Deutsches Seminar

Mehrsprachigkeitszentrum in Tübingen (MiT)

Mehrsprachigkeit in Wissenschaft und Praxis: Eröffnung des neuen Mehrsprachigkeitszentrums in Tübingen (MiT)

Am Freitag, 27. Juli 2018 wird um 17 Uhr in der Alten Aula der Universität Tübingen das Mehrsprachigkeitszentrum in Tübingen (MiT) feierlich eröffnet.

Das neue Mehrsprachigkeitszentrum wird Teil des internationalen Netzwerkes von Bilingualism Matters, das in Edinburgh von Prof. Dr. Antonella Sorace gegründet wurde und dem weltweit bereits 19 Standorte in Europa, Nordamerika und Asien angehören. Ziel des Netzwerkes ist es, eine Brücke zu schlagen zwischen Forschung und Gesellschaft, um Mehrsprachigkeit zu fördern.

Dieses Ziel verfolgen auch die beiden Direktorinnen des Tübinger Zentrums, PD Dr. Tanja Rinker und Prof. Dr. Doreen Bryant. In interdisziplinärer Zusammenarbeit soll einerseits ein universitätsweites Netzwerk zum Thema Mehrsprachigkeit aufgebaut werden, andererseits sollen durch Veranstaltungen und Workshops an Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen wissenschaftliche Ergebnisse in die Öffentlichkeit getragen werden. An der Universität Tübingen gibt es bereits jetzt verschiedene Transferprojekte, die im Rahmen der Eröffnung ebenfalls kurz vorgestellt werden.

Und hier die Einladung.

Zusatzqualifikation für Lehramtsstudierende aller Fächer

Fachbezogenes Sprachlerncoaching für den gymnasialen Bildungsweg

Stifterverband finanziert Erprobung des Lehrkonzepts

Mit einer Fördersumme von 60.000 Euro unterstützt der Stifterverband aus Mitteln des Sonder­programms Integration durch Bildung das von Prof. Dr. Doreen Bryant und Prof. Dr. Kristina Peuschel entwickelte praxisorientierte Ausbildungskonzept und die dazugehörige Begleitforschung. FLYER

Hintergrundinformationen

In Folge von Flucht und Migration sind an über 60 Gymnasien in Baden-Württemberg Vorbereitungs­klas­sen (VKL) eingerichtet worden, in denen die Schüler*innen innerhalb eines Schuljahres auf die sprachlichen Anforderungen des Regelunterrichts vorbereitet werden sollen. Obgleich viele der Schüler*innen eine hohe Vorbildung mit­bringen, ist ein Anschluss in die gymnasiale Regel­klasse nach nur einem Schuljahr Sprach­unter­richt ausge­sprochen schwierig. Um den Schüler*innen frühzeitig das fachbezogene Sprachlernen zu ermöglichen, beschreiten die meisten Gymnasien daher teil­inte­gra­tive Wege. Die Schüler*innen können so in einem oder mehreren Fächern ihrer Wahl bereits während des VKL-Jahres den Regelunterricht besuchen. Auf Grund seiner hohen sprachlichen Komplexität benötigen sie für eine aktive Teilhabe eine kompetente Begleitung, die sprachliches und fachliches Lernen zusammenführt.

Mit dem vom Stifterverband geförderten praxisorientierten Ausbildungskonzept werden Lehramtsstudierende für ein fachbezogenes Sprachlerncoaching qualifiziert, um den Übergang in den Regelunterricht zu unterstützen und mitzugestalten.

Zusatzqualifikation Fachbezogenes Sprachlerncoaching für den gymnasialen Bildungsweg

Die praxisnahe Zusatzqualifikation bereitet Lehramtsstudierende optimal auf ihren künftigen Berufsalltag in sprachlich und kulturell heterogenen Schulklassen vor. Sie gewinnen Einblicke in die Arbeit in Vorbereitungsklassen und lernen somit die Ausgangslagen geflüch­teter Schüler*innen kennen. In enger Verzahnung von Theorie und Praxis erwerben sie spezifische Kompetenzen im Bereich der fachbezogenen Sprachvermittlung im Kontext von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) sowie im fachbezogenen Sprachlerncoaching. Damit sind sie qualifiziert, individuelle Übergänge von der Vorbereitungsklasse in die Regel­klasse zu gestalten und Fachthemen sprachsensibel und sprachbildend zu vermitteln. Neben den sprachlichen Heterogenitätserfahrungen werden sie auch kultur­spezifische Diversitäts­er­fahrungen machen und lernen, hiermit kultursensibel umzugehen.

Die insgesamt 16 ECTS umfassende studienbegleitende Zusatzqualifikation wird nach drei Semestern mit einem Zertifikat abgeschlossen. Sie beginnt im Oktober 2017. Es sind Studierende aller Fachgruppen (Gesellschaftswissenschaften, Naturwissen­schaften, Mathematik/Informatik) angesprochen sich zu bewerben.

FLYER - Ablaufplanung

Bewerbungen mit Motivationsschreiben (max. 1 A-4-Seite) und kurzem Lebenslauf bitte bis zum 15.9.2017 an slavica.stevanovic(at)uni-tuebingen.de