Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

Forschungsschwerpunkt gesellschaftlicher Zusammenhalt

‚Gutes‘ gesellschaftliches Zusammenleben erfordert nicht nur ein gewisses (näher zu bestimmendes und zu diskutierendes) Maß an Wertekonsens, sondern auch die stetige Aushandlung von Wertekonflikten. Wertekonflikte sind dabei nicht per se negativ und gefährlich für den Zusammenhalt; sie können genauso als Grundlage stabiler pluralistischer Gesellschaften verstanden werden. Ethische Analysen identifizieren explizite und implizite Wertekonflikte in exemplarischen Handlungsfeldern und erforschen die Potenziale dieser Konflikte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, ohne diesen als gegeben vorauszusetzen.

Der Gegenstandsbereich fordert den thematischen und methodischen Brückenschlag zwischen normativen und analytisch-deskriptiven Ansätzen unter Einbezug der öffentlichen Debatte. Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes werden daher disziplinäre Zugänge (insb. Sozialwissenschaften, Kunst- und Kulturwissenschaften, Medienwissenschaften, Theologien, anwendungsbezogene Ethik) zu einem interdisziplinären Gesamtkonzept verknüpft, das unterschiedliche Methoden zur Untersuchung von Wertepluralismen und den damit verbundenen Debatten bereitstellt und für die Beantwortung von Fragen im Kontext des gesellschaftlichen Zusammenhalts fruchtbar gemacht werden kann. Konflikte um Wertepluralismus sind dabei in besonderer Weise tiefgreifend, wenn sie verbunden sind mit der Furcht vor Traditionsbrüchen, dem Verlust von Privilegien oder dem vermeintlichen Zerfall bestehender Ordnungen.

Laufende Projekte

  • migsst: Migration und Sicherheit in der Stadt
  • PODESTA: Populismus und Demokratie in der Stadt

Ausgewählte Publikationen und Projektergebnisse