Laufende Projekte

 

Mechanismen objektbasierter Korrespondenz (DFG HE7543/1-1; Elisabeth Hein)

Das visuelle System ist in der Lage, trotz mehrdeutiger Ausgangsinformationen die Identität einzelner Elemente im Raum zu erfassen, über die Zeit hinweg zu erhalten und stabile Repräsentationen der Objekte in unserer Umgebung zu schaffen. Lange Zeit wurde angenommen, dass die Zusammengehörigkeit von einzelnen Objektelementen mittels eines Korrespondenzprozesses hauptsächlich aufgrund zeitlich-räumlicher Nähe definiert wird und Korrespondenz mit Hilfe bewegungsenergiebasierter Mechanismen bestimmt werden kann. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass auch komplexere Einflussfaktoren, wie z.B. die wahrgenommene Ähnlichkeit der Reizmerkmale oder der Gruppierungs-kontext, eine wichtige Rolle für den Korrespondenzprozess spielen. Ziel des Projekts ist es, mit Hilfe von Verhaltensexperimenten, sowie Augenbewegungsstudien und elektrophysiologischen Untersuchungen spezifische Vorhersagen eines neuen objektbasierten Erklärungsansatzes zu testen. Dieser integriert die neueren Befunde und erklärt den Einfluss komplexer Faktoren dadurch, dass Korrespondenz auf der Basis von Objektrepräsentationen etabliert wird. Es soll insbesondere untersucht werden, welchen Einfluss die Aufmerksamkeit auf die Korrespondenz hat, auf welcher Verarbeitungsebene Korrespondenz gelöst wird, sowie welche Rolle die Szene und die Reizmerkmalsvariabilität für die Korresponden spielen.

Wirkmechanismen der zeitlichen Vorbereitung im Kontext der Reizselektion (DFG SE2576/1-1; Verena Seibold)

Selektive Aufmerksamkeit ist ein zentraler Mechanismus des Gehirns, der es erlaubt, aus der Vielzahl an Sinnesreizen nur diejenigen auszuwählen und tiefer zu verarbeiten, die relevant und im Einklang mit den momentanen Zielen und Bedürfnissen eines Organismus sind. Neuere Forschungsarbeiten zeigen, dass die Effizienz dieses Selektionsmechanismus maßgeblich davon abhängt, dass Organismen in der Lage sind, zeitliche Vorhersagen zu machen und damit die kognitive Verarbeitung von Sinnesreizen zeitlich vorzubereiten. Unklar ist jedoch, wie die zeitliche Vorbereitung auf Sinnesreize die Reizselektion begünstigt. Das Ziel dieses Projektes ist es, diese Wissenslücke zu schließen und die Wirkmechanismen, mit denen die zeitliche Vorbereitung die Reizselektion erleichtert, systematisch zu untersuchen.