Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung (ZGD)

Onlinekonferenz "Faire Medizin durch künstliche Intelligenz?"

Vom 03.-05.03.2012 findet die Onlinekonferenz "Faire Medizin durch künstliche Intelligenz? Möglichkeiten, Herausforderungen, Konsequenzen" statt. 

Forschende aus den Sozialwissenschaften und verwandten Disziplinen wie der Philosophie, der Medizinethik und der Public Health Forschung, die sich mit KI in Medizin und Gesundheit auseinandersetzen, sind herzlich willkommen Abstracts einzureichen.

Den Call for Papers finden Sie hier. Deadline ist der 30.11.2020

Für weitere Informationen können Sie Dr.in Renate Baumgartner unter medAI.conference2021spam prevention@gmail.com kontaktieren.

Exzerpt aus dem Call for Papers

Künstliche Intelligenz (KI) ist durch technische Errungenschaften innerhalb der Informatik seit 2012 auch in der Medizin in aller Munde. Herausforderungen der modernen Medizin wie eine alternde Gesellschaft, Erhöhung der Gesundheitskosten bei gleichbleibendem Gesundheitszustand der Allgemeinbevölkerung und gesundheitliche Ungleichheit, sind nur einige Gründe, die KI zum Hoffnungsträger für eine erfolgreichere Medizin oder bessere Gesundheit aller machen. Berichte schwanken zwischen dem Allheilmittel KI, welches große Herausforderungen der Medizin lösen soll, bis zur Dystopie einer Gesundheitsversorgung ohne ärztliches Personal. Anwendungsbereiche sind medizinische Diagnosen, Prognosen (u.a. im Bereich der Präzisionsmedizin) und Therapieempfehlungen, um nur einige zu nennen. Trotz des Hypes um KI in der Medizin lautet die Diagnose jedoch noch immer, dass wenige Produkte mit ausreichend Daten und Validierung überzeugen können oder es bisher zur Marktreife geschafft haben (Topol, 2019).

Unabhängig von der Geschwindigkeit der Entwicklung wird angenommen, dass KI eine große Rolle im Gesundheitssektor spielen wird. Eine politische Erwartung an das Gesundheitssystem und somit wichtige Herausforderung stellt gesundheitliche Ungleichheit dar. Eine faire Gesundheitsversorgung durch KI scheint ein zusätzliches Argument, das den Einsatz von KI in der Medizin nicht nur rechtfertigt, sondern ihn nahezu unabdingbar macht. KI könnte u.a. human bias im Gesundheitsbereich aufdecken und zur Gleichbehandlung aller beitragen. Im Gegensatz dazu befürchten Kritiker_innen, dass durch KI existierende Ungleichheiten verschärft werden, aber durch die technischen Gegebenheiten schwieriger aufdeckbar sind. Andererseits: Können Algorithmen basierte Anwendungen systemische Ungleichheit in positiver Weise beeinflussen?