<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0"
	 xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	 xmlns:utevent="http://uni-tuebingen.de/ns/event/"
	 xmlns:f="http://typo3.org/ns/TYPO3/CMS/Fluid/ViewHelpers"
	 xmlns:ut="http://typo3.org/ns/Unitue/Project/ViewHelpers"
	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers">
	<channel>
		<title>Aktuelles aus der Forschung</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/</link><description>Der RSS Feed der Universität Tübingen</description><language>en-EN</language><copyright>Universität Tübingen</copyright><pubDate>Mon, 16 Mar 2026 10:38:35 +0100</pubDate><lastBuildDate>Mon, 16 Mar 2026 10:38:35 +0100</lastBuildDate><item><guid isPermaLink="false">news-128955</guid><pubDate>Fri, 06 Mar 2026 17:20:21 +0100</pubDate><title>Mit Radar durch das Eis: Expedition untersucht Schneeakkumulation in der Ostantarktis</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/mit-radar-durch-das-eis-expedition-untersucht-schneeakkumulation-in-der-ostantarktis/</link><description>Tübinger Forscherin untersucht die Schneeakkumulation in der Ostantarktis. Die weit entfernten Änderungen können Auswirkungen auf unseren Meeresspiegel vor Ort haben.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nach drei intensiven Monaten auf dem Ostantarktischen Plateau ist unsere Kollegin Dr. Alexandra Zuhr aus der Arbeitsgruppe <a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/oberflaechennahe-geophysik/geophysik/">Geophysik</a> der Universität Tübingen erfolgreich von der ANT-Land2025/26-Expedition zurückgekehrt. Sie verließ Deutschland Ende Oktober und kehrte Ende Januar zurück. Weihnachten und Silvester verbrachte sie in der weißen Wüste. Umgeben von Eis, Pinguinen und endlosen weißen Horizonten sammelte sie wertvolle Messdaten zur Oberflächenmassenbilanz, einem Schlüsselparameter zum Verständnis des antarktischen Klimasystems und seiner Bedeutung für den globalen Meeresspiegelanstieg.</p><p>Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Feldarbeit war ihr von der DFG gefördertes Projekt SAMBA (Surface Mass Balance in Dronning Maud Land, Antarctica). Das Projekt untersucht, wie sich die Schneeakkumulation im Gebiet um die Kohnen-Station im westlichen Dronning Maud Land auf dem Ostantarktischen Plateau in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Diese Forschung ist von globaler Bedeutung, da das Plateau enorme Mengen an Süßwasser speichert, die den globalen Meeresspiegel beeinflussen. Mithilfe flugzeuggestützter Radartechniken nutzt SAMBA das Eis als Klimaarchiv.</p><p>Die Crew bestand aus der Flugzeugbesatzung, zwei Piloten und einer Technikerin, sowie zwei Ingenieuren des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven. Die AWI-Ingenieure installierten spezialisierte Messinstrumente im Flugzeug und unterstützten die Datenerhebung während der Flüge, während die Crew präzise Messbedingungen sicherstellte, wie z.B. konstante Geschwindigkeit und geringe Flughöhe. Während der Kampagne absolvierte das Team mit dem Forschungsflugzeug Polar 6 mehr als 4.000 Kilometer Messflüge zwischen der Neumayer-III-Station, der Kohnen-Station und weiter landeinwärts über das Plateau. Das eingesetzte Ultra-Breitband-Mikrowellenradarsystem ermöglicht eine detaillierte Kartierung der oberflächennahen Stratigraphie in den oberen 30 Metern des Eisschildes. Die Radardaten zeigen, ähnlich wie ein Röntgenbild, die internen Schichten im Eis. Diese Schichten können datiert werden und liefern dann Informationen, in welchem Zeitraum es wie viel Schneeakkumulation gab.</p><p>Neben ihrem eigenen Projekt war Alexandra auch an mehreren von Kolleginnen und Kollegen geleiteten Kooperationsprojekten beteiligt. Dazu gehörten Firnkernbohrungen, bodengestützte Radarmessungen mit Schneemobilen sowie manuelle Messungen an Akkumulationsstangen.</p><p>Erste Analysen ihrer Daten deuten auf eine Zunahme des regionalen Schneefalls hin. Dies legt nahe, dass Teile des Ostantarktischen Plateaus derzeit, zumindest vorübergehend, zur Stabilisierung des globalen Meeresspiegelanstiegs beitragen könnten. Die Expedition liefert damit wichtige neue Erkenntnisse aus einer der am wenigsten erforschten Regionen der Erde und trägt wesentlich zu unserem Verständnis der sich wandelnden Rolle der Antarktis im Klimasystem bei.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128736</guid><pubDate>Fri, 27 Feb 2026 17:07:17 +0100</pubDate><title>Prof. Dr. Largus Angenent ist Preisträger des Landesforschungspreis 2026</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/prof-dr-largus-angenent-ist-preistraeger-des-landesforschungspreis-2026/</link><description>Er wird damit für seine Forschung zum Einsatz von nachhaltiger Biotechnologie geehrt.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Largus Angenent (Universität Tübingen): Seine Forschung konzentriert sich auf die optimale Nutzung von Bakterien in der Gasfermentation, einer wichtigen Quelle für die saubere Energie der Zukunft. Durch die Analyse der Zusammensetzung und des Zusammenspiels von Mikrobengemeinschaften in verschiedenen Umgebungen, wie beispielsweise in der Luft von Krankenhäusern oder in Fermentierungsanlagen, hat er grundlegende Erkenntnisse gewonnen, die er erfolgreich in Anwendungen umsetzt. So entwickelt und optimiert er in seiner eigenen Firma Mikroben zur Speicherung von Wasserstoff und Kohlendioxid in Form von Methan, was einen wichtigen Schritt zu einer nachhaltigeren Energieversorgung darstellt.</p><p><a href="https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/landesforschungspreise-2026-nach-tuebingen-mannheim-und-freiburg" target="_blank" rel="noreferrer">Link zur Laudatio des Landesforschungspreises</a></p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128607</guid><pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:55:30 +0100</pubDate><title>Tenure-Track Professur für Evolutionary Modelling (m/w/d)</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/tenure-track-professur-fuer-evolutionary-modelling-m-w-d/</link><description>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Geowissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p>An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen ist &nbsp;im Fachbereich Geowissenschaften eine</p><p class="align-center"><strong>Tenure-Track Professur für Evolutionary Modelling (m/w/d)</strong></p><p><strong>zum nächstmöglichen Zeitpunkt</strong> zu besetzen.</p><p>Der/Die zukünftige Stelleninhaber/-in sollte Forschungen im Bereich der statistischen Modellierung menschlicher fossiler, molekularer, kultureller und/oder umweltbezogener Daten durchgeführt haben. Von den Bewerberinnen und Bewerbern wird erwartet, dass sie einen soliden Hintergrund in der Evolutionstheorie und in computergestützten Ansätzen zur biokulturellen Vielfalt und Evolution des Menschen haben. Der erfolgreiche Kandidat/die erfolgreiche Kandidatin wird eine aktive Rolle im Exzellenzcluster „<span lang="en" dir="ltr">Human Origins“</span> übernehmen und dabei die bestehenden Stärken ergänzen und erweitern, einschließlich neuer quantitativer Methoden zur Erforschung breiterer evolutionärer Zeitskalen. Idealerweise wird er/sie sich mit den bestehenden Stärken von der Universität Tübingen in den Bereichen Informatik und Maschinelles Lernen verbinden. Potenzielle Forschungsrichtungen umfassen unter anderem phylogenetische, demographische, ökologische und biogeographische Modellierung, idealerweise unter Verwendung innovativer computergestützter Methoden (z.B. agentenbasierte und prädiktive Modellierung, Bioinformatik). Die Relevanz der Forschung für die menschliche Evolution ist erforderlich.</p><p>Die Lehrverpflichtung beträgt zunächst vier, nach positiver Zwischenevaluation sechs Semesterwochenstunden. Der Fachbereich Geowissenschaften verlangt Lehrtätigkeit in den Bachelor- und Masterstudiengängen, unter anderem in den Bereichen Computermodellierung und menschliche Evolution. Von der erfolgreichen Bewerberin/dem erfolgreichen Bewerber wird erwartet, dass sie/er mit Kolleginnen und Kollegen aus den Geowissenschaften und verwandten archäologischen Bereichen zusammenarbeitet.&nbsp;</p><p>Voraussetzungen für eine Berufung sind eine herausragende Dissertation einschlägiger Ausrichtung, international beachtete Publikationen und Drittmitteleinwerbungen sowie Erfahrung in der Lehre. Es gelten die Einstellungsvoraussetzungen nach § 51 LHG.</p><p>Die Besetzung der ausgeschriebenen Stelle ist mit <span lang="en" dir="ltr">Tenure Track</span> für die Berufung auf eine W3-Professur verbunden. Nach vier Jahren findet eine Zwischen-, nach sechs Jahren eine Endevaluation statt. Bei positiver Endevaluation erfolgt die Berufung auf eine W3-Stelle ohne erneute Ausschreibung in einem angemessen vereinfachten Berufungsverfahren.&nbsp;</p><p>Eine erfolgte Habilitation ist ein Ausschlussgrund für eine erfolgreiche Bewerbung.</p><p>Die konkreten Kriterien, die der Zwischen- und Endevaluation zugrunde gelegt werden, finden sich neben dem allgemeinen Qualitätssicherungskonzept unter folgendem Link: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/12271" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/12271</a></p><p>Bewerberinnen und Bewerber auf eine <span lang="en" dir="ltr">Tenure Track</span>-Professur, die in Tübingen promoviert haben, sollen nach der Promotion die Universität gewechselt haben oder mindestens zwei Jahre außerhalb der Universität Tübingen wissenschaftlich tätig gewesen sein.</p><p>Der/Die zukünftige Stelleninhaber/-in wird in einem sehr kollegialen und familienfreundlichen Arbeitsumfeld tätig sein.</p><p>Die Universität Tübingen setzt sich für die Ziele der Gleichstellung und Diversität ein und fördert aktiv Chancengleichheit. Zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre bitten wir qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich um ihre Bewerbung. Qualifizierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.</p><p>Bitte reichen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen über das Bewerbungsportal der Universität Tübingen unter <a href="https://berufungen.uni-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">https://berufungen.uni-tuebingen.de</a> &nbsp;<strong>bis zum 6. April 2026</strong> ein. Rückfragen zur Ausschreibung und Fragen zum Bewerbungsportal können an den Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, Prof. Dr. Thilo Stehle <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ectggtBoph0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">career<span style="display:none">spam prevention</span>@mnf.uni-tuebingen.de</a> , gerichtet werden.</p>]]></content:encoded><category>Stellenangebote</category><category>Wissenschaftliches Personal</category><category>Stellenangebote-Allgemein</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>MatNat-Dekanat-Jobs</category><category>MatNat-Dekanat-Jobs-Profs</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-128601</guid><pubDate>Tue, 24 Feb 2026 13:44:58 +0100</pubDate><title>W1-Professur (ohne Tenure Track) für Primatologie (m/w/d)</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/w1-professur-ohne-tenure-track-fuer-primatologie-m-w-d/</link><description>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Fachbereich Geowissenschaften</description><content:encoded><![CDATA[<p>An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen ist &nbsp;im Fachbereich Geowissenschaften eine</p><p class="align-center"><strong>W1-Professur (ohne Tenure Track) für Primatologie (m/w/d)</strong></p><p><strong>zum nächstmöglichen Zeitpunkt</strong> zu besetzen.</p><p>Der/Die zukünftige Stelleninhaber/-in sollte Forschungsarbeiten im Bereich der Primatologie durchgeführt haben, die sich auf das Verhalten, die Ökologie, die Evolution oder die Genetik von nichtmenschlichen Primaten konzentrieren. Erwartet werden gut dokumentierte Fachkenntnisse in vergleichendem Primatenverhalten, Anatomie oder Genetik, quantitative und analytische Fähigkeiten sowie die Bedeutung der Forschung für die menschliche Evolution. Erwünscht ist die umfangreiche Teilnahme an und/oder Erfahrung in der Leitung von Feldarbeiten sowie ein Schwerpunkt auf Primaten als Modelle für die menschliche Evolution. &nbsp;Der erfolgreiche Kandidat/die erfolgreiche Kandidatin wird eine aktive Rolle im Exzellenzcluster „<span lang="en" dir="ltr">Human Origins</span>“ übernehmen und dabei die vorhandenen Stärken ergänzen und ausbauen. Mögliche Forschungsrichtungen sind unter anderem die Evolution und Phylogenie nicht-menschlicher Primaten, Ökologie, Kommunikation, Werkzeuggebrauch, Lebensgeschichte oder Kognition.&nbsp;</p><p>Der Fachbereich Geowissenschaften erwartet eine aktive Beteiligung an der Lehre auf Bachelor- und Masterebene in den Bereichen Naturwissenschaftliche Archäologie und Menschliche Evolution, einschließlich der Durchführung von Einführungs- und Spezialkursen in menschlichem und Primatenverhalten, Evolution und Genetik. Von der erfolgreichen Bewerberin/dem erfolgreichen Bewerber wird erwartet, dass sie/er ihre/seine Forschung mit den bestehenden Stärken des Fachbereichs sowie mit verwandten Einheiten der Universität wie dem Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Paleoenvironments </span>(S-HEP) und dem Institut für Ökologie und Evolution verknüpft.&nbsp;</p><p>Die Lehrverpflichtung beträgt zunächst vier, nach positiver Zwischenevaluation sechs Semesterwochenstunden.</p><p>Voraussetzung für eine Berufung sind eine herausragende Dissertation einschlägiger Ausrichtung, international beachtete Publikationen und Drittmitteleinwerbungen sowie Erfahrung in der Lehre. Es gelten die Einstellungsvoraussetzungen nach § 51 LHG.</p><p>Die Inhaberin oder der Inhaber der Juniorprofessur soll sich durch die selbständige Wahrnehmung der der Hochschule obliegenden Aufgaben in Forschung und Lehre für die Berufung auf eine Professur an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule qualifizieren.&nbsp;</p><p>Eine erfolgte Habilitation ist ein Ausschlussgrund für eine erfolgreiche Bewerbung.</p><p>Die konkreten Kriterien, die der Zwischen- und Endevaluation zugrunde gelegt werden, finden sich neben dem allgemeinen Qualitätssicherungskonzept unter folgendem Link: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/12271" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/12271</a>&nbsp;</p><p>Die erfolgreiche Bewerberin/der erfolgreiche Bewerber wird in einem sehr kollegialen und familienfreundlichen Arbeitsumfeld tätig sein.</p><p>Die Universität Tübingen setzt sich für die Ziele der Gleichstellung und Diversität ein und fördert aktiv Chancengleichheit. Zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre bitten wir qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich um ihre Bewerbung. Qualifizierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind ausdrücklich aufgefordert, sich zu bewerben. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.</p><p>Bitte reichen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen über das Bewerbungsportal der Universität Tübingen unter <a href="https://berufungen.uni-tuebingen.de" target="_blank" rel="noreferrer">https://berufungen.uni-tuebingen.de</a> &nbsp;<strong>bis zum 6. April 2026 </strong>ein. Rückfragen zur Ausschreibung und Fragen zum Bewerbungsportal können an den Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, Prof. Dr. Thilo Stehle <a href="#" data-mailto-token="ocknvq,ectggtBoph0wpk/vwgdkpigp0fg" data-mailto-vector="2">career<span style="display:none">spam prevention</span>@mnf.uni-tuebingen.de</a> , gerichtet werden.</p>]]></content:encoded><category>Stellenangebote</category><category>Wissenschaftliches Personal</category><category>Stellenangebote-Allgemein</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>MatNat-Dekanat-Jobs</category><category>MatNat-Dekanat-Jobs-Profs</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126975</guid><pubDate>Tue, 23 Dec 2025 10:46:23 +0100</pubDate><title>Eine Geschichte von Erde und Feuer: Töpferwerkstatt gibt Einblicke ins Handwerk der Eisenzeit</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/eine-geschichte-von-erde-und-feuer-toepferwerkstatt-gibt-einblicke-ins-handwerk-der-eisenzeit/</link><description>Entdeckung einer Werkstatt im Dinka-Siedlungskomplex gibt Forschenden der Universität Tübingen und der LMU München Einblicke in die Keramikherstellung im urbanen Kontext vor 3000 Jahren</description><content:encoded><![CDATA[<p>Keramik gehört zu den wichtigsten archäologischen Quellen. Der Herstellungsprozess hat im Vergleich dazu bislang deutlich weniger Beachtung gefunden. Die Ausgrabung einer außergewöhnlich gut erhaltenen Töpferwerkstatt mit zwei Brennöfen im Dinka-Siedlungskomplex eröffnet nun die Möglichkeit, eine gesamte lokale Produktionskette umfassend zu analysieren. Die Arbeiten fanden statt an einer der bedeutendsten archäologischen Stätten in der heutigen Region Kurdistan im Irak. Forschende der Universität Tübingen und der LMU München gewannen dort neue Erkenntnisse zur handwerklichen Produktion der Eisenzeit, vom Rohmaterial Ton über den Ofen bis hin zur fertigen Keramik. Deren Studie wurde im <i>Journal of Archaeological Science veröffentlicht</i>.</p><p>Seit 2015 wird der Dinka-Siedlungskomplex erforscht und zählt inzwischen zu den am umfassendsten ausgegrabenen urbanen Siedlungen der Eisenzeit in der Region. In dieser Ruinenlandschaft ent-deckte das Forschungsteam im Bereich namens Gird-i Bazar die Überreste einer Töpferwerkstatt, die sie auf die Zeit zwischen 1200 und 800 v. Chr. datieren. In dieser Werkstatt wurden zwei Brennöfen sowie Produktionsabfälle und geschichtete Sedimentablagerungen in ihrer ursprünglichen räumlichen Anordnung freigelegt.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-126015</guid><pubDate>Wed, 26 Nov 2025 17:00:00 +0100</pubDate><title>Flugsaurier und Vögel entwickelten auf unterschiedlichen Wegen flugbereite Gehirne</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/flugsaurier-und-voegel-entwickelten-auf-unterschiedlichen-wegen-flugbereite-gehirne/</link><description>Internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Tübingen untersucht die Hirnevolution bei fliegenden Reptilien aus der Zeit der Dinosaurier</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ihre Flugfähigkeit erwarben Flugsaurier und Vögel unabhängig voneinander, das war bereits bekannt. Nun ergab eine neue Studie, dass es auch keine großen Ähnlichkeiten zwischen den Gehirnen der vor rund 215 Millionen bis 66 Millionen Jahren lebenden Flugsaurier und denen heutiger Vögel gibt – wohl aber zu den Gehirnen der Vogelvorfahren, bestimmten Dinosaurierarten, die nicht oder nur eingeschränkt fliegen konnten. Außerdem hatten die Flugsaurier vergleichsweise kleine Gehirne im Verhältnis zu ihrer Körpermasse. Diese Erkenntnis stellt die langjährige Annahme in der Wissenschaft in Frage, dass ein großes Gehirn ähnlich dem der Vögel Voraussetzung für die Fähigkeit zu fliegen sei. Die Studie eines internationalen Teams aus Spezialistinnen und Spezialisten stand unter der Leitung von Dr. Mario Bronzati aus den Geowissenschaften der Universität Tübingen und wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Current Biology</span></i> veröffentlicht.</p><p>Die Flugfähigkeit entwickelte sich nur dreimal innerhalb der Wirbeltiere: bei Fledertieren, bei Vögeln und bei den ausgestorbenen Flugsauriern. „Die Grundstruktur des Gehirns heutiger Vögel ist klar als Erbe von nicht flugfähigen Dinosaurierverwandten erkennbar“, sagt Professor Lawrence Witmer von der Ohio University, USA, einer der Studienautoren. „Die Hirnstrukturen der Flugsaurier schienen hingegen wie aus dem Nichts entstanden zu sein.“ Diese Tiere waren vor mehr als 215 Millionen Jahren die ersten, die aktiv fliegen konnten, lange vor dem Auftreten der frühesten Vögel. „Erst seit einigen Jahren haben wir Hinweise auf enge Verwandte der Flugsaurier, auf die sogenannten Lagerpetiden, kleine, zweibeinige und wahrscheinlich auf Bäumen lebende Tiere“, berichtet Bronzati. Die bisher bekannten Fossilien der Lagerpetiden hätten dabei geholfen, die Veränderungen im Körperbau der Flugsaurier nachzuvollziehen. „Uns interessierten die Veränderungen in ihrer Gehirnanatomie, die mit der Entwicklung des Fliegens zusammenhängen.“</p><p><strong>Untersuchung zahlreicher Schädel</strong></p><p>In seiner neuen Studie untersuchte das Forschungsteam Schädel von einer ganzen Reihe von Reptilien, von ausgestorbenen landlebenden Reptilien, wie Flugsaurier und Dinosaurier, bis hin zu heutigen Krokodilen und Vögeln. Mithilfe von computertomografischen Scans vermaßen die Forscherinnen und Forscher die inneren Höhlungen, Vertiefungen und Löcher der Schädel, um die Form, Gestalt und Größe der Gehirne dreidimensional zu rekonstruieren. Unter den untersuchten Schädeln war der vollständigste bekannte versteinerte Schädel eines Lagerpetiden der Art Ixalerpeton pelesinensis, der in Südbrasilien gefunden und auf ein Alter von rund 233 Millionen Jahren datiert wurde.</p><p>Die Rekonstruktion ergab, dass die Lagerpetiden, die nächsten Verwandten der Flugsaurier, noch sehr ursprüngliche Reptiliengehirne besaßen, ähnlich dem der frühesten Dinosaurier, die zur gleichen Zeit lebten. „Allerdings hatten sie bereits ein besseres Sehvermögen entwickelt. Ihre für das Sehsystem zuständigen Hirnlappen, das sogenannte Tectum opticum, waren vergrößert und seitlich angeordnet wie bei den Flugsauriern und den Vogelvorfahren“, sagt Bronzati. „Mit dieser Anpassung konnten sich die Lagerpetiden besser in einer baumbestandenen Umgebung zurechtfinden, und sie wird später vermutlich den Flugsauriern bei der Entwicklung des Fliegens geholfen haben.“ Insgesamt sei die Anatomie des Gehirns bei Flugsauriern und den Dinosauriervorfahren der Vögel ähnlich, berichtet der Studienautor Professor Akinobu Watanabe von der New York University von den vergleichenden Analysen. „Bei den heutigen Vögeln sieht sie hingegen anders aus.“</p><p><strong>Schnelle Evolution</strong></p><p>Der Untersuchung zufolge muss sich die Anatomie des Gehirns der Flugsaurier im Maßstab evolutionärer Zeiträume mit der Ausbildung der Flugfähigkeit sehr schnell entwickelt haben, sagt Bronzati. „Dies geschah mindestens 50 Millionen Jahre früher, als sich die Flugfähigkeit in der Abstammungslinie von Dinosauriern zu Vögeln herausbildete.“ Das sei erstaunlich, da Fliegen eine physiologisch anspruchsvolle Art der Fortbewegung sei. „Flugsaurier hatten viel kleinere Gehirne als Vögel, was beweist, dass man zum Fliegen kein großes Gehirn braucht“, setzt der Studienautor Professor Matteo Fabbri von der Johns Hopkins University, USA, hinzu. Eine besondere Eigenschaft des Flugsauriergehirns sei ein vergrößerter Flocculus, das ist eine Struktur des Kleinhirns, die mit der Verarbeitung von Sinnesinformationen zusammenhängt. Diese kamen von den membranbespannten Flügeln und halfen den Tieren, ihre Augen im Flug fest auf ihr Ziel zu richten. „Bei heutigen Vögeln ist hingegen vor allem das Großhirn stark vergrößert, was darauf hindeutet, dass sie über ausgeprägtere kognitive Fähigkeiten verfügen, etwa ein komplexes Sozialleben haben, höhere Fertigkeiten und Intelligenz“, sagt der Forscher.</p><p>„Funde aus Südbrasilien liefern beeindruckende Einblicke in die Ursprünge großer Tiergruppen wie Dinosaurier und Flugsaurier. Jeder neue Fossilfund bringt uns der Vorstellung näher, wie ihre frühen Verwandten aussahen – ein Wissen, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war“, erklärt der Studienautor Dr. Rodrigo T. Müller von der Universidade Federal de Santa Maria in Brasilien. „Die paläontologische Forschung gibt immer wieder faszinierende Einblicke in die Kraft der Evolution. Dazu haben unsere Forscherinnen und Forscher eine breite und tiefe Expertise aufgebaut“, sagte Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen.</p><p><strong>Publikation:</strong></p><p>Mario Bronzati, Akinobu Watanabe, Roger B. J. Benson, Rodrigo T. Müller, Lawrence M. Witmer, Martín D. Ezcurra, Felipe C. Montefeltro, M. Belén von Baczko, Bhart-Anjan S. Bhullar, Julia B. Desojo, Fabien Knoll, Max C. Langer, Stephan Lautenschlager, Michelle R. Stocker, Alan H. Turner, Ingmar Werneburg, Sterling J. Nesbitt, Matteo Fabbri: Neuroanatomical convergence between pterosaurs and non-avian paravians in the evolution of flight. Current Biology, <a href="https://doi.org/10.1016/j.cub.2025.10.086" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1016/j.cub.2025.10.086</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125772</guid><pubDate>Tue, 18 Nov 2025 19:49:50 +0100</pubDate><title>Beate-Mocek-Preis der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft 2025</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/beate-mocek-preis-der-deutschen-mineralogischen-gesellschaft-2025/</link><description>Für ihre exzellente Forschung zu explosiven Vulkanprozessen erhält Dr. Patricia Marks den Beate-Mocek-Preis – eine wichtige Auszeichnung für den weiblichen Nachwuchs in der Mineralogie.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Im September dieses Jahres wurde Dr. Patricia Marks auf der Geo4Göttingen-Tagung mit dem Beate-Mocek-Preis der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft ausgezeichnet. Mit diesem Preis würdigt die Gesellschaft herausragende wissenschaftliche Leistungen junger Forscherinnen und fördert gezielt den weiblichen Nachwuchs in der Mineralogie, insbesondere in den Bereichen Petrologie und Geochemie.<br>Dr. Patricia Marks hat sich in beeindruckender Weise als exzellente Nachwuchswissenschaftlerin auf dem Gebiet der experimentellen Mineralogie etabliert. Mitte 2025 schloss sie ihre Promotion bei Prof. Dr. Marcus Nowak am Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen ab. In ihrer Dissertation widmete sie sich der Erforschung von Entgasungs- und Vesikulationsprozessen in H₂O-haltigen, explosiven vulkanischen Systemen – einem Thema von großer Bedeutung für das Verständnis vulkanischer Aktivität und ihrer globalen Auswirkungen.<br>Ihre Forschungsergebnisse präsentierte sie bereits auf zahlreichen internationalen Konferenzen und Workshops und veröffentlichte sie in renommierten Fachzeitschriften. Darüber hinaus kooperiert sie mit Forschungseinrichtungen wie dem Bayerischen Geoinstitut in Bayreuth und der Sapienza-Universität Rom. Im Fokus dieser Zusammenarbeit standen jüngst die Untersuchungen des Hunga Tonga–Hunga Ha’apai-Ausbruchs von 2022, eines der spektakulärsten vulkanischen Ereignisse der letzten Jahre.<br>Das Preisgeld des Beate-Mocek-Preises wird Dr. Marks nutzen, um an der International Volcanological Field School GEOS 424/624 in Alaska teilzunehmen – einer Exkursion, die nicht nur einzigartige Einblicke in aktive vulkanische Systeme bietet, sondern auch den internationalen wissenschaftlichen Austausch fördert.</p><p>Mit ihren herausragenden Arbeiten trägt Dr. Patricia Marks wesentlich zum Verständnis explosiver Vulkanausbrüche bei – und ist damit eine äußerst würdige Preisträgerin des Beate-Mocek-Preises.</p><p>Link: <a href="https://www.dmg-home.org/1/ehrungen-/-preise/beate-mocek-preis/preistraeger/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=308&amp;cHash=0ca4fc1e55442ac55158d12277646698" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.dmg-home.org/1/ehrungen-/-preise/beate-mocek-preis/preistraeger/?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=308&amp;cHash=0ca4fc1e55442ac55158d12277646698</a></p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-125553</guid><pubDate>Thu, 13 Nov 2025 17:29:39 +0100</pubDate><title>Auszeichnung für innovative Forschung zur Eistemperatur</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/auszeichnung-fuer-innovative-forschung-zur-eistemperatur/</link><description>Leah Sophie Muhle erhält den EGU-OSPP Award 2025 für ihre neuartigen Methoden, Eis-Temperaturprofile in der Antarktis aus Radar- und Machine-Learning-Analysen abzuleiten.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Leah Sophie Muhle from the AG Geophysics (<a href="/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/arbeitsgruppen/geo-und-umweltnaturwissenschaften/geo-und-umweltnaturwissenschaften/oberflaechennahe-geophysik/geophysik/">Link</a>) at GUZ has won the outstanding Student and PhD candidate Presentation (<a href="https://www.egu.eu/awards-medals/ospp-award/2025/" target="_blank" rel="noreferrer">Link</a>) Award 2025 from the European Union of Geosciences. The price was given due to her excellent PICO presentation pertaining to finding a new way of inferring ice temperature profiles from radar observations collected over the Antarctic Ice Sheet. In collaboration with the Machine Learning for Science Cluster of Excellent (Prof. J. Macke, <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/exzellenzcluster-maschinelles-lernen/forschung/forschung/cluster-arbeitsgruppen/professuren/ml-in-der-wissenschaft/">Link</a>) she thereby explores new ways of inferring ice temperature from radio-wave attenuation using simulation based inference. This will provide the sorely needed observational boundary conditions for ice-flow models to better predict the future of the icy continent in a warming world.</p><p>This research will provide the much-needed observational boundary conditions for ice-flow models to better predict the future of the icy continent in a warming world.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-123690</guid><pubDate>Wed, 01 Oct 2025 11:00:00 +0200</pubDate><title>300.000 Jahre altes Erbgut: Pferdegeschichte aus Schöningen entschlüsselt</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/300000-jahre-altes-erbgut-pferdegeschichte-aus-schoeningen-entschluesselt/</link><description>Bislang älteste unter Freiluftbedingungen erhaltene DNA extrahiert</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein Forschungsteam des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und von der Forschungsstation Schöningen hat erstmals das Erbgut der ausgestorbenen Pferdeart Equus mosbachensis aus der rund 300.000 Jahre alten Fundstelle Schöningen in Niedersachsen rekonstruiert. Aufgrund außergewöhnlich guter Erhaltungsbedingungen konnten die Forschenden damit die bislang älteste DNA aus einem offenen Fundplatz nachweisen. Ihre Analysen zeigen zudem, dass die Schöninger Pferde zu einer Pferdelinie gehören, die als Ursprung aller modernen Pferde gilt. &nbsp;Die Studie ist heute im Fachjournal „Nature Ecology &amp; Evolution“ erschienen.</p><p>Haus- und Wildpferd sowie Esel und Zebra – alle gehören zu der einzigen heute noch existierenden Gattung aus der Familie der Equidae. Doch der Blick in die Vergangenheit zeigt: Im Laufe der Erdgeschichte gab es über 35 verschiedene Gattungen und Hunderte inzwischen ausgestorbener Arten der Pferdeartigen. „Diese Familie gehört zu den am besten erforschten Tiergruppen der Evolutionsgeschichte. Ihre Fossilien lassen sich über einen Zeitraum von rund 55 Millionen Jahren zurückverfolgen“, erläutert Professor Cosimo Posth vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: „Lange Zeit konzentrierte sich die genetische Forschung vor allem auf Veränderungen durch die Domestizierung der Pferde in der jüngeren Vergangenheit. Doch um die Evolution des Pferdes zu verstehen, muss man auch die Geschichte davor betrachten. Archäologische Funde zeigen beispielsweise, dass Pferde schon für frühe Menschenarten eine zentrale Rolle spielten – insbesondere als Nahrungsquelle.“</p><p>Der Tübinger Wissenschaftler hat gemeinsam mit den Doktorandinnen Arianna Weingarten und Meret Häusler sowie einem Forschungsteam nun erstmals mitochondriale Genome der ausgestorbenen Pferdeart Equus mosbachensis aus der Fundstelle Schöningen in Niedersachsen untersucht. Weingarten, die Erstautorin der Studie, erklärt: „Schöningen ist berühmt für seine Holzspeere, die mit rund 300.000 Jahren die ältesten bekannten vollständigen Jagdwaffen der Welt sind. Direkt neben den Speeren konnten die fossilen Überreste von mindestens 20 erlegten Pferden gefunden werden – ein eindrucksvoller Beleg für die enge Beziehung zwischen Mensch und Pferd, lange vor der eigentlichen Domestizierung. Ziel unserer Untersuchung war es, die Stellung und Herkunft von Equus mosbachensis im Stammbaum der Pferde zu klären und die genetischen Beziehungen zu heutigen Pferden besser zu verstehen.“</p><p>Durch die Analyse besonders gut erhaltener Knochenbereiche der fossilen Tiere, spezielle molekulare Techniken und der Entwicklung neuer bioinformatischer Methoden zur Rekonstruktion von Genomen aus alter DNA, gelang es dem Team, Erbgut zu rekonstruieren, das rund 300.000 Jahre alt ist – der älteste Nachweis von DNA unter offenen Freiluftbedingungen. „Bislang galt, dass sich DNA außerhalb von Höhlen oder Permafrostböden maximal etwa 240.000 Jahre erhält. Die Pferde von Schöningen verschieben diese Grenze nun deutlich“, so Mitautorin Häusler und weiter: „Normalerweise zerfällt DNA unter freiem Himmel rasch, weil Temperaturwechsel und Mikroben das Erbgut zerstören. Doch in Schöningen lagen die Knochen in dauerhaft feuchten, sauerstoffarmen Sedimenten. Diese besondere Umgebung wirkte offenbar als natürlicher Schutz.“</p><p>Im Laufe der Erdgeschichte überquerten die Vorfahren der heutigen Equidae mehrfach die Beringlandbrücke, eine Festlandverbindung zwischen Asien und Nordamerika, und breiteten sich so von Nordamerika nach Eurasien aus. Zwei große Wanderungswellen sind bislang belegt: Die erste, vor etwa 2,6 Millionen Jahren, brachte die Vorfahren der heutigen Zebras und Esel auf den asiatisch-europäischen und afrikanischen Kontinenten. Die zweite, vor rund 900.000 bis 800.000 Jahren, führte die sogenannten „caballinen“ Pferde ein. Im caballinen Stammbaum sind viele Zweige – wie Equus mosbachensis – ausgestorben. Die aktuellen Untersuchungen zeigen jedoch, dass die an der Fundstelle Schöningen sequenzierten Tiere zur gleichen evolutionären Linie gehören wie die bis heute überlebenden Pferde.</p><p>„Mit unserer Studie konnten wir eine zeitliche und geografische Lücke in der Erforschung der Pferdeevolution schließen. Unsere Ergebnisse zeigen zudem, dass selbst in scheinbar ungünstigen Fundumgebungen wie offenen Grabungsplätzen noch erstaunlich alte DNA überdauern und geborgen werden kann. Dies eröffnet die Möglichkeit, unsere Methode auf andere Arten auszuweiten und so die genetische Vielfalt der fernen Vergangenheit aufzudecken“, fasst Posth zusammen.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p><a href="https://doi.org/10.1038/s41559-025-02859-5" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41559-025-02859-5</a> &nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122697</guid><pubDate>Mon, 25 Aug 2025 10:19:04 +0200</pubDate><title>Düfte der Heimat: Die phönizischen Ölflaschen von Mozia</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/duefte-der-heimat-die-phoenizischen-oelflaschen-von-mozia/</link><description>Interdisziplinäre Studie unter der Leitung der Universität Tübingen untersucht Rolle von Düften im Mittelmeerraum der Eisenzeit – Neue Einblicke in immaterielle Dimension der Antike</description><content:encoded><![CDATA[<p>Zum ersten Mal hat ein interdisziplinäres Forscherteam eine umfassende Analyse der Herstellung, Technologie und Inhalte von 51 keramischen Ölgefäßen aus der phönizischen Siedlung Mozia auf einer Insel vor der Küste Siziliens durchgeführt. Ihre Ergebnisse zeigen die zentrale Rolle von Düften für die Identitätsbildung, die Erinnerungskultur und den interkulturellen Austausch im Mittelmeerraum der Eisenzeit. Forschenden der Universität Tübingen und der Complutense Universität Madrid leite-ten die Studie. Sie wurde im <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Archaeological Method and Theory</span></i> veröffentlicht.</p><p>Die untersuchten Gefäße – schlichte, kleine Keramikflaschen mit einer Höhe zwischen 15,5 und 18,5 cm – stammen aus dem 8. bis 6. Jahrhundert v. Chr. und wurden in der Regel in Gräbern, Häusern und heiligen Stätten gefunden. „Ihre weite Verbreitung im Mittelmeerraum und darüber hin-aus lässt vermuten, dass diese Gefäße vielfältige Funktionen erfüllten“, sagt Dr. Adriano Orsingher vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie der Universidad Complutense de Madrid und dem Institut für Biblische Archäologie der Universität Tübingen. Gemeinsam mit Dr. Silvia Amicone von der Arbeitsgruppe Archäometrie an der Universität Tübingen leitete er die Studie in Zusammenarbeit mit Universitäten in Italien und im Vereinigten Königreich.</p><h3>Herkunft und Inhalt auf der Spur</h3><p>Um die Herkunft der Gefäße zu bestimmen, untersuchte das Team die Zusammensetzung der Keramik. Die Ergebnisse deuten auf einen Herstellungsort im südlichen Phönizien, zwischen dem heutigen Beirut und der Region Karmel, hin. Eine weitere Analyse der in den Gefäßen erhaltenen organischen Rückstände lieferte Aufschluss über deren ursprünglichen Inhalt und Verwendungszweck. In acht der 51 Gefäße wurden organische Rückstände nachgewiesen, darunter Spuren von pflanzlichen Lipiden sowie Kiefernharz und Mastixharz – deutliche Hinweise auf Duftöle.</p><p>„Unsere Forschung bestätigt, dass diese Keramikgefäße zum Transport von aromatischen Ölen verwendet wurden“, sagt Amicone. „Diese Öle waren mehr als nur einfache Handelswaren. Sie fungierten als kulturelle Verbindungsglieder, als Ausdruck der Identität, die die phönizischen Migranten über das Mittelmeer hinweg begleitete. Sie dienten als Instrumente der Erinnerung, trugen den Duft der Heimat in sich und stärkten gemeinsame Praktiken und Geruchserlebnisse unter den verstreuten Gemeinschaften.“</p><p>Der Mittelmeerraum der Eisenzeit war geprägt von intensiver Mobilität, Handel und kultureller Verflechtung. Zu den wichtigsten Akteuren dieser Vernetzung gehörten die Phönizier, die als erfahrene Seefahrer, Händler und Handwerker bekannt waren und weit über ihre Heimat in der Levante hinaus Siedlungen gründeten. Ein wesentlicher Bestandteil der phönizischen Kultur war die Herstellung und Verwendung von aromatischen Substanzen, sowohl für den lokalen Gebrauch als auch für den Export.</p><p>Die Studie regt eine umfassendere Neubewertung der Art und Weise an, wie Migration, Handel und kulturelle Zugehörigkeit in der Antike erlebt wurden. „Wir müssen die Mobilität in der Antike neu überdenken, nicht nur als Bewegung von Menschen und Gütern, sondern auch als Zirkulation von Gerüchen, Erinnerungen und sensorischen Traditionen“, sagt Orsingher. „Duft ist eng mit Identität verbunden. Er spielt eine entscheidende, wenn auch oft übersehene Rolle in Prozessen der Migration, der Besiedlung und des kulturellen Austauschs.“</p><h3>Ein Netzwerk aus Duft und Identität</h3><p>„Unsere Arbeit unterstreicht das Potenzial der interdisziplinären Wissenschaft, auch die immateriellen Dimensionen der Antike zu erschließen“, sagt Amicone. „Durch die Untersuchung des Inhalts dieser Gefäße und ihrer Verwendung gewinnen wir einzigartige Einblicke in die Art und Weise, wie Düfte Leben, Landschaften und Identitäten im antiken Mittelmeerraum miteinander verbanden“, fügt Orsingher hinzu.</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, sagt: „Innovative Forschungsansätze liefern weiterhin überraschende Einblicke in die Vergangenheit. Diese Studie zeigt, wie selbst schwer fassbare Spuren wie antike Düfte durch interdisziplinäre Methoden einen Zugang zur Sinnes- und Kulturwelt der Antike eröffnen.“</p><p>Das Forschungsprojekt (<a href="https://www.gerda-henkel-stiftung.de/projekte?page_id=74895&amp;projects_search_str=Orsingher" target="_blank" rel="noreferrer">AZ 12/V/21</a>) wurde von der Gerda Henkel Stiftung finanziert und unterstützt von der Soprintendenza per i Beni Culturali e Ambientali di Trapani, Sizilien, und der G. Whitaker Stiftung, Palermo.</p><h3>Publikation:&nbsp;</h3><p>Adriano Orsingher, Baptiste Solard, Erika Ribechini, Irene Bertelli, Lara Maritan, Kamal Badre-shany &amp; Silvia Amicone: <span lang="en" dir="ltr">Scents of Home: Phoenician Oil Bottles from Motya. Journal of Archaeo-logical Method and Theory</span> 32 (4) 2025. <a href="https://doi.org/10.1007/s10816-025-09719-3" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1007/s10816-025-09719-3</a>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-122556</guid><pubDate>Fri, 15 Aug 2025 08:12:35 +0200</pubDate><title>Fossilfund in Syrien: Unbekannte Meeresschildkröte entdeckt</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/fossilfund-in-syrien-unbekannte-meeresschildkroete-entdeckt/</link><description>Erste Neubeschreibung einer fossilen Wirbeltierart aus Syrien</description><content:encoded><![CDATA[<p>Nahe der syrischen Stadt Afrin hat ein internationales Forschungsteam, an dem auch Forschende des <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen beteiligt sind, eine bislang unbekannte fossile Meeresschildkröte entdeckt. Die unter der Federführung der Universität in São Paulo neu benannte Art <i>Syriemys lelunensis</i> stammt aus dem frühen Eozän, der Zeit vor etwa 50 Millionen Jahren. Der Fund umfasst einen vollständig erhaltenen inneren Abdruck des Panzers sowie Teile des Bauchpanzers, des Beckens und der Hinterbeine. Die Schildkröte ist die erste Neubeschreibung einer fossilen Wirbeltierart aus Syrien.</p><p>Der ovale, gut erhaltene Panzer der fossilen Meeresschildkröte misst 53 Zentimeter in der Länge und ist 44 Zentimeter breit. „13 Jahre lang lagen die Knochenfragmente aus dem Eozän im Büro der Generaldirektion für Geologie und Mineralressourcen in Aleppo, nachdem sie 2010 bei einer Sprengung im Steinbruch Al-Zarefeh, nahe der Stadt Afrin, geborgen wurden“, erzählt die syrisch-brasilianische Paläontologin und Erstautorin der Studie Wafa Adel Alhalabi von der Universität in São Paulo, Brasilien, und fährt fort: „Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Brasilien, Syrien, Deutschland, dem Libanon und Kanada haben wir das Tier nun wissenschaftlich beschrieben.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121896</guid><pubDate>Tue, 22 Jul 2025 09:48:14 +0200</pubDate><title>Paul-Crutzen-Preis der GDCh-Fachgruppe Umweltchemie &amp; Ökotoxikologie</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/paul-crutzen-preis-der-gdch-fachgruppe-umweltchemie-oekotoxikologie/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Fachgruppe Umweltchemie &amp; Ökotoxikologie der Deutschen Gesellschaft für Chemie verleiht seit dem Jahr 2000 einen Preis für eine herausragende wissenschaftliche Publikation des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der Umweltchemie und Ökotoxikologie. Der Preis wurde 2011 nach Paul J. Crutzen benannt, der 1995 für seine Arbeiten zur Erforschung des Ozonlochs mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Die Auszeichnung wird in der Regel jährlich vergeben und ist verbunden mit einem Preisgeld und einer einjährigen, kostenlosen Mitgliedschaft in der Fachgruppe.&nbsp;</p><p>In diesem Jahr wurde Dr. Anna Röhnelt für ihre in der Zeitschrift <i>Nature Communications</i> erschienene Publikation <strong>„Glyphosate is a Transformation Product of a Widely Used Aminopolyphosphonate Complexing Agent“</strong> als Preisträgerin ausgewählt. Frau Röhnelt hat Anfang des Jahres 2025 ihre Dissertation mit dem Titel „Manganese-driven Oxidation of Amino(poly)phosphonates – Processes, Product Formation and Quantification“ bei Prof. Stefan Haderlein im Geo- und Umweltforschungszentrum (GUZ) des Fachbereichs Geowissenschaften der Uni Tübingen abgeschlossen. Die Preisverleihung wird im Rahmen der Fachgruppentagung „Umwelt 2025“ am Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau (22.-24. September 2025) stattfinden.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121626</guid><pubDate>Wed, 16 Jul 2025 11:02:48 +0200</pubDate><title>Completion of CRC 1070 “ResourceCultures” – Resources as Cultural Constructs</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/completion-of-crc-1070-resourcecultures-resources-as-cultural-constructs/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify"><strong>The Collaborative Research Centre (CRC) 1070 “ResourceCultures” </strong>at the University of Tübingen has successfully concluded after twelve years of interdisciplinary research funded by the German Research Foundation (DFG). The project explored how resources are not simply material entities, but culturally defined and embedded in social dynamics across time and space.</p><p class="align-justify">Led by <strong>Prof. Dr. Martin Bartelheim</strong> (Prehistoric Archaeology) and <strong>Prof. Dr. Thomas Scholten</strong> (Soil Science and Geomorphology), the CRC brought together researchers from the humanities, social sciences, and natural sciences to redefine the concept of “resources” and link it to sustainability and cultural values.</p><p class="align-justify">A final interdisciplinary publication summarizes the CRC’s key findings:</p><p class="align-justify">Bartelheim et al. (Eds.): ResourceCultures – How Resources Affect Societies. Reichert Verlag, 2025. ISBN 9783752008685</p><p><span class="ut-icon ut-icon-right-big"></span> Download the full press release <a href="https://uni-tuebingen.de/securedl/sdl-eyJ0eXAiOiJKV1QiLCJhbGciOiJIUzI1NiJ9.eyJpYXQiOjE3NzM2NTM5MTUsImV4cCI6MTc3Mzc0MzkxNSwidXNlciI6MCwiZ3JvdXBzIjpbMCwtMV0sImZpbGUiOiJmaWxlYWRtaW4vVW5pX1R1ZWJpbmdlbi9GYWt1bHRhZXRlbi9NYXROYXQvRmFjaGJlcmVpY2hlL0dlb3dpc3NlbnNjaGFmdGVuL0FyYmVpdHNncnVwcGVuL0dlb2dyYXBoaWUvQm9kZW5rdW5kZV9fX0dlb21vcnBob2xvZ2llL0Rva3VtZW50ZS9QaWN0dXJlcy9OZXdzLzIwMjUtMDctMTRfQWJzY2hsdXNzX1NGQlJlc3NvdXJjZW5LdWx0dXJlbi5wZGYiLCJwYWdlIjo5MzUxMX0.GAuDEt5iKUrIiA3N_tpNTDJT2FaIjBrp8OJ-T3wdGLY/2025-07-14_Abschluss_SFBRessourcenKulturen.pdf" class="cursor-pointer" rel="noopener" data-start="1151" data-end="1207">here</a>.<br><span class="ut-icon ut-icon-right-big"></span> More information: <a href="https://uni-tuebingen.de/de/39724" target="_blank">https://uni-tuebingen.de/de/39724</a></p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>SoilScienceGeomorphology-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121458</guid><pubDate>Mon, 14 Jul 2025 10:13:50 +0200</pubDate><title>Was eine Ressource ist, bestimmt die Gesellschaft</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/was-eine-ressource-ist-bestimmt-die-gesellschaft/</link><description>Fachübergreifendes Forschungsteam der Universität Tübingen erweitert unser Verständnis von Ressourcen und beschreibt sie als kulturell konstruiert – Abschluss eines Sonderforschungsbereichs</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ressourcen werden erschlossen, verbraucht und können knapp sein. Doch was genau ist eigentlich eine Ressource? Als erstes kommen etwa Erdölvorräte oder Edelmetalle in den Sinn. Bei genauerer Betrachtung sind Ressourcen viel schwerer zu fassen: Sie können materiell, aber auch immateriell sein. Sie unterliegen dem Wandel, verlieren ihren Status als unentbehrliches Gut, und neue greifbare oder abstrakte Dinge werden zur Ressource. Rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereichs „RessourcenKulturen“ an der Universität Tübingen in mehr als 20 Teilprojekten in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften über zwölf Jahre hinweg intensiv mit Ressourcen auseinandergesetzt. Sprecher und stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs sind Professor Martin Bartelheim aus der Ur- und Frühgeschichte und Professor Thomas Scholten aus der Bodenkunde und Geomorphologie. Gemeinsam mit zahlreichen weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben sie das Thema Ressourcen umfassend beleuchtet und aufbereitet, sodass ihre Begriffsklärungen als Grundlage für künftige Forschungsarbeiten dienen können.</p><p>Teilprojekte des Sonderforschungsbereichs „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“ behandelten ein weites Themenspektrum aus der Archäologie, Ethnologie, Geografie, Geschichte, Altphilologie und Wirtschaftsgeschichte. Die Themen der verschiedenen Forschungsgruppen erstreckten sich über große Zeiträume und Distanzen: von der Raumerschließung durch Ressourcennutzung der Neandertaler bis zur prähistorischen Erzförderung auf der iberischen Halbinsel, der Vernichtung von Ressourcen durch die Wikinger bis zur Bedeutung materieller Ressourcen in religiösen Kontexten im modernen Indien.</p><p>Die Forscherinnen und Forscher untersuchten, wie etwas zu einer Ressource für gesellschaftliche Entwicklungen wird und welche sozialen Dynamiken der Bedarf und die Nutzung dieser Ressourcen auslöst. Sie gehen von der Beobachtung aus, dass Gesellschaften in unterschiedlichen Zeiten und Orten ganz eigene Vorstellungen davon entworfen haben, was für ihr Zusammenleben von besonderem Wert ist.</p><h3>Verbindung zum Thema Nachhaltigkeit</h3><p>„Ressourcen sind nicht naturgegeben, sondern Ausdruck kultureller Bewertungen“, sagt Martin Bartelheim. Außer Rohstoffen und Prestigegütern zählten zu Ressourcen auch Wissen oder religiöse Weltvorstellungen. „Ressourcen treten meist in Komplexen auf, also in Kombination mit verschiedenen anderen Mitteln, die für ihre Nutzung nötig sind“, setzt Bartelheim hinzu. „Für die Entstehung von Gesellschaften sind die Auswahl bestimmter Ressourcen und die Vorschriften zum Umgang mit ihnen bedeutsam.“ Die Forscherinnen und Forscher betrachteten die Prozesse, die durch den Umgang mit Ressourcen ausgelöst werden und von Migration, sozialer Mobilität und Wohlstand bis hin zu Kriegen, Eroberungen und Zerstörungen reichen. Ziel war es, Modelle zu entwickeln, die den Zusammenhang von kulturellen Vorstellungen und Werten, materiellen wie immateriellen Ressourcen und sozialen Entwicklungen über lange Zeiträume und große Distanzen sichtbar machen.</p><p>Entscheidend in der Zusammenarbeit im Sonderforschungsbereich sei gewesen, dass Grenzen zwischen den Fächern überwunden werden konnten, sagt Thomas Scholten: „Ressourcen im klassischen Sinne, wie Bodenschätze, sind Thema der Geowissenschaft. Die tut sich schwer mit dem menschlichen Faktor, der in den Geistes- und Sozialwissenschaften stärkere Berücksichtigung findet. Nur gemeinsam konnten wir zu einer umfassenden Neudefinition von Ressourcen kommen.“ Er weist außerdem darauf hin, dass Ressourcen eng mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden sind, wodurch sie neu betrachtet werden müssen. „Heute nehmen die Bemühungen stark zu, Ressourcen nicht als Verbrauchsgut zu betrachten, sondern in Kreisläufen zu denken.“</p><p>„Im Sonderforschungsbereich ‚RessourcenKulturen‘ haben die beteiligten Forscherinnen und Forscher über die maximale Laufzeit von zwölf Jahren eine bemerkenswerte Dynamik aufrechterhalten. Dies ist ein besonders gelungenes Beispiel der interdisziplinären Zusammenarbeit“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen.</p><h3>Weitere Informationen:</h3><p>Der <a href="/forschung/forschungsschwerpunkte/sonderforschungsbereiche/sfb-1070/">Sonderforschungsbereich 1070 „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“</a> läuft vom 1. Oktober 2013 bis 30. Juni 2025.</p><h3>Publikation:</h3><p>Zum Abschluss des Sonderforschungsbereichs haben die Sprecher und weitere Beteiligte ein Buch als fachübergreifendes Standardwerk zum Thema Ressourcen herausgegeben:</p><p>Herausgeber: Bartelheim, Martin; Hardenberg, Roland; Männlein, Irmgard; Riehl, Simone; Schade, Tobias; Scholten, Thomas: ResourceCultures – How Resources Affect Societies. Reichert Verlag, 2025. ISBN 9783752008685.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121293</guid><pubDate>Thu, 10 Jul 2025 09:53:07 +0200</pubDate><title>Die Spur der Steine: Rohmaterial für frühe Werkzeuge</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/die-spur-der-steine-rohmaterial-fuer-fruehe-werkzeuge/</link><description>Internationales Forschungsteam von der Universität Tübingen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung untersucht die Mobilität steinzeitlicher Jäger und Sammler im südlichen Afrika</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bereits in der Steinzeit Afrikas nahmen Menschen weite Wege auf sich, um bunte Gesteinsrohmaterialien zur Herstellung von Werkzeugen zu beschaffen. Das ergab eine Untersuchung an bearbeiteten Steinwerkzeugen aus bis zu 40.000 Jahre alten Fundstätten und an natürlichen Gesteinsvorkommen im heutigen Königreich Eswatini an den Grenzen zu Südafrika und Mosambik, dem früheren Swasiland. So legten die Jäger und Sammler vor Jahrtausenden zwischen 30 und hundert Kilometer zurück, um bestimmte Gesteinsmaterialien mit auffälliger Färbung zu sammeln, etwa roten Jaspis, grünen Chalzedon und schwarzen Hornstein. Die neue Studie stand unter der Leitung von Dr. Gregor D. Bader aus der Älteren Urgeschichte und Quartärökologie sowie dem Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen. Sie wurde im <i><span lang="en" dir="ltr">Journal of Archaeological Science</span></i> veröffentlicht.</p><p>Um die Bewegungen und Wanderungen früherer Menschen zu rekonstruieren, müssen zuweilen ganze Landschaften betrachtet werden: In seine Studie bezog das internationale Forschungsteam mehrere Fundstätten mit Werkzeugen und potenzielle Quellen der Rohmaterialien ein. „Dafür bot Eswatini mit den Sammlungen des Nationalmuseums in Lobamba gute Voraussetzungen. Dort werden Artefakte aus zahlreichen archäologischen Fundstätten aufbewahrt“, berichtet Gregor Bader. In ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Steinartefakte aus den vier Fundstellen Hlalakahle, Siphiso, Sibebe and Nkambeni.</p><p>Durch die enge Zusammenarbeit mit Dr. <span lang="en" dir="ltr">Brandi MacDonald</span> vom Forschungsreaktor in Missouri, USA, konnte das Team um Bader die Herkunft der verwendeten Steine mithilfe der Neutronenaktivierungsanalyse entschlüsseln. Dabei werden die Steinproben mit Neutronen bestrahlt, sodass es zu einer Wechselwirkung zwischen den Atomkernen in der Probe und den Neutronen kommt. Die entstehenden Umwandlungsprodukte und die freiwerdende Strahlung offenbaren die quantitative Zusammensetzung der Steinprobe, der enthaltenen Elemente und ihrer Isotope, das sind gleiche Atome verschiedener Masse. Das spezifische Muster – in der Forschung spricht man auch von einem geochemischen Fingerabdruck – ist jeweils charakteristisch für Steinmaterialien verschiedener Art und für den jeweiligen Standort, von dem sie stammen. „Die Methodik ist zwar destruktiv, allerdings werden nur winzige Probemengen benötigt und die Ergebnisse sind hervorragend“, erklärt Bader. „Durch den Vergleich der Analysemuster des Steins, aus dem die gefundenen Werkzeuge hergestellt wurden, und der in der Region vorkommenden Gesteine können wir die Herkunft der verwendeten Rohmaterialien geografisch zuordnen.“</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-121164</guid><pubDate>Tue, 08 Jul 2025 09:30:48 +0200</pubDate><title>Kajal aus der Eisenzeit im Iran nach bisher unbekanntem Rezept</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/kajal-aus-der-eisenzeit-im-iran-nach-bisher-unbekanntem-rezept/</link><description>Internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Tübingen entdeckt ungewöhnliches schwarzes Make-up für die Augen an Ausgrabungsstätte aus dem 7. bis 9. Jahrhundert v. Chr.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Schwarzes Make-up für die Augen aus dem neunten bis siebten Jahrhundert v. Chr. im Nordwesten des heutigen Iran enthielt natürlichen Graphit und Manganoxid – anders als das weitverbreitete Kajal dieser Zeit im Mittleren Osten, das häufig auf der Basis von Blei hergestellt wurde. Die einzigartige Rezeptur für Kajal entdeckte ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Silvia Amicone von der Arbeitsgruppe Archäometrie der Universität Tübingen bei der Untersuchung von Proben aus der Friedhofsfundstätte Kani Koter an der Ostgrenze des früheren Assyrischen Reichs. Das Ergebnis gibt Einblick in kosmetische Praktiken im früheren Mittleren Osten und in die materielle Kultur vom Rande des Assyrischen Reichs. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Archaeometry veröffentlicht.</p><p>Bei der Fundstätte Kani Koter handelt es sich um einen Friedhof, auf dem in der Eisenzeit Tote bestattet wurden. „Darunter sind auch Gräber der früheren Eliten mit reichen Grabbeigaben“, berichtet Dr. Shelir Amelirad von der Universität Heidelberg. Es fanden sich Gegenstände für die Körperpflege wie Spiegel und Instrumente zum Auftragen von Make-up sowie ein Keramikgefäß, das einen schwarzen Puder enthielt. Die Gegenstände wiesen Elemente eines assyrischen Stils auf. Das Forschungsteam analysierte den schwarzen Puder mit einer Reihe von wissenschaftlichen Techniken.</p><h3>Lokal verfügbare Ressourcen</h3><p>„Unsere Befunde offenbarten ein völlig neues Kajalrezept“, sagt Silvia Amicone. „Statt Blei oder organischen Inhaltsstoffen, wie sie typischerweise in alten Rezepturen zu finden sind, wurde hier Graphit verwendet, was gut auf der Haut haftet und ihr ein auffällig schimmernd metallisches Aussehen verliehen haben dürfte.“ In der Make-up-Mischung seien keine organischen Stoffe entdeckt worden. „Wir können heute nicht sagen, ob auf solche Zutaten bewusst verzichtet wurde, oder ob sie über die Zeit zersetzt wurden“, fügt Amicone hinzu. Der Gebrauch von schwarzem Hartmanganerz und natürlichem Graphit deute auf die kreative Verwendung von lokal verfügbaren Ressourcen aus dem mineralreichen Zagros-Gebirge hin.</p><p>„Die Entdeckung fügt unserem Wissen über den persönlichen Schmuck der Menschen und ihr Auftreten in der früheren Welt neue Details hinzu. So erfahren wir vor allem mehr über das kulturelle Leben der Eliten im Gebiet zwischen Assyrien und dem Iran“, fasst die Forscherin die Ergebnisse zusammen.</p><p>Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen, kommentiert die Entdeckung: „Die Analyse einer Grabbeigabe öffnet hier ein Fenster in eine frühere Welt, die unserer heutigen in überraschenden Details ähneln kann. Unsere Forscherinnen und Forscher fügen durch den Einsatz moderner naturwissenschaftlicher Methoden dem Wissen über die kulturelle Entwicklung der Menschen immer wieder neue Bausteine hinzu.“</p><h3>Publikation:</h3><p>Silvia Amicone, Baptiste Solard, Shelir Amelirad, Eghbal Azizi, Lara Maritan, Maxime Rageot, Chris-toph Berthold, Karen Radner: Eye makeup in Northwestern Iran at the time of the Assyrian Empire: a new kohl recipe based on manganese and graphite from Kani Koter (Iron Age III). Archaeometry, <a href="https://doi.org/10.1111/arcm.13097" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1111/arcm.13097</a>&nbsp;<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-120981</guid><pubDate>Wed, 02 Jul 2025 10:36:11 +0200</pubDate><title>Kleine Werkzeuge, große Tiere: 430.000 Jahre alte Schlachterei untersucht</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/kleine-werkzeuge-grosse-tiere-430000-jahre-alte-schlachterei-untersucht/</link><description>Frühe Menschen nutzten eine ausgeklügelte Kombination aus Techniken und Materialien zur Werkzeugherstellung</description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein internationales Forschungsteam hat eine neue Studie zu einem der ältesten bekannten Fundorte für die Verarbeitung von Tierfleisch durch Menschen im südlichen Balkan veröffentlicht. In Marathousa 1, einer archäologischen Fundstätte im griechischen Megalopolis-Becken, fanden Forschende nicht nur zahlreiche Steinwerkzeuge, die Hinweise auf das Verhalten früher Menschen geben, sondern auch Überreste des ausgestorbenen Waldelefanten Palaeoloxodon antiquus. Die in der Fachzeitschrift <i>PLOS ONE</i> veröffentlichte Untersuchung unter der Leitung des Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> an der Universität Tübingen zeigt, dass bereits vor etwa 430.000 Jahren verschiedene Techniken zur Werkzeugherstellung genutzt wurden – je nach Material und Zweck. Die frühen Homininen stellten die für die Fleischzerlegung benötigten scharfen Abschläge sowohl durch freihändiges Abschlagen als auch mit „bipolaren Schlagtechniken“ her.</p><p>Der derzeit älteste bekannte archäologische Fundplatz Griechenlands liegt in der Region Megalopolis im zentralen Peloponnes (Arkadien, Griechenland). „Das unter freiem Himmel liegende Marathousa 1 wurde erst vor etwas mehr als zehn Jahren entdeckt und auf ein Alter von etwa 430.000 Jahre datiert“, erklärt Dalila De Caro, Erstautorin der Studie und Doktorandin in der Abteilung Paläoanthropologie der Universität Tübingen, und fährt fort: „Die Fundstelle bietet eine seltene Gelegenheit, das Verhalten der Menschen im südlichen Europa während des Mittelpleistozäns zu erforschen.“</p><p>De Caro hat gemeinsam mit weiteren Forschenden der Universität Tübingen, des Senckenberg <span lang="en" dir="ltr">Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> (SHEP), der griechischen Universität Ioannina und der Abteilung für Paläoanthropologie und Höhlenforschung des Griechischen Ministeriums für Kultur und Sport Steinwerkzeuge aus der Fundstelle untersucht, die zusammen mit Tierknochen – vor allem mit Überresten von Ur-Elefanten – gefunden wurden. „Wir wollten herausfinden, wie frühe Menschen ihre Werkzeuge herstellten und deren Fertigung organisierten. Außerdem hat uns interessiert, welchen Einfluss die ressourcenreiche Umgebung des Megalopolis-Beckens – mit reichlich Wasser, Rohstoffen und Tieren – auf ihr Verhalten hatte“, legt De Caro dar.</p><p>„Die Knochen der tierischen Großfauna weisen Schnittspuren und Schlagmarken auf – klare Hinweise auf das Zerlegen und Verarbeiten der Tiere durch Menschen. Das macht den Fundplatz zu einem bedeutenden Zeugnis für die Lebensweise von Homininen im Mittelpleistozän“, fügt SHEP-Forscherin Professorin Katerina Harvati hinzu.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119643</guid><pubDate>Fri, 30 May 2025 09:57:00 +0200</pubDate><title>Genetische Spurensuche: Kolumbiens frühe Jäger und Sammler verschwanden vollständig</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/genetische-spurensuche-kolumbiens-fruehe-jaeger-und-sammler-verschwanden-vollstaendig/</link><description>Erkenntnisse zur Besiedelung Südamerikas – Forschende aus Tübingen und Bogotá untersuchen Erbgut aus dem alten Kolumbien – frühe Population durch spätere Migration aus Zentralamerika ersetzt </description><content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch besiedelte Südamerika von Norden kommend. Auf dem Gebiet des heutigen Kolumbiens betraten die ersten Jäger und Sammler den Kontinent, um sich von dort weiter auszubreiten. Genetische Hinweise auf eine bisher unbekannte frühe Population fand jetzt ein internationales Forschungsteam der Universität Tübingen, des <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span> und der Universidad Nacional de Colombia. Diese frühen Siedler des Altiplano, der Hochebene um Bogotá, die auf die Zeit vor 6.000 Jahren datiert werden, stellen eine bisher noch nicht beschriebene Population dar. Sie verschwand vor spätestens 2.000 Jahren und wurde von einer zweiten Migration aus Zentralamerika ersetzt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <span lang="en" dir="ltr">Science Advances</span> veröffentlicht.</p><p>Das Forschungsteam untersuchte das Erbgut von 21 Individuen aus fünf archäologischen Ausgrabungsstätten in der kolumbianischen Hochebene. „Dabei handelt es sich um die ersten jemals veröffentlichten menschlichen Genomdaten aus Kolumbien“, erläutert Professor Cosimo Posth von der Universität Tübingen, Seniorautor der Studie. Die Genproben wurden aus Knochen und Zähnen gewonnen und decken einen Zeitraum von fast 6.000 Jahren ab, bis kurz vor Beginn der spanischen Kolonisierung. Die ältesten Individuen stammen aus der Ausgrabungsstätte Checua, nördlich von Bogotá, auf einer Höhe von rund 3.000 Metern.</p><h3>Vollständiger Wechsel der Bevölkerung</h3><p>Das genetische Material aus der Ausgrabung in Checua gehört zu Individuen aus einer vergleichsweise kleinen Population von Jägern und Sammlern auf dem Altiplano. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Checua-Individuen von der frühesten Population abstammen, die sich innerhalb kürzester Zeit über Südamerika verbreitet und ausdifferenziert hat“, sagt Kim-Louise Krettek vom <span lang="en" dir="ltr">Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment</span>, Erstautorin der Studie. Was die Forschenden überraschte: Das Erbgut dieser Menschen verschwand vollständig aus der Bevölkerung und ist bereits bei etwa 2.000 Jahre alten Individuen aus der Region nicht mehr nachweisbar. „Wir konnten keine Nachfahren dieser frühen Jäger und Sammler der kolumbianischen Hochebene belegen – das Genmaterial wurde nicht weitergegeben. Das heißt: Im Gebiet um Bogotá kam es zu einem vollständigen Wechsel der Bevölkerung“, sagt Krettek.</p><p>Die genetischen Untersuchungen legten den Schluss nahe, dass die nachfolgende Kultur des Altiplanos durch Menschen aus zentralamerikanischen Regionen dorthin gelangte. „Die Menschen dieser zweiten Migrationsbewegung brachten neben technologischen Entwicklungen, wie der Keramik, wahrscheinlich auch die Chibcha-Sprachen mit ins heutige Kolumbien. Ableger dieser Sprachfamilie werden heute noch in Zentralamerika gesprochen“, erklärt Mitautorin Andrea Casas-Vargas von der Universidad Nacional de Colombia.</p><p>„Dass die genetischen Spuren einer ursprünglichen Population ganz verschwinden, ist ungewöhnlich, insbesondere in Südamerika“, sagt Casas-Vargas. Bisher sei in der Bevölkerung der Anden und des Südkegels von Südamerika über lange Zeit-räume und kulturelle Veränderungen hinweg eine starke genetische Kontinuität beobachtet worden. „So war es auch in der auf die Jäger und Sammler folgenden Populationen im kolumbianischen Altiplano bis zum Eintreffen der europäischen Eroberer vor etwa 500 Jahren, obwohl es in diesem Gebiet mit der Entwicklung der Muisca-Kultur einen massiven kulturellen Wandel gab“, berichtet Casas-Vargas.</p><h3>Genetische Geschichte ist keine kulturelle Geschichte</h3><p>„Fragen von Geschichte und Abstammung berühren einen sensiblen Bereich des Selbstverständnisses und der Identität der indigenen Bevölkerung“, sagt Cosimo Posth. „Die genetische Disposition darf aber nicht mit der kulturellen Identität gleichgesetzt werden.“ Das Forschungsteam aus Tübingen und Bogotá hat sich deshalb vor Abschluss der Arbeit mit der Guardia Indígena Muisca, lebenden Nachfahren der Muisca-Kultur in der Hochebene von Bogotá, ausgetauscht. „Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit Fragen befassen, die für indigene Gemeinschaften in Kolumbien relevant sind, respektieren und schätzen wir den Reichtum des gemeinschaftsbasierten Wissens“, sagt Posth.<br>&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119688</guid><pubDate>Tue, 27 May 2025 09:03:06 +0200</pubDate><title> Doppelerfolg in der Exzellenzstrategie: Zwei Anträge des Fachbereichs Geowissenschaften bewilligt</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/doppelerfolg-in-der-exzellenzstrategie-zwei-antraege-des-fachbereichs-geowissenschaften-bewilligt/</link><description></description><content:encoded><![CDATA[<p>Ein herausragender Erfolg für den Fachbereich Geowissenschaften:<br>Beide Exzellenzcluster-Anträge, jeweils als Einzelanträge der Universität eingereicht, wurden im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern bewilligt.</p><p><strong>TERRA</strong> wird ein integriertes Verständnis darüber entwickeln, wie Wechselwirkungen zwischen Geosphäre und Biosphäre in terrestrischen Systemen auf Umweltveränderungen reagieren und diese über Rückkopplungen beeinflussen.</p><p><strong>HUMAN ORIGINS</strong> wird maßgeblich dazu beitragen, einen Paradigmenwechsel in der Erforschung der menschlichen Evolution anzustoßen.</p><p>Weitere Informationen folgen in Kürze.</p>]]></content:encoded><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119217</guid><pubDate>Thu, 15 May 2025 15:48:05 +0200</pubDate><title>Peter Grathwohl als Prorektor für Forschung, Innovation und Transfer verabschiedet</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/peter-grathwohl-als-prorektor-fuer-forschung-innovation-und-transfer-verabschiedet/</link><description>Während elfjähriger Amtszeit zwei Exzellenzstrategien der Universität Tübingen erfolgreich entwickelt – Rektorin würdigt seinen Weitblick in Bezug auf Cyber Valley und im Bereich KI</description><content:encoded><![CDATA[<p>Er sei einer, der für Verlässlichkeit stehe; einer, der innerhalb des Rektorats der Universität Tübingen als wichtiger Ratgeber wirke und dort bekannt sei für seinen konstruktiven Pragmatismus. Mit diesen Worten hat Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen, heute zu Beginn der Senatssitzung in einer kleinen Feierstunde Professor Peter Grathwohl verabschiedet. „Sie haben in Ihren elf Jahren als Prorektor für Forschung, Innovation und Transfer das Prorektoratsamt und die Forschung gekonnt vereint. Dank Ihres Weitblicks waren und sind Sie ein vehementer Fürsprecher und Treiber der Entwicklung des Cyber Valley und des Bereichs Künstliche Intelligenz. Für Ihr umfangreiches und anhaltendes Engagement in all den Jahren danke ich Ihnen im Namen der gesamten Universität und auch persönlich von Herzen.“ Die Rektorin freute sich zudem darüber, dass sie den verabschiedeten Prorektor Peter Grathwohl in derselben Feierstunde nun als neuen Seniorprofessor der Universität begrüßen konnte.</p><p>„Eine klar definierte strategische Ausrichtung der Universität insbesondere mit Blick auf die Exzellenzstrategie war und ist mir ungemein wichtig. Ich habe gerne meine Erfahrung in den elf Jahren in die Bereiche Forschung, Innovation und Transfer einfließen lassen. Wir waren und sind hier in Tübingen hervorragend aufgestellt, und ich wünsche mir, dass das so bleibt“, sagte Peter Grathwohl, der künftig am Geo- und Umweltforschungszentrum weiter forschen, in der Lehre unterstützen und seine verbleibenden Doktoranden bis zu deren Promotion betreuen wird. Die Nachfolge im Prorektorat ist seit Oktober vergangenen Jahres geregelt: Anfang April hat Professorin Katja Schenke-Layland das Amt der Prorektorin für Forschung, Innovation und Transfer angetreten.</p><p>Vor elf Jahren, im März 2014, hatte zunächst der Universitätsrat Peter Grathwohl zum Prorektor gewählt, einen Monat später bestätigte der Senat die Wahl. Beide Gremien folgten damals der Empfehlung des Rektorats, angesichts der vielen Aufgaben die Position von einem Nebenamt in ein Hauptamt umzuwandeln. Damit blieb dem Professor für Hydrogeochemie deutlich weniger Zeit im Fachbereich als seinem Vorgänger. Seitens des Rektorats hieß es damals zu Beginn der Amtszeit, dass Forschung in dieser Funktion keineswegs untersagt sei. Eine Aussage, die der Prorektor in all den Jahren wörtlich nahm. So leitete er trotz der zahlreichen und zeitintensiven Aufgaben im Rektorat von 2016 an den Sonderforschungsbereich CAMPOS zum Verhalten von Schadstoffen in der Umwelt, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). „Als Prorektor für Forschung hat es letztlich enorm geholfen, selbst noch aktiv in der Forschung zu stehen.“</p><p>Peter Grathwohl lernte, forschte, lehrte und arbeitete fast ausschließlich an der Universität Tübingen. Geboren 1958 in Sigmaringen, kam er zum Studium der Geologie an den Neckar. Auf sein Diplom 1985 folgte drei Jahre später die Promotion über Grundwasserverunreinigungen durch Chlorkohlenwasserstoffe. Vor seiner Habilitation in Tübingen 1995 arbeitete er an der <span lang="en" dir="ltr">Stanford University</span> im US-Bundesstaat Kalifornien. Im Jahr darauf erhielt er die Professur für Hydrogeochemie an der Universität in Tübingen.</p><p>Während seiner weiteren Laufbahn gehörte er vielen Kommissionen und Gremien an: Er war mehrere Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Bodenschutz der Bundesregierung, seit 2004 und bis heute ist er Mitglied in der Kommission Bodenschutz am Umweltbundesamt. In den vergangenen 20 Jahren saß er zudem in verschiedenen Gremien der DFG, in den Fachkommissionen Geowissenschaften und Wasser sowie im Fachkollegium. Rückblickend, sagt Peter Grathwohl, habe er von den gewonnenen Erfahrungen in all diesen Gremien im Amt des Prorektors sehr profitiert. Schließlich wurde er im Jahr 2015 in den DFG-Senat und damit das zentrale Organ der DFG gewählt.</p><h3>Zwei Exzellenzstrategien mit vorbereitet</h3><p>Als Prorektor hat Peter Grathwohl unter anderem zwei Exzellenzstrategien mit vorbereitet und an der Definition der strategischen Ziele der Universität mitgearbeitet; und er hat an der Weiterentwicklung der Forschungsschwerpunkte mitgewirkt, darunter Künstliche Intelligenz, Bildungsforschung sowie Geo- und Umweltforschung. „Eine frühe Etablierung von Schwerpunkten und deren konsequente Weiterentwicklung war meiner Meinung nach einer der Erfolgsfaktoren für die Exzellenz der Universität Tübingen.“ Als weitere Faktoren für den Tübinger Erfolg nennt er die Vernetzung und die Verbundforschung und ganz grundsätzlich das Prinzip des bottom up – das Wachsen der Strukturen von unten nach oben, was auch auf dem ausgezeichneten Personal und der Ausstattung an der Universität beruhe.</p><p>Während der Zeit als Prorektor engagierte sich Peter Grathwohl zudem für das Brasilien-Zentrum – seit 2022 das Brasilien- und Lateinamerika-Zentrum – in Tübingen, das aufgrund der vielen Kontakte nach Brasilien und wegen des Engagements der Universität für den Globalen Süden im Fokus des Rektorats liegt. Vier traditionelle Wandgemälde mit Landschaftsdarstellungen im Büro des scheidenden Prorektors zeugen außerdem von seiner Verbundenheit mit China; noch heute unterhält er zahlreiche Forschungskontakte dorthin. Für UmweltwissenschaftlerInnen sei China auch interessant, weil es anders als Europa eine kürzere Industrialisierungsgeschichte hat und damit die Schadstoffbelastung von Böden und Sedimenten teilweise noch geringer ist.</p><p>Seinen Vorsitz im Verwaltungsrat des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim übergibt er zunächst an seinen Stellvertreter, bis sich voraussichtlich Professor Samuel Wagner, Prorektor für Nachhaltige Entwicklung und Erste Allgemeine Vertretung der Rektorin, dem Gremium zur Wahl stellt. Abgesehen von seiner Tätigkeit als Seniorprofessor bleibt Peter Grathwohl unter anderem als Sachverständiger im Nationalen Begleitgremium Endlagersuche aktiv.&nbsp;</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-119112</guid><pubDate>Wed, 14 May 2025 10:43:40 +0200</pubDate><title>Glyphosat kann aus Waschmittelzusätzen entstehen</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/glyphosat-kann-aus-waschmittelzusaetzen-entstehen/</link><description>Forschungsteam der Universität Tübingen erbringt Nachweis einer bislang unbekannten Quelle für den Eintrag des umstrittenen Herbizids in Gewässer</description><content:encoded><![CDATA[<p>Bestimmte Waschmittelzusätze, die sogenannten Aminopolyphosphonate, die über das Abwasser in Kläranlagen gelangen, können dort zu Glyphosat und verwandten problematischen Stoffen umgesetzt werden. Diesen grundsätzlichen Nachweis hat ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Stefan Haderlein vom Geo- und Umweltforschungszentrum der Universität Tübingen erbracht. Dazu führte das Team umfangreiche Versuche im Labor durch, bei denen auch die Bedingungen im Abwasser berücksichtigt wurden. Der Befund erhärtet den Verdacht, dass die Waschmittelzusätze eine bedeutende Quelle für die beständig hohen Glyphosatmengen in europäischen Gewässern bilden könnten. Bisher ging man davon aus, dass Glyphosat fast ausschließlich über die Verwendung als Herbizid in die Umwelt gelangt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift <i>Nature Communications</i> veröffentlicht.</p><p>Glyphosat gilt als weltweit meistverwendeter Wirkstoff in Herbiziden. In Pflanzen und vielen Mikroorganismen hemmt es die Bildung lebenswichtiger Proteinbausteine, sodass das Wachstum unterbunden wird. Durch Auswaschung aus Böden kann Glyphosat in Gewässer und die Umwelt gelangen. Wie stark Lebewesen aller Art dadurch geschädigt werden, ist nicht abschließend geklärt; Ökologen warnen vor unüberschaubaren Folgen. Auf den menschlichen Körper wirkt Glyphosat nur schwach giftig, allerdings wird eine krebserregende Wirkung diskutiert.</p><p>In der EU stand vor allem die Landwirtschaft wegen des Einsatzes von Glyphosat in der Kritik. „Uns war aufgefallen, dass auch in Gebieten und zu Zeiten, in denen kaum Glyphosateintrag aus der Landwirtschaft zu erwarten ist, die Mengen in Gewässern nicht entsprechend abnahmen“, berichten Stefan Haderlein und seine Kollegin Carolin Huhn vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Tübingen. Sie vermuteten einen Zusammenhang mit abwasserbürtigen Vorläufersubstanzen wie Aminopolyphosphonaten.</p><p>Aminopolyphosphonate werden in Waschmitteln als Komplexbildner eingesetzt zur Enthärtung des Wassers und Verstärkung der Reinigungswirkung. Ob sie aus gewässerökologischer Sicht eine Verbesserung gegenüber den ebenfalls schlecht abbaubaren Vorgängersubstanzen sind, hält Haderlein für fraglich. „Letztendlich wird auch aus den Aminopolyphosphonaten Phosphat freigesetzt, welches eine Sauerstoffverarmung in Gewässern durch vermehrtes Algenwachstum fördert“, sagt er. Als Umweltmineraloge interessiert sich Haderlein für chemische Reaktionen, die an Mineraloberflächen ablaufen. „Daher wussten wir aus einem früheren Projekt, dass Polyphosphonate an Manganmineralen adsorbieren und reagieren können.“</p><h3>Mangan als Treiber der Reaktion</h3><p>In den Laborversuchen der aktuellen Studie habe sich gezeigt, dass Manganverbindungen, die sehr häufig in Bodensedimenten, aber auch im Abwasser und im Klärschlamm vorkommen, der Schlüssel für eine mehrstufige Umwandlung von Aminopolyphosphonaten sind, bei der Glyphosat als Nebenprodukt entsteht. „Wir haben im Labor Bedingungen wie etwa Sauerstoffgehalt und pH-Werte variiert und Abwasser verwendet, in dem zahlreiche verschiedene Substanzen die Reaktionen mit Mangan beeinflussen könnten. Doch entstand aus DTPMP, dem wichtigsten Vertreter der Aminopolyphosphonate, bereits mit winzigen Mengen gelösten Mangans immer Glyphosat, sofern zugleich Sauerstoff vorhanden war. Und mit mineralischem Mangan sogar in Abwesenheit von Sauerstoff“, berichtet der Forscher. Haderlein hinterfragt auch bisherige Laborergebnisse zum mikrobiellen Abbau der Aminopolyphosphonate. „In den Nährmedien für die Mikroorganismen ist meist Mangan enthalten“, stellt er fest. So könne ein vermeintlich beobachteter Bioabbau von Aminopolyphosphonaten ein rein chemischer Prozess sein.</p><p>„Wir haben nun den Nachweis erbracht, dass aus bestimmten Aminopolyphosphonaten, die in Waschmitteln eingesetzt werden, in Anwesenheit von Mangan Glyphosat entsteht. Das ist ein wichtiger Schritt. Im nächsten Schritt muss nun geprüft werden, welche Rolle diese Glyphosatquelle mengenmäßig spielt“, fasst Haderlein den Stand der Untersuchungen zusammen. Dazu müssen wir noch besser verstehen, wie Umweltbedingungen in Gewässern und Abwassersystemen die Menge an Glyphosat beeinflussen, das bei der Reaktion von DTPMP mit Mangan entsteht. &nbsp;</p><p>„Professor Haderlein und Professorin Huhn und deren Mitarbeitende decken mit ihrer Forschungsarbeit hochspannende Zusammenhänge auf, die viel Aufmerksamkeit in der interessierten Öffentlichkeit hervorrufen. Die Ergebnisse können dabei helfen, unsere Umwelt besser zu schützen“, sagt Professorin Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, die Rektorin der Universität Tübingen.</p><h3>Publikation:</h3><p>Anna M. Röhnelt, Philipp R. Martin, Mathis Athmer, Sarah Bieger, Daniel Buchner, Uwe Karst, Carolin Huhn, Torsten C. Schmidt &amp; Stefan B. Haderlein: <span lang="en" dir="ltr">Glyphosate is a transformation product of a widely used aminopolyphosphonate complexing agent. </span><i><span lang="en" dir="ltr">Nature Communications</span></i><span lang="en" dir="ltr">,</span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-025-57473-7" target="_blank" rel="noreferrer">https://doi.org/10.1038/s41467-025-57473-7</a></p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category><category>Landingpage-Aktuell</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-118386</guid><pubDate>Fri, 25 Apr 2025 09:20:09 +0200</pubDate><title>Dinosaurierfressendes Riesenkrokodil Deinosuchus wegen Salzwassertoleranz erfolgreich</title><link>https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/geowissenschaften/fachbereich/aktuelles/aktuelles-aus-der-forschung/newsfullview-aktuelles-aus-der-forschung/article/dinosaurierfressendes-riesenkrokodil-deinosuchus-wegen-salzwassertoleranz-erfolgreich/</link><description>Team unter Leitung der Universität Tübingen ordnet die Abstammung von Deinosuchus neu zu – Salzwassertoleranz ermöglichte Ausbreitung – Enorme Größe im passenden Lebensraum entwickelt</description><content:encoded><![CDATA[<p>Das ausgestorbene Riesenkrokodil <i>Deinosuchus </i>war eines der erfolgreichsten Raubtiere in den Feucht- und Küstengebieten Nordamerikas und stellte selbst für große Dinosaurier eine Gefahr dar. Der Schlüssel zum Erfolg des „schrecklichen Krokodils“, wie der wissenschaftliche Name des Raubtiers übersetzt heißt, war seine Salzwassertoleranz und seine enorme Größe, die durch die hohe Produktivität der Küstenökosysteme begünstigt wurde. Das hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Márton Rabi aus der Biogeologie der Universität Tübingen in einer detaillierten Abstammungsstudie herausgefunden. Mit dieser Erkenntnis lässt sich das Rätsel lösen, wie <i>Deinosuchus </i>in der Kreidezeit vor 82 bis 75 Millionen Jahren zu einem der erfolgreichsten und größten Raubtiere Nordamerikas werden konnte. Die neue Studie wurde in der Fachzeitschrift <i><span lang="en" dir="ltr">Communications Biology</span></i> veröffentlicht.</p><p>Die Arten der Gattung <i>Deinosuchus </i>gehörten zu den größten jemals lebenden Krokodilen. Sie waren weit verbreitet in den Feucht- und Küstengebieten des Westatlantiks und auf beiden Seiten des ausgedehnten Flachmeers, das in der mittleren und späten Kreidezeit den nordamerikanischen Kontinent von Norden nach Süden durchzog. Dieser frühere Meeresarm wird auch als <span lang="en" dir="ltr">Western Interior Seaway</span> bezeichnet. Die Existenz der <i>Deinosuchus</i>-Krokodile wurde mehr als zehn Millionen Jahre vor dem Erscheinen des bekannten Dinosauriers Tyrannosaurus rex – oder T-rex – nachgewiesen. „Dass die <i>Deinosuchus</i>-Krokodile Dinosaurier erbeuteten, hat man in der Vergangenheit unter anderem aus entsprechenden Bissspuren auf Knochen von frühen Verwandten des T-rex geschlossen“, berichtet Márton Rabi.</p><h3>Salzwassertoleranz als entscheidender Vorteil</h3><p>Bisher galten die <i>Deinosuchus</i>-Krokodile als mit den Süßwasser-Alligatoren und den Kaimanen verwandt. Wie sie sich trotz des Hindernisses, das der <span lang="en" dir="ltr">Western Interior Seaway </span>darstellte, in Nordamerika weit verbreiten konnten, war unklar. Da der kreidezeitliche Meeresarm bereits vor den ersten <i>Deinosuchus</i>-Fossilien existierte, sei es unwahrscheinlich, dass die Populationen später getrennt wurden, berichtet Rabi.</p><p>Um die Abstammung von <i>Deinosuchus </i>genauer zu bestimmen, erstellte das Forschungsteam einen umfassenden Familienstammbaum von Krokodilarten. Dafür erhoben die Forscherinnen und Forscher umfangreiche Daten von einer ganzen Reihe von bisher nicht detailliert untersuchten Schädeln und Skeletten ausgestorbener Arten und ließen auch genetische Informationen heute noch lebender Krokodilarten einfließen. „Unsere Analyse ergab sehr deutlich, dass die <i>Deinosuchus</i>-Arten nicht näher mit den Alligatoren und Kaimanen verwandt waren und auch nicht mit irgendeiner heute noch lebenden Krokodilart“, sagt Jules D. Walter, Doktorand und Erstautor der Studie. Die <i>Deinosuchus</i>-Krokodile entstammten einer Seitenlinie, die vom Hauptast des Familienbaums abzweigte, der zu den heute lebenden Arten wie den Echten Krokodilen, Alligatoren, Kaimanen und Gavialen weiterführte.</p><p>„Mit der neuen Zuordnung im Familienstammbaum nehmen wir nun an, dass in der Gattung die Salzwassertoleranz der Vorfahren erhalten blieb“, sagt Walter. „Zwar lebten <i>Deinosuchus</i>-Krokodile nicht dauerhaft im Meer, sie könnten aber den <span lang="en" dir="ltr">Western Interior Seaway</span> überquert und sich ausgebreitet haben.“ Zum Ende der Kreidezeit fiel der Meeresspiegel, der den nordamerikanischen Kontinent überspannende Meeresarm zog sich zurück. Aus dieser Zeit gebe es keine Fossilien von <i>Deinosuchus </i>mehr, möglicherweise seien die Arten damals mit dem Verlust der großen Feuchtgebiete ausgestorben.</p>]]></content:encoded><category>Pressemitteilungen</category><category>MatNat-Aktuell</category><category>Geowissenschaft-Aktuell</category></item>
	</channel>
</rss>

