Anton Koch

*1859; †1915

Kurzbiographie:

Koch wurde am 19.4.1859 in Pfronstetten bei Münsingen (Württemberg) geboren. Nach Schulbesuchen in Riedlingen und Ehingen studierte er kath. Theologie in Tübingen. Im Anschluss an die Priesterweihe 1884 wirkte er zunächst als Seelsorger auf Schönenberg bei Ellwangen, bevor er 1886 als Repetent an das Tübinger Wilhelmsstift wechselte. Nach der Promotion zum Dr. theol. 1891 arbeitete er als Kaplan in Stuttgart. 1894 übernahm er die 1896 in eine ord. umgewandelte ao. Professur für Moral- u. Pastoraltheologie in Tübingen. 1913/14 bekleidete er das Rektorat. Koch starb am 24.5.1915.

 

Bedeutung:

Obwohl im Schatten Franz Xaver von Linsenmann stehend versuchte Koch wie dieser, die Moraltheologie dadurch vom Odium einer bloßen Sündenlehre zu befreien, dass er die Kasuistik zurückdrängte. Neben seinem Bemühen um einen Dialog mit humanwissenschaftlichen Nachbarfächern (insbes. Jurisprudenz und Nationalökonomie) interessierte Koch vor allem das Verhältnis zwischen natürlicher und theologischer (Offenbarungs-) Moral, die er als Integrations- bzw. Orientierungsrelation bestimmte. Kochs liberale Einstellung und offene Sympathie für den Reformkatholizismus brachte ihm wiederholte Konfrontationen mit dem Jesuitenorden und dem Rottenburger Bischof Paul Wilhelm von Keppler ein.

 

Wichtigste Veröffentlichungen:

Weitere Informationen:

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon