Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

RESIK – Resilienz und Evakuierungsplanung für sozioökonomische Infrastrukturen im medio-sozialen Kontext

Organisatorische Konzepte zur Erhöhung der Resilienz des Pflegewesens

RESIK sieht sich dem Gedanken der Planung für das Außerplanmäßige verpflichtet. Das Projekt versteht sich als Beitrag zum Aufbau und zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit von Krankenhäusern in Krisensituationen. Ein Ziel der Projektforschung ist die Erarbeitung von Voraussetzungen für eine vorübergehende Dezentralisierung der medizinischen Versorgungs- und Pflegestruktur im Falle des Ausnahmezustandes. Vor diesem Hintergrund wird das Krankenhaus als Knotenpunkt für ein Netzwerk aus diversen Akteur*innen des Gesundheitswesens sowie der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) betrachtet. RESIK analysiert dieses komplexe Geflecht in der Modellregion Krefeld, beforscht vorhandene krisenspezifische Vulnerabilitäten und entwickelt Strategien zur Erhöhung der Resilienz von Krankenhäusern als zentralem Teil der Gesundheitsinfrastruktur.

   

       

Projektbeschreibung

Die gegenwärtige COVID-19-Pandenmie rückt Krankenhäuser in den Fokus gesellschaftlicher Sicherheitsdebatten. Die Funktionsstörung des Krankenhausbetriebs angesichts unerwarteter und irregulärer Umstände stellt eine strukturelle Gefahr für moderne Gesellschaften dar. Im Zentrum der Debatten stehen dabei Fragen nach einem angemessenen Umgang mit Versorgungskapazitäten, aber auch nach Sicherheitsvorkehrungen und der gerechten Verteilung von Gütern. Insofern verdeutlichen die Folgen der COVID-19-Pandemie den Stellenwert der Aufrechterhaltung der Gesundheitsinfrastruktur für den Bevölkerungsschutz. Neben der stetigen Verbesserung der Organisation medizinischer Normalversorgung bedarf es der vorausschauenden Planung für die komplexen Folgen eines Ausnahmezustandes – ganz gleich ob dessen Ursache in der externen Überforderung der Infrastruktur oder in deren eigenen zeitweiligen Ausfall  besteht.

Diesem Gedanken der Planung für das Außerplanmäßige sieht sich RESIK verpflichtet. Das Projekt versteht sich als Beitrag zum Aufbau und zur Sicherstellung einer leistungsfähigen, kontinuierlichen und essentiellen Funktionsfähigkeit von Krankenhäusern in Krisensituationen. Berücksichtigt werden dabei sowohl krisenhafte Entwicklungen innerhalb des Krankenhauses, als auch mögliche Evakuierungsszenarien. Das Verbundprojekt RESIK erarbeitet insofern die Voraussetzungen einer vorübergehenden Dezentralisierung der im Krankenhaus verdichteten medizinischen Versorgungs- und Pflegestruktur. Vor diesem Hintergrund wird das Krankenhaus als kritische Infrastruktur betrachtet. Es bildet somit einen Knotenpunkt für ein Netzwerk aus diversen Akteur*innen des Gesundheitswesens sowie der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). RESIK analysiert dieses komplexe Geflecht in der Modellregion Krefeld, beforscht vorhandene krisenspezifische Vulnerabilitäten und entwickelt Strategien zur Erhöhung der Resilienz von Krankenhäusern als zentralem Teil der Gesundheitsinfrastruktur.

Innerhalb des Forschungsverbunds beschäftigt sich das IZEW mit der Förderung einer ethisch akzeptablen sowie gesellschaftlich akzeptierten Evakuierungsplanung. Hierfür werden beabsichtigte und unbeabsichtigte Nebenfolgen von Evakuierungsstrategien erforscht. Als kritische Reflexion auf das Projektvorhaben werden ethisch relevante und problematische Aspekte herausgearbeitet und darauf rückbezogen. So zielt das Teilvorhaben des IZEW insbesondere auf die ethische Evaluierung der Versicherheitlichung von Gesundheitsinfrastruktur ab. Die Gewährleistung ethischer Vertretbarkeit von Evakuierungsplänen bildet zugleich die Grundlage für deren erfolgreiche Implementierung.