Uni-Tübingen

Iris Palzer

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Akademischer Werdegang

09/2017
Doktorandin im Fach Kunstgeschichte

an der Eberhard Karls Universität Tübingen; Betreuung: Prof. Dr. Anna Pawlak, Prof. Dr. Stefan Bürger

10/2016 - 09/2017
Master of Arts: Sammlungen-Provenienz-kulturelles Erbe

an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

10/2012 - 03/2016
Master of Arts: Kunstgeschichte

an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit der Abschlussarbeit: „Das Fenstermaßwerk der Echterzeit“

10/2007 - 09/2012
Studium der Fächer Kunstgeschichte, Kulturgeschichte des Christentums und Frankoromanistik

an der Friedrich Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Abschluss: Bachelor of Arts in Kunstgeschichte/ Kulturgeschichte des Christentums

Berufliche Stationen

Seit September 2017
Kollegiatin im Graduiertenkolleg 1662 "Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800–1800)"

an der Eberhard Karls Universität Tübingen

05/2017 - 07/2017
Nebenberufliche wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Institut für Kunstgeschichte der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

05/2017 - 06/2017
Stadtmanagerin der Stadt Möckmühl

02/2017 - 05/2017
Praktikantin

im Museum Würth Gaisbach/Künzelsau

05/2015 - 10/2015, 10/2014 – 01/2015
Studentische Hilfskraft

am Institut für Kunstgeschichte der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Publikationen

Bürger, Stefan; Palzer, Iris: Juliusstil und Echtergotik – Die Renaissance um 1600. In: Dombrowski, Damian; Maier, Markus (Hrsg.): Julius Echter. Patron der Künste. Konturen eines Fürsten und Bischofs der Renaissance. Würzburg 2017. S. 271 -278.

Palzer, Iris: Die Totenschilde der reformierten Kirchen in Linnep und Ratingen. In: Alexandra König, Museum Ratingen (Hrsg.): Kirchenschätze. Lutherisch. Reformiert. Evangelisch. Ratingen 2017. S. 55-57.

Vorträge

10/2017
Beitrag zur Jahrestagung des GrK 1662 in Form eines Vortrags über "Baukunst als konfessionelles Medium um 1600 – am Beispiel des Bistums Würzburg"

in Ellwangen

07/2017
Beitrag zur Tagung des Instituts für Kunstgeschichte in Würzburg „Echters Werte. Kolloquium zur Bedeutung der nachgotischen Architektur und Baukultur der Echterzeit um 1600“

in Form eines Fachvortrags über "Das Fenstermaßwerk der Echterzeit"

Forschungsprojekt im Rahmen des GrK 1662

Baukunst als konfessionelles Medium um 1600 – am Beispiel des Bistums Würzburg

Unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617) wurde die Baukultur im Bistum Würzburg auf ein neues künstlerisches Niveau gehoben. Ein prägendes Charakteristikum der Renaissancebaukunst ist der auffallend hohe Anteil an gotischen Formen, was dazu führte, das sonderbare Phänomen unter anderem als Echtergotik zu bezeichnen. Das Denkmuster zur epochalen Stilentwicklung von der (Spät)Gotik hin zur Renaissance diente dabei als Maßstab für eine historisierende Wertvorstellung, in Gotischem Altes und Altehrwürdiges und damit Altkatholisches zu sehen. Aus diesem Grund fiel dem gotischen Stil als retrospektives Postulat eine hohe Bedeutung innerhalb einer konfessionell begründeten und instrumentalisierten Baukunst zu: So wie Julius Echter als Akteur der katholischen Reform galt, galt der gotische Stil in dessen Herrschaftsraum als Träger eines kontinuierlichen, gefestigten Katholizismus.

Durch dieses Paradigma wurden die rund 300 ‚Echterbauten‘ in der Forschung sehr eindimensional betrachtet: der Traditionalismus des Fürstbischofs und dessen Rückbesinnung auf altkatholische Werte wurden fast ausschließlich als Indiz einer starken Normierung der Bauten interpretiert und gefolgert, dass deren architektonische Uniformität einer rein pragmatischen Vorgehensweise entspringe.

 

Das Ziel des Promotionsvorhabens ist es, die Sakralbauten und das gesamte Bauprogramm Fürstbischof Julius Echters differenzierter zu betrachten. Vor seinem Amtsantritt waren jegliche Bautätigkeiten in Hochstift und Bistum beinahe zur Gänze zum Erliegen gekommen, sodass sich Echter als erster Bauherr auf diesem Gebiet mit den Forderungen des Tridentinums bei einer Vielzahl von sakralen Neubauten konfrontiert sah. Diese Zäsur bedingt einen Wandel der Kirchenräume und dem mittels Architektur und Ausstattung der Sakralräume vermittelten ‚religiösen Wissen‘. Daher muss grundlegend anstelle der Uniformität, die Diversität der Gebäude und Gestaltungsformen der Sakralräume in den Blick genommen werden, auch vor dem Hintergrund möglicher lokaler Akteurskonstellationen. Besonders die Varianzen in der Verarbeitung und Präsentation religiöser Inhalte und Vorstellungen werden auf mehreren Ebenen getrennt analysiert und dargestellt.

 

Der Vergleich mit den protestantischen Kirchen erweist sich als Gegenprobe. Zwar sind die Unterschiede zwischen den protestantischen Kirchen der Region und den ‚Echterbauten‘ augenscheinlich geringfügig, doch besitzen diese scheinbar marginalen Differenzen in Bild- und Baukunst eine inhaltliche Prägnanz und stellen ein aussagekräftiges Narrativ dar.