Institut für Kriminologie

Organisierte Kriminalität 3.0

Systematische und umfassende Analyse sowie Bekämpfungsperspektiven der Organisierten Kriminalität in Deutschland

Allgemeines zum Projekt

Das Forschungsprojekt „Organisierte Kriminalität 3.0“ ist ein Verbundprojekt, an dem neben dem Institut für Kriminologie der Universität Tübingen folgende Verbundpartner beteiligt sind:

  • Universität Osnabrück, Zentrum für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien (ZEIS) (Prof. Dr. Prof. h.c. Arndt Sinn, Verbundkoordinator)
  • Universität Osnabrück, Institut für Wirtschaftsstrafrecht (IWStR) (Prof. Dr. Roland Schmitz)
  • Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol), Münster (Kriminaldirektor im Hochschuldienst Joachim Faßbender)
  • Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT), Darmstadt (Prof. Dr.-Ing. Martin Steinebach)

Daneben sind mehrere Polizei, Zoll- und Justizbehörden aus verschiedenen Bundesländern als assoziierte Praxispartner an dem Projekt beteiligt.

Ziel des Projekts ist eine umfassende rechtliche und empirische Untersuchung des Phänomens der Organisierten Kriminalität. Dabei sollen einerseits deren Strukturen und Bedrohungspotentiale analysiert und andererseits auch Präventionsstrategien entwickelt werden. Das Gesamtprojekt basiert auf einer Kombination von Datenerhebung, Datenauswertung und Datengegenüberstellung in einem intra- und interdisziplinären Verbund aus dem rechtswissenschaftlichen, kriminologischen und technischen Bereich, der zudem Akteure aus der Strafverfolgungspraxis einbindet. Dadurch übt das Projekt durch seine komplexe Struktur eine Vorbildfunktion für die Durchführung von Folgestudien aus.

Das Projekt wird gefördert durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“. Es läuft vom 1.10.2020 bis zum 30.09.2023 und stellt das in Deutschland größte Projekt seiner Art dar. Das Projekt besteht aus acht Teilmodulen, wobei das zweite Teilmodul vom IfK in Tübingen bearbeitet wird.

Modul 2: „Empirische Bestandsaufnahme des OK-Phänomens“

Zentrale Aufgabe der interdisziplinären Projektgruppe am Institut für Kriminologie der Universität Tübingen ist eine empirische Bestandsaufnahme der OK in Deutschland. Ziel dieses Moduls ist es, die Lücke bei den empirischen OK-Forschungen in Deutschland zu schließen und die Wirklichkeit zur OK-Lage in Deutschland zu erhellen. Damit soll Wissen über die Art, das Ausmaß und die Erscheinungsformen von OK in Deutschland generiert werden.

Mit den Ergebnissen aus Modul 2 wird die umfangreichste Studie zum Hell- und Dunkelfeld zu OK in Deutschland vorgelegt. Da die Datenauswertung auch Daten aus Zollermittlungen sowie aus verschiedenen Bundesländern betrifft, wird es auch erstmals möglich sein, ein über ein Bundesland hinausgehendes OK-Lagebild, das auf einer Aktenauswertung und Expertengesprächen fundiert, wissenschaftlich abgesichert zu erlangen. Damit wird es gelingen, ein realitätsnahes Bild der derzeit in Deutschland agierenden OK zu zeichnen.

Dafür wird im Tübinger Teilmodul ein multimethodischer Ansatz gewählt. Durch die Analyse zahlreicher Statistiken und Datenbanken, die Durchführung von mehr als 80 Interviews mit Strafgefangenen, Polizist/-innen und Staatsanwält/-innen sowie die eingehende Untersuchung von mehr als 80 Strafverfahren soll der Phänomenbereich der OK möglichst vollständig in den Blick genommen werden.

Die anschließende Zusammenführung der Erkenntnisse der verschiedenen beteiligten Projektpartner soll tiefergehende Einsichten über das unverändert hochaktuelle Phänomen der Organisierten Kriminalität in Deutschland ermöglichen. Die Ergebnisse aus Modul 2 werden dabei unter anderem in eine umfassende Bedrohungsanalyse einfließen.

Links:

https://www.org-krim.uni-osnabrueck.de (offizielle Homepage des Verbundprojekts)

https://www.sifo.de/ (Förderprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit)

https://www.sifo.de/files/Projektumriss_OK3.0.pdf (Projektumriss „OK 3.0“)

Kontakt:

Interdisziplinäre Forschungsgruppe am Institut für Kriminologie

Ass. iur. Konstantin Hemmert-Halswick

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Ref. iur. Jonas Römer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Benedikt Iberl, M.Sc. (Psychologie)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

 

Katharina Leimbach, M.A. (Soziologie)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Dr. phil. Ümit Namli, M.A. (Criminology)

Gastwissenschaftler

 

Stud. iur. Sophia Schauber

Studentische Hilfskraft

Stud. iur. Isabelle Schonecke

Studentische Hilfskraft