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04/25/2017

Humankapital und wirtschaftliches Wachstum

Die Ringvorlesung startete am 24. April vor rund 130 Zuhörern mit einem spannenden Rückblick auf die Ursprünge der Wirtschaftswissenschaft.

Friedrich List 1845 von Josef Kriehuber - Foto einer Originallithographie

Die 200 Jahre vor und nach Friedrich List - Vor welchem wirtschaftshistorischen Hintergrund schrieb List, und welche Wirkung hatten seine Studien?

Die Ringvorlesung im Studium Generale "200 Jahre Wirtschaftswissenschaft" startete am 24. April: vor rund 130 Zuhörern mit einem spannenden Rückblick auf die Ursprünge dieser wissenschaftlichen Disziplin.

Prof. Dr. Jörg Baten ging in seiner Vorlesung aus vom Lebensstandard der Bevölkerung des 15. Jh. bis 19.Jh., der mit unterschiedlichen Indikatoren gemessen wird. Legt man das Einkommen (ermittelt aus dem geschätzten BIP und den Reallöhnen ungebildeter Arbeiter), die Bildung (Alphabetisierung und Zahlenfähigkeit) und die Gesundheit der Bevölkerung (Ernährung und medizinisches Umfeld) zugrunde, schnitt in jener Zeit Deutschland, im Vergleich zu England und Frankreich, schlechter ab.

Ein Ziel von Friedrich List, maßgeblich an der Gründung der staatswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Tübingen im Jahr 1817 beteiligt, war es, dies zu ändern und der Bevölkerung in Deutschland zu einem besseren Lebensstandard zu verhelfen.

List sah im Humankapital den wichtigsten Faktor für wirtschaftliches Wachstum und stufte es höher als Sachkapital ein. Deshalb setzte er sich unter anderem für eine gute Ausbildung ein. Neben der Bildung riet er auch zu Freihandel im Binnenland und Erziehungszöllenzum Schutz der deutschen Industrie.

Eine Reihe weiterer interessanter Erkenntnisse über die Humankapitalrevolution, Schutzzölle und die vielseitige Person Friedrich List machten diese Vorlesung zu einer gelungenen Auftaktveranstaltung. Wie mannigfaltig die Wirtschaftswissenschaft an der Universität Tübingen heute aufgestellt ist und in welchen Bereichen geforscht wird, das erfahren Sie in den nachfolgenden Vorlesungen, immer montags um 18.00 c.t. im Kupferbau, HS 21.

 

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