Faculty of Economics and Social Sciences

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09.05.2022

Studium Generale wieder im Kupferbau

Kostenlose Vorlesungsreihen der Universität Tübingen greifen unter anderem aktuelle Debatten zu Genderstudies, Bildungsgerechtigkeit, Klimawandel und Verantwortung der Wissenschaft auf

Das Studium Generale der Universität Tübingen kehrt im Sommersemester 2022 wieder in den Kupferbau zurück. Erstmals finden die Veranstaltungen zum überwiegenden Teil wieder in Präsenz statt. Der Zugang ist für alle Interessierten kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

In der Reihe Religion und Literatur – Eine Topographie ihrer Begegnung im Spiegel deutschsprachiger Literatur (Montag, 18:15 Uhr im Hörsaal 25) geht Theologe Professor Karl-Josef Kuschel „Sternstunden“ einer Begegnung von Religion und Literatur nach, die immer auch mit ausgewählten Schauplätzen des Lebens verbunden sind: Seien es Bertolt Brechts „Svendborger Gedichte“ aus dem Dänischen Exil, Rainer Maria Rilkes „Duineser Elegien“ oder das Zwiegespräch von Nelly Sachs und Paul Celan, das im Gedicht „Zürich. Zum Storchen“ festgehalten wurde.

Fragen von Gleichheit und Ungleichbehandlung, Diskriminierung, Vielfalt und Bewegungen wie #metoo prägen aktuell politische und gesamtgesellschaftliche Debatten. Die Reihe Gender und Diversität als Forschungszugänge: Beiträge zur Versachlichung der Diskussion (Montag, 18:15 Uhr im Hörsaal 21), organisiert durch das Zentrum für Gender und Diversitätsforschung an der Universität Tübingen, zeigt das breite Spektrum an Forschungsfragen, Methoden und Wissensbeständen der „Gender und Diversity Studies“ auf.

Ob Robin Hood, Wilhelm Tell, Zarathustra oder Anna Karenina: In der Reihe Europas phantastische Held*innen – eine literarische Spurensuche (II) (Montag, 20:15 Uhr im Hörsaal 25) setzt Literaturwissenschaftler Professor Jürgen Wertheimer seine Beschäftigung mit „Helden“ aus dem kollektiven Gedächtnis der Europäer fort und erzählt damit eine „etwas andere Geschichte“ des Kontinents, jenseits von Herrscherdaten und Epochenschwellen.

Die Reihe „Wie wurde ich Professor*in? Bildungsaufsteiger*innen reflektieren ihren Lebensweg“ (Dienstag, 18:15 Uhr im Hörsaal 21) verstehen die Einladenden, Professorin Astrid Franke (Amerikanistik) und Professor Markus Rieger-Ladich (Erziehungswissenschaft), als einen Beitrag zur Selbstreflexion der Universität, und auch zu mehr Bildungsgerechtigkeit. Professorinnen und Professoren, die in ihrer Familie in der ersten Generation studierten, schildern ihre Erlebnisse und Erfahrungen im Lauf ihrer akademischen Karriere.

Um die Klimakrise und die Gesunderhaltung unseres Planeten geht es in der Reihe Klima, Umwelt und Planetare Gesundheit (Dienstag, 20:15 Uhr im Hörsaal 25), die gemeinsam von „Health for Future (H4F) und den Scientists for Future (S4F) mit dem Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung organisiert wird. Diskutiert werden Fragen wie „Wie könnte die Menschheit besser gesundheitliche, politische, ökonomische, rechtliche und soziale Zusammenhänge erkennen und steuern?“ und „Wie lassen sich die natürlichen Systeme unseres Planeten bewahren?“

Die Reihe Sexualisierte Gewalt in Bildungseinrichtungen: Perspektiven einer aktuellen Debatte (Mittwoch, 18:15 Uhr im Hörsaal 25) möchte das Feld der sexualisierten Gewalt in pädagogischen Einrichtungen ausleuchten und mit Expertinnen und Experten Ideen diskutieren, wie sich Schutz, Prävention und Aufarbeitung gestalten lassen. Organisiert wird sie von Professor Marcus Syring und Dr. Anja Nold (beide Erziehungswissenschaft).

Die Reihe Markt und Moral (Donnerstag, 18:15 Uhr im Hörsaal 25) untersucht ein Spannungsverhältnis: Stehen Marktergebnisse zwingend im Widerspruch zur Moral? Auch wenn die Wirtschaftswissenschaft sich mit Marktversagen und korrigierenden Politikinterventionen befasst, tut sie sich möglicherweise schwer, hier Antworten zu geben. Organisiert von Professor Gernot Müller und Professor Dominik Papies sucht der Fachbereich das Gespräch, auch mit Forschenden aus der Philosophie und Theologie.

Die Reihe Wissenschaft zwischen Freiheit und Verantwortung (Donnerstag, 20:15 Uhr im Hörsaal 25 und per Livestream) diskutiert die öffentliche Rolle von Wissenschaften. Insbesondere in Krisenzeiten stellen sich Fragen, u.a. wie sich akademische Freiheiten und öffentlicher Druck vertragen, welche öffentliche Verantwortung Forschenden zukommt und wie sich dies gelungen kommunizieren lässt. Dr. Christopher Gohl vom Weltethos-Institut lädt Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Fachbereiche ein, das wissenschaftliche Selbstverständnis sowie (eigene) Erwartungen an die Wissenschaft zu erkunden und zu diskutieren.

Details zu den Formaten (Präsenz/digital) sowie der Programmflyer sind unter www.uni-tuebingen.de/studium-generale hinterlegt. Der Flyer kann auch in gedruckter Form unter sekretariat-kommunikation@zv.uni-tuebingen.de bestellt werden.

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