Tübingen School of Education (TüSE)

Forschungsprojekte Dr. Daniel Goldmann

Aktuelle Projekte

Nationale Muster des Verstehensverstehens? Eine qualitativ-rekonstruktive Reanalyse der TIMSS-Video-Daten (Vorstudie für einen DFG-Antrag; Laufzeit: 01.01.-31.12.18, Eigenmittel)

Die TIMSS-Videostudien von 1995 und 1999 haben nationale Muster des Unterrichtens festgestellt. Anhand des Mathematikunterrichts dreier Länder soll untersucht werden, inwieweit dieses quantitativ ermittelte Ergebnis auch auf der Ebene von Tiefenstrukturen des Unterrichts bestätigt werden kann. Dazu wird mithilfe eines qualitativ-rekonstruktiven Zugangs und einer systemtheoretischen Unterrichtstheorie auf die kommunikativen Verstehensanschlüsse an die Verstehensleistungen der SchülerInnen fokussiert, um an diesen Kopplungen zwischen individuellen und kommuniziertem Lernen unterschiedliche Komplexitätsniveaus festzustellen.

Selbstevaluation der Seminar- und Prüfungspraxis (Laufzeit: 01.10.17-31.09.18, Eigenmittel)

Selbstevaluationsprojekt der Lehre im Seminar, in dem zum einen zwei Sitzungen aus zwei unterschiedlichen Seminaren zur Behandlung des Textes „Schule als Job? Beobachtungen aus der achten Klasse“ von Georg Breidenstein und Kerstin Jergus rekonstruktiv analysiert werden. Zum anderen werden studentische Bearbeitungen von Aufgaben zu dem Text aus 6 Semestern untersucht. Ziel ist es, sowohl typische Problemlagen der (eigenen) Lehre wie auch des Verstehens der Studierenden mit dem Text zu identifizieren als auch darauf basierend das eigene hochschuldidaktische Konzept einer verstehensorientierten Lehre anhand der Seminarpraxis und die Prüfungsaufgaben kritisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Reflexivität und Intentionalität im Unterrichtshandeln – zur Frage der professionellen (Selbst‑)Beobachtung und Steuerung von Unterricht (Habilitationsprojekt; Laufzeit: 2017-2021, Eigenmittel)

Gegenstand des Habilitationsprojektes ist die reflexiv-intentionale Steuerung von Unterricht durch Lehrkräfte über (Selbst-)Beobachtungen während des Unterrichtshandelns. Empirisch wird die Frage der Steuerung von Unterricht auf die Situationen der unterschiedlichen Aneignungsthematisierungen bzw. Verstehensverstehens hin fokussiert, d.h. auf den Umgang mit SchülerInnenäußerungen. Dies wird separat mittels videografiertem Unterricht und durch das Video angeregte Interviews mit den Lehrkräften über ihre Gedanken während des Unterrichtens qualitativ-rekonstruktiv analysiert. Untersucht wird dabei zum einen allgemein, ob und wie die Aneignungen der SchülerInnen thematisiert werden und wie diese Unterrichtssituationen durch die Reflexionen und Beobachtungen der Lehrkräfte mitgesteuert werden. Zum anderen geht es aber auch darum, ob und wie diese ‚internen‘ Entscheidungen in Form von klassifizierenden Zuschreibungen wie ‚externen‘ Gruppenmerkmale oder Eigenschaften erfolgen bzw. begründet werden.

Abgeschlossene Projekte

Leerfomel Forschendes Lernen? Eine Konzeptbilanz Forschenden Lernens. (zus. mit Dr. Nora Katenbrink; Laufzeit: 01.01.-31.12.2017; Eigenmittel)

21 Konzept- und Praxisdarstellungen Forschenden Lernens aus der Erziehungswissenschaft und den Fachdidaktiken wurden qualitativ-rekonstruktiv daraufhin untersucht, wie diese mit dem Theorie-Praxis-Problem umgehen. Das Projekt zielt auf die Bestimmung impliziter Selbstverständlichkeiten universitärer Praxis und damit Sozialisationsstrukturen universitärer LehrerInnenbildung.

Kernaufgabe Inklusion am Oberstufen-Kolleg (Leitung zus. mit Ramona Lau; Laufzeit: 01.09.2014-31.07.2016), interne Mittel)

Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt am Oberstufen-Kolleg Bielefeld ist als eine rekonstruktiv-responsive Evaluationsstudie konzeptioniert, bei der mittels Interviews mit „InklusionsschülerInnen“ die Problemstellungen der schulischen Inklusion in der Sekundarstufe II ermittelt und anschließend über schulstrukturelle und Fortbildungsmaßnahmen Anpassungen am Oberstufen-Kolleg erfolgen.

Heterogene Bildungsbiografien und Berufsorientierungsprozesse von Jugendlichen am Berufskolleg (wiss. Mitarbeiter, Leitung Dr. Sina-Mareen Köhler; Laufzeit: 01.01.14 - 30.06.15; DFG-Projekt)

Im Zentrum des Projektes steht die Frage, wie Jugendliche mit heterogenen Bildungsbiografien die Parallelisierung von Allgemein- und Berufsbildung an Berufskollegs erfahren und für ihren Berufsorientierungsprozess nutzen. Mithilfe der Rekonstruktion von biografisch narrativen Interviews kann die Relevanz des Berufskollegs im Interdependenzverhältnis zu weiteren Sozialisationsbereichen wie Familie, Peers und Freizeit unterschieden und mittels eines Längsschnitts sollen Wandel und Entwicklung von Arbeitseinstellungen und Zukunftsentwürfen erfasst werden.

Wohin nach der Schule? – Ein qualitativer Längsschnitt zu Jugendlichen mit unterschiedlichen Schulerfahrungen und -laufbahnen im Schulabgang und die Bedeutung der Begleiter im formellen Bildungskontext (wiss. Mitarbeiter, Leitung Dr. Sina-Mareen Köhler; Laufzeit: 01.10.11 – 31.09.13, finanziert durch das Programm Wege in die Forschung II der Leibniz Universität Hannover)

Mittels eines qualitativen Längsschnitts wird untersucht, wie Jugendliche aus verschiedenen Lebenslagen den Schulabgang erfahren und bewältigen. Dazu werden Jugendliche vor und nach ihrem Schulabschluss mittels biografischer Interviews befragt, die rekonstruktiv mit der Dokumentarischen Methode ausgewertet werden.

Programmatik und Praxis der Schulentwicklung. Rekonstruktionen zu einem konstitutiven Spannungsverhältnis (Dissertationsprojekt, Laufzeit 2008-2015, Eigenmittel)

Das Projekt untersucht, wie Lehrkräfte bzw. Schulen mit der Erwartung umgehen, Schulentwicklung zu betreiben. Diese Frage wird in zweifacherweise verstanden: Zum einen fragt die Studie, wie die Lehrkräfte jenseits programmatisch-normativer Erwartungen Schulentwicklung praktisch vollziehen. Zum anderen wird auch untersucht, welche expliziten und implizit-praktischen Bezüge die Lehrkräfte auf die programmatisch-normativen Vorstellungen über (gute) Schulentwicklung vornehmen. Gegenstand der Arbeit ist demnach nicht nur die (qualitativ-rekonstruktive) Bestimmung der Schulentwicklungspraxis und typischer Problemlagen der Schulentwicklung, sondern es geht darin auch um die empirisch basierte Verhältnisbestimmung zwischen Programmatik und Praxis und damit der Bedeutung der Programmatik für die Praxis. Empirisch wird dieser Gegenstand über strukturierte Gruppendiskussionen erforscht.