Institute of Historical and Cultural Anthropology

Evelin König

An/Als was arbeiten Sie?

Als freie Mitarbeiterin arbeite ich beim SWR in Baden-Baden und von dort für die ARD. Meine Aufgabe liegt in der Moderation von Live-Sendungen. Zum einen die Service-Sendung ARD-Buffet, die werktäglich von 12:15-13:00 Uhr gesendet wird. Zum anderen die Schwester-Sendung Kaffee oder Tee. Meine Aufgabe ist es, durch die Live-Sendungen mit all ihren Elementen zu führen. Dazu gehören Experten-Gespräche, Interviews prominenter und nicht prominenter (aber spannender) Gäste, Anmoderation von Filmbeiträgen. Viele davon haben einen Bezug zur Empirischen Kulturwissenschaft: Warum wir etwas bewahren, wiederentdecken, neu erfinden. Zum Beispiel die Kultur fast vergessener Obstsorten, oder wo Menschen heute Heimat finden und woran sie das bemessen. Darüber hinaus bin ich hin und wieder als Reporterin für Live-Reportagen on tour.
Vor dem ARD-Buffet habe ich volontiert und aktuellen Journalismus praktiziert. u.a. als Fernsehkorrespondentin oder als Moderatorin von Baden-Württemberg aktuell. In diese Zeit fällt auch die Moderation von Fasnetsumzügen, Galas, Sondersendungen, Kulturreportagen. Und, besonders spannend: eine 33-stündige Live-Übertragung aus der Eiger-Nordwand.

Was hat das mit EKW zu tun?

Egal bei welcher Sendung: Ich versuche zu hinterfragen, wer vor dem Fernseher sitzt, mit welchen Bedürfnissen, mit welchen Ansprüchen. Und da hilft mir mein Studium kolossal. Weil wir gelernt haben, nicht elitär zu denken, sondern auch den Blick von unten zu suchen. Und den Zugang zu Themen zu wagen, mit denen man bisher keine Berührung hatte. Inhaltlich ist die Empirische Kulturwissenschaft für einen journalistischen Beruf sowieso erste Wahl. Die Bandbreite der Forschungsfelder schätze ich sehr – und profitiere noch heute davon. Allerdings leiste ich manchmal innerlich vor den Dozentinnen und Dozenten meiner Studienjahre Abbitte. Etwa wenn mich mal wieder ein Zeitlimit von 30 oder 40 Sekunden zu Verkürzungen zwingt, die einem Thema nur bedingt gerecht werden. Aber ich denke, sie verstehen das. Denn auch das war immer wichtig im EKW-Studiium: akademisch denken, empirisch forschen, praktisch umsetzen.