Religionspädagogik

Elie Wiesel - Leben und Werk

"Beim Lesen der ebenso alten wie einfachen Texte entdeckte ich etwas, das mich erschreckte, in Bann schlug und entzückte. Ohne mich von der Stelle zu rühren, streifte ich durch sichtbare und unsichtbare Welten. Ich war an zwei, an tausend Orten gleichzeitig, machte tausend Dinge auf einmal."

(Elie Wiesel: Alle Flüsse fliessen ins Meer)


Kurzbiographie

2. Juli 2016
Elie Wiesel stirbt nach schwerer Krankheit.

2009
Rede in der Gedenkstätte Buchenwald

anlässlich des gemeinsamen Besuchs Angela Merkels und Barack Obamas.

2000
Rede vor dem Deutschen Bundestag

https://www.bundestag.de/parlament/geschichte/gastredner/wiesel/rede_deutsch-247424

1986
Verleihung des Friedensnobelpreises

Das Komitee begründet die Verleihung mit den Worten: "Elie Wiesel ist einer der wichtigsten Führer und Wegweiser unserer Zeit. Seine Worte verkünden die Botschaft des Friedens, der Versöhnung und der Menschenwürde."

1979
Ernennung zum Präsidenten des United States Memorial Council

durch Jimmy Carter.

1976
Professur an der Boston University

Professor in the Humanities, Departement of Religion, Literature and Philosophy

1972
Geburt des Sohnes Schlomo Elischa & Professur an der City University of New York

Department of Jewish Studies

1969
Heirat mit Marion E. Rose,

selbst Überlebende der Shoa und Übersetzerin der Bücher Elie Wiesels.

1967
Erste Ehrendoktorwürden an amerikanischen Universitäten & Aufenthalt in Israel

zur Zeit des Sechs-Tage-Kriegs.

1965
Besuch der UdSSR,

um die Menschenrechte der russischen Juden einzuklagen.

1958
Gekürzte und übersetzte Veröffentlichung von "Un di Welt hot geschwign als La Nuit"

begründet Elie Wiesels Ruhm als Schriftsteller.

1956
Veröffentlichung von "Un di Welt hot geschwign"

Elie Wiesel kommt in die Vereinigten Staaten und wird 1963 amerikanischer Staatsbürger.

1948 bis 1951
Studium der Philosophie, der französischen Literatur und der Psychologie

an der Sorbonne in Paris. Beginn der Tätigkeit als Journalist für israelische Zeitungen und Zeitschriften und als Berichterstatter der UNO.

11. April 1945
Befreiung des Lagers Buchenwald

Elie Wiesel wird vom Kinderhilfswerk nach Frankreich gebracht. In Paris trifft er seine beiden älteren Schwestern wieder.

Frühjahr 1944
Deportierung der Familie Wiesel

Nach der Einrichtung eines Ghettos in Sighet wird die Familie Wiesel mit der gesamten jüdischen Gemeinde nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Mutter und die jüngere Schwester Tsiporah werden in Auschwitz ermordet. Der Vater stirbt kurz vor Kriegsende in Buchenwald, wohin er und Elie Anfang 1945 evakuiert werden.

1934 bis 1944
Schulzeit

Elie Wiesel besucht den Cheder, die jüdische Religions-"Grundschule" (Einführung in das Hebräische und die Tora), dann die Jeschiwa (weiterführende Schule, vor allem Studium des Talmud). Daneben studiert er die Kabbala und die Lehren der Chassidischen Meister.

30. September 1928
Geboren in Sighet (Siebenbürgen, heute Rumänien)

als Sohn von Schlomo Wiesel (Kaufmann) und Sarah Wiesel, geborene Feig. Wiesel wächst in einer chassidischen Familie auf.


Das literarische Werk

In konzentrischen Kreisen zwischen Tradition und Gegenwart. Die Forschungsstelle Elie Wiesel unterscheidet grob zwischen

  • autobiographischen Schriften
  • literarischen Schriften
  • essayistischen Schriften
  • judaistischen Schriften

Diese Trennung wird aber in erster Linie als heuristisches Hilfsmittel verstanden.

Tabellarische Übersicht über das Gesamtwerk (pdf-Download)

Chronologische Übersicht über das Gesamtwerk (pdf-Download)


Elie Wiesel Archiv

Das Elie Wiesel Archive an der Boston University beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Elie Wiesels Manuskripten, Briefwechseln, Skizzen und Aufzeichnungen.

Während Wiesels Wirken an der Boston University wurden zahlreiche seiner Vorträge und Vorlesungen aufgezeichnet und stehen im Archiv als online-Videos zur Verfügung.