Chinese Studies

Forschung (Archiv)

Chiang Ching-kuo-Stiftung setzt Förderung des ERCCT in Tübingen fort

Die Fortführung und Finanzierung des European Research Center on Contemporary Taiwan (ERCCT) als Overseas Center der taiwanischen Chiang Ching-kuo Foundation for Internatianal Scholarly Exchange für die nächsten fünf Jahre ist beschlossen. Diese Nachricht  von CCKF –Präsident Chu Yun-han erreichte ERCCT Direktor, Prof. Gunter Schubert, zu Jahresbegin. Dies ermöglicht es dem ERCCT, weiterhin für die Förderung des akademischen Nachwuchses der europäischen Taiwanforschung zu wirken und zum wissenschaftlichen Austausch zwischen Europa und Taiwan beizutragen.   

Research: Chinese Studies Department has joined the China-Europe Research Platform on Chinese Migration to and beyond Europe (CERPE)

We are delighted to announce that the Chinese Studies Department at the University of Tübingen has joined the China-Europe Research Platform on Chinese Migration to and beyond Europe (CERPE) as a key participating institution together with the East Asian Studies and Research Centre at the Autonomous University of Barcelona in Spain, Sciences Po in France, the Department of Global Studies at the Aarhus University in Denmark and the Academy of Overseas Chinese Studies at the Jinan University in China.
CERPE is a research platform providing new opportunities for interaction and cooperation between at the moment 65 junior and senior scholars working on Chinese migration to, in and beyond Europe.
We are looking forward to working closely with our proficient partners and forming an interdisciplinary research network on overseas Chinese in Europe, which is not only long established and inextricable in the hosting societies but also facing new challenges in times of intensified transnational connections today.
CERPE homepage
Jun. Prof. Dr. Tseng Yu-chin

The Road to Cathay: East West Contacts in Marco Polo's Time

Prof. Hans Ulrich Vogel participated in the international conference "The Road to Cathay: East West Contacts in Marco Polo's Time" which took place on 24th and 25th October 2018 at Milano's Università Cattolica del Sacro Cuore, Department of Linguistic Sciences and Foreign Literatures, and which was also supported by the Confucius Institute of Milano. Prof. Vogel gave a lecture there on "Marco Polo's Crouching Dragons and Hidden Tigers". For the full programme of the conference see the flyer.

Drei Promovierte des Sinologischen Instituts bei Zentraler Promotionsfeier

Am 21.7.2018 fand die Zentrale Promotionsfeier der Universität Tübingen statt. Mit dabei: Gleich drei Promovierte des Sinologischen Instituts Tübingen – Katharina Markgraf, Ailika Schinköthe (dritte bzw. vierte von links) und Sheu Jyh-Shyang 許智翔 (ganz rechts).

Dr. Katharina Markgraf studierte Sinologie und Kunstgeschichte in Heidelberg und Tübingen mit Studienaufenthalten in Shanghai, Beijing und Taibei. Sie war Mitarbeiterin an der Abteilung Sinologie und Managing and Production Editor der Zeitschrift EASTM. Ihre Magisterarbeit (2011) behandelt Theorien der literarischen Übersetzung und deren Anwendung. In ihrer Dissertation Frauenbilder im Werk der taiwanischen Autorin Xiao Sa 蕭颯 – Eine postkoloniale Perspektive geht es um die Anwendbarkeit der postkolonialen Konzepte Hybridität und Dritter Raum (Homi Bhabha) auf taiwanische Literatur der 1980er Jahre auf Grundlage des Textkorpus von Xiao Sa. Sie wurde von der Landesgraduiertenförderung unterstützt und war DAAD-Stipendiatin. Frau Dr. Markgraf war daneben als Chinesisch-Dozentin im Leibniz-Kolleg tätig und arbeitet inzwischen im Lektorat eines großen Publikumsverlages.

Dr. Ailika Schinköthe studierte Sinologie und Archäologie in Leipzig und Tübingen mit Forschungs- und Auslandaufenthalten in Beijing, Shanghai und Taiwan. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung Sinologie und wie Frau Markgraf ebenfalls Managing and Production Editor der Zeitschrift EASTM. In ihrer Doktorarbeit mit dem Titel "Liu Zhiji's Shitong and its Revival in Ming Dynasty—Pacing Historiography Anew" fokussierte sich Frau Schinköthe auf die Geschichte der Geschichtsschreibung, im Speziellen auf die Historiographie in der Ming Dynastie und akademische und philosophische Strömungen, die zu außergewöhnlichen Veränderungen im Bereich der Geschichtsschreibung in dieser Zeit beigetragen haben. Als assoziierte Wissenschaftlerin ist sie weiterhin in das Übersetzungsprojekt "Die Übertragung westlicher Naturwissenschaft, Technologie und Medizin ins China der späten Ming-Zeit: Konvergenzen und Divergenzen im Lichte des Kunyu gezhi 坤輿格致 (Untersuchungen des Erdinneren; 1640) und des Taixi shuifa 泰西水法 (Hydromethoden des Großen Westens; 1612)" unter der Federführung von Prof. Hans Ulrich Vogel involviert. Im Zuge dieses Projekts befasst sie sich nun mit einer kommentierten Übersetzung von Nian Xiyaos 年希堯 (1671-1738) Shixue 視學 (Lehre von der Sicht; 1729), einer Einführung in die westliche Kunst der Linearperspektive. Des Weiteren forscht sie zur (neuzeitlichen) Rezeption von Marco Polo in China.

Jyh-Shyang Sheu studierte internationale Politik an der Nationalen Chung Hsing University in Taichung, Taiwan und danach Resident Fellow am European Research Center on Contemporary Taiwan (ERCCCT). In seiner Dissertation "The Stagnant Relations across the Taiwan Strait: A Study on Cross-Strait Political Interaction between 1988 to 2012" erarbeitete Dr. Sheu ein auf den Arbeiten von Robert Putnam basierendes, modifiziertes "Two-Level-Game"-Modell zur Erklärung der Entwicklung der sino-taiwanischen Beziehungen im Untersuchungszeitraum. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf die Faktoren der taiwanischen Innenpolitik und des US-amerikanischen Einflusses auf die Beziehungen zwischen Taiwan und der VR China. Direkt im Anschluss an seine Promotion erhielt Dr. Sheu eine Stelle als Senior Research Assistant in einer neu gegründeten, öffentlich finanzierten Denkfabrik in Taiwan und forscht nun zu sicherheitspolitischen Themen.

Bewilligung eines neuen DFG-Forschungsprojektes in der Tübinger Sinologie

Die Übertragung westlicher Natur­wissenschaft, Technologie und Medizin ins China der spä­ten Ming-Zeit: Konvergenzen und Divergenzen im Lichte des Kunyu gezhi (1640) und des Taixi shuifa (1612)

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat Prof. Hans Ulrich Vogel, Lehrstuhl für Geschichte und Gesellschaft Chinas, Abteilung für Sinologie (Asien-Orient-Institut, Philosophische Fakultät), der Eberhard Karls Universität Tübingen eine Sachmittelbeihilfe in Höhe von über 0,5 Mio. Euro für ein neues Projekt für die Jahre 2018-2021 bewilligt. Die Arbeiten zu diesem Vorhaben wurden im Juni dieses Jahres aufgenommen.

Anlass für diesen Antrag war die sensationelle Wiederentdeckung der chinesischen Version von Georgius Agricolas (1494-1555) De re metallica (1556). Über 350 Jahre lang war diese vom Ming-Beamten Li Tianjing 李天經 (1579-1659) initiierte und vom berühmten Kölner Jesuitenmissionar Johann Adam Schall von Bell (Tang Ruowang 湯若望, 1592-1666) beaufsichtigte Übertragung dieses Bergbau- und Hüttenklassikers verschollen. Ein Ziel des Vorhabens ist es, das Kunyu gezhi 坤輿格致 (Untersuchungen des Erdinnern; 1640), so der chinesische Titel, samt aller wichtigen Begleitdokumente ins Englische zu übersetzen. Damit soll die höchst selektive und komplexe jesuitische Vorgehensweise bei der Übertragung dieses Werkes geklärt werden, sowohl hinsichtlich der Auswahl der westlichen Referenztexte als auch der Berücksichtigung neuer geologischer und mineralogischer Ideen und Konzepte. Dies wird uns einmalige Einblicke in die Strategie der damaligen Übertragung von nützlichem und verlässlichem europäischen Wissen nach China geben. Weiterhin ist zu erkunden, wie die Übersetzung auf chinesischer Seite aufgefasst und rezipiert wurde und was das Schicksal dieses bergbaulichen und metallurgischen Manuskripts bis zu seiner kürzlich erfolgten Wiederentdeckung war.

Projektbeschreibung

Forschung: Neues Tübinger Projekt - Der chinesische Georg Agricola

Sensationelle Wiederentdeckung der chinesischen Übersetzung (1640) von Georgius Agricolas De re metallica: Neues Projekt in der Sinologie der Universität Tübingen

In den Jahren 1638-1640 hat der Kölner Jesuitenmissionar Johann Adam Schall von Bell (Tang Ruowang 湯若望; 1592-1666) substantielle Teile von De re metallica (1556), des berühmten Bergbauklassikers von Georgius Agricola (1494-1555), ins Chinesische übersetzt. Schall tat dies auf Veranlassung von Li Tianjing 李天經 (1579-1659), seinem Vorgesetzten im Kalenderbüro in Beijing. Diese Übertragung, die den Titel Kunyu gezhi 坤輿格致 (Untersuchungen des Erdinneren) trägt, sollte dazu dienen, das Berg- und Hüttenwesen anzukurbeln, um damit der sowohl innerlich als auch äußerlich bedrohten Ming-Dynastie (1368-1644) dringend benötigte zusätzliche Finanzmittel zu verschaffen. Dazu kam es aber dann nicht, da das chinesische Herrscherhaus im Frühjahr 1644 durch Aufständische und die mandschurischen Invasoren, die die Qing-Dynastie (1644-1911) gründeten, zu Fall gebracht wurde. Bisher ging man davon aus, dass das Manuskript der Übersetzung sowie etwaige Kopien in diesem katastrophalen Feuersturm untergingen. Nun ist kürzlich überraschenderweise nach über 350 Jahren diese Handschrift wiederentdeckt worden. Dies hat umgehend zur Einrichtung eines Projektes in der Tübinger Sinologie durch Prof. Hans Ulrich Vogel, Lehrstuhl für Geschichte und Gesellschaft Chinas und u.a. Experte für die Geschichte des chinesischen Bergbaus, geführt, der sich bereits vor 25 Jahren intensiv mit diesem Thema beschäftigt hat. An diesem ehrgeizigen Vorhaben werden sich alle Mitglieder des vormodernen Bereichs der Sinologie beteiligen. Wichtige Ziele dieses breit angelegten Projektes mit dem Titel „Die Übertragung westlicher Naturwissenschaft, Technologie und Medizin ins China der späten Ming-Zeit: Das Kunyu gezhi 坤輿格致 (Untersuchungen des Erdinneren; 1640) und Taixi shuifa 泰西水法 (Hydromethoden des Großen Westens; 1612)“ sind eine vollständige Übersetzung des „chinesischen Agricola“ ins Deutsche und Englische, die historische Rekonstruktion der Transmission und Übertragung von De re metallica ins Chinesische, eine eingehende Analyse der vielfältigen politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Umstände dieser interzivilisatorischen Begegnung sowie eine Einordnung der betreffenden historischen Ereignisse in den Kontext einer vergleichenden Geschichte der frühen Globalisierung. Zahlreiche Institutionen und Forscher des In- und Auslandes werden sich an dem Projekt beteiligen, welches sich damit auch mit der über Europa hinausreichenden, bisher weitgehend unbekannten Verbreitung des Werkes von Agricola, einer der überragenden Geistes¬größen der deutschen Renaissance, beschäftigen wird.

Zu einer ausführlicheren Darstellung der Genese und des Inhalts dieses Vorhabens, zu dem in Kürze ein Antrag bei einer deutschen Förderinstitution gestellt werden wird, siehe unter Projektbeschreibung.

Kunyu gezhi (1640): Ende des Inhaltsverzeichnisses sowie von späteren Manuskriptbesitzern hinzugefügte Siegel samt Notiz. Quelle: Fotografie von Cao Jin, Juni 2015, mit freundlicher Genehmigung der Bibliothek von Nanjing.

阿格里科拉《De re metallica》中译本《坤舆格致》惊人重现:德国图宾根大学汉学研究新课题


1638 至1640年间,来自德国科隆的耶稣会士汤若望(Johann Adam Schall von Bell,1592-1666)将阿格里科拉(Georgius Agricola,1494-1555)著名的矿冶经典之作《De re metallica》(《矿冶全书》,1556)中的重要篇章译为中文,名为《坤舆格致》。此项翻译工作由汤若望的顶头上司、时任光禄寺卿的李天经 (1579-1659)倡议,目的在于通过发展矿冶业,为当时内外交困、财政窘迫的明王朝增加额外的收入。然而,1644年春,在农民起义和清兵入侵接踵 而来的打击下,明朝灭亡,这项计划最终搁浅。一直以来,学界普遍认为,该书译稿以及复制本都在明清之际的兵火中散佚。可是最近,在沉寂了三百五十多年之 后,《坤舆格致》的一个抄本出人意料地在南京图书馆被重新发现。这立刻引起了德国图宾根大学汉学系教授傅汉斯(Hans Ulrich Vogel)的高度重视。傅教授专攻中国历史与社会研究,是中国矿业史专家,早在25年前就发表过有关《坤舆格致》的研究专论。傅教授随即建立了以其为首 的研究小组,囊括了图宾根大学汉学系中国古代史研究组的全体成员,一齐致力于这一富有雄心的计划。研究课题名为“翻译会通西方科学、技术与医学至晚明中 国:《坤舆格致》(1640)与《泰西水法》(1612)”,主要目的有三:第一,将《坤舆格致》完整地翻译为英文和德文;第二,重现《De re metallica》传输和译为中文的历史;第三,对这一中西文化邂逅的政治、社会、经济、文化条件进行多层面解析,以及对早期全球化比较历史框架内的相 关历史事件做出评价。来自德国乃至全世界的众多研究机构和学者也将加入到这一课题中来,从而研究阿格里科拉这位德国文艺复兴知识巨人在欧洲之外至今鲜为人 知的成就及其影响。
本研究课题之缘起和内容的详细信息即将向德国科研资助机构提交,请见以下链接:课题叙录

(上文由曹晋译为中文)