Kath. Institut für berufsorientierte Religionspädagogik

Jugend und Religion (J&R)

Was glauben Jugendliche und junge Erwachsene? Welchen Stellenwert besitzt Religion in ihrem Leben? Welche Einstellung haben sie zum Religionsunterricht? Was denken sie über die Kirche? Wie nehmen sie Religion im Alltag und in der Gesellschaft wahr? Diesem Fragekomplex widmet sich das empirische Projekt „Jugend und Religion“, das von den Forschungsinstituten KIBOR und EIBOR gemeinsam durchgeführt wird. Hierzu werden religiöse Einstellungen und Vorstellungen nicht nur quantitativ in einer Längsschnittstudie erhoben, sondern auch qualitativ i.R. von Gruppeninterviews. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Registrierung von Einbruchstellen im Glauben und dem Prozess der Glaubensannahme und – distanzierung. Außerdem wird auch der Zusammenhang von Glaube und Beruf untersucht.

(seit 2014, gemeinsam mit EIBOR)

Immer wieder wird behauptet, Jugendliche und junge Erwachsene, insbesondere im Berufsbildenden Schulwesen, hätten kein Interesse mehr an Religion. Diesem Eindruck leisten Jugendstudien wie die Shell-Studie dadurch Vorschub, dass sie die religiöse Dimension im Leben Jugendlicher bei Ihren Befragungen weithin aussparen.

Nicht nur für die Legitimation des BRU, sondern auch für die Unterrichtsgestaltung sind genauere Kenntnisse der religiösen Voraussetzungen und Interessen der Jugendlichen von enormer Bedeutung. Welche Rolle spielt die eigene Religiosität der Schülerinnen und Schüler im Unterricht und darüber hinaus im beruflichen Alltag? Welche Fragen haben sie zu Gott, zur Kirche und zu anderen Religionen? Wie verändern sich ihre Ansichten dazu mit der Zeit bzw. was bleibt konstant?

Ziel des Projektes ist es, diesen Fragen nachzugehen, indem die Einstellungen und Interessen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Religion, Glaube und Kirche auf eine (für den deutschsprachigen Raum) neue Weise erfasst werden: Religiosität und Einstellung zu Religion, Glaube und Kirche werden zum einen im Detail erhoben und zum anderen nicht nur als „Momentaufnahme“ zu einem, sondern zu mehreren Messzeitpunkten. Auf diese Weise können Prozesse in der individuellen Glaubensentwicklung sichtbar gemacht werden. Mit Hilfe der Ergebnisse sollen sich neue Erkenntnisse für die Verbesserung des Religions- wie auch des Ethikunterrichts generieren lassen.

Vorgehen

In ganz Baden-Württemberg wurden sowohl qualitative als auch quantitative Daten erhoben. Der qualitative Teil umfasst Gruppeninterviews mit ca. 16 – 24-jährigen Schülerinnen und Schülern aus beruflichen Schulen und aus dem allgemeinbildenden Gymnasium, um gesicherte Vergleiche erzielen zu können. 36 solcher Interviews wurden bereits 2014 geführt. Die Ergebnisse waren so vielversprechend, dass im Jahr 2016 weitere Interviews mit 143 Schülerinnen und Schülern aus dem Religions- und Ethikunterricht geführt wurden.

Der quantitative Teil der Studie umfasst eine repräsentative Befragung von Schülerinnen und Schülern derselben Altersgruppe ebenfalls aus beruflichen Schulen und dem allgemeinbildenden Gymnasium. Im Herbst 2015 wurden 7246 Schülerinnen und Schüler mit Hilfe des eigens entwickelten Fragebogens befragt. Durch eine weitere Befragung derselben Stichprobe im Frühjahr 2017 konnten etwaige Veränderungen, die sich in diesem Zeitraum ergeben, erfasst werden. Ein dritter Messzeitpunkt ist für Herbst 2018 geplant.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der ersten und zweiten Befragung wurden im April 2018 auf einer Tagung in Tübingen vorgestellt.

Zeitgleich erschien eine erste Publikation.

Friedrich Schweitzer, Golde Wissner, Annette Bohner, Rebecca Nowack, Matthias Gronover, Reinhold Boschki. Jugend - Glaube - Religion. Eine Repräsentativstudie zu Jugendlichen im Religions- und Ethikunterricht. Glaube - Wertebildung - Interreligiosität, Bd 13, Münster/New York 2018.

Eine weitere Publikation ist für den Herbst 2019 geplant.

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