Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum

Konzeptionelle Herausforderungen für die KI: Nachhaltigkeit

Workshop auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, INFORMATIK2021

Call for Papers: Deadline 20.4.2021 (siehe unten)

Es ist eine charakteristische Eigenschaft der neuen, auf Statistik basierenden KI, daß sich die Entscheidungsabläufe nicht im einzelnen nachverfolgen lassen ("Black Box"-Verfahren). Damit läßt sich im allgemeinen im nachhinein nicht mehr genau feststellen, auf welcher Grundlage ein Ergebnis erzielt wurde, ebenso wie sich nur schwierig detaillierten Vorgaben machen lassen, was für Kriterien für eine Entscheidung herangezogen werden dürfen. Dieses Problem wird bereits im Hinblick auf Diskriminierungsverbote intensiv diskutiert. Breiter gefaßt stellt sich aber auch die Frage, ob und wie allgemeine Zielvorgaben wie "Nachhaltigkeit" z.B. durch regulative Vorgaben in der Künstlich Intelligenz zur Geltung gebracht werden können, um nicht einfach nur auf die Verantwortung des Anwenders abgeschoben zu werden. Dabei ist die erste Herausforderung, Nachhaltigkeit in eine begriffliche Form zu fassen, die der KI zugänglich ist. Auf dem Workshop werden wir Fragen nachgehen wie:

  • Welche Definition von Nachhaltigkeit (z.B. der Ökonomie oder der Wirtschaftsethik) ist für KI relevant?
  • Welche grundlegenden Prinzipien müssen in einer KI-Anwendung sichergestellt sein, damit sich das Siegel "nachhaltig" rechtfertigen läßt?
  • Wie kann eine relevante Definition in eine für ein KI-Framework verständliche Syntax überführt werden?
  • Bestimmt der Mensch, welche Art von Nachhaltigkeit für die neue KI Bedeutung hat oder geben wir die Entscheidungshoheit über die Nachhaltigkeit von Systemen an die Intelligenz der "Black Box" in der neuen KI ab?

Darüberhinausgehend soll auf dem Workshop auch diskutiert werden, wie sich konkrete Zielvorgaben durch Normierung und Standardisierung in der KI etablieren lassen. Dafür gehen wir von den Überlegungen aus, die sich in der Normungsroadmap zur Künstlichen Intelligenz finden (www.din.de/go/normungsroadmapki) und werden diese auf ihre Eignung zur Sicherstellung von Nachhaltigkeit in der KI kritisch prüfen.

Termin: Der Workshop findet als halbtägige Veranstaltung während der INFORMATIK 2021 vom 27.9.-1.10.2021 statt, wobei der genauer Termin noch in Absprache der Konferenzorganisatoren festgelegt wird.

Format: Unter der gegebenen Situation wird die Veranstaltung mindestens hybrid stattfinden, unter Umständen vollständig online. In jedem Fall sollte also eine digitale Teilnahme möglich sein, ohne zum Tagungsort nach Berlin reisen zu müssen.

Eingeladene Sprecher:

Aufruf für Beiträge (Call for Papers): Wir haben zwei Vortragsplätze für einzusendende Beiträge vorgesehen. Abstracts der akzeptierten Einreichungen, die im Workshop vorgestellt und diskutiert werden, erscheinen im Vorfeld der Tagung zunächst im Programmheft. Ausarbeitungen der Vorträge können nach einer entsprechenden Begutachtung im Tagungsband der INFORMATIK 2021 veröffentlicht werden, der als Band 308 der Veröffentlichungsreihe GI-Edition: Lecture Notes in Informatics (LNI) erscheinen wird. Bitte schicken Sie bis zum 20.4.2021 Ihren Beitrag an reinhard.kahlespam prevention@uni-tuebingen.de.

Organisatoren:
Anna Hoffmann, Hoffmann Consulting & Facilitation, Berlin & Potsdam
Prof. Dr. Reinhard Kahle, Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum, Universität Tübingen
Prof. Dr. Klaus Mainzer, TU München und CFvW-Zentrum, Universität Tübingen


Konzeptionelle Herausforderungen für die KI

Workshop auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, INFORMATIK2020

Die neue, auf stastischer Analyse großer Datenmengen aufbauende KI hat eine ganze Reihe von zukunftsträchtigen Erfolgen vorzuwiesen (z.B. zu Bilderkennung; Medizin; selbstfahrende Autos; etc.). Allerdings ist die KI auch kein "Allheilmittel". Man wird von ihr nicht erwarten, z.B. das Haltproblem zu lösen, und wären effiziente Faktorisierungsalgorithmen in ihrer Reichweite, müßte wohl auch das Internetbanking gestoppt werden. In diesem Workshop sollen computationelle Fragestellungen diskutiert werden, für die durch die moderne KI (noch?) keine Lösungsmöglichkeiten zu sehen sind. Im besonderen soll dabei auch der Frage nachgegangen werden, wie u.U. formal gezeigt werden könnte, daß diese Fragestellungen mit KI-Methoden nicht lösbar sind.  

Montag, 28.09.2020

Zeitplan mit Sprechern:
13:00-14:00 Klaus Mainzer: Wie sicher ist KI?
14:00-15:00 Kristian Kersting:  Systemische KI
15:00-15:30 Pause mit Möglichkeit zur informellen Diskussion
15:30-16:30 Reinhard Kahle: Primzahlen als Herausforderung
16:30-17:30 Wolfgang Bibel: Laßt hundert Blumen blühen

Die Veranstaltung findet per Zoom statt:
https://zoom.us/j/97985185248?pwd=UGErQ05aQm43b0J1K1BTNlVlUzNGZz09
Meeting-ID: 979 8518 5248 Kenncode: 602424

Organisatoren:
Prof. Dr. Reinhard Kahle, Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum, Universität Tübingen
Prof. Dr. Klaus Mainzer, TU München und CFvW-Zentrum, Universität Tübingen