Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW)

15. Vilmer Sommerakademie

Globale Umweltpolitik am Scheideweg – Konsequenzen für den Naturschutz in Deutschland

10. bis 14. Juli 2016

Bundesamt für Naturschutz Internationale Naturschutzakademie Insel Vilm

Hintergrund und Ziel:

Viele Ziele im Umwelt- und Naturschutz sind auf nationaler Ebene allein nicht mehr
zu erreichen, sondern erfordern das globale Handeln von internationalen Staaten-
Gemeinschaften und Zivilgesellschaften. Auf dem Feld der globalen Umweltpolitik
wurde seit dem UN-Umweltgipfel von Rio 1992 eine große Zahl von Verträgen geschlossen,
unter anderem die Klimarahmenkonvention und die Biodiversitätskonvention
mit den entsprechenden Folgevereinbarungen. Bereits der Brundtland Bericht
der UN von 1987 forderte, dass die Ziele des Umwelt-, und Naturschutzes im
Sinne nachhaltiger Entwicklung an humanitären Zielen und der Möglichkeit menschlicher
Bedürfnisbefriedigung orientiert sein sollen.
Der globalen wie der nationalen Politik stellen sich in der zweiten Dekade des 21.
Jahrhunderts mindestens drei große Herausforderungen:


I. Armut und ihre Bekämpfung: Ein anspruchsvolles humanitäres Zielsystem findet
sich in den im September 2015 beschlossenen Sustainable Development
Goals (SDG): 169 nachhaltige Entwicklungsziele in 17 Themenfeldern sollen
bis 2030 erreicht werden, v.a. um Armut, Hunger und Ungleichheiten zu beseitigen.


II. Klimawandel: Die Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz vom Dezember 2015
laufen, wenn sie umgesetzt werden, auf eine Dekarbonisierung der globalen
Wirtschaft innerhalb weniger Jahrzehnte hinaus.


III. Flucht und Migration: Bedingt durch Globale Umweltveränderungen, Kriege
und Wirtschaftskrisen sind reiche Länder des globalen Nordens in den letzten
Jahren zunehmend zu Zielländern für Flucht- und Migrationsbewegungen geworden.


Die Sommerakademie 2016 widmet sich der Frage, welche Chancen und Herausforderungen
dem Naturschutz in Deutschland hieraus erwachsen.
Wie kann der Naturschutz in Deutschland durch die UN-Nachhaltigkeitsziele profitieren?
Welche Herausforderungen ergeben sich für den Naturschutz in Deutschland,
wenn Nachhaltigkeitsziele im globalen Süden ernsthaft umgesetzt werden (etwa in
der Landwirtschaft)? Die Schaffung besserer Lebensverhältnisse und die Beseitigung
von Fluchtursachen in Ländern des globalen Südens erfordert auch eine globale
Umweltpolitik – was sind mögliche deutsche Beiträge? Was kann Umwelt- und Naturschutz
zu einer gelungenen Integration beitragen? Was bedeutet die Dekarbonisierung
für den Naturschutz in Deutschland? Die Sommerakademie möchte diesen –
im Kern evaluativen und normativen – Fragen nachgehen und hierzu auch wieder
Vilmer Thesen formulieren.

Veranstalter:

Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit der Universität Kiel, Philosophisches
Seminar und dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften
der Universität Tübingen.
Konzeption und Leitung der Tagung:
Dr. Reinhard Piechocki, Kasnevitz
Dr. Norbert Wiersbinski, BfN-INA Insel Vilm
Prof. Dr. Konrad Ott, Dr. Lieske Voget-Kleschin, Universtität Kiel
Prof. Dr. Thomas Potthast, Dr. Simon Meisch, Universität Tübingen

Programm