Mit der Einrichtung des Interfakultären Instituts für Biomedizinische Informatik (IBMI) führt die Universität Tübingen über viele Jahre gewachsene Kompetenz aus der Informatik, den Lebenswissenschaften und der Medizin am Campus Tübingen in einem einzigartigen fakultätsübergreifenden Institut zusammen.

Der Einsatz von Informatikmethoden hat in den letzten Jahrzehnten die Forschung in den Lebenswissenschaften grundlegend verändert und mit fortschreitender Digitalisierung und dem allgegenwärtigen Einsatz von künstlicher Intelligenz steht das gesamte Gebiet vor neuen, grundlegenden Herausforderungen. Die Bündelung der Expertise in einem interdisziplinären Institut ist daher sowohl für eine erfolgreiche Forschung als auch für die umfassende Ausbildung von, in den digitalen Lebenswissenschaften, qualifizierten Forschern dringend notwendig.

Das IBMI beschäftigt sich dabei mit der vollen Bandbreite von Fragestellungen, die von der biologischen Grundlagenforschung bis zur klinischen Translation und von der Entwicklung neuer Methoden bis zu deren Anwendung reicht. Die, aus historischen Gründen, oft getrennten Fächer Bioinformatik und Medizininformatik werden hier auch eng zusammengeführt. Sie unterscheiden sich zwar grundsätzlich in ihrer Art und Herkunft der betrachteten Daten, dennoch stellt deren Heterogenität und immense Menge die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor ähnliche Herausforderungen. Gerade an der Schnittstelle zwischen beiden Gebieten, bei der Zusammenführung von molekularen Daten (Bioinformatik) und klinischen Daten (Medizininformatik) gibt es derzeit sehr großes Potential für gemeinsame und integrierte Forschung.

Die Zusammenführung beider Disziplinen unter einem Dach ist deshalb ein wichtiger Schritt um die vielfältigen Expertisen auf diesen Gebieten in Tübingen zu bündeln. Die entstehenden Synergien ermöglichen eine exzellente Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und bei der Erforschung und Lösung der spannendsten Probleme in den Lebenswissenschaften und der Medizin eine entscheidende Rolle zu übernehmen.