Uni-Tübingen

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Die Arbeitsmedizinische Vorsorge dient der Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsstörungen, Berufskrankheiten, Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit und Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes.

Die Arbeitsmedizinische Vorsorge basiert auf der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und ist auf die tätigkeits-assoziierten Gefährdungen ausgerichtet. Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze hat der Arbeitgeber eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu gewährleisten. Die Einladung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge erfolgt schriftlich über die Personalabteilung. Dabei besteht bzgl. des Inhaltes der arbeitsmedizinischen Vorsorge (erhobene Befunde und Daten) die ärztliche Schweigepflicht.

Inhalt der Vorsorge sind ein vertrauliches ärztliches Beratungsgespräch mit Anamnese (einschließlich Arbeitsanamnese), sowie in Abhängigkeit von der Gefährdung am Arbeitsplatz und dem Einverständnis des/der Beschäftigten eine körperliche Untersuchung, die Erhebung von Laborwerten und Funktionstests. Aktuelle Befunde (Laborwerte, Röntgenbefunde der Lunge u.a.) sowie Impfausweis und ggf. Allergiepass sollten zu Untersuchung mitgebracht werden.

Bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge werden Pflichtvorsorge, Angebotsvorsorge und Wunschvorsorge voneinander unterschieden. Der Unterschied zwischen diesen Formen der Vorsorge liegt in der Beurteilung der Gesundheitsgefährdung der einzelnen Tätigkeiten.

Bei der Pflichtvorsorge ist eine Teilnahme an der arbeitsmedizinischen Vorsorge nicht nur (arbeitsvertragliche) Pflicht, sondern auch Voraussetzung für die Tätigkeit. Ohne eine gültige Vorsorgebescheinigung darf die Tätigkeit nicht ausgeübt werden.

Beispiele für Pflichtvorsorge:

  • Umgang mit Gefahrstoffen, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) nicht eingehalten wird oder direkter Hautkontakt zu hautresorptiven Stoffen besteht
  • Feuchtarbeit regelmäßig > 4 Std./d
  • Tätigkeiten im Lärm ab 85 dB(A)
  • Tätigkeiten mit Labortierstaub
  • Gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen wie Hepatitis-A, -B, -C-Virus

Im Gegensatz zur Pflichtvorsorge ist die Teilnahme an der Angebotsvorsorge freiwillig und es entstehen bei der Nichtteilnahme keine Nachteile für den Beschäftigten/Studierenden.

Beispiele für Angebotsvorsorge

  • Tätigkeiten an Bildschirmgeräten
  • Tätigkeiten mit krebserzeugenden oder erbgutverändernden Stoffen der Kategorie 1 und 2 nach GefahrstoffVO, wenn eine wiederholte Exposition nicht ausgeschlossen werden kann
  • Feuchtarbeit > 2 Std./d
  • Tätigkeiten im Lärm ab 80 dB(A)
  • Tragen von Atemschutzgeräten Gruppe 1 (z.B. FFP2- Maske mehr als 30 min/d)
  • Tätigkeiten mit wesentlich erhöhten körperlichen Belastungen durch Lastenhandhabung beim Heben, Tragen, Halten, Ziehen oder Schieben von Lasten oder repetitiven manuellen Tätigkeiten (z.B. Pipettieren)

Eine Wunschvorsorge ergibt sich, wenn Tätigkeiten ausgeübt werden, bei denen ein Gesundheitsschaden nicht ausgeschlossen werden kann auf Wunsch des oder der Beschäftigten.

Neues webbasiertes Formular zur Ableitung und Anforderung arbeitsmedizinischer Vorsorge

Um das Formular und weitere Informationen aufzurufen, melden Sie sich bitte im Intranet an.

Strahlenschutz

Strahlenschutzuntersuchungen fallen unter das Strahlenschutzgesetz (§ 79)  und die Strahlenschutzverordnung (§§ 77-81). Beruflich strahlenexponierte Personen (Kategorie A; ggf. auch Kategorie B auf Anordnung der Behörde) dürfen danach nur eingesetzt werden, wenn sie die Strahlenschutzuntersuchung nachweisen und dabei die gesundheitliche Eignung bestätigt wird. 

Für Strahlenschutzuntersuchungen wenden Sie sich bitte an den Strahlenschutz: Webseite Strahlenschutz