Center for Interdisciplinary and Intercultural Studies

Martha C. Nussbaum

Martha C. Nussbaum ist Ernst Freund Professorin für Recht und Ethik an der Universität Chicago. Einen Namen machte sie sich früh mit ihrer Aristoteles-Interpretation, die mit herrschenden Meinungen zur Philosophie der Antike brach. Bald erweiterte sie ihren Themenbereich und veröffentlichte vor allem Arbeiten über moralphilosophische Fragen der Moderne. Dabei behandelt Martha C. Nussbaum oft Themen am Schnittpunkt zwischen Ethik, öffentlicher Moral, Literatur und Feminismus. Längst gilt sie als eine der markantesten Vertreterinnen des aufgeklärten Feminismus, der auch die soziale Prägung von Präferenzen und Wünschen sowie mitfühlendes Verstehen thematisiert.

In ihren neueren Büchern beschäftigt sich Martha C. Nussbaum u. a. mit der Bedeutung von Emotionen, denen sie einen eigenständigen Erkenntniswert beimisst. Zudem ist sie bekannt für den in Zusammenarbeit mit Amartya Sen ausgearbeiteten Capability Approach, der die Ermöglichung freier Entfaltung der Person zum Kriterium sozialer Gerechtigkeit erhebt.

Martha C. Nussbaum hat mehrere Literaturpreise und über dreißig wissenschaftliche Ehrungen erhalten. Sie hatte zahlreiche Gastprofessuren inne, u. a. in Paris, Oxford, Oslo und Harvard. Im Jahr 2009 erhielt Nussbaum den A.SK Social Science Award des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

Wichtige Publikationen: "Women and Human Development: The Capabilities Approach" (2000), "Upheavals of Thought" (2001), "Frontiers of Justice" (2006), "Liberty of Conscience" (2008), "From Disgust to Humanity: Sexual Orientation and Constitutional Law" (2010).