Bau, Sicherheit und Umwelt

Landesbetrieb Vermögen und Bau informiert zum Stand der Schadstoff-Sanierung an der Universität Tübingen

Allgemeines

Im Bauwesen werden industriell gefertigte Materialien verwendet, die nach jeweiligem Kenntnisstand eingesetzt werden. Bei verschiedenen Materialien hat sich erst später gezeigt, dass eine hohe Konzentration oder die chemische Struktur der verwendeten Materialien zu gesundheitlichen Problemen führen kann – auch wenn zum Zeitpunkt des Einbaus nicht von einer Gesundheitsgefährdung ausgegangen wurde.

Der Gebäudebestand der Universität Tübingen umfasst rd. 180 Gebäude, deren Bauzeit von 1477 bis heute reicht. Sanierungen und Umbauten erfolgen in diesem Bestand kontinuierlich. Deshalb ist die Schadstoffbefundung sehr unterschiedlich und wird bei jedem einzelnen Gebäude vor weiteren Baumaßnahme durchgeführt.

Die hauptsächlich vorkommenden Gruppen sind hierbei:

Diese Materialgruppen sind meist nur in gebundener Form verbaut und befinden sich überwiegend im Bereich technischer Anlagen oder als Auflagen in Deckenhohlräumen. Die Problematik liegt in der speziellen Struktur der Fasern, die lungengängig sein können. Meist sind diese Materialien Nutzern nicht zugänglich und ungefährlich, sofern sie nicht verändert werden. Gefahr entsteht, wenn sie ausgebaut oder auch angebohrt bzw. geschliffen werden und Fasern in die Raumluft gelangen. Deshalb werden für bei Baumaßnahmen Schleusen errichtet, Bauarbeiter arbeiten mit Schutzanzügen und Mundschutz. Zu entsorgende Materialien dürfen erst nach sorgfältiger Verpackung „ausgeschleust“ werden. Die Entsorgungswege sind gesetzlich definiert und müssen von qualifizierten Unternehmen dokumentiert werden.

Diese Materialgruppe ist gekennzeichnet durch dauernde „Ausdünstung“ von Chemikalien und Abgabe in die Raumluft oder über Hautberührung. Raumluftmessungen geben Aufschluss über Art und Konzentration der Chemikalien in der Raumluft. Bei den früher verwendeten Holzschutzmitteln (z.B. an Holzhandläufen) musste neben der Ausdünstung vor allem der Körperkontakts unterbunden werden, das Holz wurde in der Regel ausgetauscht oder mit Anstrichen versiegelt. Auch diese Schadstoffe sind mittlerweile nicht mehr oder nur noch in unschädlichen Konzentrationen zugelassen.

Es kann also durchaus sein, dass sehr unterschiedliche Situationen in Gebäuden vorliegen. Entsprechend werden bei sämtlichen anstehenden Baumaßnahmen regelmäßig vorher die betroffenen Bauteile auf ihre Schadstoffe untersucht und die Arbeitsvorgänge entsprechend geplant, ebenso wie Schutzmaßnahmen für die Umgebung.