Religionspädagogik

Elie Wiesel - Leben und Werk

"Beim Lesen der ebenso alten wie einfachen Texte entdeckte ich etwas, das mich erschreckte, in Bann schlug und entzückte. Ohne mich von der Stelle zu rühren, streifte ich durch sichtbare und unsichtbare Welten. Ich war an zwei, an tausend Orten gleichzeitig, machte tausend Dinge auf einmal."

(Elie Wiesel: Alle Flüsse fliessen ins Meer)

(Foto: Astrid Kimmig)

Tabellarische Kurzbiographie Elie Wiesels

   Geboren in Sighet (Siebenbürgen, heute Rumänien) als Sohn von Schlomo Wiesel (Kaufmann) und Sarah Wiesel, geborene Feig. Wiesel wächst in einer chassidischen Familie auf.
   Elie Wiesel besucht den Cheder, die jüdische Religions-‚Grundschule‘ (Einführung in das Hebräische und die Tora), dann die Jeschiwa (weiterführende Schule, vor allem Studium des Talmud). Daneben studiert er die Kabbala und die Lehren der Chassidischen Meister.
   Nach der Einrichtung eines Ghettos in Sighet wird die Familie Wiesel wird mit der gesamten jüdischen Gemeinde nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Mutter und die jüngere Schwester Tsiporah werden in Auschwitz ermordet. Der Vater stirbt kurz vor Kriegsende in Buchenwald, wohin er und Elie Anfang 1945 evakuiert werden.
   Befreiung des Lagers Buchenwald. Elie Wiesel wird vom Kinderhilfswerk nach Frankreich gebracht. In Paris trifft er seine beiden älteren Schwestern wieder.
   Studium der Philosophie, der französischen Literatur und der Psychologie an der Sorbonne, Paris. Beginn der Tätigkeit als Journalist für israelische Zeitungen und Zeitschriften und als Berichterstatter der UNO.
   Veröffentlichung von Un di Welt hot geschwign. Elie Wiesel kommt in die Vereinigten Staaten und wird 1963 amerikanischer Staatsbürger.
   Die gekürzte und übersetzte Veröffentlichung von Un di Welt hot geschwign als La Nuit begründet Elie Wiesels Ruhm als Schriftsteller.
   Besuch der UdSSR, um die Menschenrechte der russischen Juden einzuklagen.
   Erste Ehrendoktorwürden an amerikanischen Universitäten. Aufenthalt in Israel zur Zeit des Sechs-Tage-Kriegs.
   Heirat mit Marion E. Rose, selbst Überlebende der Shoa und Übersetzerin der Bücher Elie Wiesels.
   Geburt des Sohnes Schlomo Elischa. Professur an der City University of New York, Department of Jewish Studies
   Professur an der Boston University (Professor in the Humanities, Departement of Religion, Literature and Philosophy)
   Ernennung zum Präsidenten des United States Memorial Council durch Jimmy Carter.
   Verleihung des Friedensnobelpreises. Das Komitee begründet die Verleihung mit den Worten: "Elie Wiesel ist einer der wichtigsten Führer und Wegweiser unserer Zeit. Seine Worte verkünden die Botschaft des Friedens, der Versöhnung und der Menschenwürde."
   Rede vor dem deutschen Bundestag
   Rede in der Gedenkstätte Buchenwald anlässlich des gemeinsamen Besuchs Angela Merkels und Barack Obamas
  

Elie Wiesel stirbt am 2. Juli nach schwerer Krankheit.

   
  (Quellen: Reinhold Boschki: Der Schrei. Gott und Mensch im Werk vom Elie Wiesel, Mainz 2/2005, www.buchenwald.de)