Faculty of Economics and Social Sciences

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12/21/2020

Nachruf auf Prof. Dr. Gottfried Korff

† 16.12.2020

Gottfried Korff war einer der prägenden Professoren am Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, an dem er in der bewegten Zeit zwischen 1970 und 1975 als wissenschaftlicher Assistent und von 1982 bis zu seiner Emeritierung 2007 als Professor gearbeitet hat. Er war 1987/88 Prodekan und 1988/89 Dekan an der damaligen Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften.

Nach dem Studium der Volkskunde, Germanistik und Kunstgeschichte in Köln, Bonn und Tübingen hat Gottfried Korff 1969 an der Eberhard Karls Universität seine Dissertation über Heiligenkulte in der Gegenwart abgeschlossen. Es folgten fünf Jahre am LUI, bevor er von 1975 bis 1978 im Freilichtmuseum Kommern arbeitete. Von 1978 bis 1982 kuratierte er als Generalsekretär die Ausstellung Preußen – Versuch einer Bilanz im Martin-Gropius-Bau in Berlin – eine der zentralen kulturhistorischen Ausstellungen der Bundesrepublik. 1982 ist Korff auf eine Professur nach Tübingen zurück „gerufen“ worden. Seine Zeit am LUI war geprägt von wegweisenden Forschungen (zusammengefasst u.a. in den Festschriften Museumsdinge von 2002 und Simplizität und Sinnfälligkeit von 2013) und von seinen großen Ausstellungsvorhaben: Die Ausstellung Berlin, Berlin 1987 zum Berliner Stadtjubiläum, die Eröffnungsschau des Gasometers Oberhausen Feuer und Flamme (1994) oder die kleine, aber ungemein originelle Objektgalerie 13 Dinge im Museum für Alltagskultur in Waldenbuch (1992).

Von 1994 bis 2002 war Gottfried Korff Direktor des Instituts. Am 30. September 2007 ist er pensioniert worden und hat in der Folge das kleine Tübingen in der schwäbischen Provinz in Richtung Metropole und Berliner Großstadtleben verlassen. Am Mittwoch, 16.12. ist Gottfried Korff in Berlin im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

(Prof. Dr. Reinhard Johler)

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