Kath. Institut für berufsorientierte Religionspädagogik

Alternative Zeitmodelle für die Organisation des RUabS (AZM)

Angesichts der Tatsache, dass der Religionsunterricht an Berufsschulen aus organisatorischen Gründen einerseits oft entfällt, andererseits ein einstündiger oder in Doppelstunden organisierter RU didaktische Schranken aufbaut, befasst sich das Projekt „Alternative Zeitmodelle“ im Hinblick auf den beruflichen Religionsunterricht mit Organisationsformen, die das bestehende starre Zeitkorsett aufsprengen. Dazu werden Praxismodelle gesammelt, systematisiert und anschließend evaluiert, um wissenschaftlich fundierte Vorschläge für eine breitere Anwendung in die religionspädagogische Diskussion und Praxis einzubringen.

Hintergrund und Forschungsfragen

Obwohl der Religionsunterricht unter anderem durch Art. 7 (GG) als ordentliches Lehrfach an den öffentlichen Schulen des Landes gefordert und geschützt ist, zeigt sich in der Praxis der beruflichen Schulen, dass dies oft ein frommer Wunsch bleibt. In der Regel werden organisatorische Schwierigkeiten, Lehrermangel oder konfessionell zu heterogene Lerngruppen als Gründe genannt, weswegen der RU an beruflichen Schulen regelmäßig entfällt oder gar nicht erst erteilt wird. Zugleich erleben SchülerInnen und LehrerInnen den einstündigen oder 14-tägig doppelstündigen Religionsunterricht an beruflichen Schulen oft als unbefriedigend, wenn beispielsweise die Schulglocke Arbeits-, Diskussions- oder Meditationsphasen harsch unterbricht.

Das Projekt will dieser Ausgangslage begegnen und ergänzend zu den bestehenden Organisationsformen des beruflichen Religionsunterricht Alternativen in die Diskussion einbringen. Diese sollen sowohl den Religionsunterricht stärken, indem durch sie einerseits Zeiträume für intensivere Beziehungen geschaffen werden und andererseits organisatorische Argumente bereits durch die alternativen Organisationsformen entwertet werden sollen.

Vorgehen

In einem ersten Schritt sammelt das Projekt deutschlandweit bestehende und teilweise langjährig bewährte Praxisbeispiele, in denen LehrerInnen den beruflichen Religionsunterricht bereits in alternativen Zeitmodellen abhalten. Diese sollen dabei systematisiert und mit verwandten Unterrichtskonzepten (bspw. Epochenunterricht) kontextualisiert werden, um sie anschließend einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zugleich sollen die gefundenen Beispiele in Kooperation mit dem Projekt "NOM II" (Neue Organisationsmodelle II) des EIBOR auf ihre Stärken und Schwächen hin evaluiert werden, damit interessierte LehrerInnen und Schulen, das jeweilige Modell auswählen können, das am besten zu den entsprechenden Anforderungen des einzelnen Schulstandortes passt.

Ansprechpartner

  • Dipl. theol. Johannes Hammer