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20.04.2015

Studie zu G8-Reform

Ergebnisse auf Pressekonferenz mit Kultusministerium vorgestellt

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In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem baden-württembergischen Kultusministerium hat Prof. Dr. Ulrich Trautwein heute die zentralen Ergebnisse der Studie "Konsequenzen der G8-Reform" vorgestellt: Die Autoren Ulrich Trautwein, Nicolas Hübner, Wolfgang Wagner und Jochen Kramer fanden keine Unterschiede bei den Abiturnoten von G8- und G9-Schülern, keine oder nur geringfügige Unterschiede bei den Kompetenzen in Mathematik, Physik und Biologie, eine als größer empfundene Beanspruchung und weniger gutes gesundheitliches Wohlbefinden bei den G8-Schülern.

Die Studie zeigte außerdem, dass G9-Schüler signifikant besser im Kompetenzbereich Englisch abschnitten als G8-Schüler. Dieser Unterschied sei jedoch nicht zwingend auf die Reform des gymnasialen Bildungsgangs zurückzuführen, sondern möglicherweise ein vorübergehender Effekt der Umstellung der Fremdsprachenkonzeption des Landes.

"Der Vorwurf, G8-Schüler hätten in der Kursstufe keine Zeit mehr für außerunterrichtliches Lernen, die Familie oder Freizeitaktivitäten im Orchester oder in Kirchengruppen, lässt sich durch unsere Daten nicht belegen", so Trautwein. Tatsächlich sei das Bild, das sich hier ergebe, uneinheitlich. "In Anbetracht der Studienergebnisse, in Hinblick auf eine notwendige Schwerpunktsetzung bildungspolitischer Anstrengungen auf Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung im gymnasialen Unterricht und mit Blick auf die Gesamtarchitektur des Bildungssystems sollte eine neuerliche Debatte um G8/G9 vermieden werden."

Die Daten der Studie wurden im Rahmen des Nationalen Bildungspanels (NEPS) erhoben. Insgesamt lagen Daten von rund 5.000 baden-württembergischen Schülerinnen und Schülern aus 48 Gymnasien vor. Die Schülerinnen und Schüler wurden am Ende ihrer Schulzeit nach den schriftlichen Abiturprüfungen befragt. Einbezogen wurden die Abiturjahrgänge 2011 (G9), 2012 (Doppeljahrgang G8 und G9) sowie der erste reine G8-Jahrgang 2013.

Der 8-jährige Bildungsgang zum allgemeinbildenden Abitur in Baden-Württemberg startete zum Schuljahr 2004/2005.

Die Berichterstattung dazu in den Medien (Auswahl):

Zur Pressemitteilung des Kultusministeriums

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