Hannes Graf (Promotion)

Die Verwendung von Glyphosat als Breitbandherbizid in der Landwirtschaft nimmt zu. Dadurch ist es notwendig, nachweisstarke und zeitsparende Nachweismethoden zu entwickeln um Rückstände sowie Abbauprodukte des Herbizids in Boden, Gewässern und Lebensmitteln zu quantifizieren. Eine besondere Herausforderung ist der Analyt, da er ein kleines, hochfunktionalisiertes (sekundäres Amin, Phosphon- und Carboxylsäure), sowie stark polares bis ionisches Molekül ist. Glyphosat neigt deshalb stark zur Adsorption auf oxidischen Mineraloberflächen und zur Komplexierung von bi- und trivalenten Kationen. Diese Effekte erschweren die Analytik und machten bisher eine Derivatisierung notwendig.  Zur Optimierung der Nachweisegrenze soll einer im Arbeitskreis bereits existierenden direkten und derivatisierungsfreien CE-MS-Methode eine Isotachophorese vorgeschalten werden, um Matrixbestandteile abzutrennen und gleichzeitig eine Online-Aufkonzentration der Analyten zu ermöglichen. Dies ist nötig um die für die Umwelt- und Lebensmittelanalytik notwendigen Nachweisgrenzen und Matrixtoleranzen zu erreichen. Die zweidimensionale ITP/CE-MS Methode soll über Säulenkopplung mit optimierten mikrofluidischen Schnittstellen erfolgen. Als intermediäre Detektion wird eine on-chip Leitfähigkeitsdetektion entwickelt. Mit der etablierten ITP/CE-MS Methode sollen Realproben aus dem Umwelt- und Lebensmittelbereich auf Glyphosat und AMPA analysiert werden.

Lehre
Praktikum Physikalische Chemie Bachelor
Mastermodulpraktikum Analytische Chemie