LEAD Graduate School & Research Network

02.04.2026

Große Resonanz beim 9. LEAD-Tag der Wissenschaft: Psychische Gesundheit im Fokus

Rund 160 Schulleiter:innen, Lehrkräfte und LEAD-Partner:innen folgten der Einladung am 27. März 2026 in die Alte Aula der Universität Tübingen.

Das große Interesse unterstrich die Relevanz des diesjährigen Schwerpunktthemas „Psychische Gesundheit im Schulalltag“, das Lehrkräfte und Schüler:innen gleichermaßen bewegt.

Das abwechslungsreiche Programm bot den Teilnehmenden neueste Erkenntnisse aus der Empirischen Bildungsforschung sowie konkrete Hilfestellungen. Den Auftakt machte Prof. Dr. Ulrich Trautwein (Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung / LEAD) mit der provokanten Frage „Macht Schule krank?“. Er betonte, dass eine wertschätzende Schulkultur und gesunde Lehrkräfte die Grundvoraussetzung für guten Unterricht seien. Als Lösungswege plädierte er für den Ausbau multiprofessioneller Teams, den gebundenen Gangtag für mehr Struktur und gesundheitsförderliche Schulumgebungen.

Prof. Dr. Tobias Renner (Universitätsklinikum Tübingen) vertiefte den Blick auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Er zeigte auf, wie Leistungsdruck, externe Krisen, aber auch die digitale Mediennutzung das Wohlbefinden beeinflussen. Statt Verboten plädierte er für eine gezielte Förderung der Medienkompetenz und der Selbstregulation als zentrale Resilienzfaktoren. Für die Praxis verwies er auf niederschwellige Hilfsangebote wie die Kinderschutzhotline oder die Youth-Life-Line.

In den anschließenden Workshops wurden spezifische Themen von ADHS und Magersucht bis hin zu präventiven Interventionen wie smartphonefreien Schulhöfen vertieft. Parallel dazu präsentierten Organisationen wie die Schulpsychologische Beratungsstelle Tübingen (ZSL) oder tima e.V. ihre Arbeit an Informationsständen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Vortrag von Prof. Dr. Uta Klusmann (Humboldt-Universität zu Berlin). Sie beleuchtete das Risiko für Burnout im Lehrkräfteberuf und verdeutlichte, dass emotionale Erschöpfung – die besonders häufig junge Lehrkräfte betrifft – unmittelbare Auswirkungen auf die Unterrichtsqualität und die Beziehungsgestaltung zu den Schüler:innen hat. Ihr Fazit: Prävention muss sowohl auf individueller Ebene (z. B. Stressmanagement) als auch auf der Ebene des Schulumfelds ansetzen.

Der LEAD-Tag der Wissenschaft findet alle zwei Jahre statt und hat sich fest im Kalender der Bildungsakteur:innen in der Region Tübingen etabliert. 
Auch das Schwäbische Tagblatt war vor Ort, besuchte den Workshop „Der Resilienz-Kompass für Schule und Entwicklung“ und berichtete ausführlich über die Veranstaltung:
https://www.swp.de/lokales/tuebingen/psychische-gesundheit-in-tuebingen-wie-gehts-dir-eigentlich-so-lernen-schueler-resilienz-78740857.html?utm_source=email&utm_medium=email&utm_campaign=article_action_bar

Pressekontakt:
Kristina Laube
presse@lead.uni-tuebingen.de