Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

AUPIK - Aufrechterhaltung der ambulanten Pflegeinfrastrukturen in Krisensituationen

Organisatorische Konzepte zur Erhöhung der Resilienz des Pflegewesens

AUPIK setzt an der Schnittstelle zwischen am­bulanten Pflegediensten und Katastrophen­schutz­strukturen an. Übergeordnetes Ziel von AUPIK ist es, die Resilienz ambulanter Pflegeinfrastrukturen in Krisen und Katastrophensituationen zu stärken. Dabei sollen häusliche Pflegearrangements so lange wie möglich erhalten werden, um Menschen auch in Katastrophen in ihrem gewohnten Umfeld zu belassen.

   

       

Förderung

März 2020 – Februar 2023

BMBF Projektumriss

„Zivile Sicherheit – Sozioökonomische und soziokulturelle Infrastrukturen“

Projektbeschreibung

Bedingt durch den demographischen Wandel wächst die Zahl pflegebedürftiger Menschen seit Jahren. Während im Jahre 1999 noch 2,02 Mio. Menschen pflegebedürftig waren, stieg deren Zahl bis Ende 2015 auf 2,86 Mio. Insbesondere die häusliche Pflege fängt hierbei einen Großteil des Pflegebedarfs ab. Obwohl die Mehrheit der Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld viele Jahre von An- und Zugehörigen gepflegt werden, erfährt die häusliche Pflege eine zunehmende Professionalisierung, weshalb der ambulanten Pflegeinfrastruktur eine wachsende Bedeutung zukommt. Jedoch ist die ambulante Pflegeinfrastruktur für einen reibungslos funktionierenden Alltag ausgelegt. Während ambulante Pflegedienste häusliche Versorgung im Alltag gewährleisten, stellen Alltagsstörungen (bspw. Stromausfälle, Hochwasser, Pandemien) eine große Herausforderung dar. Die Versorgung in Ausnahmesituationen obliegt aufgrund der heutigen organisationalen Aufgabenverteilung Einheiten des Katastrophenschutzes. Dieser ist allerdings nur unzureichend auf die Betreuung einer großen Anzahl von Pflegebedürftigen vorbereitet, was eine Versorgungslücke vulnerabler Bevölkerungsgruppen im Katastrophenfall darstellt. 

AUPIK setzt an der Schnittstelle zwischen ambulanten Pflegediensten und Katastrophenschutzstrukturen an. Übergeordnetes Ziel von AUPIK ist es, die Resilienz ambulanter Pflegeinfrastrukturen in Krisen und Katastrophensituationen zu stärken. Dabei sollen häusliche Pflegearrangements so lange wie möglich erhalten werden, um Menschen auch in Katastrophen in ihrem gewohnten Umfeld zu belassen. Für den Fall, dass dies nicht mehr möglich sein wird, beforscht AUPIK ebenfalls organisatorische Möglichkeiten zur temporären Zentralisierung der ambulanten Pflege. Dabei werden konkrete politische Handlungsempfehlungen sowie Lehrmaterialien und Unterstützungskonzepte für Katastrophenschutz und Pflegedienste erarbeitet.

Das IZEW befasst sich im Rahmen von AUPIK mit der Beforschung der Resilienz der ambulanten Pflegeinfrastrukturen sowie des Zusammenhangs von organisationaler und persönlicher Resilienz. Darüber hinaus werden im Projekt aufkommenden sicherheitsethische Fragestellungen in den Blick genommen und für die Projektforschung aufgearbeitet. Als Koordination des Forschungsverbunds AUPIK organisiert das IZEW die Integration der Forschungsarbeiten der einzelnen Partner*innen hin zu inter- und transdisziplinären Forschungsergebnissen.