst<i> befasst sich Alumnus Thorsten Glotzmann mit dem großen Thema Angst: Wie sie uns lähmt und was wir tun können, um sie zu besänftigen.</i></p><p><strong>Herr Glotzmann, was hat Sie dazu bewegt, dieses Buch zu schreiben?</strong></p><p>Die Angst selbst hat mich dazu bewegt. Sie hat mein Leben so sehr bestimmt, dass ich keine andere Wahl hatte, als mich mit ihr zu beschäftigen. Das Schreiben des Buchs war auch deshalb hilfreich, weil ich die Angst dadurch auf Distanz bringen und neugierig erforschen konnte. Diese Verschiebung der Perspektive scheint mir wichtig, denn oft heißt es ja, eine Person sei „von einer Angststörung betroffen“. Das suggeriert, sie sei der Angst hilflos ausgeliefert. Dabei sind angstgeplagte Menschen sehr wohl handlungsfähig. Es gibt Methoden, die Angst zu besänftigen. Genau darum geht es in „Herr G. hat Angst“.</p><p><strong>Welche Rolle hat Ihr Studium in Tübingen beim Schreiben Ihres Buches gespielt?</strong></p><p>Ich habe in Tübingen Philosophie, Germanistik und Französisch studiert – alle drei Disziplinen spielten eine wichtige Rolle beim Schreiben des Buches, vor allem aber die Philosophie. Ich versuche mich z.B. an den angstbefreienden Übungen der Stoiker, die dabei helfen sollen, mit Ungewissheit umzugehen, sich mental auf Katastrophen vorzubereiten und gelassener zu werden. Auch von Kierkegaard und Schopenhauer habe ich viel über die Angst gelernt. Ihre Gedanken sind sehr wichtig für die Heldenreise des Herrn G. Und sie sind mehr als nur Theorie: Interessant wird es, wenn man sie mit dem konkreten Alltag verknüpft – mit der Frage, wie wir unser Leben besser leben können.&nbsp;</p><p><strong>Gibt es einen besonderen Ort in Tübingen, an dem Sie während Ihres Studiums Kraft getankt haben?&nbsp;</strong></p><p>Neben Burse, Brechtbau und Bars, in denen ich großartige Freundschaften geschlossen habe, die mich bis heute tragen, fällt mir der Kraftraum am Sportwissenschaftlichen Institut ein. Dort habe ich im wahrsten Sinn des Wortes Kraft getankt. Das Pumpen war der perfekte Ausgleich zum vergeistigten Studium. Überhaupt ist Sport bis heute eine der wichtigsten Ressourcen für mich, um aus Angstspiralen herauszufinden.</p><p><strong>In Ihrem Werk beleuchten Sie die biologischen und neurologischen Grundlagen der Angst. Was hat Sie bei Ihrer Recherche am meisten überrascht?</strong></p><p>Ich bin kein Experte für Neurobiologie, fand es aber sehr spannend, die Bücher von Forscherinnen und Forschern aus diesem Bereich zu lesen. Sie haben mir dabei geholfen, zu verstehen, wie sich die Angst im Körper zeigt, vor allem im Gehirn. Wie in Panikmomenten Stresshormone ausgeschüttet werden, um den Körper auf die Flucht oder den Kampf vorzubereiten. Wie in der Angst ausgerechnet jene Teile des Gehirns „abgeschaltet“ werden, die aktiv sind, wenn wir langfristig planen oder rational abwägen. Ich vereinfache etwas, aber es hat mich überrascht, wie sich unsere kognitiven Fähigkeiten in Angstsituationen vermindern, wie schwer es uns dann fällt, klar zu denken und gute Entscheidungen zu treffen.</p><p><strong>Wie stark beeinflussen globale Krisen wie der Krieg in der Ukraine oder der Klimawandel die Ängste der Menschen?</strong></p><p>Sie erzeugen ein Gefühl der Verunsicherung und des Kontrollverlusts – der ideale Nährboden für Ängste, die von Populistinnen und Populisten wie auch von Extremistinnen und Extremisten zusätzlich befeuert und instrumentalisiert werden. Die Angstmache führt dazu, dass Menschen in gefährliche Freund-Feind-Denkmuster verfallen und die Fähigkeit zu komplexem Denken verlieren. Umso wichtiger ist es, dass wir uns unseren Ängsten stellen, dass wir über sie sprechen und uns immer wieder bewusst machen, wie es uns gerade geht und dass wir in der Angst auch miteinander verbunden sind. Denn wir alle tragen einen „inneren Kritiker“, eine innere Stimme der Angst mit uns herum, die uns das Leben schwer macht.</p><p><strong>Wie Sie ist Herr G. stark von der südwestdeutschen Gesellschaft der 1990er geprägt. Was hat diese mit Angst und Wettbewerb zu tun? &nbsp;</strong></p><p>Ich bin in den 1990er-Jahren in der Nähe von Tübingen aufgewachsen und habe als behütetes Kind einer Mittelschichtsfamilie viele Privilegien genossen. Ich war sozial eingebettet, geliebt und frei von vielen Sorgen, die andere belasten. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass in der Schule oder beim Sport ein übertriebener Leistungsdruck vorherrschte, dass man immerzu gefordert war, sich im Wettbewerb zu behaupten. Verbunden mit der Drohung, bei ausbleibender Leistung durchzufallen und den Anschluss zu verlieren. Dadurch gedeihen Versagensängste, die einen das ganze Leben lang begleiten.</p><p><strong>Wenn Herr G. einen tierischen Gefährten hätte, welcher wäre es und warum?&nbsp;</strong></p><p>Einen Elefanten! Ich liebe Elefanten. Das sind nach allem, was ich über sie weiß, großartige Tiere: emotional intelligent, mitfühlend, sozial und treu. Ich würde mir deshalb wünschen, dass Herr G. einen Elefanten zum Freund hätte. Denn wer Mitgefühl, Großzügigkeit und Wärme in sich nährt, löst Angst auf.</p><p><strong>Am 12. Dezember kehren Sie an die Universität Tübingen zurück, um im Rahmen der alljährlichen Alumni-Lesung eine Lesung im Café Haag zu halten. Was erwartet das Publikum bei dieser Veranstaltung?</strong></p><p>Das wird ein toller, angstbesänftigender Abend. Das Publikum wird erfahren, wie die Angst durch Herrn G.’s Leben wütet und wie er lernt, immer besser mit ihr umzugehen. Ich werde aus meinem Buch lesen, dazu Jazz-Gitarre spielen und singen. Denn auch das ist eine wirksame Strategie der Angstbesänftigung: Musik! Habe ich Lampenfieber? Immer. Aber ich kenne ja jetzt ein paar Mittel gegen Versagensängste.&nbsp;</p><p class="align-right">Das Interview führte Rebecca Hahn&nbsp;</p></div></div>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-110466</guid><pubDate>Mon, 16 Sep 2024 10:35:13 +0200</pubDate><title>Tübingen Reloaded: Insights with Archaeologist Dr. Paola Sconzo</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/tuebingen-reloaded-insights-with-archaeologist-dr-paola-sconzo/</link><description>In this series, we invite research alumni, who returned to the University of Tübingen on a Tübingen Reloaded grant, to share their insights and reflections by completing 10 sentences. Join us and discover what fuels their curiosity and gain impressions of their stay.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Discover how archaeologist Dr. Paola Sconzo, invited back to the University of Tübingen by Dr. Silvia Rita Amicone (Institute for Pre- and Protohistory and Medieval Archaeology) reflects on her field of research and her stay. Dr. Paola Sconzo is Assistant Professor of Near Eastern, Phoenician and Punic Archaeology at the University of Palermo. </strong></p>]]></content:encoded><category>Alumni-Aktuell</category><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-109785</guid><pubDate>Wed, 14 Aug 2024 16:11:00 +0200</pubDate><title>Wenn Erholung zum Alptraum wird: Kinderverschickungen zwischen 1950 und 1990 </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/wenn-erholung-zum-alptraum-wird-kinderverschickungen-zwischen-1950-und-1990/</link><description>Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 3/2024 | Zwei Absolventinnen der Medienwissenschaft nähern sich in ihrer Masterabschlussarbeit einem dunklen Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte an. </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liebe Sophie Rücker, liebe Gina Feis, in Ihrer Arbeit beschäftigen Sie sich mit dem Thema „Kinderverschickung“. Was waren Kinderverschickungen und wann fanden sie statt?&nbsp;</strong><br> Zwischen 1950 und 1990 wurden ca. acht bis zwölf Millionen Kinder in Deutschland auf Empfehlung von ärztlichem Personal, Gesundheits- und Jugendämtern in sogenannte Verschickungsheime gebracht, wo sie eine vier- bis zwölfwöchigen Kinderkur durchliefen. Das angebliche Ziel: Kranke Kinder sollten gesund werden, gesunde Kinder sollten Urlaub machen. Doch die Realität sah vollkommen anders aus – statt sich zu erholen, wurden die Kinder teils physisch und psychisch gequält. Eine erschütternde Studie von Report Mainz (ARD) aus dem Jahr 2019 zeigt, dass insgesamt 94 Prozent der ehemaligen Kurkinder ihr Kurerlebnis als von Demütigung und Gewalt geprägt bewerten.</p><p><strong>Was genau erlebten die Kinder in Verschickungsheimen?&nbsp;</strong><br> In den Heimen herrschte eine strenge Pädagogik. Ein Beispiel aus dem Speisesaal: Eines der Kurziele war die Gewichtszunahme, und so mussten die Kinder in der Regel ihre Teller vollständig aufessen. Konnten sie das nicht, wurden oft Strafen eingesetzt, um das Kind zum Weiteressen anzutreiben.&nbsp;</p><p>Viele ehemalige Verschickungskinder litten in den Wochen in Kur unter starkem Heimweh und Verlustängsten. Betroffene berichten von Erfahrungen, die von demütigenden Strafen, körperlicher Gewalt bis hin zu sexuellen Übergriffen, Sedierungen und der Teilnahme an illegalen Medikamententests reichen.&nbsp;</p><p><strong>Inwiefern prägt das Erlebte die ehemaligen Verschickungskinder noch heute?&nbsp;</strong><br> Im Rahmen unserer Masterarbeit haben wir mit zahlreichen Verschickungskindern gesprochen. Die Mehrzahl gab an, dass der Kuraufenthalt sie sehr prägte, viele wurden durch die Aufenthalte in den Heimen stark traumatisiert. Das zeigte sich auch später, beispielsweise in Form von Bindungs- und Verlustängsten oder auch in Zwangsstörungen. Auch auf die körperliche Gesundheit haben die negativen Erlebnisse nachweislich Einfluss: Viele Verschickungskinder geben an, heute unter chronischen Erkrankungen und Stress zu leiden.</p><p><strong>Es wurden zwischen acht und zwölf Millionen Kinder verschickt. Das bedeutet, dass viele aus der heutigen Generation ehemalige Verschickungskinder kennen könnten. Inwiefern sollten wir als Gesellschaft mehr über die Geschichte der Kinderverschickung wissen?&nbsp;</strong><br> Auch wir haben während unserer Recherche festgestellt, dass es in unseren Familien Betroffene gibt – die jedoch bis zu diesem Zeitpunkt nie über ihre Erlebnisse gesprochen hatten. Von anderen Betroffenen hörten wir, dass sie sich erst nach der ersten öffentlichen Reportage von Report Mainz im Jahr 2019 ihrer Erlebnisse bewusstwurden und dabei feststellten: „Ich bin nicht allein.“ Die Kinderverschickung als zentrales und prägendes Thema der Nachkriegsgeschichte ist lange Zeit von der Gesellschaft vernachlässigt worden. Sie sollte zeitnah erforscht werden, um die langfristigen sozialen Folgen zu verstehen.&nbsp;</p><p><strong>Sie haben eine Scrollytelling*-Seite erstellt, um die komplexen und emotionalen Geschichten der ehemaligen Verschickungskinder aufzuarbeiten. Was war Ihnen bei der Erstellung der Seite wichtig?</strong><br> Uns war wichtig, die Thematik umfassend darzustellen und aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Eine Besonderheit unserer Webseite ist ihre Multimedialität, sie vereint Text- und Bildmaterial mit Video- und Audiosequenzen. Es kommen sowohl Betroffene von Kinderverschickung zu Wort als auch Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen. So war es uns möglich, Information mit Emotion zu verknüpfen und das Erlebte für die Lesenden spürbar zu machen. Die Webseite soll für Menschen interessant sein, die noch nie von der Thematik gehört haben, aber auch Betroffene auf ihrem Weg der Aufarbeitung unterstützen.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106383</guid><pubDate>Tue, 30 Apr 2024 09:50:57 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight Interview: Sei da, wenn du gebraucht wirst!</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-interview-sei-da-wenn-du-gebraucht-wirst/</link><description>Axel Wehrle, zuletzt Director Customer Service bei Virgin Media O2 in London, studierte Zeitgenössische Geschichte und Rhetorik an der Universität Tübingen (Class of 1999). Ein Gespräch über toughe Entscheidungen, Künstliche Intelligenz und ihre Auswirkungen sowie Erkenntnisse für ein Leben nach eigenem Maßstab. </description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-106344</guid><pubDate>Mon, 29 Apr 2024 15:19:14 +0200</pubDate><title>UT ALUMNI Karrierekompass: Machen Sie mit!</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/ut-alumni-karrierekompass-machen-sie-mit/</link><description>Alumni Karrierekompass | Ehemalige der Universität Tübingen unterstützen Graduierte ihrer Alma Mater darin, ihre berufliche Karriere voranzubringen.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was ist der UT ALUMNI Karrierekompass?</strong><br>Der ALUMNI Karrierekompass ist ein Vernetzungsprogramm, das Graduierten und berufstätigen Alumni die Möglichkeit bietet, sich zu vernetzen und berufliche Erfahrungen auszutauschen.<br><br><strong>Wie funktioniert der Alumni Karrierekompass?</strong><br><br><strong>Graduierte</strong>, die Kontakt zu berufstätigen Ehemaligen aufnehmen möchten, die in einem für sie interessanten Bereich tätig sind, füllen den <a href="https://forms.office.com/Pages/ResponsePage.aspx?id=M1hH4ejb4EqJTs0PVhyY9D1G1M6VjIRPqjnAaldLArxUNU1MNlVSSjBSU0U2REU5WElTQ01CV0FJMi4u" target="_blank" rel="noreferrer">Online-Steckbrief</a> aus. Dieser wird anschließend gezielt an Alumni in unserem Karriereberater-Pool geschickt und in der LinkedIn-Gruppe&nbsp;<a href="https://www.linkedin.com/groups/14158722/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">University of Tübingen Alumni </a>veröffentlicht wird. Ziel ist es, über die Alumni-Gruppe passende berufstätige Alumni zu erreichen.<br><br><strong>Berufstätige Alumni,</strong> die bereit sind, ihre beruflichen Erfahrungen zu teilen, können die Graduierten, die auf der Suche nach Austausch sind, direkt kontaktieren. Sie können unterstützen, indem sie z.B. 20-30 Minuten Austausch auf einer Online-Plattform anbieten, Stellenangebote weiterleiten oder zu Karrieremessen einladen.<br><br>Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cnwopkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">alumni<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105396</guid><pubDate>Fri, 05 Apr 2024 11:55:56 +0200</pubDate><title>In Conversation with Research Alum Rev. Dr. Michael Phiri </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/in-conversation-with-research-alum-rev-dr-michael-phiri/</link><description>In this interview, Rev. Dr. Michael Phiri talks about his work on Dietrich Bonhoeffer and his time in Tübingen. </description><content:encoded><![CDATA[<p>In our interview series "In Conversation with Research Alumni," we talk to researchers who previously conducted research at the University of Tübingen and are now based in other countries. Our aim is to learn more about their current projects and gain insights into their future plans.</p><p><strong>Dear Rev. Dr. Michael Phiri, where are you currently based?</strong><br> I am based in the Blantyre district, Malawi. Blantyre is in the Southern region of Malawi.</p><p><strong>What do you work on?</strong><br> I am currently focussing on two interrelated areas: First, I am engaging with Dietrich Bonhoeffer’s theology within the theological and socio-political context of Malawi. Secondly, I am conducting research on the broader field of theology and development, where I explore the impact of theology on ecology, gender, and socio-political development.</p><p><strong>What is the most exciting aspect of your research?</strong><br> The most exciting aspect of my research is the opportunity to apply Dietrich Bonhoeffer’s insights to the context of Malawi. In so doing, I introduce new perspectives and conceptual frameworks into the theological discourse within Malawi. Despite the geographical and spatial distances between Bonhoeffer’s Germany and 21st century Malawi, Bonhoeffer’s theology can inform Christian spirituality and theology in present-day Malawi.</p><p><strong>Please share a memorable experience from your time as a researcher abroad.</strong><br> One of the most memorable experiences during my time as a researcher abroad was at Adolf Schlatterhaus in Tübingen, where I first learnt German. This helped me to study Bonhoeffer’s writings in their original language and thus delve deep into Dietrich Bonhoeffer research. The instructors were student-centered and the environment was notably conducive to learning Deutsch.</p><p><strong>If you could teleport to any place in Tübingen for a quick visit, where would you go and why?</strong><br> If I could teleport to Tübingen, I would visit the Christliche Gemeinde at Mohlstraꞵe 26, where Pastor Jim and Naomi Kautt provided spiritual nourishment during my time as a guest doctoral student at the University. Additionally, the international atmosphere at Christliche Gemeinde was both edifying and inspiring.</p><p><strong>Please share some aspects of your academic and professional involvement.</strong><br> I am a Lecturer, Quality Assurance Officer and Head of Research at Evangelical Bible College of Malawi. I am a member of the following societies (1) International Bonhoeffer Society – English Language Section, (2) Society of Christian Scholars Africa and (3) Theological Society of Malawi. My desire is to rework my doctoral thesis into a book and have it published in the International Bonhoeffer Interpretations series by Peter Lang.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105390</guid><pubDate>Fri, 05 Apr 2024 10:46:00 +0200</pubDate><title>Suche: Alumni des Deutschlandstipendiums</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/suche-alumni-des-deutschlandstipendiums/</link><description>Haben Sie während Ihrer Studienzeit an der Universität Tübingen ein Deutschlandstipendium erhalten? </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Haben Sie Interesse, der derzeitigen Kohorte der geförderten Studierenden in ca. 10 min. zu erzählen, wie sich Ihr Berufsweg nach Abschluss Ihres Studiums gestaltete?&nbsp; </strong><br><br> Dann suchen wir Sie! Am Freitag, den 5. Juli 2024 findet das alljährliche Sommerfest anlässlich der Vergabe der Deutschlandstipendien an der Universität Tübingen statt. Für dieses Fest suchen wir eine/n Ehemalige/n, die/der während des Studiums ein Deutschlandstipendium erhielt und Zeit und Interesse hat, ca. 10 min. zu den anwesenden geförderten Studierenden, Mittelgebenden und Universitätsangehörigen zu sprechen. Thematisch soll es darum gehen, wie Ihnen die Förderung bei Ihrer beruflichen Entwicklung geholfen hat, wie Sie Ihre Studienzeit erlebt haben und welcher Tätigkeit Sie heute nachgehen.<br><br> Gerne lassen wir Ihnen bei Interesse weiterführende Informationen zukommen. Kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cnwopkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">alumni<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a> oder rufen Sie uns unter <a href="tel:070712975039">07071 29 75039</a> an.</p><p>Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!</p><p>Ihr Alumni Relations Team</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105354</guid><pubDate>Wed, 03 Apr 2024 15:43:10 +0200</pubDate><title>Tübingen Reloaded: Insights with Astrophysicist Dr. Arthur Suvorov</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/tuebingen-reloaded-insights-with-astrophysicist-dr-arthur-suvorov/</link><description>In this series, we invite research alumni, who returned to the University of Tübingen on a Tübingen Reloaded grant, to share their insights and reflections by completing 10 sentences. Join us and discover what fuels their curiosity and gain impressions of their stay. </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Astrophysicist Dr. Arthur Suvorov, who was invited back to the University of Tübingen by Prof. Dr. Kostas Kokkotas (UT Theoretical Astrophysics), provides insights into his research and his experience during his stay in Tübingen.</strong></p><p><strong>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp; The most exciting aspect of being a physicist is...</strong><br> learning something new (almost) every day! Every day, I try to read some new work or think about an old problem in a new way. This&nbsp;ongoing exploration helps to build a "3D" picture in one's mind eye to better understand the world around us.</p><p><strong>2. In my research project at the University of Tübingen, I was...</strong><br> exploring how stars respond when they quake. Some very dense stars, most notably neutron stars, actually get so cold (relatively speaking) that they solidify a "crust" like the earth. Occasionally, something dramatic happens in the star's life that causes a starquake; I was and am interested in modelling such phenomena to better interpret the signals we see.</p><p><strong>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Collaborating with other researchers helps me...</strong><br> to enrich my understanding. Even the smartest people I have met have been able to learn things from others. I do not understand everything -- far from it -- and so collaborating with people, like the <a href="https://uni-tuebingen.de/en/faculties/faculty-of-science/departments/physics/institutes/astronomy-astrophysics/theoretical-astrophysics/welcome/" target="_blank" class="external-link">Theoretical Astrophysics Tuebingen (TAT)</a> group, goes a long way to help me figure out what is going on.</p><p><strong>4.&nbsp;&nbsp;&nbsp; One of the biggest challenges I face in my research is...</strong><br> numerics. Sometimes you can do everything right but the computer gives the wrong answer anyway.</p><p><strong>5.&nbsp;&nbsp;&nbsp; If I could explain one concept in physics to the entire world, it would be...</strong><br> the sheer vastness of it all. Light moves fast according to us, yes, but in the cosmic scale of things it can take a practical eternity to move between galaxies. Be patient with your fellow humans.</p><p><strong>6.&nbsp;&nbsp;&nbsp; As a physicist, I often find inspiration...</strong><br> in Nature. Walk around, take a look at what's going on outside. Really think about it -- it's all marvelously complicated.</p><p><strong>7.&nbsp;&nbsp;&nbsp; If I weren't a physicist, I would probably be...</strong><br> an accountant or something boring where my mathematical skills can still be useful.</p><p><strong>8.&nbsp;&nbsp;&nbsp; When I'm not in the lab, I enjoy...</strong><br> discussing nonsense and philosophy alike down at the pub.</p><p><strong>9.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Coming from Australia, I'm intrigued by this aspect of German culture...</strong><br> the order of things! I love the structure of German society where everything (well, maybe not the Deutsche Bahn) runs like clockwork.</p><p><strong>10.&nbsp;&nbsp;&nbsp; My favorite thing about Tübingen is...</strong><br> the vibrancy. Everywhere you go there is something to do.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category><category>ForscherAlumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-105096</guid><pubDate>Fri, 22 Mar 2024 15:11:21 +0100</pubDate><title>Tübingen Reloaded: Insights with Physicist Dr. Horacio S. Vieira</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/tuebingen-reloaded-insights-with-physicist-dr-horacio-s-vieira/</link><description>In this series, we invite research alumni, who returned to the University of Tübingen on a Tübingen Reloaded grant, to share their insights and reflections by completing 10 sentences. Join us and discover what fuels their curiosity and gain impressions of their stay. </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Discover how physicist Dr. Horacio S. Vieira, invited back to the University of Tübingen by Prof. Dr. Kostas Kokkotas (Theoretical Astrophysics), reflects on his field of research and his stay. Dr. Horacio S. Vieira is an Alexander von Humboldt Research Group Leader in the Department of Physics, at the Institute of Natural Sciences at the Federal University of Lavras of Brazil.</strong></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-104424</guid><pubDate>Tue, 05 Mar 2024 14:05:55 +0100</pubDate><title>Alumni Spotlight Interview: Frauen zu begleiten und zu stärken – das fasziniert mich! </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-interview-frauen-zu-begleiten-und-zu-staerken-das-fasziniert-mich/</link><description>Anna Gärtner,  Master Hebammenwissenschaft &amp; Frauengesundheit über ihr Engagement für geflüchtete Frauen in Griechenland mit dem Verein ROSA e.V. – Rolling Safespace.</description><content:encoded><![CDATA[]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-102504</guid><pubDate>Fri, 12 Jan 2024 11:49:12 +0100</pubDate><title>Autorin Kathrin Tordasi zu Gast in Radioshow</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/autorin-kathrin-tordasi-zu-gast-in-radioshow/</link><description>Erfahren Sie, wo Kathrin Tordasi erste Schreiberfahrungen sammelte und welche Themen sie in ihrer Arbeit begleiten. </description><content:encoded><![CDATA[<p>Kathrin Tordarsi, renommierte Kinder- und Jugendbuchautorin, war im Dezember 2023 zu Gast in der neugegründeter Radiosendung von Dorinne Schnabel. Dorinne Schnabel studiert an der Universität Tübingen Medienwissenschaften und tritt als Buchbloggerin in den sozialen Medien in Erscheinung. In ihrer Radiosendung spricht sie mit Kathrin Tordasi darüber, wie sich der Schreibprozess und die Ideenfindung der Autorin gestaltet. Im letzten Teil der Sendung liest Kathrin Tordasi aus ihrem Roman <em>Die Reise zum Mittelpunkt der Magie</em> (2023), einem fantastischen Werk, dass vier Heranwachsende auf ihrer Schnitzeljagd durch London begleitet. Die Sendung wird Mitte März in der Mediathek von Radio Micro Europa zu finden sein.</p><p><strong>Neugierig geworden? Im Kurz-Clip erhalten Sie erste Eindrücke von den Themen, die in der Sendung aufgegriffen werden.</strong></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-101972</guid><pubDate>Wed, 20 Dec 2023 13:07:00 +0100</pubDate><title>Frohe Festtage 2023</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/frohe-festtage-2023/</link><description>In ihrem Schreiben an die Ehemaligen der Universität Tübingen blickt Rektorin Professorin Dr. Karla Pollmann auf das Jahr 2023 zurück. </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frohe Festtage 2023</strong><br><br> Liebe Ehemalige der Universität Tübingen,</p><p>das Jahr 2023 war von Krisen geprägt, die vielen Menschen einiges abverlangten. Auch die Universität Tübingen hat diese zu spüren bekommen, so zum Beispiel in Form exorbitant gestiegener Heiz- und Energiekosten. Dennoch haben Ehemalige, Mittelgebende und Universitätsangehörige auch im vergangenen Jahr gemeinsam viel erreicht und dazu beigetragen, dass die Universität Tübingen ein Ort der Exzellenz und der Innovation bleibt. Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, Ihnen nun zum zweiten Mal mitteilen zu dürfen, welche Entwicklungen an Ihrer Alma Mater zugetragen haben.</p><p>Wie auch 2022 ist die Universität Tübingen 2023 um ein Vielfaches gewachsen. So freuen wir uns sehr, dass, dank der großzügigen Unterstützung der Hertie Stiftung, das <strong>Hertie Institute for Artificial Intelligence in Brain Health</strong> (Hertie AI) gegründet werden konnte. Forschende am Hertie AI analysieren mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz die Prävention und frühe Diagnose von Erkrankungen des Nervensystems. Auch das <strong>Tübingen AI Center</strong> feierte 2023 seine Gründung. Die dort betriebene Forschung treibt die Weiterentwicklung robuster lernender Systeme zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft voran. Die Grenzen des bislang Möglichen zu überwinden, das haben sich die Forschenden des neuen Zentrums für <strong>Bionic Intelligence Tübingen-Stuttgart</strong> (BITS) vorgenommen. Sie entwickeln intelligente bionische Systeme, um Menschen mit körperlichen und neurologischen Einschränkungen bestmögliche Diagnose- und Therapieverfahren zu ermöglichen. Ein wichtiger Meilenstein ist auch der Aufbau der vom Land finanzierten <strong>Forschungsstelle Rechtsextremismus</strong>. Zukünftig werden Forschende hier Einstellungen, Lebenswelten und Kommunikationsformen rechtsextremistischer Personen und Bewegungen analysieren. Erklärtes Ziel dieser Forschungsstelle ist es, die Widerstandskraft staatlicher und gesellschaftlicher Strukturen gegen rechtsextreme Ideologien zu stärken. Ihre Alma Mater positioniert sich, wie Sie sehen, auch weiterhin als wichtige Impulsgeberin für innovative, gesellschaftsrelevante Forschung.</p><p>Als Rektorin halte ich es für essentiell, dass Forschungsergebnisse, Ideen und Erkenntnisse nicht nur innerhalb der Universität diskutiert werden, sondern, dass auch ein reger Austausch zwischen Universität und Gesellschaft stattfindet. Um diesen zu fördern, hat die Universität Tübingen auch 2023 das Wissenschaftsfestival „<strong>Science and Innovation Days</strong>“ ausgerichtet. An vier Tagen haben mehr als 100 Forschende an 17 verschiedenen Tübinger Örtlichkeiten mit Bürgerinnen und Bürgern verschiedene Aspekte des Begriffs „Resilienz“ diskutiert. Besonders freute es mich, dass auch eine <strong>Alumna </strong>der Universität, Angélica Cruz Aguilar (Medienwissenschaften 2020), unter den Veranstaltenden war. Zusammen mit dem Alumni-Büro, dem Zentrum für Medienkompetenz und dem Institut für Medienwissenschaften zeigte sie ihren Dokumentarfilm „VIVAS“ und nahm als Gästin an der Podiumsdiskussion „Getötet, weil sie Frauen sind: Resilienz und Widerstand im Kampf gegen Femizide“ teil. In einem Interview sagte Angélica Cruz Aguilar kürzlich, „Nutzt das Netzwerk eurer Universität, um Projekte voranzutreiben und um Unterstützung zu finden.“ Dem kann ich nur beistimmen: Bleiben Sie mit Ihrer Alma Mater in Verbindung und nutzen Sie Ihr universitäres Netzwerk. Wenn Sie dazu Fragen haben, besuchen Sie die Homepage des Alumni-Büros oder schreiben Sie eine E-Mail an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cnwopkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">alumni<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a>.</p><p>Neben Firmen, Stiftungen und Vereinen engagieren sich vor allem auch Ehemalige für das <strong>Deutschlandstipendium</strong> an der Universität Tübingen. Dank ihres großzügigen Beitrags wird die Universität Tübingen 2024/25 186 jungen Talenten ein Stipendium verleihen können. In krisenhaften Zeiten ist dies für unsere Studierende von großer Bedeutung, und so geht mein großer Dank an alle Mittelgebenden für ihre einzigartige Unterstützung.</p><p>Im Namen der Universität Tübingen möchte ich mich herzlich bei Ihnen für Ihre fortwährende Verbundenheit und Unterstützung bedanken. Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen fröhliche und besinnliche Festtage, viel Freude zum Jahreswechsel sowie Glück und Gesundheit für das kommende Jahr.</p><p>Mit freundlichen Grüßen</p><p>Ihre</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann<br> Rektorin der Universität Tübingen</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99509</guid><pubDate>Fri, 17 Nov 2023 10:25:00 +0100</pubDate><title>Alumni Spotlight Interview: Komponistin Margarete Sorg-Rose</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-interview-komponistin-margarete-sorg-rose/</link><description>&quot;Die Arbeit selbst ist wichtig, und man muss von dem, was man tut, felsenfest überzeugt sein. Das allein zählt.&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p class="ut-teaser">Jahrgang 1960. Studium der Fächer Komposition, Musikwissenschaft, Griechisch und Latein in Köln, Tübingen, Mainz. Auszeichnungen: "Johann-Wenzel-Stamitz-Förderpreis 1993" ("Ostdeutscher Musikpreis") für Komposition, Kompositionsaufträge der Villa Musica-Stiftung u.a.<br> Zwischen 1981 und 1993 Tätigkeit als Korrepetitorin, journalistische und künstlerische Tätigkeiten u.a. für die Musikreadaktionen des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) und des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Musikjournalistische Publikationen, Mitherausgeberin. Seit 1983 zahlreiche Aufführungen. Ab 1993 als Komponistin freischaffend, später als solche einzelunternehmerisch unter dem Trademark-Namen "SR-international-office®.&nbsp;</p><p class="ut-teaser">&nbsp;</p><h6>Beschreiben Sie sich selbst in einem Hashtag:</h6><p>#mitmusikmenschenverbinden</p><h6>Wenn ich an meine Zeit in Tübingen zurückdenke, ...</h6><p>... fallen mir spontan die häufigen Treffen mit Kommilitonen an lauen Sommerabenden ein, auf dem großen Platz vor der Stiftskirche, wo sich damals eine angesagte Eisdiele befand. Dort saßen wir dann auf den Stufen der Kirche, mit Eiswaffel in der Hand, und diskutierten bis spät in die Nacht. Danach ging's mit dem eigenen Fahrrad nach Hause. Oder der häufige kleine Donnerstag-Umtrunk des Collegium musicum-Kammerchores der Universität, abends nach der Chorprobe, im kleinen jugoslawischen Stammlokal auf der Wilhelmstraße, wo der Inhaber uns Chorsängern allen ab und zu einen Sliwowitz ausgab, besonders dann, wenn wir dort die ihm heimatlich vertrauten "Hymnen der orthodoxen Kirche" anstimmten - diese waren eines unserer öffentlichen Konzertprogramme damals, in original russischer Sprache gesungen. Wir waren eine gute Chorgemeinschaft und hatten viel Spaß zusammen, auch auf unseren Konzertreisen, nach Paris zum Beispiel. Unvergesslich.</p><h6>Was war Ihr größtes Learning aus der Zeit Ihres Studiums?&nbsp;</h6><p>Mein größtes Learning hängt sicher mit meiner engagierten künstlerisch-musikalischen Tätigkeit im Chor und Orchester des Tübinger Collegium musicum der Universität zusammen, damals geleitet von Universitätsmusikdirektor Prof. Dr. Alexander Šumski. Er war mein fachlicher Mentor und für mich die wichtigste prägende Lehrerpersönlichkeit in meiner damaligen musikalischen Ausbildungsphase. Ich habe von ihm ganz entscheidende Anregungen und Ratschläge erhalten, künstlerisch und für meinen Werdegang als Komponistin - vor allem diese Mahnung: "Das Ziel sollte primär sein, gute Musik zu schreiben, nicht, damit berühmt zu werden. Der Erfolg kommt dann von selbst." Die Arbeit selbst ist wichtig, und man muss von dem, was man tut, felsenfest überzeugt sein. Das allein zählt. Die Anerkennung "von außen" durch andere Menschen ist stets eine brüchige Sache, eine unsichere Währung, von vielen Faktoren abhängig, die nicht unbedingt etwas mit der Qualität des eigenen Schaffens zu tun haben. Derlei darf daher nie Maßstab für die eigene Arbeit werden. Wieviel Künstlern ist dies schon passiert: Heute gefeiert, morgen in den Boden getreten. Oder über viele Jahre schlicht ignoriert. Da braucht ein Künstler Resilienz, die ausschließlich aus dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erwächst. Und Mut - "Attempto!" - &nbsp;und Durchhaltekraft.</p><h6>Mit welchen Themen beschäftigen&nbsp;Sie sich gerade beruflich und warum?</h6><p>Da ich auch Klassische Philologie studiert habe, Latein und Griechisch, verbinde ich meine Musik gern mit Themen und Texten insbesondere der altgriechischen Literatur - ich bin Philhellenin. Was haben uns diese Texte zu sagen? Sind ihre Botschaften an uns heute noch aktuell? Da findet man in der Tat viele Ansätze, in den Epen Homers, in der frühgriechischen Lyrik, bei den Dramatikern Aeschylos, Sophokles, Euripides. Diese Texte und ihre Botschaften lassen sich in ihrer Zeitlosigkeit gut in die Gegenwart transportieren. Daher arbeite ich gerade an einer Oper, deren Libretto aus Texten der frühgriechischen Lyrik besteht. Meine 4. Sinfonie für großes Orchester trägt den Titel "Der Zorn des Achill" und ist ebenfalls in Arbeit. Geplant ist eine 5. Sinfonie mit dem Titel "Medea".&nbsp;</p><h6>Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei?</h6><p>Es sind Herausforderungen, die nicht von außen kommen, sondern die ich mir selbst beim Komponieren auferlege: die Bewältigung der sinfonischen Form, das Bestehen vor der sinfonischen Tradition, überhaupt den künstlerischen Ansprüchen, die ich an mich selbst stelle, gerecht zu werden. Bei jedem neu zu komponierenden Werk definiert sich eine solche Herausforderung unterschiedlich und ebenfalls auf ganz neue Weise.</p><h6>Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?</h6><p>Offenheit und Toleranz.</p><h6>Was war der beste Rat, den Sie in Ihrem Leben bekommen haben?&nbsp;</h6><p>"Brennen Sie, aber ver-brennen Sie nicht." Trotz aller Begeisterung und Leidenschaft für das eigene Fach immer auf gezielte Fokussierung achten, nie die Kerze sein, die an beiden Enden gleichzeitig brennt, auch im Interesse der eigenen Gesundheit. Diesen weisen Rat erhielt ich während meiner Tübinger Studienzeit von UMD Prof. Dr. Alexander Šumski, den ich vorhin erwähnt habe. Es bieten sich beruflich ein ganzes Leben lang spannende Herausforderungen an, die äußerst verführerisch locken - aber man muss auf die Bremse treten und sortieren, die eigenen Kräfte bündeln.</p><h6>Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben?</h6><p>Genau denselben.</p><h6>Lesestoff: Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen, und wem würden Sie es empfehlen?</h6><p>Zuletzt habe ich das Buch "Good Vibrations - Die heilende Kraft der Musik" von Prof. Dr. Stefan Kölsch gelesen. Stefan Kölsch ist Violinist, Musikpsychologe und international führender Neurowissenschaftler zu diesem Thema. Er beschreibt in diesem Buch die Auswirkungen von Musik auf unser Gehirn, unsere Emotionen und unseren Körper und gibt konkrete Ratschläge, wie Musik in unserem Alltag das Wohlbefinden stärken kann. Die Gesundheitsforschung hat längst erkannt, dass Musik zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden kann. Stefan Kölschs Buch ist auch für "Laien" verständlich und spannend geschrieben. Ich empfehle die Lektüre daher jedem, der gerne Musik hört - welche Stilrichtung auch immer.</p><h6>Meine Mitmenschen wären überrascht, wenn sie wüssten, dass ...</h6><p>... ich als Komponistin zeitgenössischer klassischer Musik ein ausgesprochener Fan der schwedischen Pop-Gruppe "ABBA" bin - seit meiner Jugend bis heute. Ich bin eine echte "ABBA-istin". Deren schmissige Musik ist einfach Kult. Überhaupt weiß ich jede Stilrichtung in der Musik zu schätzen, wenn sie wirklich gut gemacht ist.</p><p><em>Das Gespräch führte Inga van Gessel.&nbsp;</em></p><p>&nbsp;</p><p><em><a href="https://youtube.com/@sr-international-office1423" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Entdecken Sie die Musik von Margarete Sorg-Rose auf ihrem YouTube Kanal.</a></em></p><p><em><a href="http://www.sorgrose.com" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Lernen Sie mehr über Leben und Werk der Komponistin auf ihrer Webseite.</a></em></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99500</guid><pubDate>Tue, 24 Oct 2023 14:01:10 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight Interview: Franziska Becker - promovierte Ethnologin und ausgebildete Mediatorin</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-interview-franziska-becker-promovierte-ethnologin-und-ausgebildete-mediatorin/</link><description>&quot;Großgruppenkonflikte sind gerade in urbanen Kontexten sehr komplex; sie konstruktiv zu bearbeiten, erfordert gute analytische Fähigkeiten, eine stets zu wahrende allparteiliche Haltung, nicht konfliktscheu zu sein, in Konflikten mit Politik und Verwaltung beharrlich und durchsetzungsfähig zu bleiben und die Empathie nicht zu verlieren.&quot;</description><content:encoded><![CDATA[<p class="ut-teaser">Franziska Becker ist promovierte Ethnologin und ausgebildete Mediatorin. Sie hat in Tübingen Empirische Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft und Neuere deutsche Literatur studiert. Von 1992 bis 2006 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Philipps-Universität Marburg. 1999 promovierte sie zur Einwanderung russischer Juden ab 1989 nach Deutschland. Seit 2006 ist sie als Ethnologin und Mediatorin freiberuflich tätig mit den Schwerpunkten: Konfliktmanagement im öffentlichen Raum und bei Großgruppenkonflikten (u a. Berlin), ethnografische Konfliktforschung, Sozialraumstudien und kommunale Beratung in der Stadt- und Gemeindeentwicklung. Ihre zahlreichen Publikationen dazu finden sich unter: <a href="http://www.ethnologie-mediation.de" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">www.ethnologie-mediation.de</a>. F.B. hat rund drei Jahrzehnte in Berlin gelebt und lebt seit Kurzem wieder in Tübingen.</p><h6>&nbsp;</h6><h6>Beschreiben Sie sich selbst in einem Hashtag:&nbsp;</h6><p>#deraufklärungverpflichtet</p><h6>Wenn ich an meine Zeit in Tübingen denke…</h6><p>…bin ich dankbar für etliche Freundschaften, die ich damals während des Studiums geschlossen habe und die bis heute lebendig sind.&nbsp;</p><h6>Was war Ihr größtes Learning aus der Zeit Ihres Studiums?&nbsp;</h6><p>Mein mehrsemestriges Studienprojekt in der Empirischen Kulturwissenschaft am Ludwig-Uhland-Institut zum Thema „Nationalsozialismus im Landkreis Tübingen“. Dieses Projekt hat den Grundstein meines wissenschaftlichen Arbeitens und insbesondere für ethnografische Feldforschungen gelegt.</p><h6>Was machen Sie beruflich und was fasziniert Sie daran?&nbsp;&nbsp;</h6><p>Während meiner langjährigen Tätigkeit als Ethnologin und Mediatorin in konfliktbelasteten öffentlichen Räumen komme ich mit allen sozialen Schichten, Menschen unterschiedlicher kultureller Prägungen, mit Politik und Verwaltung, zivilgesellschaftlichen Akteuren, Sozialverbänden, Polizei u.v.a. in Kontakt. Tief in gesellschaftliche Diversität einzutauchen, wie es mein Beruf erfordert, fasziniert und bildet mich mehr, als es rein wissenschaftliches Arbeiten könnte.</p><p>Außerdem coache ich Arbeitsgruppen wie z.B. seit mehreren Jahren das Team des Projekts „Denkfabrik Schalom Aleikum“ in Berlin, eine Forschungseinrichtung innerhalb des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Wissenschaft, Praxis und dialogischen Austausch auf sowohl akademischer als auch zivilgesellschaftlicher Ebene verbindet. Gerade jetzt, angesichts der schrecklichen Ereignisse in Israel, fühle ich mich diesem Team sehr verbunden. &nbsp;</p><h6>Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei?&nbsp;</h6><p>Großgruppenkonflikte sind gerade in urbanen Kontexten sehr komplex; sie konstruktiv zu bearbeiten, erfordert gute analytische Fähigkeiten, eine stets zu wahrende allparteiliche Haltung, nicht konfliktscheu zu sein, in Konflikten mit Politik und Verwaltung beharrlich und durchsetzungsfähig zu bleiben und die Empathie nicht zu verlieren.</p><h6>Meine Mitmenschen wären überrascht, wenn Sie wüssten, dass ich….</h6><p>Da gäbe es nicht viel, außer vielleicht, dass ich seit einigen Jahren male und zeichne.</p><h6>Lesestoff: welches Buch haben Sie zuletzt gelesen und wem würden Sie es empfehlen?</h6><p>David Grossman: Was Nina wusste. Eva Menasse: Vienna. Empfehlenswert für alle, die diese großartigen Schriftsteller noch nicht kennen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p><em>Das Gespräch führte Inga van Gessel.&nbsp;</em></p><p><em>+++ NICHT VERPASSEN: LET'S TALK ABOUT CAREERS | UMBRÜCHE WAGEN: VORTRAG UND AUSTAUSCH MIT FRANZISKA BECKER</em><em>&nbsp;| 07.11.2023 VON 18:30 - 20:00 UHR | IN TÜBINGEN. WEITERE DETAILS ZUM EVENT UND ZUR AUTORIN FINDEN SIE <a href="https://uni-tuebingen.de/alumni/veranstaltungen/newsfullview-aktuelles/article/lets-talk-about-careers-umbrueche-wagen-vortrag-und-austausch-mit-franziska-becker/" target="_blank" class="external-link">HIER</a>. +++&nbsp;</em></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-99338</guid><pubDate>Thu, 19 Oct 2023 14:29:35 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight Interview: Kinder- und Jugendbuchautorin Kathrin Tordasi </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-interview-kinder-und-jugendbuchautorin-kathrin-tordasi/</link><description>Kathrin Tordasi wurde in der Nähe von Stuttgart geboren und wuchs mit den Büchern von Astrid Lindgren, Michael Ende und den Abenteuern der ??? auf. Ihr Debütroman Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende erschien 2020 bei Fischer Sauerländer und wurde 2021 mit dem Goldenen Bücherpirat und der Fürther Leselupe ausgezeichnet. Insgesamt veröffentlichte Kathrin Tordasi bereits drei weitere Kinder- und Jugendromane. Sie ist Alumna der Anglistik und Germanistik (Class of 2011) und hat 2016 ihre Promotion in Anglistik an der Humboldt-Universität zu Berlin abgeschlossen. </description><content:encoded><![CDATA[<h6>Bitte vervollständige: „Wenn ich an meine Zeit in Tübingen denke, ….“</h6><p>…dann bin ich glücklich. Meine Zeit in Tübingen war wirklich eine super schöne Zeit. Eine Zeit, in der ich sehr viel über mich selbst gelernt habe – und an dem, was ich da so erlebt habe – gewachsen bin.&nbsp;</p><h6>Gab es einen Wachstumsmoment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?</h6><p>Ja, tatsächlich. Das war im 4. Semester meines Anglistikstudiums. Eine Gastdozentin aus den USA hat für ein Semester einen Creative Writing-Kurs angeboten. Ich glaube, ich habe fünf Anläufe gebraucht, bis ich mich getraut habe, mich in den Kurs einzuschreiben. Man musste sich persönlich bei ihr im Büro anmelden und ich war damals noch um einiges zurückhaltender, als ich das heute bin. Dieser Kurs war für mich ein Schlüsselmoment. Erstmals habe ich kennengelernt, was es bedeutet, den Schreibprozess mit einer Gruppe zu durchleben. Das, was du schreibst, zu zeigen, Feedback dafür zu bekommen, zu erkennen – oh, kreatives Schreiben ist etwas, das man nicht nur als Talent mitbringt, sondern, das kann man lernen – das hat mich sehr viel weitergebracht.&nbsp;</p><h6>Du lebst seit 2011 in Berlin. Was vermisst du an Tübingen?</h6><p>Hauptsächlich fehlt mir die Nähe zur Natur. Ich habe lange Zeit in einer WG in Lustnau gewohnt. Da bin ich aus der Haustür raus und war im Schönbuch (Anm. d. Red.: bewaldeter Naturpark). Als Kopfmensch brauchte oder brauche ich immer noch den Ausgleich – vor allem, wenn ich zu lange am Bildschirm gesessen habe.&nbsp;</p><h6>Was war dein größtes Learning aus der Zeit deines Studiums?</h6><p>Das kann ich nicht auf einen Punkt herunterbrechen. Da waren so viele kleine Erfahrungen! Ein Learning war sicherlich, eine gewisse Beweglichkeit zu entwickeln. Ich hatte zu Beginn meines Germanistik- und Anglistikstudiums eine ziemlich fixe Idee, wo ich damit hinwollte: Entweder in Richtung Journalistik mit Kulturschwerpunkt oder ins Lektorat in der Literaturbranche. Ich habe dann jedoch relativ schnell festgestellt, dass mich die Anglistik viel mehr gepackt hat und habe dann erstmal meine Fächerkombi getauscht. Weiter im Studium wurde klar, dass weder Journalistik noch das Lektorat wirklich mein Weg sind. Ich glaube, Douglas Adams hat das mal gesagt: „Ich bin vielleicht nicht dort angekommen, wo ich hin wollte, aber ich bin da gelandet, wo ich hingehöre.“ Ich habe gelernt, flexibel zu bleiben, mich nicht zu sehr auf diese 5- oder 10-Jahrespläne zu versteifen. Manche Sachen klappen einfach nicht und wenn du zu sehr auf diese fixiert bist, dann verrennst du dich vielleicht länger als du es müsstest.&nbsp;</p><h6>Welche Herausforderungen begegnen dir, wenn du ein neues Projekt startest?&nbsp;</h6><p>Am Schwierigsten ist es, am Ball zu bleiben und eine stetige Schreibroutine beizubehalten. Ich bin mittlerweile selbstständige Autorin und Übersetzerin. Mein Alltag ist gefüllt mit Übersetzungsaufträgen, der Korrespondenz mit Verlagen, Schulen und Bibliotheken sowie Lesungen organisieren. Für diese reise ich deutschlandweit durch die Gegend. Hinzu kommen noch Marketing (<a href="https://kathrintordasi.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Webseite</a>) und das Bespielen von Social-Media-Kanälen (<a href="https://www.instagram.com/kathrin.tordasi/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Instagram</a>). Da noch den Raum offen zu halten, in dem ich tatsächlich an meinem Schreibprojekt arbeite, das ist teilweise schwierig.&nbsp;<br> Eine weitere Herausforderung ist es, die Blockade der leeren Seite zu überwinden. Genauso wie beim Sport, ist Aufwärmen auch beim Schreiben wichtig. Das würde ich wirklich jedem und jeder raten. Ich stelle mir einen Wecker und schreibe für 10 min ohne Pause oder Unterbrechung einfach nur runter. Das muss kein geschliffener Text werden, da müssen noch keine vollständigen Sätze rauskommen, das ist einfach nur so ein shitty first draft. In 99 % der Fälle löst sich die Blockade mit diesem warm-up sprint und man kann ins Tagesschreibprojekt einsteigen.&nbsp;</p><h6>Was inspiriert dich?</h6><p>So viele Dinge. Wie gesagt, ich gehe total gerne spazieren und wandern. Das heißt, wenn ich draußen unterwegs bin, inspiriert mich das, was ich so um mich herum wahrnehme. Man wird aufmerksamer, wenn man schreibt. In meinen Büchern versuche ich, eine Mischung aus Fantastischem und Magie in der Welt, wie wir sie kennen, zu verankern. Für meine Leser und Leserinnen wünsche ich mir, dass sie auch wieder aufmerksamer nach links und rechts gucken und sehen, was es für spannende Dinge auf ihren Wegen zu entdecken gibt.&nbsp;</p><h6>Meine Mitmenschen wären überrascht, wenn sie wüssten, dass…&nbsp;</h6><p>… ich zu viel Zeit auf der Couch und vor Netflix und Co. verbringe (lacht). Man hat ja immer so den Eindruck von den Autoren und Autorinnen, dass wir viel lesen und sehr diszipliniert sind.&nbsp;</p><h6>Lesestoff: welches Buch hast du zuletzt gelesen und wem würdest du es empfehlen?</h6><p>Den historischen Fantasy Roman Babel von Rebecca F. Kuong. Es ist ein sehr kritisches, ein sehr komplexes und aber eben auch ein sehr spannendes und unterhaltendes Buch. Also, ich würde es tatsächlich jedem und jeder, der studiert (hat), empfehlen.&nbsp;</p><p><em>Das Gespräch führte Inga van Gessel.&nbsp;</em></p><p>&nbsp;</p><p><em><a href="https://www.fischerverlage.de/autor/kathrin-tordasi-1010896" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Entdecken Sie weitere Bücher von Kathrin Tordasi.</a></em></p><p><em><a href="https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826062650-women-by-the-waterfront/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Tauchen Sie ein in die Doktorarbeit zu Women by the Waterfront.</a></em></p><p>&nbsp;</p><p><em>+++ NICHT VERPASSEN: MAGISCHE WELTEN – EINE LESUNG MIT KINDER- UND JUGENDBUCHAUTORIN KATHRIN TORDASI | 15.12.2023 AB 16.00 UHR | IN PRÄSENZ. WEITERE DETAILS ZUM EVENT UND ZUR AUTORIN FINDEN SIE <a href="https://uni-tuebingen.de/alumni/veranstaltungen/newsfullview-aktuelles/article/magische-welten-lesung-mit-kinder-und-jugendbuchautorin-kathrin-tordasi/" target="_blank" class="external-link">HIER</a>. +++&nbsp;</em></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96371</guid><pubDate>Fri, 14 Jul 2023 14:03:00 +0200</pubDate><title>Rückschau: „Wer in der Zukunft lesen will: Mit Machine Learning alte Handschriften zugänglich machen&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/rueckschau-wer-in-der-zukunft-lesen-will-mit-machine-learning-alte-handschriften-zugaenglich-machen/</link><description>Was hat Künstliche Intelligenz mit Kurrentschrift zu tun? </description><content:encoded><![CDATA[<p>Spannende Einblicke in die Anwendungsmöglichkeiten von KI-gestützten Handschriftenerkennung erhielten Ehemalige der Universität Tübingen und Mitglieder des Universitätsbunds in der Veranstaltung "Wer in der Zukunft lesen will: Mit Machine Learning alte Handschriften zugänglich machen", die am&nbsp;13.07.2023 im Bonatzbau der Universität Tübingen stattfand.</p><p>In einer Live-Vorführung demonstrierte Dorothee Huff (Universitätsbibliothek Tübingen), welche Schritte notwendig sind, um alte Handschriften mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz zu entziffern. Zu erleben, wie aus einer beinahe unleserlichen Kurrentschrift aus dem 18. Jahrhundert ein maschinell verfasster Fließtext entsteht, beeindruckte alle Anwesenden gleichermaßen und verdeutlichte das weitreichende Anwendungsgebiet dieser neuen Technik.</p><p>Die Veranstaltung motivierte zudem die ein oder andere teilnehmende Person, nochmals in Kellern und Dachböden nach schriftlichen Schätzen zu suchen und diese selbst mittels Transkriptionssoftware in Textform zu bringen. Wir sind gespannt, welche alten Textstücke dank neuster Technik wieder zum Leben erweckt werden!</p><p>Mehrere Teilnehmende brachten spannende Dokumente mit, die zwischen 1756 und 1948 verfasst wurden. Sie finden Auszüge aus diesen, inklusive der dazugehörigen Transkription, in den nachfolgenden Abschnitten. Wir danken den Ehemaligen der Universität herzlich, dass sie ihre alten Familienschätze mit uns teilen und wünschen Ihnen viel Spaß beim digitalen Blättern!</p><p>Weitere Informationen zur Anwendung von automatischer Texterkennungssoftware an der Universität Tübingen finden Sie hier (<a href="https://uni-tuebingen.de/de/179298" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/179298</a>).</p>]]></content:encoded><category>Universitätsbund-Aktuell</category><category>Universitätsbund-Veranstaltungen</category><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-96257</guid><pubDate>Wed, 12 Jul 2023 12:28:43 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight Interview: Solveig Klepper über KI und algorithmic bias</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-interview-solveig-klepper-ueber-ki-und-algorithmic-bias/</link><description>Alumna Solveig Klepper erzählt im Interview von ihrer Forschung, Herausforderungen und Inspiration für ihre Arbeit. Sie hat bereits ihren Bachelor und ihren Master in Informatik an der Uni Tübingen gemacht. Ihr Fokus liegt auf maschinellem Lernen. Seit Oktober 2020 arbeitet sie an ihrer Promotion unter der Supervision von Ulrike von Luxburg im Exzellenzcluster „Maschinelles Lernen: Neue Perspektiven für die Wissenschaft“.</description><content:encoded><![CDATA[<h6>1. Beschreiben Sie sich selbst in einem Hashtag:</h6><p>#gewissenhaft&nbsp;</p><h6>2. Mit welchem Thema beschäftigen Sie sich gerade und was begeistert Sie daran?&nbsp;</h6><p>Ich schaue mir gerade die nicht so offensichtlichen Mechanismen hinter unterschiedlichen Arten von Graph-Neural-Networks an. Das ist eine Art von künstlichem neuronalem Netz, das nicht mit Bilddaten, sondern mit Graphen (also Datenpunkten und deren Verbindungen) arbeitet. Soziale Netzwerke oder Moleküle lassen sich zum Beispiel gut als Graph darstellen. Grundsätzlich begeistere ich mich generell für die Analyse von dem, was wir “algorithmic bias” nennen. Also den Annahmen, die wir implizit treffen, indem wir uns für ein bestimmtes Modell, also zum Beispiel eine bestimmte Netzwerk-Architektur, entscheiden. Oft stecken da indirekt Annahmen drin, die wir anfangs nicht sehen. Daher müssen wir erstmal die Modelle, deren Fähigkeiten, aber auch die Grenzen verstehen, um herauszufinden, was für Einschränkungen wir durch unsere Modellwahl vornehmen.&nbsp;</p><h6>3. Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei?&nbsp;</h6><p>Ich denke, ganz generell kann man sagen: Sackgassen und negativ Ergebnisse. Der Forschungsprozess verläuft nur selten geradlinig und oft muss man viele Anläufe machen, bis man den richtigen Ansatz findet und viele Hypothesen aufstellen und prüfen, bis man sich überhaupt erst einen groben Überblick verschafft hat. Das kann frustrieren. Da hilft es vor allem, sich auszutauschen. Nicht nur, um zu sehen, dass es den meisten wohl so geht, sondern auch, weil man dabei neue Inspiration und Motivation schöpfen kann.&nbsp;</p><h6>4. Was inspiriert Sie?&nbsp;</h6><p>Ich glaube, am meisten inspiriert mich, wie unterschiedlich Menschen denken. Mich fasziniert, wie in einer Diskussion über ein Thema so unterschiedliche, wertvolle Gedankengänge zustande kommen und oft sind alle im Einzelnen oder eigentlich alle zusammen relevant für ein aussagekräftiges Gesamtbild. Zu beobachten, was für unterschiedliche Verbindungen und Assoziationen in einem Gespräch entstehen und wie andere Menschen denken, finde ich sehr inspirierend. Offen für andere Perspektiven und Ansätze sein, ist da essentiell! Oft muss man ein Problem aus vielen Richtungen betrachten, bevor man versuchen kann es zu verstehen.&nbsp;</p><h6>5. Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das und warum?&nbsp;</h6><p>Vermutlich etwas ganz anderes. Gärtnern vielleicht? Oder in einer Konditorei arbeiten. Backen war früher schon mein Karriereplan. Manchmal sehne ich mich nach dem Kontrast. Also nicht in einem Büro an einem Schreibtisch sitzen, sondern was Praktisches tun und am Ende vom Tag das Ergebnis sehen und vielleicht sogar anfassen zu können.&nbsp;</p><h6>6. Lesestoff: welches Buch hat Sie zuletzt beeindruckt oder berührt?&nbsp;</h6><p>Ich lese aktuell, mal wieder, per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams und kann mich, mal wieder, sehr für die kreative und originelle Art begeistern. Da wären wir wieder bei der Denkweise der Menschen. Die Gedankengänge, diese Art von Logik zwischen Genie und Wahnsinn oder eher Absurdität, beeindruckt und fasziniert mich jedes Mal aufs Neue.</p><p>&nbsp;</p><h5>Sie wollen mehr erfahren über die Forschung und Arbeit von Solveig Klepper?</h5><p>Dann schauen Sie auf te.ma vorbei, einer Open Discourse und Open Science Plattform. In diesem öffentlichen, digitalen Raum für Wissenschaft und Debatte finden Leserinnen und Leser verschiedenste Kanäle mit Beiträgen zu jeweiligen Fachdiskursen und Foren für eine fundierte Diskussion gesellschaftlich brennender Fragen.</p><p><a href="https://te.ma/usr/solveig_klepper/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://te.ma/usr/solveig_klepper/</a></p><p>&nbsp;</p><p><em>Das Gespräch führte Inga van Gessel.</em><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category><category>Alumni-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-94777</guid><pubDate>Mon, 12 Jun 2023 08:32:03 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight: „Streng dich an! Mach dich locker!“</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-streng-dich-an-mach-dich-locker/</link><description>Im Interview: Bernd Hauser, Abschluss in Geografie, erzählt über seinen Werdegang als freier Journalist, von den Herausforderungen in seiner Arbeit und was ihn inspiriert. #draussendaheim  </description><content:encoded><![CDATA[<p class="ut-teaser">Bernd Hauser, Jahrgang 1971, hat in Tübingen und Maynooth (Irland) Geografie studiert. Studienbegleitend absolvierte er eine journalistische Ausbildung als Stipendiat beim Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses in München. Seit 1999 ist er Teil der Reportergemeinschaft <a href="https://www.zeitenspiegel.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Zeitenspiegel</a>. Er erhielt mehrere Auszeichnungen für seine Arbeit, u.a. den Journalistenpreis der Robert-Bosch-Stiftung und den Journalistenpreis Weltbevölkerung. Seine Frau Eva Jacobsen hat er während ihres Erasmus-Semesters an der Universität Tübingen kennen gelernt. Jacobsen hat Germanistik und Geografie an der Universität Roskilde studiert und arbeitet heute als Wirtschaftskonsulentin bei der Region Hovedstaden in Dänemark. Das Paar lebt in Kopenhagen.&nbsp;</p><h6>Beschreiben Sie sich selbst in einem Hashtag:&nbsp;</h6><p>#Draussendaheim</p><h6>Wenn ich an meine Zeit in Tübingen denke, …</h6><p>… sehe ich Lichterketten unter Kastanien, höre das Geklirr von Gläsern, es ist warm und auf dem Fluss gleiten Kähne vorbei – ein perfekter Sommerabend beim Neckarmüller. In dem Biergarten bin ich der dänischen Studentin Eva zum ersten Mal begegnet, die ich später heiratete – bei einem Treffen von Erasmus-Studenten, organisiert von <a href="https://www.uibk.ac.at/geographie/personal/coy/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Martin Coy</a>, der damals das Austauschprogramm am Geographischen Institut betreute. Die Dänin hatte eine schicke Bluse an und Lippenstift aufgetragen, sehr ungewöhnlich in meinem Fach, wo die Leute in ihren Outdoor-Klamotten auch zu schlafen schienen.&nbsp;<br> Außerdem erinnere ich mich an das Gefühl, an den richtigen Ort gekommen zu sein. Ich bin in einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. Tübingen empfand ich mit 20 Jahren als Tor in die Welt. Nicht nur im Geografiestudium. Es gab ein Füllhorn kultureller Angebote. Das „Schwäbische Tagblatt“ war Anfang der neunziger Jahre viel mehr als ein Lokalblatt. Es gab Essays und Feuilletons und Wissenschaftsartikel in einer Breite, wie man sie nur von einer deutschlandweiten Zeitung erwarten konnte. Ich war stolz, dass ich dort als freier Mitarbeiter Artikel schreiben durfte – etwa eine mit viel Ehrgeiz und Herzblut geschriebene Reportage über ein Hardcore-Punk-Festival im Jugendzentrum Epple-Haus.</p><h6>Was war Ihr größtes Learning aus der Zeit Ihres Studiums?</h6><p>Meine Diplomarbeit habe ich 1996 im Isan recherchiert. Es ging um die Perspektiven des Tourismus in diesem nordöstlichen, rückständigen Landesteil Thailands, im Rahmen eines Projekts von <a href="https://www.geog.uni-heidelberg.de/human/gebhardt.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Prof. Hans Gebhardt</a>. Die sprachlichen und kulturellen Barrieren waren groß, die Befragungen mühsam. Ich fühlte mich einsam während der zwei Monate. Es war die Zeit vor dem Internet, also gab es auch kein Videochatten mit Freunden und Familie zu Hause. Als Hans Gebhardt für eigene Forschungen an die Partneruniversität Khon Kaen kam, klang ich wohl wehleidig. Er sagte: „Herr Hauser, Sie müssen schauen, dass Ihnen die Arbeit Spaß macht.“ Also: „Es ist nur eine Diplomarbeit und es ist ein Privileg, dass du hier bist. Die Welt wird sich weiterdrehen, egal, was du rauskriegst und aufschreibst.“</p><h6>Mit welchem Thema beschäftigen Sie sich gerade beruflich und warum?</h6><p>Ich mache das, was ich meist tue: Ich recherchiere und schreibe über Armut und Entwicklung. Als freier Mitarbeiter von <a href="https://www.menschenfuermenschen.ch/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">„Menschen für Menschen“</a>&nbsp;in Zürich bereite ich das nächste Spendermagazin des Hilfswerks vor, das „Hilfe zur Selbstentwicklung“ in Äthiopien macht. Unlängst war ich mit dem Fotografen <a href="https://saschamontag.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Sascha Montag</a>&nbsp;in Nepal. Unsere Geschichte über die <a href="https://www.spektrum.de/news/frauen-die-die-welt-besser-machen-kampf-der-elefantiasis/2092581" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Armutskrankheit Elefantiasis</a>&nbsp;ist bereits erschienen, unter anderem auch im Schwäbischen Tagblatt, was mich besonders freute. Jetzt schreibe ich unser zweites Thema auf: Wir haben junge Frauen getroffen, die als Teenager in Frühehen gedrängt wurden. Die Geschichte will die gesellschaftlichen Hintergründe beschreiben.&nbsp;</p><h6>Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei?</h6><p>Die Frage stellt sich immer bei Auslandsreportagen: Kann ich über alle kulturellen Grenzen hinweg die Menschen in meinen Interviews wirklich verstehen und wahrhaftig über sie schreiben? Letztlich glaube ich, dass das geht, mit Empathie und dank der Hilfe lokaler Helfer und Übersetzer. So verschieden die Kulturen, die Menschen ähneln sich in ihren Gefühlen, Sehnsüchten und Motivationen.&nbsp;</p><h6>Was inspiriert Sie?</h6><p>Spaziergänge, Wanderungen. Gerne in Buchenwäldern. Gerne in <a href="https://www.welt.de/reise/nah/article229875423/Wandern-in-Italien-Sinnsuche-beim-Pilgern-auf-dem-Franziskusweg.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Italien</a>. Am Wasser sein. Hier in Kopenhagen sind der <a href="https://www.fluter.de/schwammstadt-kopenhagen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Hafen</a>&nbsp;und die Küste nie mehr als eine Viertelstunde mit dem Rad entfernt. Wie viele Kopenhagener bin ich gut darin geworden, den Hafen zu nutzen, zum Schwimmen, mit dem Kajak oder beim Winterbaden, was hier ein Volkssport ist.&nbsp;</p><h6>Was war der beste Rat, den Sie bisher in Ihrem Leben bekommen haben? Von wem?</h6><p>Siehe Antwort zu Frage 3. Ergänzend dazu: „Am Ende setzt sich Qualität immer durch.“ Der Rat stammt von Bruno Bienzle, Ressortleiter bei den Stuttgarter Nachrichten, wo ich nach meinem Studium ein Volontariat gemacht habe. Für ihn war jeden Tag nichts wichtiger als die Zeitung von morgen. Im Grunde hockt bei mir immer noch auf der einen Schulter mein Journalismus-Lehrmeister, auf der anderen mein ehemaliger Prof, und beide flüstern mir ins Ohr. Streng dich mehr an! Mach dich mal locker! &nbsp;</p><h6>Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben?&nbsp;</h6><p>Im Studium begegnete ich vielen spannenden Menschen. Die meisten Kontakte habe ich verloren. Eingeschlafene Freundschaften lassen sich kaum wiederbeleben. Deshalb: Arbeit und Karriere sind wichtig, aber vergiss die Menschen nicht, die du magst.&nbsp;</p><h6>Lesestoff: welches Buch haben Sie zuletzt gelesen und wem würden Sie es empfehlen?</h6><p>Nachdem Netflix die Neuverfilmung von „Im Westen nichts Neues“ zeigt, habe ich wieder einmal den Anti-Kriegs-Roman von Remarque rausgezogen, den ich mit 14 Jahren zum ersten Mal las. Alle sollten das Buch (wieder)lesen. Jetzt lese ich „Wir Ertrunkenen“ von Carsten Jensen, ein Schmöker über Seeleute und ihre Familien aus Marstal auf Ærø. Aber während ich Romane früher fraß, liegt dieses Buch schon seit sechs Wochen am Bett. Nach der täglichen Arbeit mit Texten streame ich abends lieber eine Episode einer Serie. Der Erkenntnisgewinn beim Gucken der Serie „Meine geniale Freundin“ ist bestimmt ähnlich wie beim Lesen der Romane von Elena Ferrante. Und wenn ich gemeinsam mit meiner Frau und meiner Tochter gucke, sprechen wir über die Serie und haben ein Erlebnis, das uns verbindet.</p><h6>Was kaum jemand über mich weiß: &nbsp;</h6><p>Ich habe eine Schwäche für die Musik von Phil Collins. Das wagte ich im Studium in Tübingen nicht zu sagen, ich hätte mich diskreditiert: So uncool, so kommerziell, so Mainstream! Ich glaube, in den Neunzigern war Popmusik mehr als heute ein Distinktionsmerkmal. Meine Kinder, 24 und 20 Jahre alt, hören ungeniert, was ihnen gefällt. Manchmal auch Dire Straits. Das freut mich, weil ich die Band damals in Tübingen schon hörte, ebenfalls heimlich. &nbsp;<br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-93145</guid><pubDate>Tue, 02 May 2023 09:15:36 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight Interview: Tim Schaffarczik und #KI in der Stadt</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-interview-tim-schaffarczik-und-ki-in-der-stadt/</link><description>Im Interview: Alumnus Tim Schaffarczik schloss 2020 seinen Master in Empirische Kulturwissenschaft ab. Aktuell promoviert er an der Uni Tübingen zum Thema KI in der Stadt. Lesen Sie mehr über seine Herausforderungen als Wissenschaftler und seine Inspiration für seine Forschung.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="ut-teaser">Tim Schaffarczik ist Empirischer Kulturwissenschaftler und promoviert an der Uni Tübingen. Er forscht an der Schnittstelle zwischen Stadtforschung, Kommunalpolitik und Protest. Außerdem ist er Mitkurator der Ausstellung Cyber and the City. Künstliche Intelligenz bewegt Tübingen im Stadtmuseum Tübingen (Laufzeit: Februar bis Oktober 2023). Dabei beschäftigt er sich mit den Fragen: Wie können Museen digitale Objekte sammeln, bewahren und präsentieren? Was ist überhaupt ein digitales „Objekt“? Und wie stellen sich Menschen in der Zukunft unsere Gegenwart vor?</p><h6>Erklären Sie in einem Satz, was Sie beruflich tun.</h6><p>Ich erforsche am <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/empirische-kulturwissenschaft/institut/personen/wiss-mitarbeiterinnen/tim-schaffarczik/" target="_blank" class="external-link">Ludwig-Uhland-Institut</a> der Uni Tübingen, wie Menschen in ihrem Alltag zusammenleben und an welchen impliziten Regeln sich ihr Denken und Handeln orientiert.</p><h6>Warum haben Sie sich für die Universität Tübingen entschieden und was haben Sie hier studiert?</h6><p>Gebürtig komme ich aus der Nähe von Köln und wollte nach dem Abi vor 10+ Jahren irgendwas mit Medien machen – wie so viele damals. Durch Zufall habe ich den Studiengang Medieninformatik an der Uni Tübingen entdeckt. Allerdings habe ich schon im ersten Semester gemerkt, dass es eigentlich nicht das ist, was ich machen will. Es war dann wieder der Zufall der mich zur Empirischen Kulturwissenschaft für den Bachelor, Master und jetzt die Promotion gebracht hat. Ein Bekannter von mir, mit dem ich damals beim <a href="https://www.faktor14magazin.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Studierendenmagazin Faktor 14</a> arbeitete, hat mir das Studienfach und das Institut vorgestellt. Das Studium war von den Themen her total spannend. Ich muss jedoch zugeben, dass es 1-2 Semester gedauert hat bis ich wusste, was ich da genau mache.</p><h6>Was war Ihr größtes Learning im Studium?</h6><p>Was viele nicht von mir wissen: ich hatte im Abi Mathe- und Physikleistungskurs. Die Naturwissenschaften faszinierten mich, weil ich damals versucht hatte mir darüber die Welt zu erklären. Im Studium am Ludwig-Uhland-Institut habe ich dann gemerkt, dass es viel interessanter ist, die Welt über die „Regeln“ des menschlichen Zusammenlebens zu verstehen.</p><h6>Woran arbeiten Sie gerade?</h6><p>Es sind eigentlich zwei Projekte. Zum einen meine Dissertation, die sich mit gesellschaftlichen Perspektiven auf den <a href="https://cyber-valley.de/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Forschungsverbund Cyber Valley</a> beschäftigt. Dabei untersuche ich, was Menschen eigentlich mit dem Cyber Valley verbinden, wie sie darüber diskutieren, was für sie Künstliche Intelligenz ist, und vor allem, wie sie sich die Zukunft vorstellen.&nbsp;</p><p>Zum Zweiten beschäftige ich mich sehr viel mit der Kommunikation von Wissenschaft und Technik. Mir ist es wichtig zu vermitteln, wie Wissenschaft generell funktioniert und wie Wissen produziert wird. Studienergebnisse sind nicht allgemein- und dauerhaft gültig und die Produktion von Wissen ist immer in bestimmte Kontexte eingebunden. Darüber hinaus wird das Thema Scheitern in der Forschung meiner Meinung nach zu wenig kommuniziert. Ohne das offene Umgehen mit Scheitern in der wissenschaftlichen Arbeit, wird der Eindruck erweckt, dass Wissenschaft im Prinzip perfekt und nicht hinterfragbar ist. Wir müssen die Produktion von Wissen eigentlich viel stärker reflektieren.</p><p>Aus diesen beiden Schwerpunkten heraus ist meine Arbeit an der <a href="https://www.tuebingen.de/stadtmuseum/38998.html" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Ausstellung Cyber and the City</a> entstanden. Dabei beantworten wir die Fragen: Was ist eigentlich Künstliche Intelligenz bzw. maschinelles Lernen? Welche Technik steckt dahinter? Wer arbeitet an diesem Thema in Tübingen? Und wie wird KI in der Stadt diskutiert?</p><h6>Welche Herausforderungen begegnen Ihnen bei Ihrer Arbeit?</h6><p>Die größte Herausforderung ist, dass wir mit ganz vielen verschiedenen Menschen sprechen, die unterschiedliche Wissenshorizonte haben. Schauen wir uns die Ausstellung zu KI an: auf der einen Seite ist da die Professorin, die das Thema wahrscheinlich tausendmal besser umreißen kann als ich. Andererseits spreche ich mit Menschen aus der Stadtbevölkerung, für die auf einmal ich zum Experten werde, obwohl ich technisch gesehen mit dem Thema Künstliche Intelligenz echt wenig am Hut habe. Mittlerweile würde ich schon sagen: ich habe es so halb verstanden, aber technischer KI-Experte bin ich trotzdem nicht. Gelöst haben wir diese Herausforderung dadurch, dass wir ein buntes Team mit interdisziplinärer Expertise zusammengestellt haben. Das waren mein Kollege <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/empirische-kulturwissenschaft/institut/personen/professorinnen/thomas-thiemeyer/" target="_blank" class="external-link">Thomas Thiemeyer</a> und ich aus der Empirischen Kulturwissenschaft, <a href="https://www.tml.cs.uni-tuebingen.de/team/luxburg/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Ulrike von Luxburg</a> aus der Informatik und dann vom Stadtmuseum Tübingen Guido Szymanska und Wiebke Ratzeburg. Zusätzlich haben ungefähr 35 Studierende aus der Empirischen Kulturwissenschaft und der Informatik im Rahmen von Studienprojekten oder Seminaren an der Ausstellung mitgearbeitet. Natürlich war es erst einmal eine Herausforderung so ein großes Team auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Gemeinsam haben wir dann überlegt wie wir das Thema Künstliche Intelligenz so erklären können, dass es die Professorin aber auch die eigene Oma verstehen kann. Wir haben insgesamt über ein Jahr gemeinsam am Konzept gearbeitet. Als Gruppe sind wir dadurch sehr stark zusammengewachsen und haben viel voneinander gelernt.&nbsp;</p><h6>Was inspiriert Sie?</h6><p>Das ist eine sehr interessante Frage, über die man häufig gar nicht nachdenkt. Wo kommen meine Ideen eigentlich her? Ich würde sagen bei mir ist es der Alltag, der mich inspiriert. Mir kommen Ideen und Einfälle sehr oft in ganz alltäglichen Momenten – wenn ich auf den Bus warte, durch den Park laufe, wenn ich einkaufe. Deswegen habe ich auch immer so ein kleines Notizbuch dabei, um mir dann sofort aufzuschreiben, was ich gesehen habe. Dinge und Situationen, die mir auffallen, weil sie anders aussehen, aus dem Rahmen fallen oder irgendwie komisch sind – nicht alltäglich eben. Das sind gute Anknüpfungspunkte, um weiter zu denken. &nbsp;</p><h6>Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?</h6><p>Die Offenheit mich an ihren Gedanken und an ihren Perspektiven teilhaben zu lassen, und so auch an ihrer Lebenswelt. Das ist nicht selbstverständlich, und für meine Arbeit als Empirischer Kulturwissenschaftler elementar.&nbsp;</p><h6>Lesestoff: welches Buch können Sie uns empfehlen?&nbsp;</h6><p>Ich muss gestehen, dass ich nur im Urlaub zum Freizeit-Lesen komme. Das ist der Moment, in dem ich endlich die Bücher aus dem Regal krame, die ich irgendwann mal geschenkt bekommen, aber einfach noch nicht zu lesen geschafft habe. Mein Lesetipp ist das Buch <a href="https://www.suhrkamp.de/buch/judith-schalansky-verzeichnis-einiger-verluste-t-9783518428245" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Verzeichnis einiger Verluste von Judith Schalansky</a>. Es erzählt im Prinzip davon, warum das Vergangene oder das was nicht mehr da ist, allein durch die Erinnerung noch immer so unglaublich nah sein kann. Diese Überlegung zu Erinnerungen und zu Erinnerungskultur finde ich deshalb so spannend, weil sie einen starken Bezug zu meiner Arbeit rund um das Thema neue Technologien hat. Ganz konkret: Wie verändert sich, wie wir uns erinnern? Wie beeinflussen neue Technologien, woran wir uns erinnern und was wir vergessen? Bleibt das Vergessene trotzdem in anderer Form erhalten, zum Beispiel in Sprachbildern? Das finde ich sehr faszinierend.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><h6>Veranstaltungshinweis: Sonderführung durch die Ausstellung "Cyber and the City" mit&nbsp;Prof. Dr. Thomas Thiemeyer und Tim Schaffarczik.&nbsp;</h6><h6><a href="https://uni-tuebingen.de/alumni/veranstaltungen/newsfullview-aktuelles/article/cyber-and-the-city-kuenstliche-intelligenz-bewegt-tuebingen-sonderfuehrung-mit-kuratorischer-leitung/" target="_blank" class="external-link">Hier geht es zu den Details und zur Anmeldung</a></h6>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-92671</guid><pubDate>Wed, 19 Apr 2023 14:42:19 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight: Christina Müller und die #ChallengeAccepted</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-christina-mueller-und-die-challengeaccepted/</link><description>Im Interview: Alumna Christina Müller schloss 2017 ihr Lehramtsstudium Mathematik an der Uni Tübingen ab. Heute arbeitet sie als Lehrerin und Internatspädagogin an der Schule Schloss Salem. Ihr Mut Neues zu wagen und auszuprobieren hilft ihr als Digitalisierungsbeauftragte der Schule. </description><content:encoded><![CDATA[<p class="ut-teaser">Christina Müller hat Gymnasiallehramt für die Fächer Musik und Mathematik an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen und an der Universität Tübingen (Abschlussjahr 2017) studiert. Ihr zweites Staatsexamen absolvierte sie am Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Rottweil. Seit 2019 ist sie Lehrerin und Internatspädagogin am Oberstufenstandort der Schule Schloss Salem in Überlingen. 2021 übernahm sie die Begleitung des digitalen Wandels der Schule. Darüber hinaus ist sie als Dozentin in der Medien- und Erwachsenenbildung tätig. Christina Müller lebt mit ihrem Mann im Internat am Bodensee.</p><h6>Wenn ich an meine Zeit in Tübingen denke, …. (bitte vervollständigen).&nbsp;</h6><p>….dann denke ich an das Gebäude C auf der Morgenstelle, wo wir Mathematiker uns oft aufhielten und vor allem an meine Kommilitonen und Kommilitoninnen. Ich denke an das Zusammensein während der Vorlesungen, in der Cafeteria oder Mensa für eine kurze Pause zwischendurch, an die gemeinsame Arbeit an den Mathe-Übungsblättern und an die Übungsgruppen.&nbsp;</p><h6>Wie war denn Ihre Studienzeit an der Uni Tübingen?</h6><p>Das Mathematikstudium war erst einmal ziemlich hart (lacht). Aber, und das ist mir dann auch bei der Suche nach dem Hashtag aufgefallen: Ich bin gerne für eine Herausforderung zu haben. Heute kann sich das wahrscheinlich niemand mehr vorstellen, aber noch im Jahr 2010/2011 war die Reaktion auf meinen Berufswunsch: „Was? Du willst Lehrerin am Gymnasium werden? Ihr kriegt doch alle keinen Job.“ Heute schmunzle ich darüber.&nbsp;</p><p>Die erste Zeit im Mathestudium war sehr fordernd! Gerade in den ersten zwei Semestern hat sich unser Jahrgang stark verringert. Meine Beobachtung war, dass oftmals diejenigen, die im Abitur durchweg 15 Punkte hatten, dem Mathestudium nicht lang standgehalten haben. Man braucht Durchhaltevermögen, Resilienz und eine hohe Frustrationstoleranz. Die Mathe-Studierenden, die in der Schule vielleicht nur „gut“ waren, konnten oft besser damit umgehen, wenn Übungen nicht direkt geklappt, oder sie die Inhalte nicht gleich verstanden haben.&nbsp;</p><p>Das Wichtigste, was ich gelernt habe: es geht nicht alleine. Jede Woche gab es ein neues Übungsblatt für die verschiedenen Vorlesungen, da ist ordentlich Druck drin. Man braucht Kommilitonen und Kommilitoninnen mit denen man sich zusammentut, sich über den Lernstoff austauscht und gemeinsam reflektiert. Durch die Teamarbeit sind viele enge Freundschaften entstanden, die bis heute halten.&nbsp;</p><h6>Was vermissen Sie an Tübingen?&nbsp;</h6><p>Das Restaurant Bella Roma oben an der Kunsthalle, das hat’s mir und meinen Freunden ganz schön angetan. Die Möglichkeit, hier und da einen guten Kaffee zu trinken, das leckere Essen in der Kichererbse und das kreative und alternative Flair der Studentenstadt, mit den barfüßigen Studierenden auf den Slacklines in der alten Botanik.&nbsp;</p><h6>Mit welchem Thema beschäftigen Sie sich gerade?&nbsp;</h6><p>Ich darf nur eins wählen? (lacht) Das ist wirklich schwierig zu sagen.</p><p>Eine meiner Hauptaufgaben ist die Internatspädagogik, also das Wohnen in der Schule Schloss Salem und die Betreuung von 23 jungen Frauen im Alter von 16-18 Jahren. Bezugsperson für diese Schülerinnen zu sein und sie in ihrer Entwicklung zu begleiten – das bereitet mir viel Freude! Dabei leitet mich das Prinzip unserer Schule: Die Erziehung zur Verantwortung.&nbsp;</p><p>Natürlich bin ich auch als Lehrerin tätig. Momentan unterrichte ich einen IB Higher Level Mathematics Application and Interpretation Kurs (Anm. d.R.: IB steht für International Baccalaureate). Die Schüler und Schülerinnen stehen kurz vor dem Abschluss, da geht es gerade in die letzten Züge.&nbsp;</p><p>Schließlich, als dritte Aufgabe, bin ich Digitalisierungsbeauftragte unserer Schule. Im vergangenen Schuljahr stand für mich die Einführung eines neuen Kommunikationssystems im Fokus. Darüber hinaus verantworte ich einerseits die Digitalisierung von Prozessen, andererseits die Umsetzung der Digitalisierung in der Pädagogik, z. B. durch die Erstellung eines Medienbildungskonzepts. Dabei beschäftige ich mich auch mit der Fort- und Weiterbildung der Medienkompetenz innerhalb des Kollegiums. Wofür ich wirklich dankbar bin, ist unsere zweiköpfige IT-Abteilung, die sich um die IT-Infrastruktur kümmert. Häufig arbeite ich in Projektteams, bestehend aus den IT-Kollegen, externer Unterstützung und 2-3 weiteren Personen aus dem Kollegium.&nbsp;</p><h6>Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei?&nbsp;</h6><p>Oftmals wird der Begriff Digitalisierung insofern missverstanden, dass es dabei lediglich um die Umstellung von Prozessen mit Hilfe neuer digitaler Werkzeuge ginge. Meiner Meinung nach darf nicht vernachlässigt werden, wie sich unser Leben und Arbeiten durch die Digitalisierung verändert und wie wir damit umgehen. Nehmen wir ChatGPT als Beispiel. Ich weiß – jetzt fang ich auch noch damit an (lacht). Aber es ist natürlich gerade das Thema, auch im Bildungssektor. Ich denke, es ist nur natürlich, dass gegenüber neuen Technologien oft eine Vermeidungs- oder Verbotshaltung eingenommen wird.&nbsp;</p><p>Dabei es ist wichtig, zunächst kritisch zu reflektieren und zu überlegen, was ChatGPT überhaupt kann. Und was kann die KI nicht? Selbst wenn sich Schüler und Schülerinnen die Hausaufgabe damit quasi schreiben lassen, dann haben sie noch keine Quellen dazu. Und sie müssen auch immer noch kritisch reflektieren und den künstlich erstellten Text hinterfragen: Stimmt es, was die KI geschrieben hat? Ist das auch meine Meinung? Wo finde ich die passenden Quellen? Somit muss das Thema immer noch selbst bearbeitet werden. Diese Aspekte müssen mit den Schülern und Schülerinnen thematisiert werden. ChatGPT beispielsweise bei den Hausaufgaben zu verbieten käme einem Verbot gleich, die Eltern um Hilfe zu bitten. Nicht jedes Kind hat Eltern daheim, die zu allen Inhalten fachkompetent inspirieren können. Insofern könnte man argumentieren, dass ChatGPT zu mehr Chancengleichheit führt. Als Lehrkraft finde ich es wichtig, nicht direkt „Nein“ zu neuen Technologien zu sagen und zu überlegen, wie wir unseren Schulalltag anpassen und Hausaufgaben vielleicht anders stellen können und müssen.&nbsp;</p><h6>Wie könnte Ihnen die Alumni Community der Uni Tübingen bei diesen Herausforderungen helfen?</h6><p>ChatGPT war ja jetzt ein sehr konkretes Beispiel. Allgemein interessiert mich, wie in der freien Wirtschaft mit solch grundlegenden Veränderungen umgegangen wird. Als Beamtin im Schulwesen arbeite ich in einer eher traditionellen Struktur. Da schaue ich gerne neugierig über den Tellerrand, um von anderen zu lernen. Vielleicht hat ja jemand von den Leser und Leserinnen Lust auf einen Austausch oder ein paar Tipps zu Gruppen auf LinkedIn, Podcasts oder Literatur zu diesem Thema. &nbsp;</p><h6>Was inspiriert Sie?&nbsp;</h6><p>Die Interaktion mit meinen Mitmenschen. Ich bin gerne unter Leuten! Im Austausch mit meinen Schülern und Schülerinnen oder in der Zusammenarbeit mit dem Kollegium – ich habe das Gefühl es gibt so eine direkte Rückkopplung, so ein direktes Feedback. Das inspiriert und motiviert mich einfach. &nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++</p><p><a href="https://www.linkedin.com/in/christina-m%C3%BCller-77a82195/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Treten Sie mit Christina Müller in Kontakt</a></p><p>Sie möchten jemanden für ein Alumni Spotlight Interview vorschlagen? <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cnwopkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">Schreiben Sie uns.</a><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91960</guid><pubDate>Thu, 30 Mar 2023 09:27:17 +0200</pubDate><title>Alumni Spotlight: #brückenbauer Nico Bühler</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/alumni-spotlight-brueckenbauer-nico-buehler/</link><description>Im Interview: Nico Bühler (Abschlussjahr 2009) hat von 2003-2009 in Tübingen und San Francisco (USA) Allgemeine Rhetorik, Amerikanistik und BWL studiert. Heute arbeitet er beim Gründermotor - der dezentralen Innovatiosplattform für Baden-Württemberg und betreut Unternehmenspartner. Dabei helfen ihm seine Kenntnisse in Projektmanagement, Vertrieb und Unternehmensstrategie, die er zuvor in der Automobilindustrie ausbauen konnte.</description><content:encoded><![CDATA[<h6>Erklären Sie bitte in einem Satz, was Sie beruflich machen. &nbsp;</h6><p>Als Head of Corporate Partner Success bin ich verantwortlich für den Erfolg unserer Unternehmenspartner beim Gründermotor. Hier werden alle relevanten Player im Innovations-Ökosystem in Baden-Württemberg miteinander verbunden, um gemeinsam Innovation zu wagen.&nbsp;<br> &nbsp;</p><h6>Bitte vervollständigen Sie: Wenn ich an meine Zeit in Tübingen denke, …&nbsp;</h6><p>….habe ich fast immer ein Lächeln auf dem Gesicht!&nbsp;<br> &nbsp;</p><h6>Was war Ihr größtes Learning aus der Zeit Ihres Studiums? &nbsp;</h6><p>Dass man zwar mal 'nen Grundstein legen kann, dass Lernen aber auch mit abgeschlossenem Studium nie aufhört.&nbsp;<br> &nbsp;</p><h6>An welchem Projekt oder Thema arbeiten Sie gerade? &nbsp;</h6><p>Wir unterstützen (unter anderem!) große und kleine Mittelständler dabei, mit Startups in Kontakt zu kommen und gegenseitig voneinander zu lernen. Oft dürfen wir dabei moderieren und bei unseren Produkten – wie zum Beispiel dem Recrutingformat Talents BW oder der <a href="https://gruendermotor.io/angebote/co-creation-meisterklasse-bw/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Co-Creation Meisterklasse BW</a> Ansprechpartner für beide Seiten sein. Ziel ist es, das gesamte Ökosystem für die nächste Generation Mittelstand gemeinsam fit zu machen. &nbsp;<br> &nbsp;</p><h6>Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei? &nbsp;</h6><p>Das längst noch nicht alle überzeugt sind, wie wichtig der gegenseitige Austausch für die nächste Generation Mittelstand ist. Wir arbeiten aber daran!&nbsp;<br> &nbsp;</p><h6>Was hätten Sie gerne bereits mit 22 Jahren über das Leben oder Ihre Karriere gewusst? &nbsp;</h6><p>Hm. Ich würde sagen: enthusiastisch machen und ins Handeln kommen, hilft viel mehr als etwas völlig zu überdenken und sich dann selbst zu lähmen. Und der Klassiker: Oft kommt's anders, als man denkt. Und oft auch besser!&nbsp;<br> &nbsp;</p><h6>Was vermissen Sie an Tübingen? &nbsp;</h6><p>Sich völlig unkompliziert und ohne wochenlange Vorplanung mit Studienfreund:innen zum Kaffee oder Bier treffen zu können. Und die Hallenfussballturniere mit den Kumpels.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++</p><p>Sie möchten <a href="https://www.linkedin.com/company/gruendermotor/mycompany/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">mehr über die Innovationsplattform Gründermotor</a> erfahren?&nbsp;</p><p>Sie wollen mit <a href="https://www.linkedin.com/in/nico-bühler-385592137/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Nico Bühler</a> in Kontakt treten?</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-91159</guid><pubDate>Fri, 17 Mar 2023 11:35:34 +0100</pubDate><title>UT Forschenden Alumnus feiert Nowruz auf besondere Weise</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/ut-forschenden-alumnus-feiert-nowruz-auf-besondere-weise/</link><description>In seiner Freizeit fertigt Dr. Nima Nezafati anlässlich Nowruz ganz besondere Kunstwerke an. In jedem seiner Werke spiegelt sich seine Liebe zum Detail wider.</description><content:encoded><![CDATA[<p><em>"Nowruz hat eine besondere Bedeutung für mich: Das Frühlingsfest erinnert mich daran, dass Licht auf Dunkelheit folgt."</em> (Nima Nezafati)<br> &nbsp;</p><p><strong>Über den Kunstschaffenden<br> Dr. Nima Nezafati</strong> studierte Geologie und Lagerstättenkunde an der Universität Shahid Beheshti und am Research Institute for Earth Sciences in Teheran sowie Mineralogie an der TU Bergakademie Freiberg. 2006 promovierte er an der Universität Tübingen an der Geowissenschaftlichen Fakultät. In seiner Doktorarbeit erforschte er interdisziplinär Erzlagerstätten und antike Artefakte aus dem westlichen Zentraliran, darunter die antike Cu-Sn-As-Au-Mine von Deh Hossein. Dr. Nima Nezafati untersuchte Erz, das Wirtsgestein, und einige archäologische Überreste der Mine mit verschiedenen analytischen, petrographischen und geologischen Methoden. Zudem wertete er antike Bronzeartefakte aus Luristan mit Hilfe von Spurenelement- sowie Isotopenanalysen hinsichtlich ihrer Übereinstimmungen mit den Erzen des Untersuchungsgebiet aus.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-90202</guid><pubDate>Fri, 24 Feb 2023 22:19:34 +0100</pubDate><title> Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2023: Alumni Tübingen</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/newsletter-uni-tuebingen-aktuell-nr-1-2023-alumni-tuebingen/</link><description> „Nur wer die Welt versteht, kann sie verändern!“ Alumna Professorin Dr. Bärbel Renner ist Geschäftsführerin der experimenta gGmbH.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frau Renner, welche Position haben Sie inne und welche Aufgaben sind damit verbunden?</strong><br> Seit Juli vergangenen Jahres bin ich die Geschäftsführerin der experimenta gGmbH. Die experimenta versammelt über 80 verschiedene Berufe und bietet Besuchenden ein sehr vielfältiges Angebot – entsprechend vielfältig sind auch meine Aufgaben. Heute Vormittag ging es um die Sternwarte der experimenta, nachmittags um eine Fachkonferenz und das anstehende Science &amp; Theatre-Festival, zudem um die Vorbereitung der jährlichen Pressekonferenz und das Jahrbuch, das kurz vor der Drucklegung steht.</p><p><strong>Was begeistert Sie an Ihrer Stelle?</strong><br> Die interdisziplinäre Art und Weise, wie wir Wissen vermitteln. Kürzlich hatten wir eine Veranstaltung zu „Die Sterne in den vier Jahreszeiten“, bei der das Württembergische Kammerorchester Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ spielte und einer unserer Astrophysiker im Planetariumsmodus unseres Science Domes erklärte, welchen Einfluss die Sonne und die Sterne auf die Jahreszeiten haben.&nbsp;</p><p><strong>Welcher Gedanke leitet Sie?</strong><br> Jüngeren Menschen Mut zu machen! Wir leben in sehr unsicheren Zeiten, in denen es besonders wichtig ist, auf die eigenen Fähigkeiten und Stärken zu vertrauen. Unser Ziel ist es, Freude an Wissen zu vermitteln und das eigenständige Lernen und Verstehen zu fördern. Dafür ist das Experimentieren, Entdecken und Erleben von entscheidender Bedeutung. Wir schaffen Möglichkeitsräume und verstehen uns als ein inspirierender Ort des Lernens für die Zukunft. Als Mutmacherin habe ich mich schon als Professorin verstanden. Junge Menschen zu befähigen, ihren eigenen Weg zu finden, ist überaus erfüllend.</p><p><strong>Sie haben in Ihrer Karriere viele verschiedene Stationen durchlaufen. Auf welche berufliche Errungenschaft sind Sie besonders stolz?</strong><br> Die meisten Errungenschaften erreicht man im Team, nicht alleine. Worüber ich mich jedoch sehr gefreut habe, war 2011 die Auszeichnung zur Professorin des Jahres. Der Fokus lag damals auf „Wegbereiten für Karrieren“, auf Professorinnen und Professoren, die Studierende bestmöglich auf den Berufseinstieg vorbereiten. Durch meine vorherigen Tätigkeiten in der Wirtschaft war meine Lehre immer sehr praxisnah und anwendungsorientiert. Und natürlich freue ich mich, nun als Geschäftsführerin die Verantwortung für das größte Science Center Deutschlands inne zu haben.</p><p><strong>Welche Fächer haben Sie in Tübingen studiert und wie haben diese Ihren Berufsweg geprägt?</strong><br> Ich habe in Tübingen Germanistik und Geschichte studiert. Die Wahl meiner Fächer hing eng mit meinem damaligen Wunsch zusammen, im Verlagswesen zu arbeiten. Schon während meines Studiums war ich viel in verlagsnahen Bereichen tätig – und konnte dann nach Beendigung meines Studiums tatsächlich meine erste Stelle im Schroedel Schulbuchverlag in Hannover antreten.</p><p><strong>Welchen Begriff verbinden Sie mit Ihrem Studium in Tübingen?</strong><br> „Studium Generale“! Ich hatte damals das große Glück, u.a. Hans Küng und Walter Jens in Vorlesungen des Studium Generale erleben zu dürfen. Eine Sternstunde des Studium Generale fand im Festsaal der Neuen Aula statt: Die zwei Professoren sprachen über Nathan der Weise und während Hans Küng das Werk aus theologischer Perspektive analysierte, erläuterte es Walter Jens als Rhetoriker und Literaturwissenschaftler. Diese Vorlesungen waren ungemein bereichernd – und sind unvergessen.</p><p><strong>Welche Rolle spielen Wissenschaftszentren wie die experimenta bei der Vermittlung von Wissen?</strong><br> Die Aufgabe der experimenta ist es, Menschen im Alter von 3 bis 103 Jahren spielerisch für Wissen zu begeistern. Anders als in Museen heißt es in der experimenta, „Berühren erlaubt!“ An den Exponaten in unserer Ausstellung können Sie nicht ehrfürchtig vorbeischreiten, sie müssen mit ihnen interagieren. Auch in unseren Laboren, in der Sternwarte, im Maker Space und im Forum oder den Studios geht es um das Mitmachen. Auf diese Weise können wir in vielfältigen Formaten unterschiedliche Zielgruppen erreichen und Wissen vermitteln. Getreu unserem Motto: Nur wer die Welt versteht, kann sie verändern! Wir zeigen unseren Besuchenden beispielsweise, welch langen Weg eine Jeans zurücklegt, bis sie im Bekleidungsgeschäft ausliegt – und greifen dann das Thema Nachhaltigkeit auf, um Schülerinnen und Schüler nicht nur zu informieren, sondern auch zu nachhaltigem Handeln zu bewegen.</p><p><strong>Wenn Sie unverhofft eine Stunde Zeit hätten: An welcher Mitmachstation der experimenta würden wir Sie finden?</strong><br> Alle Mitmachstationen wurden mit unglaublich viel Fachwissen und didaktischer Expertise konzipiert, weswegen ich mich für alle begeistern kann. Eine Station, die ich jedoch sehr liebe, heißt „Super Ich“. An dieser können Sie ihren eigenen Körper in einer anderen Materialität erscheinen lassen, er sieht dann so aus, als bestünde er rein aus Wasser oder aus Molekülen. Diese Station lädt auch dazu ein, darüber nachzudenken, wer wir sind, was uns ausmacht. &nbsp;</p><p><strong>Vervollständigen Sie bitte diesen Satz. Viele meiner Mitmenschen wären überrascht, wenn sie wüssten, dass…&nbsp;</strong><br> …ich Gründungsmitglied des Fördervereins Schwäbischer Dialekt e.V. bin, der 2002 in Tübingen ins Leben gerufen wurde.</p><p class="align-right">Das Interview führte Rebecca Hahn&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-89977</guid><pubDate>Fri, 17 Feb 2023 11:48:47 +0100</pubDate><title>Erdbeben in Syrien und der Türkei: Rektorin der Universität Tübingen spricht Mitgefühl aus</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/erdbeben-in-syrien-und-der-tuerkei-rektorin-der-universitaet-tuebingen-spricht-mitgefuehl-aus/</link><description>Die Rektorin der Universität Tübingen Professorin Dr. Karla Pollmann spricht betroffenen Ehemaligen und Angehörigen der Universität Tübingen ihr tiefes Mitgefühl aus.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Ehemalige,<br><br> mit diesem Schreiben möchte ich all denjenigen, die von den Erdbeben am 6. Februar 2023 in Syrien und der Türkei betroffen sind, mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen.<br><br> Meine Gedanken sind bei den Ehemaligen, die in diesen Regionen leben, den Angehörigen der Universität Tübingen, die in diesen Gebieten Familie, Freundinnen und Freunde haben und bei unseren Kollegen und Kolleginnen und unseren Kooperationspartnern- und partnerinnen, die sich in den betroffenen Regionen befinden. Die Meldungen, die über die Zerstörung und den Verlust von Menschenleben berichten, erschüttern uns und machen uns zutiefst betroffen.<br><br> Als Mitglieder einer globalen Gemeinschaft ist es unsere Pflicht, in Krisenzeiten zusammenzustehen. In diesem Sinne möchte ich Sie auf die Spendenkampagne des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart e.V. aufmerksam machen, einem Kooperationspartner des Museums der Universität Tübingen im Troia-Projekt. Das Deutsch-Türkische Forum Stuttgart e.V. sammelt Spenden, um die Hilfsmaßnahmen in den betroffenen Gebieten in der Türkei und Syrien zu unterstützen. Weitere Informationen zum Spendenaufruf finden Sie auf der Seite des Museums der Universität Tübingen <a href="https://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/de/infos/news/erdbebenhilfe-tuerkei-und-syrien" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">hier</a>.<br><br> In tiefer Anteilnahme<br><br> Ihre<br><br> Professorin Dr. Karla Pollmann<br> Rektorin der Universität Tübingen</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88867</guid><pubDate>Fri, 20 Jan 2023 12:08:00 +0100</pubDate><title>Tübingen Reloaded: Insights</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/tuebingen-reloaded-insights/</link><description>In the “Tübingen Reloaded: Insights” series, we interview research alumni who have returned to the University of Tübingen on a Tübingen Reloaded grant. The series offers insights into the highly varied research undertaken by UT research alumni and the international collaborations at the University of Tübingen.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify">Today’s guest is Dr. Nicholas McGuinn who was invited back to the University of Tübingen by Professor Uwe Küchler (English Department). Nicholas McGuinn works at the Department of Education at the University of York, where he is a Visiting Fellow and undertakes research in Secondary Education, Teacher Education and Teaching Methods. He was the Ottilie Wildermuth Visiting Professor at the University of Tübingen for the winter term 2019/20 and returned to Tübingen on a Tübingen Reloaded grant in December 2022.</p><p class="align-justify"><strong>What brought you to Tübingen?</strong><br> I was fortunate to be offered the opportunity of sharing the Ottilie Wildermuth Visiting Chair of Teaching English as a Foreign Language at Tübingen University’s English Department for the academic year of 2019/20. My colleague from the Department of Education at York, Amanda Naylor, held the post for the summer semester and I followed for the winter semester. In December 2022, I returned to participate in the “Fachtag Englisch” and to develop the existing writing and research collaborations between my department and the UT English Department which the Wildermuth initiative has made possible.<br><br><strong>Tell us about your research and the projects you are currently working on.</strong><br> My field of research has been exploring the relationship between drama in education and citizenship. Recently, however, I have been working on a further project: together with colleagues from Norway and Pakistan, I am connecting undergraduate students from three different countries, Norway, Pakistan and the UK, inviting them to share the experience of studying the same literary text. At the moment, we are looking at <em>Lord of the Flies</em> by William Golding from an ecological viewpoint. It has been very enriching to see how students from different backgrounds explore the same literary themes. To date, we have published two papers on our work in the <em>Cambridge Journal of Education</em>. One entitled <a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/0305764X.2020.1736002" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">We are invited to imagine: using a literary text to encourage cross-cultural dialogue about citizenship</a> and the other <a href="https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/0305764X.2021.1959519" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">‘I lost the faith in humanity.’ Using William Golding’s<em> Lord of the Flies</em> to explore ethical and moral issues through transnational, online literary exchange</a>.</p><p><strong>Is this work part of a larger project?</strong><br> In a way, yes. We want to widen the focus of our work by exploring this collaboration as a model for teachers and academics who are interested in designing their own professional development programme and regaining a sense of agency through that process. Within the current English educational system, there is a perception amongst some teachers that they have little agency when it comes to professional development. There is the sense that professional development tends to be imposed from the top down within schools. We seek to explore what happens when a group of teachers gets together and decides for themselves how they want to develop as professionals, what they want to study, and how they can support each other.&nbsp; In this context, it was particularly valuable, during and after my time at Tübingen, to work on a teaching and research project with staff from Weingarten Gymnasium (publication forthcoming: 2023).<br><br><strong>What else are you working on?</strong><br> The relationship between drama and citizenship. I am interested for example in “forum theatre”, the kind of applied theatre that gives a voice to people who, in the current system, do not usually have a voice or much sense of agency. Forum theatre is a type of theatre that invites people to act out the issues they are dealing with in a dramatic space and, crucially, to rehearse alternative responses within a ‘forum’ that is both nurturing and encouraging of imaginative engagement. Non-professional actors use drama techniques to play out and to discuss the key issues that they have in their lives. I was very pleased that the drama practitoner Jonathan Sharp, a colleague whom I met at&nbsp; Tübingen, was able to contribute a chapter to the volume <a href="https://www.routledge.com/International-Perspectives-on-Drama-and-Citizenship-Education-Acting-Globally/McGuinn-Ikeno-Davies-Sant/p/book/9780367524876" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">International Perspectives on Drama and Citizenship Education: Acting Globally. Abingdon and New York: Routledge Education</a> that I edited together with two colleagues.<br><br><strong>What surprised you the most during your stay in Tübingen?</strong><br> I didn't realize that Ottilie Wildermuth was a near contemporary of George Eliot (Marian Evans)! My academic work began with a PhD in George Eliot and feminism, and I feel like my time in Tübingen was a nice way, on a personal level, of completing the circle. ‘Surprised’ is not the appropriate word here; but it was fascinating to compare our respective departments’ approaches to the teaching and assessment of undergraduate students and trainee teachers. I learned a lot and thoroughly enjoyed my teaching experiences at Tübingen as well as the many opportunities for on-going collaborative work with colleagues which the Wildermuth Chair has made possible. I would like to extend particular thanks to Professor Uwe Küchler for facilitating my stay and for making me so welcome. It is good to know that we will continue to write and publish together.<br><br><strong>Contact<br> Dr. Nicholas McGuinn</strong><br> Visiting Fellow<br> University of York<br> Department of Education<br> United Kingdom<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,pkejqncu0oeiwkppBaqtm0ce0wm" data-mailto-vector="2" class="mail">nicholas.mcguinn<span style="display:none">spam prevention</span>@york.ac.uk</a></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-88291</guid><pubDate>Fri, 23 Dec 2022 08:55:19 +0100</pubDate><title>Frohe Festtage 2022 </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/frohe-festtage-2022/</link><description>Unsere Rektorin Professorin Dr. Karla Pollmann blickt in ihrem Schreiben an die Alumni der Universität Tübingen auf ein herausforderndes und ereignisreiches Jahr zurück. </description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liebe Ehemalige der Universität Tübingen,</strong></p><p>ein herausforderndes Jahr neigt sich dem Ende zu und die Festtage stehen unmittelbar bevor. Gerne möchte ich dieses Schreiben nutzen, um mich Ihnen, liebe ehemalige Studierende, Forschende und Mitarbeitende, als neue Rektorin der Universität Tübingen vorzustellen. Mein Name ist Professorin Dr. Karla Pollmann und ich bin seit dem 1. Oktober 2022, in der Nachfolge von Professor Dr. Bernd Engler, Rektorin der Universität Tübingen. Zuvor hatte ich an der Universität Bristol eine Doppelprofessur in Klassischer Philologie und Theologie inne und war als Dekanin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät sowie als Mitglied des University Executive Boards tätig. Davor forschte und lehrte ich u.a. an den Universitäten Bochum, Bielefeld, Konstanz, St. Andrews, Kent und Reading. Es ist mir eine große Ehre, meine Erfahrungen aus Großbritannien und weiteren internationalen Wissenschaftssystemen an der Universität Tübingen einzubringen. Wie Sie zähle auch ich zum Kreise der Ehemaligen und so freue ich mich sehr, nun als Rektorin an meinen alten Studienort zurückzukehren.</p><p>Unsere Universität blickt auf ein ereignisreiches und forschungsstarkes Jahr zurück. So ist die Universität um gleich vier Einrichtungen gewachsen, die es uns erlauben, Forschung auf höchstem Niveau zu betreiben. Neu hinzugekommen sind das Europäische Labor für Lernende und Intelligente Systeme (ELLIS), das hoch qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern attraktive Rahmenbedingungen für ihre Forschung im Bereich der Künstlichen Intelligenz bietet; das Forschungszentrum für Wissenschaftskommunikation, das dazu beiträgt, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Gesellschaft zu vermitteln; das Tübingen Center for Digital Education, das innovative Formen des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien erforscht und in die Praxis transferiert, sowie das College of Fellows, das internationalen Forschenden eine Forschungs-, Vernetzungs- und Veranstaltungsplattform bietet.<br> &nbsp;<br> Forschung der Universität Tübingen findet nicht nur vor Ort statt, sondern in aller Welt. Mit Stolz blicken wir beispielsweise auf eine Rettungsgrabung im Irak, an der unsere Archäologinnen und Archäologen maßgeblich beteiligt waren. Gemeinsam mit deutschen und kurdischen Forschenden legten unsere Forschenden eine Stadt aus der Bronzezeit frei und entdeckten dabei unter anderem ein Archiv mit über 100 Keilschrifttafeln aus mittelassyrischer Zeit.</p><p>Den gleichen Stellenwert, den wir der Forschung beimessen, haben an der Universität auch Studium und Lehre. Um die Arbeit herausragender Lehrender zu würdigen, vergeben wir regelmäßig den Lehrpreis der Universität. 2022 ging der Preis an Professor Rainer Nagel aus der Mathematik für das internationale „Internetseminar Evolutionsgleichungen“. Schon seit 25 Jahren verbindet er in diesem Seminar digitale Elemente mit Präsenzlehre: Studierende aus derzeit 120 Universitäten weltweit erarbeiten zusammen jährlich wechselnde Themenschwerpunkte aus der Mathematik.</p><p>Der starke Fokus, den wir auf Spitzenforschung, eine exzellente Lehre sowie eine zunehmende Internationalisierung legen, zahlt sich aus, und so wird die Universität Tübingen auch im Ausland immer beliebter. Im laufenden Wintersemester sind mehr als 4.100 internationale Studierende an unserer Universität eingeschrieben, so viele wie noch nie zuvor. Den Kurs, hervorragende internationale Studierende nach Tübingen zu holen, wollen wir weiterverfolgen. Denn wir sehen in dieser Gruppe von Studierenden nicht allein ein großes Potenzial für die Universität, sondern auch für Wirtschaft und Gesellschaft.</p><p>Abschließen möchte ich dieses Schreiben mit einem sehr herzlichen Dank an all diejenigen, die dem Spendenaufruf des Universitätsbunds zur Förderung geflüchteter Studierender und Forschender aus Ukraine gefolgt sind. Insgesamt sammelte der Universitätsbund beeindruckende 60.000 Euro an Spenden, die in Form von Stipendien fünf geflüchteten Forschenden aus Ukraine zugutekamen. Sie, liebe Ehemalige, haben dazu beigetragen, diesen Menschen in ihrer großen Not eine akademische Heimat zu ermöglichen.</p><p>Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen frohe und besinnliche Festtage, viel Freude zum Jahreswechsel sowie Glück und Gesundheit für das kommende Jahr. Kontaktieren Sie mich gerne via E-Mail an <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,cnwopkBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">alumni<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a> bei Fragen, Anregungen oder Feedback.</p><p>Mit herzlichen Grüßen</p><p>Professorin Dr. Karla Pollmann<br> Rektorin</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-85104</guid><pubDate>Fri, 21 Oct 2022 11:30:00 +0200</pubDate><title>Eine Spurensuche: Tübingen 10 Jahre später</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/eine-spurensuche-tuebingen-10-jahre-spaeter/</link><description>UT Alumna Annalisa Ziliani aus Italien, MSc European Economics/ Abschlussjahrgang 2012, kehrt 10 Jahre nach dramatischem Abschied aus Tübingen zurück an den Neckar.</description><content:encoded><![CDATA[<p>2012 schloss ich mein VWL-Studium, einem Doppelabschlussprogramm der Universitäten Tübingen und Pavia, erfolgreich ab. Meine Tübinger Absolvent*innenfeier musste jedoch leider ohne mich stattfinden! Aufgrund eines Staus auf der A6 kam ich mit großer Verspätung in Tübingen an und verpasste so die Zeremonie, der ich sehr entgegengefiebert hatte. Wenn ich an diesen Tag zurückdenke, sehe ich mich mit zerrissener Strumpfhose und Tränen in den Augen mein Diplom in den Händen halten – das mir im Nachhinein überreicht wurde. „Zumindest kann ich in Italien mein italienisches Diplom feiern,“ war der einzig positive Gedanke, den ich fassen konnte.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80165</guid><pubDate>Wed, 08 Jun 2022 10:57:01 +0200</pubDate><title>„‚Frei leben – ohne Gewalt‘ gehisst!“</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/frei-leben-ohne-gewalt-gehisst/</link><description>UT Alumna Christa Stolle engagiert sich seit Jahrzehnten für Menschen- und Frauenrechte. Wir trafen sie im Interview.</description><content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Bundesgeschäftsführerin und Vorständin von TERRE DES FEMMES Christa Stolle berichtet über ihr Studium in Tübingen, ihre Anfänge als Menschenrechts- und Frauenaktivistin sowie über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Kampf für die Gleichstellung von Mädchen und Frauen.</em></p><p><strong>Was haben Sie für eine Verbindung zur Universität Tübingen und warum haben Sie sich für ein Studium in Tübingen entschieden?</strong></p><p>Ich habe von 1984 bis 1990 in Tübingen Ethnologie und Empirische Kulturwissenschaften studiert. Zuvor war ich an der Universität Bonn ab 1982, ich wollte aber unbedingt noch einmal den Studienort wechseln und eine andere Universität kennenlernen. Mein damaliger Freund und späterer Mann studierte in Tübingen. Als ich mit ihm durch die Innenstadt spazierte, war ich von der Schönheit Tübin-gens fasziniert und wusste: Hier möchte ich meine restliche Studienzeit verbringen. Zudem überzeugte mich die fortschrittliche und reformorientierte Ausrichtung des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaften zur Volkskunde und zur europäischen Ethnologie sowie seine wissenschaftliche und sehr praxis- und projektorientierte Arbeitsweise.</p><p>Letztendlich bin ich in Tübingen sehr viel länger geblieben als geplant. Ich habe hier meine Tochter zur Welt gebracht, die noch heute in Tübingen lebt.</p><p><strong>Wie ist Ihr Engagement für Frauen- und Menschenrechte entstanden?</strong></p><p>Als wir uns im Studium der Ethnologie mit Kulturen und Traditionen auseinandersetzten, wurde ich bereits mit sehr vielen frauenspezifischen Menschenrechtsverletzungen wie Brustbügeln, Menstruationsriten und Genitalverstümmelungen konfrontiert. TERRE DES FEMMES setzte sich schon seit der Gründung 1981 mit genau diesen Themen frauenspezifischer Verletzungen auseinander. Das war für mich der richtige Rahmen, diese Traditionen zu bekämpfen und in Frage stellen zu können. Dass der Verein TERRE DES FEMMES neben einer Menschenrechtsorganisation auch gleichzeitig eine aktive Frauenbewegung verkörperte, hat mich in meinem Engagement bestärkt.</p><p><strong>Wie begann Ihre Tätigkeit bei TERRE DES FEMMES?</strong></p><p>Mit einem Aushang an der Universität Tübingen im Jahr 1985: Es wurden Mitstreiterinnen und Mitstreiter für den Verein gesucht. Nach einer Phase der intensiven ehrenamtlichen Arbeit im Vorstand konnte dank der Finanzierung durch das Arbeitsamt 1990 eine hauptamtliche Stelle in Tübingen geschaffen werden. Das war die Chance für den Verein, wichtige Grundstrukturen aufzubauen. Und ich fand dadurch meine Heimat und Berufung, um mich weltweit für Menschenrechte, insbesondere für Frauen und ihre Selbstbestimmung, einzusetzen – bis heute. Ich hatte Zeit und ein Einkommen, um ein professionelles Fundraising, eine Verwaltung und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit umzusetzen. Damals hatte der Verein gerade 100 Mitglieder, heute sind es über 2.700.&nbsp;</p><p><strong>Bitte beschreiben Sie Ihre Vorstandstätigkeit</strong></p><p>Als es noch keine Geschäftsstelle gab, waren die Aufgaben des dreiköpfigen Vorstands neben der PR-Arbeit, des Fundraisings und der allgemeinen Korrespondenz, die Mitgliederversammlungen einzuberufen und Briefe an die Politik zu schreiben. Dazu kam auch noch unsere aktive Kampagnenzeit. Meine erste größere Herausforderung war die Adler-Kampagne 1987, bei der wir uns für Textilarbeiterinnen der Firma Adler in Südkorea eingesetzt haben – für bessere Arbeitsbedingungen und die Bildung einer freien Gewerkschaft. Diese Kampagne ging durch alle Medien, als es in der Folge Brandanschläge auf Adler-Filialen in Deutschland gab, mit denen wir natürlich nichts zu tun hatten. Plötzlich musste ich mich als ehrenamtliche Vorstandsfrau verantwortlich zeigen und mit den Medien über die Geschehnisse sprechen. Das traf mich als junge Studentin unvorbereitet. Heute ist meine Vorstandstätigkeit mit 40 Mitarbeitenden in Berlin und vielen ehrenamtlich Tätigen deutschlandweit vergleichsweise routiniert und umfasst die Leitung der Bundesgeschäftsstelle.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-74478</guid><pubDate>Thu, 10 Feb 2022 16:07:39 +0100</pubDate><title>„Auf den Spuren des frühmodernen Menschen in Südafrika“</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/auf-den-spuren-des-fruehmodernen-menschen-in-suedafrika/</link><description>Der Geoarchäologe und Doktorand Peter Morrissey von der Witwatersrand Universität in Südafrika ist einer der ersten Stipendiaten, der im Rahmen des Förderprogramms Baden-Württemberg im März 2022 für drei Monate an die Universität Tübingen kommt.</description><content:encoded><![CDATA[<p class="ut-teaser">Die Universität Tübingen verstärkt ihre Kooperationen mit Afrika: Sieben Forschende aus Algerien, Gabun, Senegal, Südafrika und Togo aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen werden für mehrmonatige Aufenthalte nach Tübingen eingeladen, gefördert vom Land Baden-Württemberg.&nbsp;<br><br> Der Geoarchäologe und Doktorand Peter Morrissey von der Witwatersrand Universität in Südafrika ist einer der ersten Stipendiaten, der im März 2022 für drei Monate an die Universität Tübingen kommt. Gemeinsam mit seiner Doktormutter Dr. Susan Mentzer von der Abteilung Geoarchäologie möchte er hier bedeutende archäologischen Funde der südafrikanischen Klasies-River-Höhlen Südafrika untersuchen. Dabei suchen sie nach Belegen und Erklärungen für das Verhalten des archaischen Homo sapiens, der vor 120.000 Jahren in der Höhlenregion lebte. Christin Wannagat hat ihn vorab über seine Forschungspläne an der Universität Tübingen interviewt.</p><p><strong>1.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Was ist Ihr Hauptforschungsgebiet?</strong></p><p>Ich bin Geoarchäologe. Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Verständnis des geologischen Kontexts der archäologischen Aufzeichnungen, um alte, vom Menschen geschaffene Merkmale zu identifizieren und festzustellen, ob geologische Prozesse diese Aufzeichnungen verändert haben. Wir ermitteln dazu die Klima- und Umweltbedingungen im Zusammenhang mit menschlichen Besiedlungen. All diese Informationen helfen uns Archäologen, die an archäologischen Stätten gefundenen Belege für das Verhalten des archäischen Homo sapiens besser zu verstehen.&nbsp;</p><p><strong>2.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Mit welchen Forschungsfragen beschäftigen Sie sich aktuell?</strong></p><p>Meine Doktorarbeit konzentriert sich auf die Klasies-River-Höhlen (<em>Klasies River Main</em>) in Südafrika, eine äußerst wichtige archäologische Fundstätte aus der Mittelsteinzeit. Sie besteht aus mehreren verschiedenen Höhlen, die über die letzten 120.000 Jahren zu verschiedenen Zeiten von Menschen bewohnt wurden. Zu den Funden gehören große Mengen an Steinwerkzeugen und Tierknochen sowie einige bedeutende menschliche Fossilien. Aufgrund der Zusammensetzung der Ausgrabungsstätte mit verschiedenen Gesteinsschichten und Ablagerungen ist es schwierig zu verstehen, wie dort gefundene Artefakte und Fossilien zeitlich zueinander in Beziehung stehen und wie sich die unterschiedlichen Entstehungsprozesse &nbsp; der Stätte auf diese Funde ausgewirkt haben. Ich werde für meine Erforschung dieser Gesteinsablagerungen eine multiskalige, geoarchäologische Analyse verwenden, um die Faktoren für einige der ältesten Ablagerungen und die wichtigsten menschlichen Fossilien in Klasies zu klären.&nbsp;</p><p><strong>3.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Warum haben Sie sich für einen Forschungsaufenthalt in Tübingen entschieden?</strong><br><br> Meine Doktorarbeit erfordert den Einsatz der archäologischen Mikromorphologie, einer wichtigen Technik für die geoarchäologische Forschung. Leider kann derzeit noch keine südafrikanische Universität Studierende und Forschende in dieser Technik ausbilden. Es war für mich aus mehreren Gründen daher naheliegend, nach Tübingen zu gehen, um mich in dieser Technik fortzubilden und meine Proben zu analysieren. Zum einen ist Dr. Susan Mentzer meine Doktormutter; sie leitet das geoarchäologische Forschungsprojekt an den Klasies-River-Höhlen, und sie arbeitet in der Arbeitsgruppe Geoarchäologie in Tübingen. Zum anderen gehören zu ihrer Arbeitsgruppe weitere Geoarchäologinnen und -archäologen, die Erfahrung mit vergleichbaren Fundstellen in Südafrika und Europa haben. Damit gibt es in Tübingen eine ausgezeichnete Referenzsammlung, die für Lehre und Forschung unerlässlich ist. Ich freue mich über die Möglichkeit des Austauschs mit ihnen und bin dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg für die Finanzierung dieses Forschungsaufenthaltes sehr dankbar.&nbsp;<br><br><strong>4.&nbsp;&nbsp; &nbsp;Welche konkreten Ergebnisse streben Sie während Ihres Aufenthalts an? Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?</strong></p><p>Ich möchte mich in der archäologischen Mikromorphologie weiterbilden und lernen, diese Techniken zu nutzen und weiterentwickeln – für einen späteren Transfer der Ausbildung nach Südafrika. Dazu wollen Susan Mentzer und ich auch nach meinem Aufenthalt in Kontakt bleiben und digitale Strategien für Ferndiagnosen und Ausbildungsprogramme entwickeln.<br><br> Ich habe nach Tübingen einiges an Gesteinsablagerungen aus der Höhlenregion Klasies mitgebracht, das zwischen 120.000 und 100.000 Jahre alt ist. Ich hoffe, dass ich nach der Probenanalyse feststellen kann, welche natürlichen und anthropogenen Prozesse an der ursprünglichen Bildung der Ablagerungen beteiligt waren und welche Prozesse sie möglicherweise auch wieder verändert haben. Das sind wichtige Belege für das unterschiedliche Verhalten des frühmodernen Menschen in Klasies zu unterschiedlichen Zeiten.&nbsp;</p><p><strong>Das Interview wird nach Ablauf des Forschungsaufenthaltes mit Peter Morrissey fortgesetzt.</strong><br> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-80168</guid><pubDate>Mon, 08 Nov 2021 11:22:00 +0100</pubDate><title>„Weine können mich seelisch berühren“</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/weine-koennen-mich-seelisch-beruehren/</link><description>Ein Interview mit Alumna Susann Hanauer, die heute als Winzerin und Weinkritikerin in Ungarn lebt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Alumna Susann Hanauer, geboren in Stuttgart-Bad Cannstatt und aufgewachsen in Plüderhausen, ist in ihrem Traumberuf gelandet. Mit dem Studium der Rechtswissenschaft&nbsp;in Tübingen und Heidelberg ab 1985 erwarb sie in siebeneinhalb Jahren eine für den Lebensunterhalt taugliche Berufsqualifikation. Aber bereits davor konnte sie sich mit den Leistungskursen Kunst und Biologie sowie mit ihrer Pferdevernarrtheit eine ganze Reihe von Berufen vorstellen. Letztendlich entscheidend war jedoch, was sie bereits mit zehn Jahren verkündete: "Ich heirate mal einen Bauern". Heute lebt und arbeitet Susann Hanauer auf ihrem eigenen Demeter-Weingut in Villány in Südungarn, zusammen mit ihrem Mann Ralf Waßmann, einem studierten Geisenheimer Getränketechnologen. Während sie bei ihrer Studienlektüre über langen Gesetzestexten saß, reichte er ihr auch schon mal den passenden trockenen Wein. Diesen produzieren sie heute selbst und sind dafür vielfach ausgezeichnet worden.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65257</guid><pubDate>Wed, 30 Jun 2021 09:10:22 +0200</pubDate><title>„Ein gutes Projekt plant man am Anfang, nicht zwischendrin oder am Ende“</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/ein-gutes-projekt-plant-man-am-anfang-nicht-zwischendrin-oder-am-ende/</link><description>Von Lübeck aus hinaus in die Welt: Alumna Sonja Radojicic ist Leiterin der Pressestelle Süd der Deutschen Post DHL Group in Bayern und Baden-Württemberg. Christin Wannagat sprach mit ihr über ihre Auslandsaufenthalte in Japan und den USA, ihr Studium der Japanologie und Politikwissenschaften und ihre Arbeit als Pressesprecherin.</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Ein Interview mit Alumna Sonja Radojicic, Leiterin der Pressestelle Süd der Deutsche Post DHL Group</h3><p>Alumna Sonja Radojicic ist seit Sommer 2020 Leiterin der Pressestelle Süd der Deutsche Post DHL Group in Bayern und Baden-Württemberg. Geboren in der Hansestadt Lübeck, zog es sie schon früh hinaus in die Welt: Nach dem Abitur ging sie zunächst an die Teaneck University in Hackensack, New Jersey – rund 20 Autominuten von New York City entfernt – und lernte dort viele Menschen aus verschiedenen Ländern der Welt kennen. Besonders angetan hatte es ihr Japan. Mit einem Haufen Lehrmaterial kam sie zurück nach Deutschland und fasste den Entschluss, Japanisch zu lernen und auch zu studieren. Bei ihrer Studienfachwahl der Japanologie und Politikwissenschaften entschied sich Radojicic für die Universität Tübingen, insbesondere wegen des engen Austauschs mit der japanischen Partneruniversität Dōshisha in Kyoto und dem dortigen Tübinger Zentrum für Japanstudien. Nach dem Studium (2001-2008) und einem mehrmonatigen Aufenthalt am Zentrum für Deutsche Kultur in Engels, Russland, arbeitete sie in den unterschiedlichsten Branchen und schloss später noch ein berufsbegleitendes MBA-Studium (2012-2015) an – heute kann sie als Generalistin erklären, was „Scrubber“ sind (Abgasreinigungssysteme für Schiffe)&nbsp;oder wie die Fernwartung von Industrieanlagen funktioniert. Auch als Pressesprecherin der Deutsche Post DHL Group muss sie sehr oft komplexe Details verständlich machen, teilweise wird sie aber auch mit skurrilen Anfragen konfrontiert.</p><p><strong>Sie haben Japanologie und Politikwissenschaften in Tübingen studiert. Was ist Ihnen aus Ihrer Studienzeit besonders in Erinnerung geblieben?</strong></p><p>Vor allem viele tolle Begegnungen mit Studierenden verschiedener Nationalitäten. Einige Kontakte haben sogar noch heute Bestand, beispielsweise mit meiner Gastfamilie in Japan. Aber auch die Nähe zu den Lehrenden. Für sie waren wir in unseren Instituten und Seminaren nicht nur eine Nummer.</p><p><strong>Welche Kompetenzen haben Sie rückblickend in Ihrem Studium erworben, auf die Sie heute als Pressesprecherin besonders bauen können?</strong></p><p>Einer meiner Professoren hat mal gesagt, wir erlangen mit unserem Studienfach eine Berufsqualifikation und kein klassisches Berufsbild, wie etwa den Arztberuf. Und genauso ist es! Ich kann mich in viele Kulturen und Persönlichkeiten hineinversetzen und in neue Themen einarbeiten. Ich bin zudem sehr strukturiert und prozessorientiert. Ich könnte Ihnen aus meiner Erfahrung in verschiedenen Branchen erklären, was „Scrubber“ sind oder wie die Fernwartung von Industrieanlagen funktioniert. Als Kommunikatoren sind wir ja häufig „Übersetzer“.&nbsp;</p><p><strong>Sie haben auch ein Auslandssemester in Japan verbracht und später noch aufbauend einen MBA der Hochschule Neu-Ulm und der University of Malta erworben. Was hat Sie dort jeweils am meisten beeindruckt bzw. was hat Ihnen wo genau und im Vergleich besonders gut gefallen?</strong></p><p>Japan… das war ganz klar das Eintauchen in eine komplett andere Kultur, die Sprache, der Austausch mit den Menschen vor Ort. Für mich war es durch und durch eine positive Erfahrung. Durch meinen Einstieg in die Wirtschaft – mein erstes Unternehmen war Mitsubishi Gas Chemical in Düsseldorf – wollte ich mein betriebswirtschaftliches Know-how erweitern. Während des MBA-Studiums habe ich viele Einblicke in die Zahlenwelt, aber auch in die verschiedenen Unternehmensbereiche wie Finanzen, Supply Chain Management, Organisationsentwicklung oder Human Resources gewonnen. Diesen Überblick hätte ich gerne schon in meinem Erststudium gehabt. Im Studium habe ich auch, im Gegensatz zu meiner Schulzeit, das erste Mal verstanden, warum es sinnvoll ist, etwas berechnen zu können – zum Beispiel wenn ich ausrechne, ob sich eine Investition in Sache A mehr lohnt als in Sache B.&nbsp;</p><p><strong>Sie sind nach einem geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Studium in die Industrie gegangen, haben unter anderem im Vertrieb gearbeitet. Wie kam es zu diesem ungewöhnlichen Berufsweg?</strong></p><p>Als Geisteswissenschaftlerin sehe ich mich als Generalistin. Wir können unsere Fähigkeiten in verschiedene Bereiche einbringen. Der größte Unterschied zwischen den Funktionen Kommunikation und Vertrieb ist, dass man in der Unternehmenskommunikation weiter weg ist von der Wertschöpfungskette. Ansonsten gibt es viele Gemeinsamkeiten: Man berät und unterstützt Kunden, präsentiert das Produkt sowie das Unternehmen von seiner besten Seite.</p><p><strong>Erzählen Sie bitte von Ihrer Arbeit als Pressesprecherin bei der Deutschen Post. Welche Themen sind für Sie tägliche Routine und welche Anfragen waren bislang eher ungewöhnlich?</strong></p><p>Es prallen Welten aufeinander. Die Deutsche Post hat eine&nbsp;„Wahnsinns-Change“ hinter sich – von einer Staatsbehörde zum DAX-30-Konzern. Das ist beachtlich. Ich habe Beamte in meinem Team, die schon über 50 Jahre dabei sind, und junge Kolleginnen und Kollegen aus der Social-Media-Welt, dem Journalismus und Agenturen. Gemeinsam als schlagkräftiges Team an einem Strang zu ziehen – daran arbeiten wir jeden Tag gemeinsam.</p><p>Bei uns in der Pressestelle schlägt weit mehr als nur Presseanfragen auf, manchmal auch sehr Amüsantes: Eine junge Frau rief mich mal samstagnachts an und fragte, wo sie denn just in diesem Moment Briefmarken kaufen könne – online wollte sie sie nicht erwerben.&nbsp;</p><p><strong>Sie haben bereits in sehr unterschiedlichen Branchen gearbeitet: Was macht den Reiz der Veränderung für Sie aus? Oder ist der Job als Kommunikatorin letztendlich doch immer sehr ähnlich, unabhängig vom Arbeitgeber?</strong></p><p>Man nimmt unheimlich viel mit. Jede Branche tickt anders, jedes Unternehmen hat eine eigene Kultur. Konzern ist wiederum anders als Mittelstand. Man gewinnt unheimlich viel an Erfahrung, Reife und erweitert seine Komfortzone. Aber ohne Frage, Veränderung kostet auch Mut und Energie, gerade wenn es mit geographischen Wechseln einhergeht ohne Familie und Freunde in der Umgebung. Dennoch kann ich jedem nur empfehlen, mal die vertraute Umgebung zu verlassen und etwas Neues kennenzulernen.&nbsp;</p><p><strong>Was war während Ihrer Studienzeit Ihr Lieblingsort in Tübingen und an welche Begegnungen erinnern Sie sich besonders gerne?</strong></p><p>Da gibt es mehrere: Wir sind unheimlich gern ins Irish Pub gegangen&nbsp;oder zum Alten Fritz in die Gartenstraße. Auch der Österberg, Lustnau oder Bebenhausen waren für mich besondere Orte. Und natürlich die Neckarinsel als Dreh- und Angelpunkt. Die vielen herzlichen internationalen Begegnungen sind mir besonders in Erinnerung geblieben.&nbsp;</p><p><strong>Was möchten Sie den heutigen Studierenden der Universität Tübingen mit auf den Weg geben?&nbsp;</strong></p><p>Es gibt heute so viele Optionen und Studienfächer, die ich früher nicht kannte&nbsp;oder die es noch nicht gab. Das ist toll, kann aber auch überfordern, da man die Qual der Wahl hat. Ich würde jedem raten, einmal in Ruhe in sich zu gehen und gut zu überlegen, was man wirklich will: Denn – ein gutes Projekt plant man am Anfang, nicht zwischendrin oder am Ende.</p><p><em>Das Interview führte Christin Wannagat.</em>&nbsp;<br> Ursprünglich veröffentlicht in: <a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2021/3/alumni-tuebingen/1/">Uni Tübingen aktuell Nr. 3/2021: Alumni Tübingen</a></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65284</guid><pubDate>Mon, 22 Mar 2021 12:42:00 +0100</pubDate><title>Arbeiten für die UNO: Mentale und räumliche Flexibilität unabdinglich</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/arbeiten-fuer-die-uno-mentale-und-raeumliche-flexibilitaet-unabdinglich/</link><description>Jennifer Hahn arbeitet seit 2012 für die Vereinten Nationen (UNO). Zuerst war sie in Genf für UNITAR tätig, das Ausbildungs- und Forschungsinstitut der UNO, und im Anschluss für die ILO, die Internationale Arbeitsorganisation. Seit Juni 2019 arbeitet sie für UNICEF Indonesien. Jennifer Hahn hat an der Universität Tübingen Slavistik und VWL studiert und anschließend den trinationalen Erasmus-Mundus-Masterstudiengang „Crossways in European Humanities“ an den Universitäten Tübingen, St Andrews und Perpignan absolviert. </description><content:encoded><![CDATA[<h3>Frau Hahn, was hat Sie motiviert, für eine internationale Organisation zu arbeiten?</h3><p>Ich habe mich schon immer sehr für Sprachen interessiert – mit jeder Sprache, die man lernt, entdeckt man eine neue Kultur und entwickelt neue Perspektiven auf sich selbst und die eigene Kultur. Mich fasziniert die Tatsache, dass bei der UNO 193 Länder zusammenkommen und versuchen, die Perspektive der anderen zu verstehen, um grenzüberschreitende Probleme zu lösen und die Welt gerechter zu machen. Durch die Teilnahme am Simulationswettbewerb National Model United Nations über die Tübinger Politikwissenschaft hatte ich während meines Studiums schon die Möglichkeit, die Arbeitsweise der UNO besser kennenzulernen. Als ich nach dem Studium, gefördert durch das Carlo-Schmid-Stipendienprogramm, ein Praktikum in UNITAR’s Multilateral Diplomacy Programme absolviert habe, hat sich mein Interesse an der UNO sowie an der Arbeit in einem internationalen Team noch verstärkt.&nbsp;</p><p><img alt="Jakarta" height="675" src="data:image/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACwAAAAAAQABAAA=" title="Jakarta" width="900"></p><p>Jakarta</p><h3>Heute arbeiten Sie für UNICEF Indonesien. Was sind Ihre Aufgaben?</h3><p>Als Donor Relations Specialist koordiniere ich die Mobilisierung von Ressourcen für das UNICEF-Länderbüro in Indonesien und ich bin für die Beziehungspflege mit bestehenden und potenziellen privaten und öffentlichen Geldgebern verantwortlich. Im Gegensatz zu den meisten anderen UNO-Organisationen bekommt UNICEF keine Pflichtbeiträge von UNO-Mitgliedsstaaten und ist daher auf freiwillige Beiträge von privaten und öffentlichen Geldgebern angewiesen. Dies ist natürlich eine Herausforderung, führt jedoch&nbsp;meiner Meinung nach zu mehr Kreativität und erlaubt eine sehr gute Kommunikation über erreichte Resultate. Besonders wichtig ist meine Position im Krisenfall. Indonesien befindet sich auf dem „Pacific Ring of Fire“ und allein in den ersten 19 Tagen des neuen Jahres ereigneten sich 154 verschiedene Naturkatastrophen – von Überschwemmungen und Vulkanausbrüchen bis hin zu Erdbeben.&nbsp;</p><h3>Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem. Wie unterstützt UNICEF die Regierung in Indonesien?</h3><p>Auf verschiedene Weisen. UNICEF stellt beispielsweise Hygieneartikel, Waschgelegenheiten und Schutzausrüstung für medizinisches Personal bereit und sorgt dafür, dass Kinder weiterhin lernen können und geschützt sind. Zudem arbeitet UNICEF mit der indonesischen Regierung daran, die Bevölkerung über COVID-19 aufzuklären und Fehlinformationen entgegenzuwirken.</p><p><img alt="Straßen-Graffiti in Jakarta. " height="675" src="data:image/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACwAAAAAAQABAAA=" title="Straßen-Graffiti in Jakarta. " width="900"></p><p>Straßen-Graffiti in Jakarta.</p><h3>Warum haben Sie sich nach dem Abitur für Tübingen als Studienstandort entschieden?&nbsp;</h3><p>Ich hatte Russisch in der Schule, auch als Abiturfach, und habe mich mit großer Begeisterung mit der russischen Sprache und Kultur auseinandergesetzt. Ein Schulaustausch mit einer Schule in Dimitrov bei Moskau hat mein Interesse an dem Fach zusätzlich verstärkt. Nach Abschluss meines Abiturs stand für mich fest, dass ich mich mit den Sprachen, Literaturen, der Kultur und der Geschichte verschiedener slavischer Länder eingehender beschäftigen würde. So entschied ich mich, Slavistik im Haupt- und VWL im Nebenfach zu studieren. Da die Universität Tübingen für beide Fächer einen sehr guten Ruf genießt, habe ich mein Studium dort begonnen. Ich habe sehr gute Erinnerungen an meine Studienzeit und erinnere mich gerne an die vielen inspirierenden Veranstaltungen zurück. Ich empfinde es noch immer als sehr bereichernd, dass ich während meines Studiums Menschen aus vielen verschiedenen Ländern kennenlernte. Besonders gerne denke ich daran zurück, wie ich im Sommer auf der Neckarmauer saß und das Treiben um mich herum beobachtete.</p><h3>Wie hat Ihre Tübinger Studienzeit Sie auf das Berufsleben vorbereitet?</h3><p>Die Studienzeit in Tübingen hat meinen Horizont erweitert und es mir ermöglicht, einen Einblick in sehr diverse Themenfelder zu bekommen. Neben Pflichtveranstaltungen in der Slavistik und VWL habe ich auch politikwissenschaftliche Vorlesungen sowie Vorlesungen des Studium Generale besucht, an Veranstaltungen des Career Centers teilgenommen und als studentische Hilfskraft in einem SFB-Projekt zur Sprachforschung mitgearbeitet. Für die UNO zu arbeiten, erfordert ein gewisses Maß an Flexibilität – sowohl mental als auch räumlich. Durch mein Studium an der Universität Tübingen sowie den trinationalen Erasmus-Mundus-Masterstudiengang „Crossways in European Humanities“ in Deutschland, Frankreich und Schottland habe ich beides bereits während meiner Studienzeit gelernt.&nbsp;</p><h3>Was raten Sie den heutigen Studierenden in Hinblick auf Studium und Berufswahl?</h3><p>Studiert, was Euch wirklich interessiert und tut das mit Begeisterung. Es lohnt sich, über Praktika oder Mentoringprogramme schon während des Studiums Einblicke in verschiedene Berufe zu bekommen – doch da sich die Berufswelt tagtäglich ändert, muss man sich nicht zu früh festlegen.&nbsp;</p><p><em>Das Interview führten Maximilian von Platen und Rebecca Hahn<br> Ursprünglich veröffentlicht im&nbsp;</em><a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2018/1/index/">Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 1/2021: Alumni Tübingen</a></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65290</guid><pubDate>Fri, 12 Feb 2021 13:07:00 +0100</pubDate><title>Mit Fernsehen gesellschaftliches Problembewusstsein schaffen</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/mit-fernsehen-gesellschaftliches-problembewusstsein-schaffen/</link><description>Alumna Andrea Fies arbeitet als Moderatorin beim deutsch-französischen Fernsehsender ARTE. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, ihre journalistischen Ansprüche und ihre Tübinger Zeit am Brechtbau.</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Sie wussten schon früh, dass das Fernsehen das Medium ist, für das Sie arbeiten wollten. Woher kam Ihre Begeisterung?</h3><p>Ich hatte schon immer großen Spaß am Umgang mit Sprache; das war es, das ich am besten konnte, das mich beflügelte. Dementsprechend habe ich mich nach dem Abitur entschieden, Allgemeine Rhetorik, Linguistik und Romanistik an der Universität Tübingen zu studieren. Während meines Rhetorikstudiums erhielt ich die großartige Möglichkeit, neben den theoretischen Seminaren auch verschiedene Praxisseminare zu besuchen, die mir eine berufsnahe Ausbildung ermöglichten.&nbsp;</p><p>In den Praxisseminaren wurden die Studierenden früh dazu angehalten, sich in den verschiedenen Medien auszuprobieren. So war ich im Verlagswesen, bei Zeitungen, habe im Radio volontiert und beim Fernsehen Praktika gemacht. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik unterstützte diese Unterfangen, da es exzellente Beziehungen zu den verschiedenen Institutionen hatte. Während dieser Tätigkeiten habe ich schnell gemerkt, dass ich nicht alleine an meinem Schreibtisch sitzen wollte und meine Texte auch nicht nur mit mir alleine ausmachen wollte: Ich brauchte ein Gegenüber, ich brauchte ein Team. Dieses Gegenüber nahm ich im Fernsehen viel stärker wahr, als ich es jemals in den Printmedien verspürt hatte. Der größte Unterschied zwischen dem Fernsehen und den Printmedien ist jedoch, dass im Fernsehen alles in Teamarbeit geschieht. Der eigene Part ist nur einer von vielen: So arbeitet man bspw. mit Cuttern und Tonleuten zusammen und hält auch immer enge Absprachen mit der Redaktion. Das alles hat mich gereizt und so ist es das Fernsehen geworden.&nbsp;</p><p><img alt="Das ARTE Studio in Straßburg. " height="550" src="data:image/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACwAAAAAAQABAAA=" title="Das ARTE Studio in Straßburg. " width="900"></p><p>Das ARTE Studio in Straßburg.</p><h3>Wie kamen Sie zu ARTE?</h3><p>Ich bin an der Grenze zu Straßburg groß geworden und so war Frankreich in meinem Leben schon immer sehr präsent. Nach Abschluss meines Studiums in Tübingen ging ich an die Sorbonne, Paris, um französische Literatur zu studieren. Dort erkannte ich jedoch, dass mir die theoretische Auseinandersetzung mit der französischen Sprache nicht genügte. Ich wollte mich in dieses Land hineinfinden. 1991, das Jahr, in dem ich Abitur machte, wurde auch ARTE aus der Taufe gehoben. 1991 war das Projekt Europa noch nicht sonderlich fortgeschritten: Es gab noch viel weniger gemeinsame Politikfelder und auch der deutsch-französische Alltag war viel weniger verwoben als er es heute ist. Die Idee von ARTE, Inhalte zu entwickeln, die sich an zwei Bevölkerungen richteten, begeisterte mich sofort und so bewarb mich dort auf eine Praktikumsstelle. Wie es der Zufall dann so wollte, war die ARTE Nachrichtenredaktion an einem Weihnachtsfest unterbesetzt, weswegen ich gebeten wurde, einzuspringen. Und so fing ich eines Heiligabends an, bei ARTE zu arbeiten und hörte seitdem auch nicht mehr auf. Mittlerweile gehöre ich zur ersten Familie der Mitarbeitenden, die blieb. Die Idee von ARTE überzeugt mich auch heute noch.&nbsp;</p><h3>Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag bei ARTE?</h3><p>Mein Arbeitsalltag unterteilt sich in zwei Teile: der konkreten Arbeit an den Sendungen „ARTE Reportage“ und „ARTE Thema“, die ich moderiere und inhaltlich mitentscheide, und der Kommunikation mit den Autorinnen und Autoren und mit den Reporterinnen und Reportern, die uns ihre Vorschläge für zukünftige Sendungen unterbreiten. Zusätzlich scoute ich neue Talente, erkläre ihnen, wie ARTE arbeitet und führe sie an unseren Stil heran. Diese Kommunikation geschieht vor allem in Hinblick auf „Reportage“, einer wöchentlichen Sendung, die die aktuelle Weltlage im Blick hat und versucht, die Orte in Visier zu nehmen, die wir normalerweise nicht zu Gesicht bekommen. In Deutschland sind wir noch immer sehr deutsch-zentriert, was sich auch in den hiesigen Fernsehformaten abbildet. Dementsprechend gibt es auch nur wenige Reporterinnen und Reporter, die sich der internationalen Aktualität verschreiben.</p><p><img alt="So sieht es im Fernsehstudio der Sendung ARTE Thema aus." height="600" src="data:image/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACwAAAAAAQABAAA=" title="So sieht es im Fernsehstudio der Sendung ARTE Thema aus." width="900"></p><p>So sieht es im Fernsehstudio der Sendung ARTE Thema aus.</p><h3>Die Sendungen „ARTE Reportage“ und „ARTE Thema“ setzen sich konsequent mit geopolitischen Fragestellungen auseinandersetzen. Gab es in der Vergangenheit Themen, die Sie für besonders brisant erachteten und deswegen an die breite Öffentlichkeit tragen wollten?</h3><p>Es würde mir schwerfallen, eine Liste mit den zehn Themen zu erstellen, die mir besonders am Herzen liegen. Sehr oft sind unsere Themen investigativer Natur, vor allem bei „ARTE Thema“. In „Thema“ brechen wir bewusst mit Illusionen und zerstören dabei häufig das Gefühl, dass wir doch eigentlich alles im Griff haben. Wichtig ist immer, dass ein besonderer Moment stattfindet, dass Menschen zu Wort kommen, die uns nicht mehr aus dem Kopf gehen – die uns auch davon überzeugen können, unser Handeln zu verändern. Diese Menschen sind entweder persönlich betroffen oder aber erzählen eine Geschichte, die das System, das sich hinter ihrem Leid verbirgt, entlarvt. Wir behandeln medizinische Themen, Verbraucherthemen, Frauenthemen – hier ist keines weniger wichtig als ein anderes. Mit unseren Sendungen wollen wir die Distanz, die wir zu den offensichtlichen Missständen dieser Welt verspüren, aufbrechen.</p><h3>Durch die Sendung „Touch me“ erfahren wir, dass Sie sich auch für zeitgenössische literarische Werke interessieren. Welche begeistern Sie bis heute am meisten und warum?&nbsp;</h3><p>Ein toller Plot, eine spannende Beziehungskiste, gepaart mit einem brandaktuellen, schwierigen Thema – diese Kombination begeistert mich. Mein Lieblingsautor ist Ian McEwan, der in seinen ersten Romanen menschliche Abgründe beschrieb, mittlerweile jedoch fast schon journalistisch arbeitet und sich kritisch mit der Gegenwart auseinandersetzt. Umgehauen hat mich auch&nbsp;<em>Ein wenig Leben</em>&nbsp;von Hanya Yanagihara, ein Werk, das durch unglaubliche kluge Beobachtungen besticht.</p><p><img alt="Universitätsgebäude Brechtbau" height="600" src="data:image/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACwAAAAAAQABAAA=" title="Universitätsgebäude Brechtbau" width="900"></p><p>Das Universitätsgebäude Brechtbau, in dem auch das Seminar für Allgemeine Rhetorik angesiedelt ist.</p><h3>Kommen wir zu Ihrer Zeit in Tübingen. Wo haben Sie als Studentin am Liebsten Zeit verbracht?</h3><p>Ich war auf der Wilhelmsstraße zu Hause. Auf dieser Straße haben wir uns alle ständig hin- und herbewegt. Und im Brechtbau habe ich praktisch gelebt. Dort habe ich studiert und unzählige Stunden in der Fakultätsbibliothek verbracht – ich bin morgens hinein und erst abends wieder hinaus. Es war eine sehr intensive Zeit und mit dem Fach der Allgemeinen Rhetorik hatte ich den absoluten Hauptgewinn gezogen. Die Theorieseminare, die Praxisseminare, die Vorlesungen von Walter Jens: All das hat mir das Gefühl gegeben, Teil eines besonderen Moments zu sein.</p><h3>Wie hat Ihr Studium Ihren Blick auf die Welt verändert?</h3><p>Das Studium hat mich Unerschrockenheit gelehrt und mir Vertrauen in meine eigenen Kompetenzen gegeben. Zudem hat es mich einen kritischen Blick auf die Kommunikationen um mich herum gelehrt.&nbsp;</p><h3>Welche Tipps würden Sie Studierenden geben, die fürs Fernsehen arbeiten wollen?</h3><p>Lassen Sie sich radikal auf eine Sache ein und lernen Sie das Handwerk von der Pike auf! Man ist beispielsweise nicht einfach Dokumentarfilmer – zunächst lernt man, mit Inhalten umzugehen, sie zu bebildern, Sprache präzise einzusetzen. Es zahlt sich aus, mit kleinen Formaten anzufangen und in diesen groß zu werden. Und: stellen Sie sich nicht zu breit auf, konzentrieren Sie sich auf die Sache, für die Sie brennen. Sehr oft lese ich Lebensläufe, in denen ich mich nicht mehr zurechtfinde, da sie keinen roten Faden mehr erkennen lassen.&nbsp;</p><p><em>Das Interview führte Rebecca Hahn<br> Ursprünglich veröffentlicht im&nbsp;</em><a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2021/2/alumni-tuebingen/1/">Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 2/2021: Alumni Tübingen</a></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61942</guid><pubDate>Sat, 30 Jan 2021 22:31:00 +0100</pubDate><title>LinkingMind: From South Africa to Germany</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/linkingmind-from-south-africa-to-germany-1/</link><description>PhD candidate Anna Berger (Tübingen) and Research Alumnus Dr. Josiah Nyanda (Witwatersrand) talk about their virtual LinkingMinds meeting and tell us about the research they conduct, the conversations they had, virtual networking, and their favourite things to do in Tübingen. </description><content:encoded><![CDATA[<p><em>In November 2021, the Tübingen research alums relation team launched <strong>LinkingMinds</strong>, an initiative designed to connect the University’s researchers and research alums worldwide. The initiative matched alums and researchers and invited them to meet, network, and foster new connections. We now want to find out how one of these meetings went.</em></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61945</guid><pubDate>Tue, 12 Jan 2021 11:46:00 +0100</pubDate><title>The problem is partly historical: how does a nation come to terms with the shadow-side of its own history?</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/the-problem-is-partly-historical-how-does-a-nation-come-to-terms-with-the-shadow-side-of-its-own-history-1/</link><description>In Conversation with Research Alumnus Dr. Duncan Reid, Anglican priest, head of Religious Education at Camberwell Girls Grammar School, adjunct lecturer at Trinity College Theological School, and honorary research associate of the University of Divinity in Melbourne. </description><content:encoded><![CDATA[<p>I’m Duncan Reid, and I studied in the Evangelisch-Theologische Fakultät in Tübingen between 1983 and 1985, completing my doctorate in 1992. A shortened, English-language version of my dissertation was later published as <em>Energies of the Spirit: Trinitarian Models in Eastern Orthodox and Western Theology</em> (Atlanta: Scholars Press, 1997). I am an Anglican priest, and after returning to my home country Australia have taught theology in both Adelaide and Melbourne. In the 1990s I served on the Anglican Church of Australia’s Doctrine Commission, and from 2001 to 2016, on the International Commission for Anglican - Orthodox Theological Dialogue. Currently I work in Melbourne as head of Religious Education at a secondary school (Camberwell Girls Grammar School), as an adjunct lecturer at Trinity College Theological School and an honorary research associate of the University of Divinity in Melbourne. This includes membership of the university’s Network for Religion and Social Policy.<br><br> Within my main area of research in systematic theology I have a fairly wide range of interests. My latest publication, <em><a href="https://atfpress.com/product/time-we-started-listening/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Time We Started Listening: Theological Questions put to us by Recent Indigenous Writing</a></em> (Adelaide: ATF, 2020) was – as the subtitle suggests – written as a response to writings by Australian Aboriginal authors, especially in the past 20 years or so. I have a long-standing interest in this topic, for reasons I explain in the book, but had not previously written on it because until recently it was considered not quite ‘politically correct’ for a non-Aboriginal person like myself to offer an opinion on Aboriginal cultures.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61936</guid><pubDate>Fri, 01 Jan 2021 11:19:00 +0100</pubDate><title>Interview mit CureVag-Gründer und Alumnus Ingmar Hoerr</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/interview-mit-curevag-gruender-und-alumnus-ingmar-hoerr/</link><description>&quot;Begeisterungsfähigkeit und Authentizität als Grundlage für unternehmerischen Erfolg&quot;. Dr. Ingmar Hoerr hat Biologie an der Universität Tübingen studiert und wurde am Institut für Organische Chemie und am Interfakultären Institut für Zellbiologie und Immunologie promoviert. Im Jahr 2000 gründete er mit weiteren Kollegen die CureVac AG, heute beschäftigt das erfolgreiche Tübinger Biotech-Unternehmen rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.</description><content:encoded><![CDATA[<p><em>Dr. Ingmar Hoerr hat Biologie an der Universität Tübingen studiert und wurde am Institut für Organische Chemie und am Interfakultären Institut für Zellbiologie und Immunologie promoviert. Im Jahr 2000 gründete er mit weiteren Kollegen die CureVac AG, heute beschäftigt das erfolgreiche Tübinger Biotech-Unternehmen rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Juni 2018 ist Hoerr Aufsichtsratsvorsitzender von CureVac, Ende Oktober verleiht ihm die Universität Tübingen die Ehrensenatorenwürde. Maximilian von Platen hat ihn interviewt.</em></p><p><a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2018/1/alumni-tuebingen/1/" target="_top">Zum vollständigen Interview im Universitätsnewsletter, Ausgabe 2018/1</a></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-65293</guid><pubDate>Mon, 23 Nov 2020 13:17:00 +0100</pubDate><title>Mit T-Zellen den Krebs bekämpfen: Interview mit Alumnus un Immatics-Gründer Harpreet Singh</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/mit-t-zellen-den-krebs-bekaempfen-interview-mit-alumnus-un-immatics-gruender-harpreet-singh/</link><description>Zwanzig Jahre nach ihrer Gründung hat die Tübinger Biotech-Firma Immatics den Börsengang an die NASDAQ gewagt. Ihr Gründer UT Alumnus Harpreet Singh spricht darüber im Interview.</description><content:encoded><![CDATA[<h3>Herr Singh, welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrem Studium in Tübingen?&nbsp;</h3><p>Sehr gute! Angefangen mit der Zeit im Biochemie-Studiengang und dann vor allem mit der Phase, als Professor Hans-Georg Rammensee nach Tübingen zurückkam und die Immunologie neu begründete – das war so um 1996. Die Fähigkeit des Immunsystems, speziell der T-Zellen, einer Sorte von weißen Blutkörperchen, hocheffektiv Viren zu bekämpfen, hat mich schon in der Kindheit fasziniert. Die frühe Vision von Prof. Rammensee, diese T-Zellen hochindividualisiert gegen Krebs zu mobilisieren, hat mich inspiriert.</p><h3>Wie haben Sie Boris Palmer kennengelernt?</h3><p>Boris Palmer habe ich während des universitätsweiten Streiks 1997 kennengelernt. Damals haben wir Seite an Seite mit den Studierenden und den Professoren für bessere Bedingungen an den Universitäten gekämpft – und waren zum Teil auch erfolgreich.&nbsp;</p><h3>Was war/ist Ihr Lieblingsplatz in Tübingen?</h3><p>Da gibt es mehrere, je nach Stimmungslage. Allen voran: die Liquid-Bar in der Kelter – übrigens die beste Bar der Welt! Immatics wurde da quasi gegründet, und Manoli, der Besitzer und Barkeeper, war unser „Geburtshelfer“.</p><h3>Wie hat Ihre Studienzeit Sie auf Ihr Berufsleben vorbereitet?</h3><p>Das Auswendiglernen von biochemischen Stoffwechselwegen fand ich damals weniger spannend. Aber die Studienpraktika sowohl in Tübingen als auch am Max-Planck-Institut in Martinsried – einem Partner des Tübinger Institutes für Biochemie – und dann natürlich die Diplomarbeit bei Hans-Georg Rammensee waren für mich wegweisend, wissenschaftlich zu denken und zu arbeiten. Was das heißt? Vor allem: erst einmal zu lernen, die richtigen Fragen zu stellen.</p><h3>Wie kam es im Jahr 2000 zur Gründung von Immatics?</h3><p>Anders als viele denken, kam die Krebsimmuntherapie erst 2002 für Immatics in den Fokus. Anfänglich haben Niels Emmerich und ich als Doktoranden und Gründer mit Unterstützung von Prof. Rammensee und unserem Doktorvater Hansjörg Schild Bioreagenzien im Labor hergestellt und an Forschungsinstitute und Firmen verkauft. Es war ein “Brot- und Buttergeschäft”. Den Gewinn haben wir dann in Patentanmeldungen investiert. Eine davon war eine neue und einzigartige Plattform, die es erlaubt hat, Zielstrukturen, sog. Peptid-Targets, auf Tumoren zu finden, die die Grundlage für eine Vielzahl von T-Zell-basierten Immuntherapien bilden. Erfunden hat diese Plattform Toni Weinschenk. Er kam dann als Gründer dazu, womit das heutige Unternehmen Immatics quasi „neugegründet“ wurde. Heute ist Toni unser Chief Innovation Officer.</p><h3>Der Technologiepark Tübingen-Reutlingen hatte damals einen schwierigen Start. Heute ist er der Motor für die Forschung an Zukunftstechnologien in der Region. Was zeichnet den Standort Tübingen aus?</h3><p>Wir fühlen uns privilegiert, in Tübingen zu sein. Die Abteilung Immunologie an der Universität war unsere Geburtsstätte und hat uns in den ersten Jahren nach der Gründung – auch im Rahmen des Förderprogramms “Junge Innovatoren” – sehr unterstützt. Der Talentpool in Tübingen ist exzellent. Ein großer Teil unserer Geschäftsführung und leitenden Mitarbeiter kommt aus der Universität Tübingen. Der Technologiepark “Obere Viehweide” war für uns essentiell, um auf eigenen Füßen stehen können. Als CureVac und wir 2002 Platz suchten, waren wir noch auf der Warteliste und “kleine Fische”. Dann kam 2004, eine schwierige Zeit für unsere Branche. Als wir einzogen, war mehr als die Hälfte des Gebäudes noch leer und wir waren dort die größten Unternehmen. Die Städte Tübingen und Reutlingen haben trotz dieser anfänglichen Herausforderungen an den Erfolg geglaubt. Und sie haben, wie wir heute sehen, Recht behalten: Tübingen ist ein blühender Innovationsstandort für hochkarätige Wissenschaft, medizinische Behandlung, Biotechnologie und Künstliche Intelligenz.&nbsp;</p><h3>Immatics entwickelt T-Zell-spezifische Immuntherapien zur Krebsbekämpfung. Erzählen Sie ein wenig über die Arbeit von Immatics und über den Börsengang Anfang Juli.</h3><p>Immatics hat für die Entwicklung T-Zell-spezifischer Immuntherapien zwei unterschiedliche Plattformen entworfen.&nbsp;</p><p>Zum einen haben wir mit XPRESIDENT® eine differenzierte und etablierte Technologieplattform, mit der wir tumorspezifische Zielstrukturen identifizieren. Diese stellen Angriffspunkte für das Immunsystem dar, um den Tumor zu erkennen. Solche Strukturen, die nur im Tumor und nicht in gesunden Geweben vorkommen, können wir für unterschiedliche Krebsarten identifizieren. Sie bilden die Basis für die Entwicklung unserer neuartigen Therapieansätze.</p><p>Mit unserer zweiten Technologieplattform XCEPTORTM können wir dann, basierend auf der von uns identifizierten Zielstruktur, schnell und effizient eine Vielzahl an hochaffinen und hochspezifischen T-Zell-Rezeptoren identifizieren und kategorisieren, die die Fähigkeit besitzen, an genau diese Zielstruktur auf den Krebszellen zu binden.&nbsp;</p><p>Die Rezeptoren können dann wiederrum für die Modifikation von T-Zellen für adoptive Zelltherapien (ACTengine®, Next-Gen ACT) verwendet werden. Hierbei werden patienteneigene T-Zellen zunächst aus dem Blut isoliert, mit entsprechenden T-Zell-Rezeptoren (TCR) ausgestattet und, nach erfolgreicher Expansion, wieder dem Patienten zugeführt.&nbsp;</p><p>Außerdem nutzen wir die identifizierten T-Zell-Rezeptoren zur Entwicklung bispezifischer TCR-Moleküle(TCER™). Diese Antikörper-ähnlichen Moleküle können Patienten direkt verabreicht werden und verfügen über zwei Bindungsdomänen, eine für die Zielstruktur auf der Krebszelle und die andere für körpereigene T-Zellen. Sie agieren somit als Bindeglied und sorgen dafür, dass die T-Zellen Krebszellen erfolgreicher erkennen und angreifen können.</p><p>Mittels dieser beiden Plattformen können wir das Potenzial der T-Zelltherapien für Patienten voll ausschöpfen.&nbsp;</p><p>Mit unserem Börsengang Anfang Juli haben wir einen der größten direkten Börsengänge an die NASDAQ eines europäischen Unternehmens erzielt. Dies war für unser Unternehmen ein wichtiger Schritt und untermauert unsere vielleicht einzigartige Position im Bereich der Krebsimmuntherapien.&nbsp;</p><h3>Was treibt Sie bei Ihrer Arbeit an? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten muss ein Unternehmer heute mitbringen, um erfolgreich sein zu können?</h3><p>Wir sind überzeugt, dass wir mit der weiteren Entwicklung unserer Immuntherapien das Leben von Krebspatienten verbessern können. Das ist auch für mich persönlich der größte Antrieb.<br> Darüber hinaus braucht es in diesem Geschäft vor allem Beharrlichkeit und Geduld, sowie die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse fachfremden Menschen auf eine interessante und glaubwürdige Art zu vermitteln. Und auch ein bisschen Glück.</p><h3>Was raten Sie den heutigen Studierenden im Hinblick auf Studium und Berufswahl?</h3><p>Studiere, wofür Dein Herz schlägt. Wähle den Beruf, zu dem Du Dich berufen fühlst. Und wenn Du es noch nicht weißt, dann nimm‘ Dir die Zeit und finde es heraus. Aber schaue nicht danach, was gerade „en vogue“ ist, das ändert sich, sowie Du mit dem Studium fertig bist.</p><p><em>Das Interview führte Maximilian von Platen<br> Ursprünglich veröffentlicht im&nbsp;</em><a href="/universitaet/aktuelles-und-publikationen/newsletter-uni-tuebingen-aktuell/2020/4/alumni-tuebingen/1/">Newsletter Uni Tübingen aktuell Nr. 4/2020: Alumni Tübingen</a></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61903</guid><pubDate>Wed, 23 Sep 2020 13:46:19 +0200</pubDate><title>&quot;I am a pharmacist and have always been interested in the search for new drugs.&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/i-am-a-pharmacist-and-have-always-been-interested-in-the-search-for-new-drugs-1/</link><description>In Conversation with Research Alumna Professor Márcia Goettert, Professor of Biotechnology and Associate Professor in Medical Sciences at the University of Vale do Taquari – Univates Brazil</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> My connection with Tübingen and the University started in 2005 during activities linked to my doctorate and postdoctoral studies at the Department of Medicinal Chemistry at the University of Tubingen. Later, in 2013, as a professor at the University of Vale do Taquari - Univates, I expanded this cooperation with a Postgraduate Program in Biotechnology (PPGBiotec).</p><p><strong>Where are you based?</strong><br> In Brazil, at the University of Vale do Taquari – Univates Brazil. I am Professor of Biotechnology, the head and the coordinator of the Graduate Program 'Biotechnology', and Associate Professor in Medical Sciences.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61909</guid><pubDate>Wed, 23 Sep 2020 12:19:04 +0200</pubDate><title>&quot;Our research aims to contribute to answering questions such as: How did language emerge? What was the relation between the original systems of prelinguistic visual and vocal communication?&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/our-research-aims-to-contribute-to-answering-questions-such-as-how-did-language-emerge-what-was-the-relation-between-the-original-systems-of-prelinguistic-visual-and-vocal-communication/</link><description>In Conversation with Research Alumnus Professor Sławomir Wacewicz, Head of Centre for Language Evolution Studies, NCU Toruń and Director of IMSErt: EVO research group at Nicolaus Copernicus University, Poland</description><content:encoded><![CDATA[<p>I spent a fantastic and very productive six monthsin Tübingen last year (February - July 2019), following a kind invitation from Professor Gerhard Jäger, who heads the Chair of General Linguistics, University of Tübingen. During these six months, I was a NAWA Bekker fellow (funded by the Polish National Agency for Academic Exchange – PPN/BEK/2018/1/00382/U), working on my project “Why speak politely? The evolutionary stability of expressions of gratitude”.<br><br> I work at the Faculty of Humanities, Nicolaus Copernicus University in Torun, Poland, where I am a co-founder and current head of the Center for Language Evolution Studies (CLES NCU). My lab is also part of the IMSErt (Interacting minds, societies, environments) Center of Excellence at NCU Torun. My research, as well as that of CLES NCU more generally, is on language origins and language evolution, but we also do evolutionarily inspired research on a wide range of linguistic phenomena such as politeness, CMC, sound symbolism, gesture, and sign language. Our research aims to contribute to answering questions such as: How did language emerge? What was the relation between the original systems of prelinguistic visual and vocal communication? What is the relation between language and cooperation?</p><p>This breadth is illustrated by my two most recent co-authored publications: a paper on <a href="https://academic.oup.com/jole/article/5/2/156/5899988" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">pantomime </a>as a likely original communicative system in our prelinguistic ancestors, and another <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00265-020-02894-1" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">paper </a>on slight differences in the shape of the eyes between women and men. This last topic is particularly interesting to me, and originates in a little known theory of “the cooperative eye” proposed by Michael Tomasello and collaborators. Unlike most other animals, humans have slightly elongated, almond-shaped eyes with conspicuously white scleras (“whites” of the eyes), and such anatomy makes it much easier to follow the gaze of other human beings. This in turn profoundly changes social relations, and in particular greatly helps successful non-verbal communication.<br><br><strong>Contact details</strong><br> Sławomir Wacewicz<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ycegykebBwom0rn" data-mailto-vector="2" class="mail">wacewicz<span style="display:none">spam prevention</span>@umk.pl</a><br> Center for Language Evolution Studies (CLES)<br> Nicolaus Copernicus University in Torun<br><a href="https://cles.umk.pl/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://cles.umk.pl/</a><br><a href="https://imsert.umk.pl/en/center/evo-team/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://imsert.umk.pl/en/center/evo-team/</a></p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61912</guid><pubDate>Tue, 22 Sep 2020 13:19:09 +0200</pubDate><title>&quot;With micromorphology we can unravel the different activities that contributed to the construction of shell mounds and middens through hundreds and sometimes thousands of years.&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/with-micromorphology-we-can-unravel-the-different-activities-that-contributed-to-the-construction-of-shell-mounds-and-middens-through-hundreds-and-sometimes-thousands-of-years/</link><description>In Conversation with Research Alumna Professor Ximena S. Villagran, Adjunct Professor at the Museum of Archaeology and Ethnology of the University of Sao Paulo (USP), Brazil</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> I was a post-doctoral research fellow at the Institute for Archaeological Sciences (INA) from 2013 to 2015. The first year I had a fellowship from the Brazilian government (CNPq – Science Without Borders Program) and from 2014 to 2015 I was an Alexander von Humboldt post-doctoral fellow. I worked with Professor Christopher Miller in the Geoarchaeology working group at INA, where I studied the formation process of one of the oldest cemeteries in South America: the site of Lapa do Santo, in east-central Brazil. Developing my research at Tübingen was essential to incorporate new geoarchaeological methods to the study of South American sites that have never been used before in the continent. Being at Tübingen allowed me to get in touch with international scholars, share ideas, and start building a research network. It was certainly a unique professional opportunity that also allowed me to make some very good friends that I keep up to this date.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61906</guid><pubDate>Tue, 22 Sep 2020 11:32:10 +0200</pubDate><title>&quot;I have always been fascinated by the brain&#039;s ability to switch &#039;gears&#039; and function in different modes depending on the context and goal at a particular moment.&quot; </title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/i-have-always-been-fascinated-by-the-brains-ability-to-switch-gears-and-function-in-different-modes-depending-on-the-context-and-goal-at-a-particular-moment/</link><description>In Conversation with Research Alumnus Prof. Dr. Georgios A. Keliris, Assistant Professor in the Department of Biomedical Sciences at the University of Antwerp, Belgium</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> To me, Tübingen is synonymous with several important highlights of my academic career as well as personal fulfillments. Having spent 15 years (2000-2015) in this picturesque university town, I enjoyed its exceptional cultural and intellectual vibes, its hospitality and international character and explored each centimeter of its historical streets and buildings. My Tübingen journey started when I enroled in the international MSc program in Neural and Behavioral sciences – a career turning point from physics to neuroscience – and continued with obtaining my PhD in Neuroscience at the Max-Planck Institute for Biological Cybernetics under the supervision of Professor Nikos Logothetis. I further continued my scientific work at MPI, first as a post-doctoral fellow and then as a project leader – thereby taking my first step towards independence. Given all of the above, I see Tübingen as the Alma Mater of my scientific career. During those wonderful years, I had the joy of meeting many amazing people and building everlasting friendships. Last but not least, it was the place I met my wife and where our beautiful daughter was born. Thus, Tübingen holds a very special place in the life of my family and remains very close to our hearts.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61915</guid><pubDate>Mon, 21 Sep 2020 15:42:30 +0200</pubDate><title>&quot;I love the challenge of reconstructing past human behavior by putting together small pieces of information.&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/i-love-the-challenge-of-reconstructing-past-human-behavior-by-putting-together-small-pieces-of-information-1/</link><description>In Conversation with Research Alumnus Dr. Michael Toffolo, Junior Research Chair at the Research Institute on Archaeomaterials-Research Center in Physics Applied to Archaeology (IRAMAT-CRP2A), Bordeaux Montaigne University, France.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> In 2015, I was awarded an Alexander von Humboldt fellowship at the University of Tübingen, where I was hosted by Prof. Christopher Miller (Institut für Naturwissenschaftliche Archäologie). My research project focused on developing a method to obtain accurate radiocarbon dates from the mineral fraction of archaeological wood ash. I worked at the University until December 2016, but kept on collaborating with Professor Miller after the end of my stay. We are currently conducting research at two prehistoric sites in South Africa together to understand human evolution in the interior of the sub-continent over the last 100,000 years.<br><br><strong>Where are you based?</strong><br> I am Junior Research Chair at the Research Institute on Archaeomaterials-Research Center in Physics Applied to Archaeology (IRAMAT-CRP2A), Bordeaux Montaigne University, France.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61927</guid><pubDate>Mon, 14 Sep 2020 12:00:00 +0200</pubDate><title>&quot;We know that vernacular oral narratives are deeply rooted in traditional communities.&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/we-know-that-vernacular-oral-narratives-are-deeply-rooted-in-traditional-communities-1/</link><description>In Conversation with Research Alumnus Dr. Maxim Fomin, Research Director of Modern Languages and Linguistics Research Unit at the Faculty of Arts, Humanities and Social Sciences at Ulster University, Northern Ireland</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> I arrived in Tübingen in September 2015 to look at the collection of Irish fairy tales Professor Ludwig Mühlhausen had collected in Donegal in 1937. This collection is kept in the Manuscripts Department of the University Library. I came as a guest of Professor Bernhard Maier, Chair for Religious Studies at the University and was also supported by Dr. Wilfried Lagler, Chief Librarian at the Department. Professor Maier hosted me between May 2016 and October 2017. My research was generously funded by the Alexander von Humboldt Foundation through the award of Experienced Researcher’s Fellowship. As Humboldt Fellow, I gave a talk at the former Forum Scientiarum, now&nbsp;<a href="https://uni-tuebingen.de/einrichtungen/zentrale-einrichtungen/center-for-interdisciplinary-and-intercultural-studies/" target="_blank" class="external-link">Center for Interdisciplinary and Intercultural Studies</a>, on "The Irish Folklore Tradition: Then and Now" (<a href="https://uni-tuebingen.de/einrichtungen/zentrale-einrichtungen/center-for-interdisciplinary-and-intercultural-studies/veranstaltungen/vorlesungsreihen/humboldt-lecture-series/winter1617/" target="_blank" class="external-link">Humboldt Lecture Series December 2016</a>) and the Tübingen branch of the German Society of Humboldtians invited me and my son David to a trip to Stuttgart on 22 October 2016. We went to see the chapel on Württemberg hill (also known as Württemberg Mausoleum in Rotenberg) erected by King Wilhelm I in memory of his wife Katharina (born Catherine Pavlovna Romanoff, the sister of the Russian emperor Alexander I). The highlight of the visit was the opportunity to see the icons on display as they had originally come from the Russian city of Tver where I was born.<strong></strong></p><p><strong>Where are you based?</strong><br> I am Research Director of Modern Languages and Linguistics Research Unit at the Faculty of Arts, Humanities and Social Sciences at Ulster University, Magee campus, City of Derry, Northern Ireland.</p><p><strong>What is your recent publication about?</strong><br> The monograph <em>Ludwig Mühlhausen, Séamus Ó Caiside and Scéal Rí na Gréige: The Tale of 'Three Golden Children' (ATU 707) in 1937 Donegal</em> is the result of my stay in Tübingen, where I conducted research in the archives of Ludwig Mühlhausen, formerly Professor of Celtic Studies at the University of Berlin. Between 25 August and 13 October 1937, Mülhausen stayed in the Irish-speaking village of Teelin (Co. Donegal), and recorded 12 tales and two songs from a local storyteller, Séamus Ó Casaide. On his return to Germany, ten tales collected from Ó Caiside were published as <em>Zehn irische Volkserzählungen aus Süd-Donegal</em>. Of the tales the scholar chose not to publish, one called "Scéal Rí na Gréige" ("The Tale of the King of Greece") falls within the focus of my study. "Scéal Rí na Gréige" presents a version of the well-known international folktale type ATU 707: "Three Golden Children". I examine the type’s dissemination in Ireland, and its four ecotypes. Despite its wide distribution, my main argument is that the story known to Ó Caiside came from the printed medium – from a popular version of <em>The Arabian Nights Entertainments.</em> To be understood by the Irish-speaking audience, the story was rendered into the vernacular; yet, its key elements were articulated in English, embellishing the plot with a flavour of exoticism and of the Orient. "Scéal Rí na Gréige", a unique folklore product, married the Irish vernacular to the European print culture, signifying an innovative step in the development of the Irish oral tradition.</p><p><strong>What fueled your interest in this topic?</strong><br> We know that vernacular oral narratives are deeply rooted in traditional communities. In rural Ireland they existed alongside printed texts available in newspapers, chapbooks and pamphlets - the products of the industrialised society of the late nineteenth-early twentieth century. Traditionally, it is believed that folk stories were reproduced from the storyteller’s memory for the audience. The situation radically changed with the introduction of the printed medium that facilitated the reading of tales aloud from a book. The Irish oral tradition has previously been viewed as laid back and immersed in time, owing its rich content to the generations of storytellers who learned their trade from their forefathers, the method aptly described in the Irish phrase <em>"ó ghlúin go glúin</em>" (lit. "from knee to knee", fig. "from generation to generation"). I have strived to argue that this was not the case, that the Irish storytellers were perfectly capable of creating new folktales by adapting those widely available in print into Irish. The interest of Irish storytellers in the tales from<em> The Arabian Nights Entertainments</em> was especially prominent and "Scéal Rí na Gréige" is a case study of this phenomenon.</p><p><strong>Fun fact: Mühlhausen became a figure of local lore</strong><br> In the old days, the Irish fishermen could not swim. Mülhausen left a lasting legacy on the Teelin locals due to his habit of going for a swim every morning in the cold waters of the North Atlantic. On his first day, he took a plunge and people present thought he had drowned. A few minutes later, they realised that he had come ashore in a different place as he started helping them to look for the "drowned man" (the story was told as part of the local lore in 2019)!</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61921</guid><pubDate>Mon, 07 Sep 2020 10:42:00 +0200</pubDate><title>&quot;Our truth standards are anything but given.&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/our-truth-standards-are-anything-but-given/</link><description>In Conversation with Research Alumnus Dr. Raphael Zähringer, Postdoctoral Researcher and Lecturer in the Institute of English Languages and Literatures at Tübingen University.</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> I started here as a student of English and German in 2005 and received my PhD in English Literature in 2015.<br><br><strong>Where are you based?</strong><br> I am still in Tübingen, where I work as a postdoc in English Literatures and Cultures, working towards my postdoctoral thesis of qualification for the professorial level in Germany (‘Habilitation’).</p><p><strong>What is your latest publication about?</strong><br> My latest publication is about the structural conditions of postfactual politics from a literary studies point of view. It takes its cue from a Tweet by Bavarian prime minister Markus Söder revolving around the ‚Kreuzerlass‘ from 2018 (a federal state-level decree demanding the mounting of crucifixes in Bavarian civil service and other agencies). The publication sketches the contemporary processes, discourses of Bavarian cultural self-constitution against the backdrop of mythical structures and contextualizes Söder’s Tweet within this structure. Furthermore, it also demonstrates how socio-cultural processes – along the lines of contingency and convergence culture – oppose such plotting.</p><p><strong>What fueled your interest in this topic?</strong><br> I find it fascinating how politicians use social media for self-promotion and for spreading their political agenda, unfiltered by any traditional gatekeepers; I initially got into the topic due to Boris Johnson’s and Donald Trump’s media presence, and due to the resulting struggles of academic disciplines to come to terms with them. What I find particularly interesting is how such political agents can be positioned as storytellers, how they toy with notions of fact and fiction – and how other agents (the press, their followers, scholars…) react to them.</p><p><strong>Fun fact: The creative output of users</strong><br> Picking up on the reactions of audiences to the content produced by politicians, it is worth checking out the creative output of users. Beyond simply criticizing Söder, many of his critics re-contextualized the Tweet by drawing upon popular culture, or replaced the crucifix in the photo with various other (oftentimes hilarious) items. Take a look <a href="https://www.jetzt.de/politik/tweetsammlung-zu-soeders-kruzifixen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">here</a>.</p><p><strong>COVID-19 shows us that our truth standards are not objective</strong><br> Söder’s tweet itself is part of my larger research interest in how texts of all kinds may or may not pass as truthful and/or fictional in different contexts. Governed by the paradigm shifts in fields such as science, art, politics, media, or technology, it is fascinating to realize that our truth standards are anything but given – and the current struggles revolving around COVID-19 aptly demonstrate that. It is worth investigating the conditions under which certain statements or utterances in certain media contexts are more believed than others (and by whom). Why do some people believe the information provided in a scientist’s publication in a reputable journal, others in a journalist’s blog, and why do yet others believe what they see in an influencer’s YouTube video? While I think that such issues have come to the fore in our high-speed digital age, I deem it also worth observing the large historical continuum of truth-making. In the late 16th century, for instance, poets had a substantial amount of political power because of their way of claiming a ‘poetic truth’ in the form of allegory. By the same token, early newspapers focussed a lot more on ‘bare facts’ rather than expressing any opinion on the events reported.</p><p><strong>More information on the article</strong><br> Zähringer, Raphael. “Markus Söders Kreuzerlass – eine postfaktische Erzählung aus der Politik.” <em>Postfaktisches Erzählen? Post-Truth – Fake News – Narration</em>. Ed. Katharina Rennhak, Matei Chihaia, Matías Martínez, Michael Scheffel, Roy Sommer and Antonius Weixler. [forthcoming 2020]. <a href="https://www.degruyter.com/view/title/575518?rskey=9Ir5Uk&amp;result=3" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">https://www.degruyter.com/view/title/575518?rskey=9Ir5Uk&amp;result=3</a></p><p><strong>Contact details</strong><br> Dr. Raphael Zähringer<br> University of Tübingen<br> English Department<br> Wilhelmstr. 50<br> 72074 Tübingen<br> Germany<br><a href="#" data-mailto-token="ocknvq,tcrjcgn0bcgjtkpigtBwpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2" class="mail">raphael.zaehringer<span style="display:none">spam prevention</span>@uni-tuebingen.de</a><br><a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/englisches-seminar/sections/english-literatures-and-cultures/lehrstuhl-prof-dr-christoph-reinfandt/staff/dr-raphael-zaehringer/#c888910" target="_blank" class="external-link">Homepage</a><br> &nbsp;</p><p><strong>List of publications</strong></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><em><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">The Short and the Weird: Perspectives on the New Weird Short Story.</span></span></span></em><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-US"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Thematic Issue of <em>Zeitschrift für Anglistik und Amerikanistik</em> 69-2 (2021) [forthcoming 2021].</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“Markus Söders Kreuzerlass – eine postfaktische Erzählung aus der Politik.” <em>Postfaktisches Erzählen? Post-Truth – Fake News – Narration.</em> Ed. Katharina Rennhak, Matei Chihaia, Matías Martínez, Michael Scheffel, Roy Sommer and Antonius Weixler. </span></span></span><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">[forthcoming 2020]. [https://www.degruyter.com/view/title/575518?rskey=9Ir5Uk&amp;result=3]</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“The Heterogeneous Epistemic Field of Comic Adaptation and Medievalism: Different Versions of ‘La Belle Dame Sans Merci.’” </span></span></span><em><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Vom Spruchband zur Sprechblase. Comics des Mittelalters – Mittelaltercomics.</span></span></span></em><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"> Ed. Marion Darilek and Matthias Däumer. Bielefeld: transcript [accepted, forthcoming 2020].</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“Alternative Fakten und postfaktische Politik als Narrativ.” <em>Literaturwissenschaften in der Krise: zur Rolle und Relevanz literarischer Praktiken in globalen Krisenzeiten.</em> Ed. Anya Heise-von der Lippe and Russell West-Pavlov. Tübingen: Narr, 2018: 93-105. [https://www.narr.de/literaturwissenschaften-in-der-krise-18148/]</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“Tweets, postfaktische Politik und Literatur.” </span></span></span><em><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-US"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Faktor14</span></span></span></em><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-US"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;"> 12 (2018): 24-29.</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><em><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Hidden Topographies. Traces of Urban Reality in Dystopian Fiction. </span></span></span></em><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Berlin/New York: De Gruyter, 2017. [https://www.degruyter.com/view/product/485044]</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“China Miéville, <em>Embassytown </em>(2011).” <em>Handbook of the English Novel of the Twentieth and Twenty-First Centuries</em>. Ed. Christoph Reinfandt. Berlin/New York: De Gruyter, 2017: 518-535. [https://www.degruyter.com/view/book/9783110369489/10.1515/9783110369489-027.xml?rskey=mRfE64&amp;result=1]</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“X Marks the Spot – Not: Pirate Treasure Maps in <em>Treasure Island </em>and <em>Käpt’n Sharky und das Geheimnis der Schatzinsel</em>.” <em>Children’s Literature in Education </em>48.1 (2017): 6-20. [https://link.springer.com/article/10.1007/s10583-016-9308-0]</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“’Strange Tricks of Cartography’: The Map(s) of <em>Perdido Street Station</em>.” <em>China Miéville: Critical Essays. </em>Ed. Caroline Edwards and Tony Venezia. Canterbury: Gylphi, 2015: 61-87. [http://www.gylphi.co.uk/books/Mieville/Paperback]</span></span></span></span></span></span></p><p><span style="font-size:11pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Calibri&quot;,&quot;sans-serif&quot;"><span style="font-size:12.0pt"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">“Sprachproduktivität im Chat und Linguistik in der Schule.” <em>Linguistische Inhalte im Deutschunterricht. Studentische Stimmen zu einem umstrittenen Thema. </em></span></span></span><span style="font-size:12.0pt" lang="EN-GB"><span style="line-height:107%"><span style="font-family:&quot;Arial&quot;,&quot;sans-serif&quot;">Ed. Björn Rothstein. Stuttgart: Ibidem, 2010: 53-63.</span></span></span></span></span></span></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61924</guid><pubDate>Tue, 18 Aug 2020 06:00:00 +0200</pubDate><title> “Islam and MENA are minority fields within the Western academy.”</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/islam-and-mena-are-minority-fields-within-the-western-academy-1/</link><description>In Conversation with Research Alumna Dr. Courtney M. Dorroll, Assistant Professor of Middle Eastern and North African Studies and Religion at Wofford College, U.S.</description><content:encoded><![CDATA[<p>In summer 2016 I taught a <a href="https://www.google.com/search?client=firefox-b-e&amp;q=teach+at+t%C3%BCbingen" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Teach@Tübingen</a> course, Ethnography of Islam in Germany, for the Oriental and Islamic Studies Department. My relationship with the University of Tübingen began the summer before, 2015, when I was invited to conduct research at the University of Tübingen’s Center for Islamic Theology. I had the great fortune to meet Dr. Mouez Khalfaoui at a conference in the US and I interviewed him for a pedagogical project I was working on regarding gathering voices/stories of individual Muslims told by Muslims to use in my courses as a pedagogical tool. After his interview we spoke about the Center in Tübingen as another site for my ethnographic data collection and that is what instigated my first trip. It was our shared interest in pedagogy of Islamic Studies that continues to shape our professional connection.<br><br> I am currently based in South Carolina at a small, liberal arts college, Wofford College. I founded and co-coordinate Wofford’s Middle Eastern and North African Studies Program and am an Assistant Professor in the Religion Department. I teach classes on ethnography, Middle Eastern Studies, Muslims in America and am now expanding my courses to include pedagogy of self-care and a new stand-alone course on “Caring for the Self: A Global Guide”. My work on reflecting on the emotional labor involved in teaching politicized, difficult topics has lead me to incorporate self-care rituals for myself as an instructor and in my syllabi so as to model good self-care for my students. I want to honor the heavy lift that occurs when students take my classes and recognize the emotional vulnerability it might take for some students to explore an area of the world that has been maligned by Western media or has not been focused on in primary, middle or high school years. Islam and MENA are also minority fields within the Western academy so it is also space to recognize what added tasks must be taken on by the instructor who teaches these fields that are viewed as outside the often agreed upon canon of what is typically taught. My current research project involves a grant to help me collect data on faculty, staff and students engaged with self-care pedagogy to see what affects this style of teaching has on students and instructors. The issue and importance of care in the classroom has been exacerbated during this global pandemic.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61954</guid><pubDate>Mon, 17 Aug 2020 11:52:00 +0200</pubDate><title>&quot;Individuals making an income from what most consider waste exist everywhere.&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/individuals-making-an-income-from-what-most-consider-waste-exist-everywhere-1/</link><description>In Conversation with Research Alumna Professor Jutta Gutberlet, Professor in the Department of Geography and the director of the Community-based Research Laboratory (CBRL) at the University of Victoria, Canada. 

</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> I did my doctoral studies with Professor Kohlhepp in the Department of Geography at the University of Tübingen.</p><p><strong>Where are you based?</strong><br> I am currently based at the Department of Geography, at the University of Victoria in Canada.</p><p><strong>What is your research about?</strong><br> My research overlaps human geography and environmental studies and focuses on waste related issues. The research is collaborative, action-oriented, community-based, and mostly qualitative in nature. My latest work is two-folded. I have published (1) about the challenges and policy interventions to mitigate plastic leakage into the ocean and (2) about the contribution of the informal and organized waste picker sector to the circular economy.</p><p><strong>What fueled your interest in this topic?</strong><br> Waste is a fascinating and incredibly complex topic, of which I have explored many facets in previous research projects. Recently I have been interested in the ecological and social implications of plastic waste on rivers, lakes and oceans, given the pressing climate change and environmental health issues, linked to ocean waste. I have witnessed the systemic and persistent contamination of water bodies and coastal environments which has fuelled the urgency of acting and finding solutions to the problem. At the same time, there is a singular opportunity to tackle this problem and the general issue of waste recovery by including waste pickers into waste management, recognizing them as main protagonists in resource recovery and remunerating them for the services they provide. My exposure to waste pickers in many different country contexts have inspired me to study their contribution in resource recovery, which directly translates also into diverting materials into the circular economy, thus benefitting the environment (and the economy).</p><p><strong>A familiar subject</strong><br> Waste is a topic everybody can relate to, since we all generate waste and are part of the problem but we also are part of the solution. Through shifting perspectives related to waste we are able to tackle several of the Sustsainable Development Goals, thus contributing to building better communities, helping the environment and reducing poverty; all prominent goals.</p><p><strong>What we can do</strong><br> It is very important for citizens to take responsibility for the waste we generate and also recognize the multiple and creative forms and opportunities to reduce, repair, repurpose and recycle what was considered waste, but in reality is a resource. Individuals making an income from what most consider waste exist everywhere. Here in Canada they are called diverters (in Victoria), binners (in Vancouver) or Valoristes (in Montreal). These individuals are already working for the circular economy, recovering what would otherwise be littering the environment or end up in landfills. We need to recognize these contributions, create new spaces that incorporate these workers and remunerate them accordingly for the service. There are many great ideas already circulating and that can be replicated also in rich economies (eg. there's the <a href="https://www.binnersproject.org/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Binners' Project</a> in Vancouver, the <a href="https://www.ourplacesociety.com/diverters" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Diverters Project</a> in Victoria and the <a href="https://cooplesvaloristes.ca/language/en/home/" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Les Valoristes</a> co-operative in Montreal.</p><p><strong>Recent Publications</strong><br> "<a href="https://science.sciencemag.org/content/early/2020/07/22/science.aba9475" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Breaking the Plastic Wave: Top Findings for Preventing Plastic Pollution</a>". <a href="https://pew.org/2WmV10d" target="_blank" rel="noreferrer">pew.org/2WmV10d</a>. Accessed 14 Aug. 2020.<br> Gutberlet, Jutta, et al. “<a href="https://www.mdpi.com/2079-9276/6/4/52/htm" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Waste Picker Organizations and Their Contribution to the Circular Economy: Two Case Studies from a Global South Perspective</a>.” <em>Resources</em>, vol. 6, no. 4, 4, Multidisciplinary Digital Publishing Institute, Dec. 2017, p. 52. www.mdpi.com, doi:10.3390/resources6040052.<br> Lau, Winnie W. Y., et al. “<a href="https://science.sciencemag.org/content/early/2020/07/22/science.aba9475" target="_blank" class="external-link" rel="noreferrer">Evaluating Scenarios toward Zero Plastic Pollution</a>.” <em>Science</em>, American Association for the Advancement of Science, July 2020. science.sciencemag.org, doi:10.1126/science.aba9475.</p><p>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61930</guid><pubDate>Tue, 28 Jul 2020 13:56:26 +0200</pubDate><title>&quot;The Hong Kong I wrote about is definitely not the same Hong Kong today&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/the-hong-kong-i-wrote-about-is-definitely-not-the-same-hong-kong-today/</link><description>In Conversation with Research Alumnus Dr. Caio Yurgel, Assistant Professor of Humanities at Duke Kunshan University, China</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> I spent a glorious semester in Tübingen back in 2013 as a fellow of the ‘Wertewelten’ project, which was run by professors of the German Department, the Faculty of Law, and the Deutsch-Französisches Institut Ludwigsburg (dfi). We organized a conference called "Grenzen" which brought, amongst many others, Hertha Müller and Wole Soyinka to Tübingen. I remember being completely star-struck upon seeing them in person. I mustered all the courage I could find to approach Herta Müller after the conference and ask her for an autograph – even though we had previously been in touch via email. I don't think she realized that I and the person who exchanged emails with her were the same person.</p><p><strong>What is your latest publication about?</strong><br> Last year I published a short novel set in Hong Kong. The novel, called <em>As noites de Hong Kong são feitas de neon</em>, was shortlisted for a Portuguese literary award (Prêmio Autor 2018) and published in Lisbon by Gato Bravo. The novel is written in Portuguese, my favorite language to write fiction, which is, in a way, an act of resistance for someone who otherwise teaches and writes almost exclusively in English. I am hoping the novel will sooner or later be translated into English, at which point it will be called <em>Hong Kong Neon Nights </em>(my favorite thing about the English language is how it can do away with prepositions and other such encumbrances).</p><p><strong>What fueled your interest in this topic?</strong><br> I spent yet another glorious semester in Hong Kong back in 2017, doing a postdoc at the Chinese University of Hong Kong, and was immediately taken aback by the city and its smells, contradictions, and frantic energy. I felt as if underwater, not only because I was sweating all the time (it was summer), but because I had never seen anything like that, especially not buildings that are as thin as needles and as tall as giraffes on steroids. I spent my entire first week there thinking they would topple over at any second. I think it was only ten days into my stay that I finally stopped holding my breath. And if that feeling doesn't make you want to write about something, then I don't know what does. Also, back then I had just finished my dissertation (<em>Landscape's Revenge: The Ecology of Failure in Robert Walser and Bernardo Carvalho</em>), so I knew I wanted to take a little break from theory.</p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-61900</guid><pubDate>Tue, 28 Jul 2020 13:20:59 +0200</pubDate><title>&quot;My research widens the terminology of the closet and opens the established concept for other, potentially non-queer, constellations.&quot;</title><link>https://uni-tuebingen.de/alumni/aus-dem-netzwerk/newsfullview-ausdemnetzwerk/article/my-research-widens-the-terminology-of-the-closet-and-opens-the-established-concept-for-other-potentially-non-queer-constellations/</link><description>In Conversation with Research Alumna Dr. Nathalie Walker, Research Assistant in the Department of General and Computational Linguistics (ASCL), Tübingen</description><content:encoded><![CDATA[<p><strong>What is your connection with Tübingen and the University?</strong><br> I obtained all my university degrees at the University of Tübingen: a teaching degree in English and German, an MA in English Literatures and Cultures, and my PhD in English Literature on the topic ‘Configurations of the Female Closet: 1800-1930’. I am currently also working at the University of Tübingen, at the Department of General and Computational Linguistics, where I am responsible for the coordination of the research infrastructure projects CLARIN-D and CLARIAH-DE.</p><p><strong>What is your latest publication about?</strong><br> “<em>Configurations of the Female Closet: 1800-1930</em>”, my PhD thesis, deals with the concept of a female closet. The closet is a highly relevant metaphor in queer studies as it offers a way to conceptualise what has often been seen as a quintessentially queer experience: the experience of having to hide one’s sexual identity ‘in the closet’. As research has so far almost exclusively concentrated on the male closet, the female closet had represented an exceptional research gap ever since the publication of Eve Kosofsky Sedgwick’s <em>Epistemology of the Closet</em>, the <em>ur-text</em> of closet research. My thesis offers a counterpoint to this male-centred perspective and investigates which forms the female closet takes on in British literature of the 19th and early 20th century. The novels and short stories – and in one case, a diary – that I investigate include, among others, Anne Brontë’s <em>The Tenant of Wildfell Hall</em>, Radclyffe Hall’s <em>The Well of Loneliness</em>, and Thomas Hardy’s <em>Tess of the d’Urbervilles</em>. In these texts, I identify three central forms of the female closet in this time period: the criminal closet, the victimisation closet, and the lesbian closet. My research thus widens the terminology of the closet and opens the established concept for other, potentially non-queer, constellations.</p><p><strong>What fueled your interest in this topic?</strong><br> I have had a personal interest in all kinds of queer-related topics since I was a teenager. When I started my studies at university, I was absolutely fascinated by the fact that queer studies were ‘a thing’ at university and that the topic that had always been highly relevant to me personally was also a subject of scientific study. My interest in the closet specifically was awakened through a lecture course which <a href="https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/englisches-seminar/sections/english-literatures-and-cultures/lehrstuhl-prof-dr-ingrid-hotz-davies/" target="_blank" class="external-link">Professor Ingrid Hotz-Davies </a>offered when I was in my third semester: it dealt with secrets, lies and disclosure and discussed the concept of the closet quite extensively. Some years later, with this fascinating lecture course still on my mind and by now even more interested in gender and queer studies, I decided to write my MA thesis on a comparison between the female and the male closet – from here, it was a short step towards my PhD thesis, which then focused exclusively on the female closet. As my topic also deals with the visibility of female (homo-)sexual experience, it is of high political relevance, which is equally important to me.</p><p><strong>A fun fact about this topic</strong><br> My favourite text to work with for my thesis were the diaries of Anne Lister. Anne Lister was one of the few women in the early 19th century who owned and managed quite an extensive bit of land and she wrote fascinating diaries, which are partly on her sexual experiences with other women. Her descriptions are quite explicit (she counts the number of orgasms she and her sexual partners have, for instance) and in my thesis, you can read about the way in which Anne Lister managed to keep up her respectable appearances towards her environment (keeping up her closet), while having various affairs with different women.</p><p><strong>Product details</strong><br> Walker, Nathalie. <em>Configurations of the Female Closet: 1800-1930</em>. Tübingen: Tübingen Library Publishing, 2019. <a href="http://hdl.handle.net/10900/91211" target="_blank" rel="noreferrer">hdl.handle.net/10900/91211</a></p>]]></content:encoded><category>Alumni-AusDemNetzwerk</category></item>
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