Available Projects

Master Theses

Größenvariabilität und Morphologie der polaren planktischen Foraminifere Neogloboquadrina pachyderma in Sedimenten S der Antarktischen Konvergenzone (Drake Passage).

Kurzbeschreibung:

Der Südozean und vor allem die Gewässer rund um den antarktischen Kontinent gehören immer noch zu den am wenigsten erforschten Gebieten der Erde. Auch über die Ozeansedimente und die dort gelegentlich enthaltenen Foraminiferen ist bisher relativ wenig bekannt. Die vermeintlich bipolare planktische Art Neogloboquadrina pachyderma ist dafür ein gutes Beispiel. Sie ist die bisher einzige Foraminifere, die diesen extremen Lebensraum heute zumindest im Sommer bei Wassertemperaturen von ca. -2 bis +3°C besiedelt, und soll in dieser Masterarbeit unter dem Rasterelektronenmikroskop eingehend morphometrisch beschrieben werden. Die zehn Sedimentproben aus unterschiedlichen Wassertiefen des südlichsten Südatlantiks und vor der antarktischen Halbinsel müssen zunächst unter dem Binokular ausgelesen und präpariert werden. Weitere Arbeiten mit dem REM betreffen neben einer genauen Vermessung der Schalen auch die Schalenstruktur, um das ontogenetische Wachstum von N. pachyderma und die Kalzitlösung im Südozean besser zu verstehen.

Voraussetzungen:

Grundkenntnisse in mikropaläontologischen Arbeitstechniken und in der Biologie von marinen Mikroorganismen. Interesse an der Ökologie extremer Habitate.

Zeitrahmen: möglicher bzw. gewünschter Beginn

Das Probenmaterial liegt in Tübingen vor, Beginn nach Absprache.

Ansprechpartner:

Dr. Hartmut Schulz, Tel. TÜ 29-72496, hartmut.schulzspam prevention@uni-tuebingen.de

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Coccolithophoren-Dynamik der oberen Wassersäule in der Sargassosee, Nordatlantik.

Kurzbeschreibung:

Coccolithophoriden sind marine einzellige Algen des oberen Wasserstockwerks der Ozeane. Als Primärproduzenten haben diese Coccolithophoriden eine wichtige Bedeutung in der marinen Nahrungskette, ebenso wie für den globalen CO2-Kreislauf und für die Variabilität des Klimas. Darüber hinaus produzieren sie Treibhausgase um die Albedo des Ozeans und damit den Wärmehaushalt zu ihren Gunsten zu regulieren (Gaia Hypothese). Coccolithophoriden scheiden kleinste Kalzitplättchen (Coccolithen) aus, die auf den Meeresboden sinken und den Großteil Ozeansedimente in der Erdneuzeit liefern. Somit sind Coccolithophoriden auch für die marine Biostratigraphie wichtig, potentiell bis zurück in den Jura. Rezent kennen wir etwa 100 Coccolithophoriden-Arten, die räumlich und zeitlich sehr variable Häufigkeiten haben, aber noch wenig verstanden sind. Ihr Auftreten ist offenbar nicht nur von Wassertiefe und –temperaturen, sondern auch von den Nährstoffen, physischen Parametern, und von der Sonneneinstrahlung abhängig.

In diesem Master`s project wollen wir die Coccolithophoriden-Dynamik an einer Station zwischen den Azoren und Jamaica untersuchen, um die Lebensweisen dieser wichtigen Planktongruppe besser zu verstehen. Dieses Gebiet ist sehr nährstoffarm, was im allgemeinen günstig für die Coccolithophoriden ist. Unsere ersten Untersuchungen von einigen Filterproben zeigen eine reiche und sehr diverse Coccolithenflora.

Voraussetzungen:

24 Filterproben von der Meteor-Reise 113/1 im Winter 2015 liegen vor. Mit rasterelektronenmikroskopischen (REM) Verfahren werden die Coccospheren und Coccolithen bestimmt und deren Bestand (Individuen pro L) berechnet. Diese Filter sollen in Form von Transekten mit 3000- oder 5000-facher Vergrößerung betrachtet werden. Mit Hilfe von Standard-Statistik werden wir diese Ergebnisse mit den hydrographischen Messungen der Reise verbinden, die sich mit der kleinskaligen Variabilität des marinen Planktons im offenen Ozean beschäftigt (Universität Bremen).

Ansprechpartner:

Die Masterarbeit wird co-betreut von Dr. Hartmut Schulz und Prof. Amos Winter (Indiana, USA) und könnte in nächster Zeit begonnen werden.

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Sedimentation von planktischen Foraminiferen als Indikatoren zur Rekonstruktion der Strömungsgeschichte des tiefen Pazifischen Ozeans (Tasman See, SONNE-Fahrt 136).

Kurzbeschreibung:

In dem Sedimentkern SO136-61GC (226 cm lang, 608 m Wassertiefe) südlich von Neuseeland (SW-Pazifik) sollen anhand der Arten- und Größenanalysen an planktischen Foraminiferengemeinschaften in 23 Sedimentproben die paläoozeanographischen Veränderungen (Meeresoberflächentemperaturen, Verschiebung der ozeanischen Fronten) und die Sedimentation im letzten glazialen Zyklus (0-160,000 Jahre) erfasst werden.

Voraussetzungen:

Grundkenntnisse der mikropaläontologischen Arbeitsmethoden, Ausdauer und Sorgfalt bei mikroskopischen Arbeiten. Kenntnisse zur Quartären Klimageschichte, Isotopenstratigraphie.

Zeitrahmen: möglicher bzw. gewünschter Beginn

Das Probenmaterial liegt in Tübingen vor, Beginn nach Absprache.

Ansprechpartner:

Dr. Hartmut Schulz, Tel. TÜ 29-72496, hartmut.schulzspam prevention@uni-tuebingen.de

Bachelor Theses

Mikrofossilerhaltung im Umkreis der hypersalinen Urania/Discovery Becken im zentralen Mittelmeer: vergleichende REM/EDX Studien von Schlammpartikeln und Schalen aus einem extremen Tiefsee-Environment.

Kurzbeschreibung:

Die Sedimentoberflächenproben stammen aus der Nähe von oder gar von innerhalb der hypersalinen „Brine“ (Salzlauge) des Urania/Discovery Tiefs (3350-3850 m Wassertiefe), in Abgrenzung zu deren besser durchmischten Randgebieten. Auch wurden schlammvulkanartige Sedimente aus dem Zentrum des Urania-Beckens geborgen. Diese Sedimente wurden an sich stark ändernden, vor allem geochemischen Gradienten genommen und zeigen vermutlich einzigartige Elementassoziationen und Erhaltungsbedingungen von Karbonatschalen und Mineralen, dazu in-situ Ausfällungen am Boden der Tiefsee.

Voraussetzungen:

Umgang mit dem Rasterelektronenmikroskop (REM) und der energie-dispersiven Röntgen-Mikroanalyse (EDX) nach Einweisung; grundlegende Kenntnisse in der Geochemie und Praxis der Mikropaläontologie.

Zeitrahmen: möglicher bzw. gewünschter Beginn

Nach der Präparation werden Gesamtsediment und ausgewählte Partikel und Präzipitate der Silt- und Sandkorngröße anhand einer kombinierten Analyse mit hochauflösender Rasterelektronenmikroskopie und mit der Mikrobereichsanalyse im µm-Bereich untersucht.

Das Probenmaterial (4 Proben unstrukturiertes „Gesamt“-sediment mit Spuren von schlamm- und laugenartigen Bildungen) liegt in Tübingen vor, Beginn nach Absprache.

Ansprechpartner:

Dr. Hartmut Schulz, Tel. TÜ 29-72496, hartmut.schulzspam prevention@uni-tuebingen.de

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Vorkommen und Erhaltungspotenzial von planktischen und benthischen Foraminiferen im Flachwasserbereich: Granitküste gegenüber Karbonatküste vor der Mittelmeerinsel Giglio, nördliches Tyrrhenisches Meer.

Kurzbeschreibung:

Auf einer Tauchexkursion im Sommer 2014 wurden entlang zweier Tiefentransekte zwischen 10 und 30 m Wassertiefe jeweils 5 Sandproben gezielt entnommen und deren Mollusken und andere Makrofauna in Bezug auf das Substrat in der Kornfraktion > 1 mm untersucht (Buck et al., 2015). Das zu bearbeitende Sediment besteht aus Karbonat- und Granitsandproben, entsprechend der vorherrschenden Gesteine des Untergrundes, der einen deutlichen Einfluss auf die Diversität und Taphonomie der kalkigen Schalengemeinschaften hat. Bestimmte Tiefenbereiche beider Transekte werden von Seegraswiesen bewachsen, die nach Wassertiefe und Substrat einen weiteren Faktor für das Vorkommen und die Erhaltung von Schalen im Sediment darstellen. In der Arbeit werden die 10 Proben aufbereitet, geschlämmt und trockengesiebt, wobei erste sedimentologische Daten über die Korngrößenanteile in Abhängigkeit der o.g. Faktoren gewonnen werden. Aus den verschiedenen Kornfraktionen <1 mm sollen dann unter dem Binokular die benthischen und planktischen Foraminiferenschalen, sowie deren Schalenbruch ausgelesen und gezählt werden. Die Artengemeinschaften und -häufigkeiten, sowie die jeweiligen Werte der Schalen-Fragmentierung sollten einen wichtigen Anzeiger für die Verbreitung der jeweiligen Foraminiferenarten und den Erhaltungszustand von Kalkschalen in den beiden Sedimenttypen des Untergrundes liefern und auch einen Vergleich mit der Makrofauna dieser unterschiedlichen Küstenbereiche ermöglichen.

Voraussetzungen:

Grundlagen der Taphonomie und der Mikropaläontologie von benthischen und planktischen Foraminiferen. Grundkenntnisse mikropaläontologischer Arbeitsmethoden.

Zeitrahmen: möglicher bzw. gewünschter Beginn

Das getrocknete Probenmaterial liegt in Tübingen vor, Beginn nach Absprache.

Ansprechpartner:

Dr. Hartmut Schulz, Tel. TÜ 29-72496, hartmut.schulzspam prevention@uni-tuebingen.de

Prof. Dr. James Nebelsick, Tel. TÜ 29-77546, nebelsickspam prevention@uni-tuebingen.de

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Planktische Foraminiferen in Netzzügen (0-100 m) in einem Schnitt durch die Sargassosee im Winter 2015, Azoren-Jamaica.

Kurzbeschreibung:

Mit einem Umkehrmikroskop sollen die Details von planktischen Foraminiferen und deren Schalen aus Lebendfängen (ca. 15 Stationen) genau beschrieben werden. Diese Methodik hat viele Vorteile (aber auch Nachteile) gegenüber den unmittelbaren Lebendbeobachtungen unter dem Binokular auf dem Schiff. Hier soll die Utermöhl-methode dazu genutzt werden, die räumliche Verbreitung der Arten entlang eines Transektes durch die obere Wassersäule in der nährstoffarmen Sargassosee genau zu beschreiben. Es wird erwartet, dass vor allem symbiontentragende Arten auftreten, wobei auch die Größe und die ontogenetische Entwicklung eine Rolle spielen. Diese Details sollen in den Netzfängen möglichst genau dokumentiert werden. Hierzu erfordert diese Arbeit eine Einarbeitung in die Systematik der rezenten subtropisch-tropischen Foraminiferenarten.

Voraussetzungen:

Kenntnisse in der mikropaläontologischen Arbeitsmethodik, gute Beobachtungsgabe und Formverständnis, Interesse an der Fotographie kleiner Objekte.

Zeitrahmen: möglicher bzw. gewünschter Beginn

Das tiefgefrorene Probenmaterial liegt in Tübingen vor, Beginn nach Absprache.

Ansprechpartner:

Dr. Hartmut Schulz, Tel. TÜ 29-72496, hartmut.schulzspam prevention@uni-tuebingen.de