Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften

SFB 1070 B 03 Ressourcenerschließung und Herrschaftsräume im Mittelalter: Klöster und Burgen

Aktuelles

Teilprojekt B 03: Ressourcenerschließung und Herrschaftsräume im Mittelalter: Klöster und Burgen

Abstract:

Nachdem das Projekt in der ersten Phase des SFB‘s die Nutzungsstrategien von Siedlungsgemeinschaften, Orden und des Adels anhand von Klöstern untersucht hat, stehen in den laufenden Arbeiten hochmittelalterliche Burgen und Ressourcennutzung im Fokus: Einerseits werden Burgen als Instrument zur Erschließung und Sicherung materieller Ressourcen für den damit untrennbar verbundenen Herrschaftsaufbau analysiert. Andererseits werden die Burganlagen selbst als kulturelle Ressource verstanden, deren Bedeutung für den sozialen Aufstieg unfreier Dienstmannen in den Adel zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert zu untersuchen ist. Regional bezieht sich das Projekt auf den Raum von der Rems im Norden über das Filstal bis zur Donau im Süden. Der landesgeschichtliche Zugang ermöglicht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Archäologie und Geschichtswissenschaft, welche sich in den beiden Studien der Mitarbeiter spiegelt.

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Projektteam:

Projektleitung:
Prof. Dr. Sigrid Hirbodian
Prof. Dr. Rainer Schreg (Bamberg)

Mitarbeiter:
Jonas Froehlich
Michael Weidenbacher

Hilfskräfte:

Jean-Marie Mayer
Anna-Lena Jerg

Annika Güldner

 

Fachgebiete und Arbeitsrichtung

Geschichtswissenschaft: Mittelalterliche Geschichte - Mittelalterarchäologie

Projektbezogene Vorträge und Publikationen

  • 04.07.2019: Jonas Froehlich: Knights and Castles?: Reconsidering a Popular Relation through German Examples
    26. International Medieval Congress, Leeds
  • 15.05.2019: Michael Weidenbacher und Jonas Froehlich: Kein Berg ohne  Burg – Burgen und ihre Herren auf der Schwäbischen Alb
    Jahrestagung 2019 der DGAMN, ÖGMN und SAM, Ulm
  • 25.01.2019: Jonas Froehlich: Macht und Mörtel – Burgen und niederadlige Herrschaftsbildung
    Haus und Herrschaft (visuell) – Interdisziplinäre und transkulturelle Zugänge. Workshop des SFB 1167 „Macht und Herrschaft", Bonn
  • 20.10.2018: Michael Weidenbacher und Jonas Froehlich: Burgen zwischen Adel und Landschaft. Ein interdisziplinäres Projekt im Staufer- und Helfensteiner Land
    32. Tagung der Ehrenamtlichen der Denkmalpflege, Schloss Filseck bei Uhingen
  • 11.-13.10.2018:  Jonas Froehlich: Ist das staufisch oder kann das? Zeitkonzepte in der Burgenforschung an Beispielen des deutschen Südwestens
    Zeit+Region. Bozner Gespräche zur Regionalgeschichte 2018, Bozen

Tagungen, Workshops, Konferenzen

Struktur des Projekts:

Das Projekt nimmt einen der faszinierendsten sozialgeschichtlichen Prozesse des Hoch- und Spätmittelalters in den Blick: den Aufstieg der unfreien Dienstmannen in eine adelsgleiche bzw. adelige Stellung und deren Möglichkeiten eigenständiger Herrschaftsbildung. Bei diesem Prozess spielte die Verfügungsgewalt über Burgen eine ganz zentrale Rolle: Die Verfügung über Burgen war zugleich Mittel wie auch Voraussetzung für einen Aufstieg in den Adel wie auch für die damit untrennbar einhergehende Bildung eigenständiger Herrschaft. Im Mittelpunkt der Untersuchung sollen daher einige ausgewählte Ministerialengeschlechter u. a. im Umfeld des Hohenstaufen stehen. An ihrem Beispiel soll die Burg als zentrales Element hoch- und spätmittelalterlicher Ressourcenkultur untersucht werden

Dem Thema wird sich in den beiden Teilprojektstudien aus unterschiedlichen Perspektiven angenähert: Während Studie 1 (Arbeitsttitel: Burg und niederadlige Herrschaftsbildung im Umfeld hochadliger Herrschaftszentren) von den ministerialischen bzw. niederadligen Familien her auf diesen Prozess blickt, geht Studie 2 (Arbeitstitel: Ressourcen der Kulturlandschaft als Faktoren mittelalterlichen Burgenbaus ) von den Manifestationen von Herrschaft in der Landschaft, im Siedlungsbild von Dörfern und Gemarkungen, in Burgenbauten und ihnen verwandten Elementen adliger Architektur nach. Beide Teilstudien arbeiten überwiegend im selben Arbeitsgebiet, so dass das archäologische Teilprojekt Informationen zur historischen Topographie und zur Chronologie der historischen Studie beisteuern kann. Weiterhin ergeben sich Synthesemöglichkeiten auf der strukturellen Ebene, da - in den Grenzen der archäologischen Datierungsmöglichkeiten - untersucht werden kann, inwiefern der Prozess der niederadligen Herrschaftsbildung mit den Veränderungen der Siedlungsstruktur und Kulturlandschaft korreliert.

Lage des Untersuchungsgebiets