Center for Interdisciplinary and Intercultural Studies

Das offene Selbst: Eine Erörterung der Zugehörigkeit

Forschungsprojekt August 2019 – Juli 2020

Dr. Eveline Cioflec

Die Zugehörigkeit der Individuen zu Gemeinschaften und Staaten, im Kontext der Migration auch als Integration angesprochen, ist seit geraumer Zeit zentrales Thema politischer und soziologischer Debatten und auch ein zentraler Begriff wissenschaftlicher Untersuchungen der Soziologie und Politikwissenschaften. Ich greife die Zugehörigkeit aus philosophischer Perspektive auf und erörtere, wie dieser Begriff begründet und worin er verankert ist: Mehr noch als ein Grundbedürfnis des Menschen, als welches es in der Psychologie entwickelt wurde, ist die Zugehörigkeit (engl. belonging) eine Grundstruktur des weltbezogenen Selbst.

Während meines einjährigen Aufenthalts am Forum Scientiarum der Universität Tübingen möchte ich die Grundmauern für eine Monographie mit dem vorläufigen Titel „Das offene Selbst: Eine Erörterung der Zugehörigkeit“ aufstellen, wobei ich sowohl die Zugehörigkeit zu Orten als auch die Zugehörigkeit zu Gemeinschaften berücksichtige. Dabei gehe ich von folgenden Fragen aus: Was meint die Zugehörigkeit des Menschen, des Individuums? Ist sie als „zugehörig sein“ eine ontologische und Identität stiftende Bestimmung? Wird sie als Teilhabe an einem Ganzen aufgefasst? Weist sie lediglich austauschbare Bezüge auf? Ist sie ein menschliches Bedürfnis oder doch nur eine äußere Bestimmung?

An sich schon erörterungsbedürftig werden diese Fragen im Hinblick auf die Zugehörigkeit als Menschenrecht auch im praktischen Sinne relevant. Um den Fragen nachzugehen setze ich beim Selbstbegriff an, arbeite Formen der Zugehörigkeit aus und runde die Arbeit mit Überlegungen zu Menschenrechten ab.

Das Forschungsprojekt wird von der Hanns-Seidel-Stiftung mit einem Jahresstipendium unterstützt.