Institut für Medienwissenschaft

07.11.2025

Ausschreibung für Hans Bausch Mediapreis des SWR startet

Südwestrundfunk und Universität Tübingen zeichnen herausragende wissenschaftliche Arbeit zu digitaler Ethik aus

Demokratische Öffentlichkeiten sind umkämpfter denn je. Im Netz grassieren Desinformationskampagnen, auf Plattformen ist rechtsextremer Content erfolgreich und mediale Angebote von antidemokratischen Influencern und Parteien verzeichnen Erfolge. Dabei orientieren sich populistische Strömungen und autoritäre Bewegungen vielfach nicht mehr an dem Wahrheitswert von Behauptungen, so dass man ihr mit dem Hinweis auf falsche Fakten kaum etwas entgegensetzen kann. Zudem verunsichert der Einsatz von KI das Vertrauen in mediale Angebote und verändert die Prozesse gesellschaftlicher Willensbildung. Politische Entwicklungen und technische Innovationen – von Algorithmen bis Künstlicher Intelligenz – fordern ein hohes Maß an Medienkompetenz. Dabei ermöglichen neue Plattformen und Ausspielwege zugleich grundsätzlich niederschwellig Dialog, Austausch und Meinungsbildung; der Einsatz von KI kann ebenso der Koordination von Diskursen oder etwa der Partizipation auf supranationaler Ebene dienen. 

Mit dem Hans Bausch Mediapreis zeichnet der Südwestrundfunk (SWR) gemeinsam mit der Universität Tübingen eine herausragende wissenschaftliche Arbeit aus, die neue Impulse zur gesellschaftlichen Verantwortung in digitalen Öffentlichkeiten liefert. 

Die Auszeichnung fördert die Sichtbarkeit herausragender Forschungsergebnisse zu den Folgen der Digitalisierung, zu gesellschaftlichen Transformationsprozessen und zu medienethischen Fragen. 

In diesem Jahr wirbt die Jury besonders um Veröffentlichungen

  • zu Fragen der Regulierung digitaler Öffentlichkeit im Dienst demokratischer Verhältnisse
  • zu (den medienökonomischen/-politischen) Bedingungen der Herstellung zivilgesellschaftlicher (Gegen-)Öffentlichkeiten
  • zu Herausforderungen, Aufgaben und Bedeutung von Journalismus im Kontext autoritärer Politiken
  • zur Bedeutung (trans-)nationaler digitaler Öffentlichkeiten für demokratische Verhältnisse,
  • zu medienpädagogischen, medienethischen und medienpolitischen Maßnahmen zur Förderung demokratischer Resilienz

Ab sofort können wissenschaftliche Publikationen eingereicht werden. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird am 17. Juni 2026 in Tübingen verliehen. 

SWR Intendant Professor Kai Gniffke: 
„Vielen Nutzerinnen und Nutzern fällt es immer schwerer, gesicherte Fakten und Desinformation auseinanderzuhalten. Deshalb braucht es Lösungswege, die Desinformationskampagnen nicht nur erkennen, sondern sie auch offenlegen können. Der Hans Bausch Mediapreis ist ein Beitrag zur Stärkung der Medienkompetenz in einer digitalen Welt, in der Fakten und Fakes oftmals verschwimmen“, so SWR Intendant Professor Kai Gniffke.

Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Karla Pollmann: 
„Den gewaltigen Chancen der Vernetzung und des Austausches im digitalen Bereich stehen die Risiken des Missbrauchs in Form von unzulässiger Beeinflussung bis hin zu gezielter Falschinformation gegenüber“, betont die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann. „Mit dem Hans Bausch Mediapreis wollen der SWR und das Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen gemeinsam Arbeiten auszeichnen, die problematische Entwicklungen einer digitalisierten Gesellschaft nicht nur nachzeichnen, sondern auch Lösungsansätze für deren Eindämmung anbieten.“

Einreichung für den Hans Bausch Mediapreis 2026 bis zum 31. Dezember 2025
Ab sofort können wissenschaftlich fundierte Publikationen, auch Qualifikationsarbeiten, als PDF-Dokument per E-Mail eingereicht werden an: 

hans.bausch-mediapreisspam prevention@medienwissenschaft.uni-tuebingen.de 

Bitte senden Sie Ihren Beitrag sowie ein Abstract und einen kurzen Lebenslauf auch in gedruckter Form an:

Eberhard Karls Universität Tübingen
Institut für Medienwissenschaft
Jury Hans Bausch Mediapreis
Wilhelmstrasse 50
72074 Tübingen

Es müssen bereits veröffentlichte Originalbeiträge aus dem Jahr 2025 sein, Frist für die Abgabe ist der 31. Dezember 2025. 

Alle relevanten Informationen zur Ausschreibung finden sich auch online auf den Seiten des SWR bzw. des Instituts für Medienwissenschaft der Universität Tübingen.

Hintergrund: Der Hans Bausch Mediapreis des SWR
Die gemeinnützige Stiftung Hans Bausch Mediapreis des SWR dient der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation im Medienbereich. Dazu vergibt der SWR einmal jährlich den Hans Bausch Mediapreis für eine wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro verbunden. Bei der Verleihung kooperiert der SWR eng mit dem Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen.

Fachjury aus Medienpraxis und -forschung
Mitglieder des Vorstandes der Stiftung sowie der personenidentischen Jury sind:

  • Professor Kai Gniffke, SWR Intendant sowie Vorsitzender von Vorstand und Jury des Hans Bausch Mediapreises des SWR
  • Stefanie Schneider, SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg
  • Thomas Dauser, SWR Direktor Innovationsmanagement und Digitale Transformation
  • Professorin Tanja Thomas, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Transformation der Medienkultur
  • Professorin Martina Thiele, Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und gesellschaftliche Verantwortung
  • Professor Christian Nuernbergk, Lehrstuhl für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Trier
     

Bisheriger Preisträgerinnen und Preisträger

Als Preisträger und Preisträgerinnen ausgezeichnet mit dem Hans Bausch Mediapreis des SWR wurden zuletzt 

  • im Jahr 2022 Anna-Katharina Meßmer, Alexander Sängerlaub und Leonie Schulz für die Studie „Quelle: Internet? Digitale Nachrichten- und Informationskompetenzen der deutschen Bevölkerung im Test“
  • im Jahr 2023 Felix M. Simon für seine Studie über die drohende Abhängigkeit der Medien von KI und großen Software- und Plattformunternehmen („Uneasy Bedfellows: AI in the News, Platform Companies and the Issue of Journalistic Autonomy)
  • im Jahr 2024 Thomas J. J. Scherer für seine Studie „Inszenierungen zeitgenössischer Propaganda – Kampagnenfilme im Dienste des Gemeinwohls“
  • im Jahr 2025 Regina Cazzamatta für ihre Studie „Die inhaltliche Homogenisierung des Fact-Checkings durch Plattformpartnerschaften: Ein Vergleich zwischen acht Ländern“ sowie Jeanette Kollien, die für ihre Masterarbeit „Digitale Nachhaltigkeit als Leitmotiv für Kommunikationsplattformen“ den Hans Bausch Media Sonderpreis erhielt.


Die Verleihung des Hans Bausch Mediapreises 2026 findet am 17. Juni 2026 in der Alten Aula in Tübingen statt.

Wissenschaftlicher Kontakt
Prof. Dr. Martina Thiele
Institut für Medienwissenschaft
Universität Tübingen
Telefon +49 7071 29-75302
E-Mail: martina.thielespam prevention@uni-tuebingen.de 

Prof. Dr. Tanja Thomas
Institut für Medienwissenschaft
Universität Tübingen
Telefon +49 7071 29-76816
E-Mail: tanja.thomasspam prevention@uni-tuebingen.de

Christfried Dornis
Universität Tübingen
Leiter Stabsstelle Hochschulkommunikation
Telefon +49 7071 29-76788
christfried.dornisspam prevention@uni-tuebingen.de 

Pressekontakt
Claudia Lemcke
Südwestrundfunk
Telefon +49 711 929-11030
kommunikationspam prevention@SWR.de 

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