Uni-Tübingen

Hinweise zur Lehre im Wintersemester 2020/2021

1. Organisatorisches

Was ist im Wintersemester 2020/21 anders?

Für das Wintersemester 2020/21 ist, bedingt durch die Corona-Pandemie, ein anderes Zeitraster als sonst üblich vorgesehen. Laut Beschluss des Rektorats hat jede Lehrveranstaltung – egal ob synchron, online oder in Präsenz – ein Zeitfenster von 60 Minuten. Die weiteren 30 Minuten sind als fester Bestandteil der Veranstaltung asynchron zu leisten. Wesentlich ist nach wie vor, dass die Lernziele der Lehrveranstaltung bzw. des Moduls erreicht werden. Das erfordert eine klare Strukturierung und didaktische Gestaltung. Dies bedeutet aber nicht, dass in jeder Woche das Schema 60 plus 30 zu erfüllen ist (s. u.). Die folgende Zusammenstellung ist nur ein erster Aufschlag.  Im September werden weitere Hinweise zu Einsatz und Nutzung von Tools folgen. 

Wie erhalten die Studierenden wichtige Informationen über die Lehrveranstaltung, deren Strukturierung und didaktische Gestaltung?

Eine kurze Beschreibung sollte Teil der Ankündigung der Lehrveranstaltung in ALMA sein. Hier bitte auch vermerken, wo die Veranstaltung auf der Lernplattform zu finden ist. Zur eigenen Vorbereitung wie auch als ausführlichere Information für die Studierenden, ist es empfehlenswert, einen Syllabus (Lehrplanung) zu verfassen und zur Verfügung zu stellen. Mit der transparenten Information an die Studierenden kann ein Rahmen gesetzt und auch Verbindlichkeit geschaffen werden. Der Syllabus enthält z.B. die Lernziele der Veranstaltung, Ablauf und Struktur einschließlich der einzelnen Termine und ggf. Abgabefristen, Hinweise auf zu lesende Literatur, zu Aufgaben oder Fragestellungen, die von den Studierenden zu bearbeiten sind, zu Studien- und Prüfungsleistungen sowie zu Kommunikation und Umgang miteinander usw. 
Interessierte finden beispielsweise hier Anregungen:
https://ctl.byu.edu/sites/default/files/designing-a-course-syllabus_0.pdf

Können mehrere 30-Minuten-Blöcke zusammengefasst werden?

Ja, das ist möglich. Was die Reihenfolge anbelangt, können diese Blöcke zeitlich vor oder nach der eigentlichen Lehrveranstaltung liegen. 

Wie genau müssen die Zeiten berechnet werden?

Es kann an dieser Stelle lediglich um eine grobe, aber plausible Einschätzung gehen. Wesentlich ist die Ergänzung der synchronen Lehrveranstaltung, auch für die Lehrdeputatsberechnung. 

2. Konzepte & didaktische Möglichkeiten

Wie können die asynchronen Arbeitsphasen gestaltet werden?

2.1. Inverted bzw. flipped classroom

Als bereits erprobtes Modell bietet sich insbesondere der sogenannte inverted bzw. flipped classroom an. Das Prinzip ist einfach und kann ganz unterschiedlich umgesetzt werden: Inhalte, die üblicherweise in Lehrveranstaltungen vor Ort vermittelt werden, eignen sich die Studierenden im Vorfeld (daher inverted, „umgedreht“) selbst an – als Video, Podcast, Online-Modul (z.B. OER) oder im traditionellen Textstudium. Die Präsenzzeit ist für die Vertiefung der Inhalte, für Austausch und Diskussion sowie für Fragen an die Lehrenden reserviert. Es besteht Raum für interaktive Gestaltung und Begegnung. Für Seminare können auch Referate vorab aufgezeichnet oder als Foliensatz und Skript zur Verfügung gestellt werden – und mit den Materialien auch die zugehörigen Fragestellungen. Dasselbe gilt für die Vorbereitung von Texten. Auch mathematische Aufgaben können für eine gemeinsame Präsenzsitzung aufbereitet werden. Ergänzend ist auch der Einsatz von Foren in der Vorbereitung möglich.

Konkret heißt das z.B.: ein Referat wird rechtzeitig vor dem Präsenztermin als Video oder Folien mit Erläuterung in ILIAS hochgeladen, außerdem erhalten die Studierenden Fragen dazu. Alle bereiten sich mit diesen Materialien auf die gemeinsame Sitzung vor. In der Sitzung werden die Themen und Fragen kurz aufgegriffen und dienen als Ausgangspunkt für die weitere Diskussion. 

In der Mathematik etwa werden Inhalte vorab als Aufzeichnung zur Verfügung gestellt, Studierende bearbeiten zugehörige Aufgabenblätter und bereiten die gemeinsame Sitzung vor, in der Fragen und Probleme besprochen werden. 

Zum Modell des inverted bzw. flipped classroom mit einigen Beispielen siehe auch https://www.e-teaching.org/lehrszenarien/vorlesung/inverted_classroom 

Sehr anschaulich sind auch die Videos zur Mathematik von Prof. Christian Spannagel, PH Heidelberg – Einführung in das Konzept für Studierende

Wer mehr lesen möchte: hier ein Beitrag aus Großbritannien https://core.ac.uk/download/pdf/30317388.pdf

2.2. Asynchrone Gruppenarbeit

Denkbar ist auch die Vorbereitung oder Nacharbeit einer Sitzung in einer asynchronen, durch die Lehrenden angeleiteten Gruppenarbeit. Dies wird in ILIAS z.B. durch das Etherpad oder das Wiki ermöglicht. Hiermit können z.B. im Vorfeld Fragen und Themen gesammelt und strukturiert werden. In der Nachbereitung können Ergebnisse gesichert, dokumentiert und schriftlich ausformuliert werden. Die Aufgabenstellung kann dabei für alle dieselbe sein oder für jede Gruppe unterschiedlich. In der Präsenzsitzung werden Zwischenstände und Ergebnisse aus den Gruppen mit aufgenommen – am besten nach einem regelmäßigen Muster. Dabei kann z.B. der/die Lehrende Zwischenstände kurz kommentieren oder es wird aus einer Gruppe berichtet. 

Formen der Asynchronen Gruppenarbeit

Gruppen in ILIAS

ILIAS ermöglicht die Einrichtung von Gruppen (über „Neues Objekt hinzufügen“), in die jeweils z.B. 3-4 Studierende aus dem Kurs aufgenommen werden. Sofern die genannten Tools Etherpad und Wiki innerhalb der Gruppen eingerichtet werden, sind sie nur für deren Mitglieder sowie die Lehrenden sichtbar. 

Etherpad

Im Etherpad können mehrere Teilnehmende gleichzeitig schreiben. Das Pad kann durch die Lehrenden durch Überschriften, Fragen o.a. vorstrukturiert werden. Es eignet sich vom Umfang her eher für kürzere Texte. 

Wiki

Das Wiki erlaubt ebenfalls das gemeinsame Schreiben, ist jedoch ein viel umfangreicheres Tool: es können verschiedene Seiten und Unterseiten eröffnet und Medien eingefügt werden. Eine Vorstrukturierung kann z.B. über die Startseite erfolgen, auf der die diversen Unterseiten angezeigt werden. Ein Wiki kann auch als eine Art Semestertagebuch für eine Gruppe genutzt werden. 

Auch in Moodle können Gruppen eingerichtet werden, die Plattform verfügt ebenfalls über die Möglichkeit, ein Wiki einzurichten. 

Akademische Fachgesellschaften haben sich ebenfalls mit der Digitalisierung befasst. Hier dieser Hinweis des Deutschen Germanistenverbandes