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05/30/2019

Zarenurkunde wieder an Herkunftsort in Kiew

Ukrainischer Kulturminister übergibt Originalurkunde Peters I. an Vernadsk’yj-Nationalbibliothek in Kiew

Gruppenbild der Mitglieder der deutsch-ukrainischen Forschergruppe mit der Zarenurkunde.
Die Mitglieder der deutsch-ukrainischen Forschergruppe. Links, von vorne nach hinten: Dr. Natalija Sinkevič (Kiew/Tübingen), Dr. Corinna Kuhr-Korolev (Potsdam/Berlin), Dr. Katharina Kucher (Tübingen), Prof. Dr. Klaus Gestwa (Tübingen); Rechts, von vorne nach hinten: Prof. Ljubov Dubrovina (Kiew), Dr. Tetiana Sebta (Kiew), Prof. Dr. Wolfgang Eichwede (Bremen/Berlin)

In einem offiziellen Akt hat der ukrainische Kulturminister, Evgen Niščuk, am Donnerstag in Kiew die lange verschollene Zarenurkunde der Generaldirektorin der Nationalbibliothek, Ljubov Dubrovina, überreicht. Die offizielle Restitution der Originalurkunde Peters I., die sich jahrzehntelang im Besitz der Universität Tübingen befand, hatte bereits am 14. März 2019 in Berlin stattgefunden. Dort wurde sie an den Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, übergeben, der sich bei seinem Besuch in Tübingen dafür herzlich beim Rektor der Universität bedankte. An dem Festakt in Kiew nahmen auch der Bevollmächtigte Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Ernst Reichel, hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Tübingen teil.

Die kirchenhistorisch bedeutsame und prächtig gestaltete Urkunde aus dem Jahr 1708 hatte jahrzehntelang die Bibliothek des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der hiesigen Universität geschmückt. Im Rahmen eines Projekts zur Erforschung der Provenienz der Urkunde konnten Tübinger und ukrainische Historikerinnen nachweisen, dass es sich bei der Urkunde um Raubgut handelte. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde sie im Oktober 1941 während der deutschen Besatzung aus Kiew abtransportiert. Nach 1945 gelangte die Urkunde in den Verkauf und wurde 1958/59 von Professor Werner Markert, dem Gründungsdirektor des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde, für die Universität Tübingen erworben.

Im Anschluss an die Übergabe präsentierte die deutsch-ukrainische Forschergruppe im Rahmen eines Kolloquiums ihre Ergebnisse zur Geschichte der Urkunde.

Prof. Dr. Klaus Gestwa

Kontakt:

Prof. Dr. Klaus Gestwa
Universität Tübingen
Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
49 7071 29-72388 (Sekr.)
klaus.gestwaspam prevention@uni-tuebingen.de 

 

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