Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

Migration und Sicherheit in der Stadt (migsst)

Das Projekt migsst untersucht mit einem umfassenden, interdisziplinären Forschungsansatz, ob Segregation in migrantisch geprägten städtischen Quartieren das Kriminalitätsrisiko vermindert oder erhöht. Das Teilprojekt am IZEW hinterfragt den Begriff der sogenannten „Parallelgesellschaften“ und untersucht die Potenziale einer modernen Kommunikation in multi-ethnischen Städten.

Laufzeit

Oktober 2018 – September 2021

Projektbeschreibung

Migration und Sicherheit in der Stadt (migsst)

Die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Migrant_innen und Geflüchteten stellt Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Diese betreffen nicht nur die Bereiche Arbeit, Wohnung oder Bildung, sondern auch die Sicherheit. So wird die Separierung ethnischer Gruppen in einzelnen städtischen Quartieren, d. h. die sogenannte ethnische Segregation, als ein Risikofaktor eingestuft, der das Risiko für die Bewohnerinnen und Bewohner erhöht, Täter oder Opfer einer Straftat zu werden.

Das Projekt migsst überprüft diese Annahme durch einen umfassenden und interdisziplinären Forschungsansatz. Aus verschiedenen fachwissenschaftlichen Blickrichtungen wird untersucht, welche Risikofaktoren und Potenziale identifizierbar sind und mit welchen Mitteln diese beeinflusst werden können. Durch Befragungen, Interviews und statistische Auswertungen werden Daten zu Migration, Integration und auch Segregation erhoben und zusammen mit Lagebildern zur Kriminalität sowie stadt- und quartierspezifischen Daten analysiert. Eine ethische Begleitforschung und rechtswissenschaftliche Studien ergänzen die sozialwissenschaftlichen empirischen Arbeiten.

Auf Basis der erhaltenen Erkenntnisse werden neue Ansätze für die Kriminalprävention entwickelt. Darüber hinaus wird ein Planungs- und Entscheidungsmodell für die intervenierende Polizeiarbeit erstellt und ein Anforderungskatalog für Kommunikations- und kooperative Handlungsstrategien in durch Migration geprägten Quartieren erarbeitet. Gleichzeitig werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten für die polizeilichen und präventiven Maßnahmen aufgezeigt.
Das Internationale Zentrum für Ethik in der Wissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen, PD Dr. Jessica Heesen/Prof. Dr. Regina Ammicht Quinn, hinterfragt den Begriff der so genannten „Parallelgesellschaften“ und untersucht die Potenziale einer modernen Kommunikation in multiethnischen Städten.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird mit insgesamt 1,9 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms Forschung für die zivile Sicherheit (vgl. www.sifo.de) zur Bekanntmachung „Zivile Sicherheit – Fragen der Migration“ gefördert. Es wird koordiniert von Prof. Dr. Bernhard Frevel von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW.