Tübingen School of Education (TüSE)

Lehramtsstudierende unterstützen Schülerinnen und Schüler angesichts pandemiebedingter Lernrückstände

Durch die pandemiebedingten Schulschließungen sind bei zahlreichen Schülerinnen und Schülern teils große Lernlücken festzustellen. Als eine der ersten Reaktionen darauf hat die Landesregierung Baden-Württemberg das kurzfristige Unterstützungsprogramm ‚Bridge the Gap‘ als Pilotprojekt zur Vorbereitung weiterer Maßnahmen initiiert und entsprechende Unterstützungsgelder in der Folge zugesagt. Die Erfahrungen, die im Zuge der Organisation, Durchführung und Auswertung dieses Pilotprojekts gesammelt werden können, sollen schließlich in die Folgeprogramme ‚Lernbrücken‘ und ‚Rückenwind‘ einfließen, die für die letzten zwei Wochen der Sommerferien bzw. für das neue Schuljahr 2021/22 geplant sind.   
In Rahmen von ‚Bridge the Gap‘ sollten für die Zeit zwischen den Pfingst- und Sommerferien jene Schülerinnen und Schüler, die besonders von den Schulschließungen betroffen waren, die Möglichkeit erhalten, von Lehramtsstudierenden bei verschiedenen Einzel- oder Gruppenfördermaßnahmen unterstützt zu werden. Im Fokus stand dabei besonders die Arbeit an basalen Kompetenzen in den Kernfächern Deutsch und Mathematik, den modernen Fremdsprachen Englisch und Französisch sowie im Fach Latein.
In enger Abstimmung mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (KM) sowie den zuständigen Schulbehörden (Regierungspräsidien und Staatliche Schulämter) und dem Zentrum für Lehrerbildung und Schulqualität (ZSL), waren die lehrerbildenden Hochschulen damit betraut, geeignete Lehramtsstudierende an Schulen mit besonders dringlichem Unterstützungsbedarf zu vermitteln. Angestrebt wurde, bis zu 550 Lehramtsstudierende zu akquirieren und sie für diese ergänzenden Förderangebote im Umfang von bis zu vier Stunden pro Woche einzusetzen.
Unter der Federführung einer ad hoc zusammengestellten ‚Task Force‘ wurde ‚über Nacht‘ eine Online-Plattform eingerichtet, um die Lehramtsstudierenden an den Standorten Stuttgart-Ludwigsburg, Tübingen, Konstanz, Heidelberg, Freiburg, Karlsruhe, Schwäbisch Gmünd und Weingarten zur Registrierung für das Pilotprojekt aufzurufen. In einem zweiten Schritt wurde schließlich der Unterstützungsbedarf der Schulen ermittelt, die sich ebenfalls über eine eigens dazu erstellte Online-Plattform anmelden konnten. Sowohl der Aufruf bei den Lehramtsstudierenden als auch der Aufruf zu Bedarfsmeldungen an Schulen stieß auf immense Resonanz.
Die Schulbehörden nahmen anschließend eine Priorisierung derjenigen Schulen vor, bei denen ein besonders dringlicher Unterstützungsbedarf festzustellen war und meldeten diese an die Hochschulen.
In einem aufwendigen Verfahren wurden schließlich durch die einzelnen Hochschulstandorte passende Studierende an diese ausgewählten ‚Pilotschulen‘ vermittelt, um dort für die verbleibende Zeit bis zu den Sommerferien den Lehrkräften bei diversen Unterstützungs- und Fördermaßnahmen behilflich zu sein und die Schülerinnen und Schüler beim Aufholen pandemiebedingter Lernrückstände zu begleiten.
Unterstützt wurden diese Aktivitäten u.a. durch ein Online-Angebot mit inhaltlichen und fachdidaktischen Anregungen, Materialien und Impulsen. Dieses breite, hochschulübergreifende Programm, welches neben Materialien auch Workshops, Sprechstunden und Coachings umfasste, wurde allen an ‚Bridge the Gap‘ teilnehmenden Lehramtsstudierenden und Lehrkräften zur Verfügung gestellt. Ergänzend gab es standortspezifisch Online-Sprechstunden und andere Begleitmaßnahmen.
Durch die gemeinsam koordinierten und pragmatisch miteinander abgestimmten Bemühungen der Arbeitsgruppen an den beteiligten Universitäten und Hochschulen verlief die Vermittlung von Studierenden erfolgreich. Genauere Zahlen können nach Vorliegen des derzeit in Arbeit befindlichen Evaluationsberichtes vorgelegt werden. Die über die Evaluation gewonnenen Erkenntnisse sollen zudem für die Vorbereitung und Organisation von Folgeprojekten (‚Lernbrücken‘, ‚Rückenwind‘) genutzt werden.