Forum Scientiarum

Robert B. Laughlin

Die Arbeiten Robert B. Laughlins sind ein "unverzichtbares Gegengift" zu den jüngsten Auswüchsen einiger Wissenschaftler, "die die Idee verbreiten, Physik sei eine Wissenschaft quasi-theologischer Spekulationen über die letzte Natur der Dinge". In diesen Worten empfiehlt der Physiker Philip Anderson die Lektüre von Laughlins Buch "Abschied von der Weltformel" (Original: "A Different Universe"). Schon in den Arbeiten, für die Laughlin 1998 den Nobelpreis für Physik erhielt, beschäftigte er sich mit der Selbstorganisation von Materie. Er zeigte, dass Elektronen unter bestimmten Bedingungen zu einer Quantenflüssigkeit kondensieren, deren Eigenschaften sich nicht auf die Eigenschaften der einzelnen Elektronen zurückführen lassen. Ähnliche Effekte finden sich auch in biologischen Systemen. Laughlin bezeichnet dies als „emergent“ und möchte den Blick seiner Disziplin für solche Phänomene schärfen.

Übergänge von einer Organisationsebene auf eine andere seien nur durch sogenannte Ordnungsprinzipien erklärbar, die bisher kaum erforscht sind. Immer noch ungelöst seien etwa die Ordnungsprinzipien im Nanobereich. Warum nehmen Atome in Eiskristallen bevorzugte Positionen ein, obwohl sie zuvor keine Präferenz besaßen? Laughlin bewertet diese Physik und ihre Schnittstelle mit der Biologie als besonders zukunftsträchtig. So beginnt der Physiker ein Gespräch zu Forschungsmethoden über disziplinäre Grenzen hinweg.

Zur Person
Robert B. Laughlin, geboren 1950, ist Professor für Physik an der Stanford University, wo er nach Stationen am Massachusetts Institute of Technology und in Berkeley seit 1985 lehrt. Dort forscht er unter anderem zur Theorie der Supraleitung. 1998 erhielt er für seine Arbeiten über den fraktionellen Quanten-Hall-Effekt gemeinsam mit Horst Ludwig Störmer und Daniel Chee Tsui den Nobelpreis für Physik. Von 2004 bis 2006 war Laughlin Präsident der Technischen Universität KAIST in Südkorea. Er hält regelmäßig Vorträge an international renommierten Universitäten auf der ganzen Welt. Laughlin ist u.a. Fellow der American Academy of Arts and Sciences. Ausgezeichnet wurde er auch mit dem Ernest O. Lawrence Award for Physics, der Benjamin Franklin Medal, dem Oliver E. Buckley Prize und der Onsager Medal. Er lebt in Palo Alto, Kalifornien. Auf Deutsch erschienen: "Verbrechen der Vernunft" 2008, "Abschied von der Weltformel" 2007.