Tübingen School of Education (TüSE)

4. Doktorand*innenkonvent der TüSE

Am 25. Januar 2021 fand der 4. Doktorand*innenkonvent der TüSE statt. Auch wenn die Teilnehmer*innen des Nachwuchsförderprogramms sich nicht, wie in den Vorjahren üblich, im Festsaal der Alten Aula wiedersehen konnten, so ließen sich über das digitale Format, in dem der Konvent notgedrungen stattgefunden hatte, die meisten Programmpunkte gleichwohl sehr gut realisieren.

Den Konvent eröffnete Prof. Dr. Thorsten Bohl, der in seiner Funktion als Direktor der TüSE in einem knappen Abriss über die neuesten Entwicklungen aus der TüSE – insbesondere im Bereich der Forschung - berichtete. Es folgte eine halbstündige Postersession, bei der fünf neu zum Programm hinzu gekommene Doktorand*innen ihre Forschungsvorhaben in Breakout-Rooms vorstellten und auf die Rückfragen und Denkanstöße der anwesenden Zuhörer*innen reagierten.

Auf Wunsch der Doktorand*innen stand die Frage der „Alternativen Karrierewege jenseits der Wissenschaften“ bei diesem Konvent im Vordergrund – ein Thema, das viele Doktorand*innen aufgrund der immer dichter werdenden Stellensituation im wissenschaftlichen Bereich sehr beschäftigt und zu welchem sie gerne Anregungen erhalten wollen. Einen Impulsvortrag zum gleichnamigen Thema lieferte Matthias Merkelbach, Trainer im Coachingsnetzwerk ImpulsPlus, dem es gelang, die Promovierenden sensibel zu machen sowohl für die Prozesse der Personalakquise von Unternehmen als auch für die Frage, wie sich die Promovierenden ein individuelles berufliches Kompetenzprofil zulegen können. Dabei wurde deutlich, dass es nicht selten vermeintlich abwegige Kompetenzen sind (wie sie etwa durch Freizeitaktivitäten und soziales Engagement erworben werden), die innerhalb von Bewerbungsverfahren den entscheidenden Anstoß für die Auswahlentscheidung geben können. Er riet den Promovierenden also dazu, ihre Fähigkeiten daraufhin zu durchleuchten, ob diese transferierbar sind auf künftige berufliche Aufgabenfelder. Merkelbach machte darüber hinaus deutlich, dass die Stellenanzeigen und das mit der ausgeschriebenen Stelle verbundene Jobprofil gründlich hinsichtlich der enthaltenen Anforderungen reflektiert werden müssten.

Im nachfolgenden Round Table Gespräch blickten zwei Alumni der Universität Tübingen auf ihren eigenen Karriereweg zurück. Die Konstellation der beiden Alumni war besonders gewinnbringend für die Doktorand*innen: Während Frau Gabriele Bartsch (Senior Expert der Agentur mehrwert in Stuttgart) ganz ohne Promotion (ruhestandsbedingt) am Ende einer erfolgreichen beruflichen Karriere steht, steht Herr Dr. Mario Gotterbarm am Anfang seiner außerwissenschaftlichen Karriere. Nach erfolgter Promotion und einigen Jahren im Mittelbau an der Philosophischen Fakultät wagte er erst vor einem Jahr den Schritt heraus aus der Wissenschaft und hat nun die Leitung der Volkshochschule Obere Nagold inne. Offen erzählten die beiden im dialogischen Wechsel von den sie prägendsten beruflichen Stationen sowie den Momenten, die sie schließlich Abschied von der Wissenschaft haben nehmen lassen. Frau Bartsch ermutigte die Promovierenden dazu, genau zu prüfen, an welchen Tätigkeiten das Herz hängt, da man zumeist in diesen Dingen auch sehr gut sei. Sie hielt insbesondere die Frauen dazu an, im Bewerbungsprozess selbstbewusst aufzutreten und nicht aus falscher Bescheidenheit heraus ihr Kompetenzprofil zu zurückhaltend darzustellen. Herr Gotterbarm pflichtete ihr in diesem Punkt bei und gab zu bedenken, dass das sich Anzweifeln und Hinterfragen sowie das kritische Reflektieren zwar förderliche Eigenschaften von Wissenschaftler*innen seien, dass diese aber gerade negative Effekte in Bewerbungsprozessen haben würden. Hier könne man mit Selbstbewusstsein, Überzeugung und Entschlossenheit punkten – einer von vielen wertvollen Denkanregungen, die die Promovierenden vom diesmaligen Schwerpunkt des Konvents mitnehmen konnten.

Nach einer Austauschphase der Doktorand*innen untereinander folgte schließlich die Preisverleihung im TüSE Auszeichnungsverfahren 2020. Die Qualifikationsarbeiten, welche die beiden Preisträgerinnen Mirjam Schwarz (in der Kategorie Staatsexamen) und Esther Hewitt-Schray (in der Kategorie Masterarbeiten) in aller Kürze vorstellten, hinterließen bei den Anwesenden bleibenden Eindruck. Auch wenn auf den traditionellen Sektempfang leider verzichtet werden musste, konnten die Arbeiten der Preisträgerinnen so gewürdigt werden. 

Sibylle Meissner