Tübingen School of Education (TüSE)

Zusatzqualifikation „Lehr:Forschung – differenzieren, reflektieren, diskriminierungssensibel unterrichten“

Forschendes Lernen in inklusiven Settings

 

Die Zusatzqualifikation im Überblick

Masterstudierenden, die ihre Kompetenzen im Bereich „Inklusion, Diversität, Heterogenität“ vertiefen möchten, bietet die Tübingen School of Education die Teilnahme an der Zusatzqualifikation „Lehr:Forschung – differenzieren, reflektieren, diskriminierungssensibel unterrichten“ an. Das Projekt umfasst eine halbjährige Praxisphase (4 Schulstunden/Woche) im Bereich Flucht/Migration (VKL-Klassen) oder im Bereich Inklusion (multiprofessionelle Zusammenarbeit in Inklusionsklassen an Gemeinschaftsschulen). Die Praxisphase wird im Rahmen eines Reflexionsseminars (2 SWS) vorbereitet und begleitet. Damit verbindet die Zusatzqualifikation gesellschaftliches Engagement in inklusiven Settings mit der Möglichkeit, innovative Lehr-Lern-Formate und pädagogische Teamarbeit kennenzulernen, sich in der Lehrerrolle auszuprobieren und durch Forschendes Lernen die eigene Handlungsweise unter Anleitung zu reflektieren. 

Die einzelnen Bausteine der Zusatzqualifikation

Praxiserfahrung und gesellschaftliches Engagement in inklusiven Settings

Die Tübingen School of Education vermittelt den Studierenden die Praktikumsstellen, die an Kooperationsschulen der Umgebung angesiedelt sind und von dort tätigen Lehrkräften betreut werden. Die Mitarbeit in der Schule (4 Std./Woche über ein Schulhalbjahr) bietet Gelegenheit, einen Einblick in die berufliche Praxis schulischer Inklusion zu erhalten und die Zusammenarbeit in multiprofessionellen und interdisziplinären Teams kennenzulernen. Das gesellschaftliche Engagement im Praktikum wird sinnvoll mit der Ausbildung der professionellen Fähigkeiten der Studierenden verbunden, indem die bereits während des Studiums erworbenen fachlichen, (fach)didaktischen und professionellen Kompetenzen im Praktikumseinsatz an den Partnerschulen erprobt werden können. 

Begleitendes Reflexionsseminar

Im Reflexionsseminar (2 SWS) wird der Praktikumseinsatz und die eigene Forschungsarbeit durch die Erarbeitung von Theorietexten und die Einübung der Videoanalyse von Unterrichtssequenzen (in Kleingruppenarbeit) vorbereitet und begleitet. Das Seminar bietet Raum für die Besprechung der Praktikumserfahrungen und die Diskussion von Handlungsalternativen. Das Plenum gibt zudem Hilfestellung bei der Entwicklung der persönlichen Forschungsfrage und diskutiert abschließend die erstellten, im Seminar vorgestellten Fallanalysen. 

Forschendes Lernen: Sensibilisierung für die eigenen Differenzierungspraktiken 

Im Zentrum der Zusatzqualifikation „Lehr:Forschung – differenzieren, reflektieren, diskriminierungssensibel unterrichten“ steht die Vertiefung reflexiver Kompetenzen auf Basis Forschenden Lernens, indem im Praktikum eigene oder fremde differenzerzeugende Zuschreibungsroutinen kritisch auf ihre in- bzw. exkludierenden Auswirkungen beobachtet und analysiert werden. Die praktische Tätigkeit an den Schulen ist daher verknüpft mit einem eigenen kleinen Forschungsprojekt, in dem die Studierenden Prozesse der Konstruktion von Differenz und Normalität im Unterricht mithilfe von Videoaufzeichnungen (alternativ: ethnographische Beobachtungen) untersuchen. 

Thementag „Inklusion, Diversität, Heterogenität“

Zum Abschluss der Zusatzqualifikation wird für die Teilnehmer*innen und ihre betreuenden Lehrkräfte von der Tübingen School of Education ein Thementag mit Vorträgen und Workshop-angeboten renommierter Expertinnen und Experten aus dem Bereich Inklusion/Diversity ausgerichtet. Während dieser Veranstaltung wird den Teilnehmer*innen das Dokument der erworbenen Zusatzqualifikation ausgehändigt. 

Teilnahmevoraussetzungen, Auswahlmodalitäten und erforderliche Leistungen für den Erwerb des Zertifikats

Voraussetzung für die Teilnahme am Reflexionsseminar „Lehr:Forschung – differenzieren, reflektieren, diskriminierungssensibel unterrichten“ ist die erfolgreich bestandene Klausur der Vorlesung 1 des BWS-Moduls „Inklusion, Diversität, Heterogenität“. Die Ergebnisse dieser Vorlesungsklausur sowie ein kurzes aussagekräftiges Motivationsschreiben bilden die Grundlage für die Zulassung zur Zusatzqualifikation. Aufgrund der begrenzten Praktikumsstellen und Seminarplätze ist die Teilnahme an der Zusatzqualifikation auf 15 Studierende pro Semester beschränkt. 

Erforderliche Leistungen für einen erfolgreichen Abschluss der Zusatzqualifikation „Lehr:Forschung – differenzieren, reflektieren, diskriminierungssensibel unterrichten“ stellen neben der Praktikumstätigkeit folgende, an das Begleitseminar gekoppelte Leistungen dar: 

  • Analyse von Unterrichtsvideos zur Einübung der Beobachtung von Zuschreibungen gradueller und kategorialer Differenz (und dem Erkennen der Grenzen ihrer Beobachtbarkeit) / Erstellen von zwei Unterrichtsprotokollen (2-3 Seiten) in Kleingruppenarbeit
  • eigenständige Lektüre der im Seminar behandelten theoretischen Literatur
  • Erarbeiten der individuellen Forschungsfrage (Hilfestellung durch die Kleingruppen und die Seminarleitung)
  • Videoaufzeichnung (alternativ: ethnographische Beobachtung) und Erstellen des Protokolls der beobachteten Unterrichtseinheit, anschließendes Führen von Kurzinterviews mit den beteiligten Lehrkräften
  • Analyse und Reflexion des selbsterhobenen Datenmaterials unter Rückgriff auf die behandelten Theorietexte
  • Präsentation des eigenen Falls im Abschlussplenum
  • Ausarbeitung der Fallanalyse (max. 15 Seiten)

Wer teilnimmt, engagiert sich und profitiert! – in vielfacher Hinsicht

  • durch Forschendes Lernen die eigene professionelle Reflexionsfähigkeit weiterentwickeln
  • Unterrichtserfahrungen an (Gemeinschafts)Schulen gewinnen und sich in die Lehrerrolle einfinden
  • innovative Lehr-Lern-Formate und die Arbeit in multiprofessionellen Teams kennenlernen
  • durch Engagement im Praktikum inklusiven Unterricht ermöglichen und einen Beitrag zur Integration von Schüler*innen mit Diskriminierungserfahrungen (Flucht, Migration, sozialer Status etc.) leisten
  • eigenständig Forschen und Videographieren lernen