Institute of Sociology

Ethnografie des Familiengerichtsverfahrens

Projektteam: Prof. Dr. Marion Müller und Studierende des Master-Studiengangs Soziologie

Ausgangspunkt des Projekts ist die Annahme, dass sich die hohe Anzahl von Unterhaltsverweigerungen (ca. 50 Prozent der Kinder erhalten vom getrennt lebenden Elternteil keinen Unterhalt) als Indiz für ein Akzeptanzdefizit familiengerichtlicher Entscheidungen deuten lässt. Die Ursachen für diese Legi-timationsprobleme werden im sozialen Mechanismus des Verfahrens vermutet. Daher zielt das Projekt vor allem auf die Analyse der Besonderheiten von Familiengerichtsverfahren ab im Unterschied zu anderen Gerichtsverfahren. Im Rahmen einer explorativen ethnographischen Untersuchung wurden da-her Beobachtungen in Familiengerichtsverhandlungen durchgeführt, Experteninterviews mit FamilienrichterInnen, FamilienrechtsanwältInnen, Funktionären entsprechender Interessenvereinigungen sowie Leitfaden gestützte Interviews mit getrennt lebenden Müttern und Vätern.