Uni-Tübingen

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13.05.2026

Humboldt-Professur in Strukturbiologie an Sebastian Deindl verliehen

Deutschlands höchstdotierter internationaler Forschungspreis für Tübinger Biophysiker

Von links: Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär, Sebastian Deindl und der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Robert Schlögl

Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär und der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Robert Schlögl haben am 12. Mai 2026 in Berlin die Alexander von Humboldt-Professuren an sieben internationale Top-Forschende verliehen. Sie ist Deutschlands höchstdotierter internationaler Forschungspreis und aktuell mit je fünf Millionen Euro für experimentell und je dreieinhalb Millionen Euro für theoretisch arbeitende Wissenschaftler*innen dotiert. 

Sebastian Deindl

Unter den Ausgezeichneten war auch der Biophysiker Sebastian Deindl, der in der Ausschreibungsrunde 2025 erfolgreich war und für eine Humboldt-Professur im Bereich Strukturbiologie aus Schweden an seinen Studienort Tübingen zurückgekehrt ist. Sebastian Deindl ist ein Biophysiker, dessen Forschungsergebnisse sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die Medizin von herausragender Bedeutung sind. 

Forschung in der Strukturbiologie

In unseren Körperzellen sind tausende sogenannter molekularer Maschinen tätig, die lebenswichtige Prozesse wie die DNA-Replikation steuern. Sie bestehen aus Proteinen oder Proteinkomplexen und sind so klein, dass sie nur einige Nanometer messen. Molekulare Maschinen sind von Natur aus dynamisch und immer in Bewegung. Deswegen kann die klassische Betrachtung ihrer statischen Architektur nicht zufriedenstellend erklären, wie sie funktionieren.

An diesem Problem arbeitet Sebastian Deindl und verfolgt dabei ein innovatives Konzept der integrierten Strukturbiologie. Er untersucht mit seiner Arbeitsgruppe, wie sich die Struktur der Proteinkomplexe dynamisch verändert, wenn sie ihre Funktion ausüben. Dafür verwendet er eine Kombination von Einzelmolekül-Fluoreszenz-Bildgebungsverfahren, strukturbiologischen Techniken, Biochemie und Computersimulationen. Sein Ziel ist es, dynamische Echtzeitinformationen aus den Einzelmolekülexperimenten mit biochemischen und strukturellen Daten kombinieren zu können und daraus Filme von molekularen Maschinen zu erstellen, die ein umfangreiches Verständnis ihrer Funktionsweise ermöglichen. Für die medizinische Forschung ist beispielsweise Sebastian Deindls Untersuchung von Nukleinsäure-interagierenden Enzymen relevant, deren abweichende Funktion oder Dysregulation oft mit der Entstehung schwerer Krankheiten wie Krebs verbunden ist.

An der Universität Tübingen nimmt Sebastian Deindl als Humboldt-Professor den Lehrstuhl für Strukturbiologie am Interfakultären Institut für Biochemie (IFIB) ein. Die Universität plant das Fachgebiet durch die Integration dynamischer Studien auf ein internationales Top-Niveau zu heben.