Tübingen School of Education (TüSE)

Workshop-Reihe „New Topics INKLUSION“

Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland sind die Landesschulsysteme aufgefordert, Formen inklusiver Bildung zu entwickeln und zu implementieren. Zugleich stellt sich auch vor dem Hintergrund von Flucht und Migration die strukturelle Verbesserung der Bildungsteilhabe aller Schüler*innen als drängende gesellschaftliche Aufgabe dar, die nicht allein die politische Ebene und die Institutionen der Lehrer*innenbildung zum Handeln auffordert, sondern gleichermaßen auch Schulleitungen als Akteure einzelschulischer Entwicklungsprozesse sowie jede einzelne Lehrkraft in ihrem täglichen Unterrichtshandeln betrifft.

Angesichts der zentralen gesellschaftlichen Bedeutung erfolgreich verlaufender Bildungsprozesse und der öffentlichen Diskussion über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten von ,Inklusion‘ scheint eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit zentralen Fragen, die mit der Umsetzung von Inklusion im Kontext allgemeinbildender und beruflicher Gymnasien sowie Gemeinschaftsschulen aufgeworfen sind, dringlicher denn je. Die Reihe „New Topics INKLUSION“ bietet hierfür eine Plattform und ermöglicht den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaftler*innen, Lehrkräften, Multiplikator*innen in der Lehrer*innenbildung, Vertreter*innen der Schulverwaltung sowie weiteren interessierten Akteur*innen.

Die erste Workshop-Reihe der „New Topics INKLUSION“ wurde im Wintersemester 2017/18 durchgeführt. Eine Dokumentation der wichtigsten Tagungsergebnisse können Sie unserem Bericht über die Veranstaltungsreihe entnehmen. Weitere Informationen finden Sie zudem auf den jeweiligen Workshop-Seiten:

Im Workshop Diversity und Inklusion im Kontext gymnasialer Bildung: Herausforderungen und Perspektiven wurden die Ebene der Einzelschulentwicklung in den Blick genommen und gymnasiale Inklusionsstrategien sowie Möglichkeiten des ‚Nachteilsausgleichs‘ vorgestellt.

Der Workshop Inklusion und sprachliche Heterogenität – ein Thema für die gymnasiale Lehrer*innenbildung? stand im Zeichen des gegenwärtigen Umgangs mit sprachlicher Heterogenität. Diskutiert wurden die Auswirkungen des VKL-Systems auf Seiteneinsteiger*innen sowie das inklusive Entwicklungspotenzial, das in der Anerkennung von Mehrsprachigkeit als Kompetenz liegen könnte.

Während sich die ersten beiden Veranstaltungen an das schulische Feld richteten, bot der dritte Workshop, Inklusion – ein fachdidaktischer Forschungsgegenstand?, Raum für den internen Austausch zwischen Erziehungswissenschaft und Fachdidaktik, um Forschungs- und Entwicklungsperspektiven zu diskutieren. Anregungen für die interdisziplinäre Diskussion lieferten ein Input zu den zentralen Forschungsfragen inklusiver Didaktik sowie eine kritische Skizze aktueller Ansätze in der qualitativen Inklusionsforschung.

Die Veranstaltungsreihe wurde im Kontext der BMBF-Qualitätsoffensive Lehrerbildung gefördert und leistet einen umfassenden Beitrag zur Verbesserung der Lehrer*innenbildung – durch eine konsequent kritisch-reflexive Verknüpfung von Forschung und Praxis.