Uni-Tübingen

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08.07.2026

Christian Drosten für die „Rede des Jahres“ ausgezeichnet

Eine couragierte Stimme für eine engagierte Wissenschaft

Professor Dietmar Till (links) und Professor Olaf Kramer (rechts) überreichen Professor Christian Drosten die Auszeichnung „Rede des Jahres“.

Minutenlange Standing Ovations, ein übervolles Audimax und ein sichtlich berührter Preisträger: Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen hat am Donnerstag, den 2. Juli 2026, die Auszeichnung „Rede des Jahres“ an den Virologen Prof. Dr. Christian Drosten verliehen. Vor mehr als 400 Besucherinnen und Besuchern wurde eine Auszeichnung übergeben, die weit über den akademischen Rahmen hinausstrahlt. Drosten erhielt den Preis, der bereits zum 28. Mal vergeben wurde, für seine beeindruckende Rede „Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht“.

Ein eindringliches Plädoyer gegen den Faktenverlust

Drostens beachtliche und zugleich streitbare Rede, die er ursprünglich am 27. Mai 2025 vor dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gehalten hatte, traf nach Ansicht des Seminars einen Nerv. Die Jury begründete die Auszeichnung unter anderem mit der besonderen situativen und gesellschaftlichen Relevanz der Worte des Preisträgers. Drosten war damals als Mediziner vor Ökonomen aufgetreten und hatte bestechend dargelegt, dass beide Disziplinen stets ihre gesellschaftliche Verantwortung reflektieren müssen.

In einer von Polarisierung und dem „Verlust der Orientierung an Fakten“ geprägten Welt, sagte Drosten, dürfe sich die Forschung nicht im Elfenbeinturm verstecken. Wissenschaftsfreiheit bedeute eben nicht, sich herauszuhalten. Stattdessen forderte er einen couragierten Einsatz der Wissenschaft, die eine „konstante Stimme in der demokratischen Debatte“ sein sollte.