Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP)

Kultur von Arabidopsis

 

Daniela Evers, Ingrid Rudolph, Roland Schäfer, Tanja Sikler

1.Materialien

· Runde Plastikblumentöpfe (Durchmesser 6 und 10 cm)

· Trays mit Löchern im Boden (50 cm x 32 cm), durchsichtige Plastikabdeckhauben

· Erdmischung: T-Erde: P-Erde: Sand = 10:10:1

T-Erde: pH 5,5 – 6,5, Salz [g/l] 3,0, N [mg/l] 250 – 300, P2O5 [mg/l] (pflanzenverfügbar) 250 – 450, K2O [mg/l] 300 – 500

P-Erde: pH 5,5 – 6,5, Salz [g/l] 1,5, N [mg/l] 100 – 250, P2O5 [mg/l] (pflanzenverfügbar) 100 – 250, K2O [mg/l] 100 – 250

· Flüssigdünger Wuxal super (Inhaltsstoffe: 8% N, 8% K, 6% K, Spurennährstoffe), 0,3 %-ig

· Plastiknetze aus weißem Fiberglasgewebe, Größe: 20x20 cm, Maschenweite: 1,5 mm

· Gummiringe

· Gießkanne (5l)

· Papiertüten, Größen: 23 x 30 cm, 16 x 23 cm, 9 x 14 cm, 5 x 8,5 cm

· Gefrierbeutelverschlüsse 9 cm lang (Drähte mit Plastiküberzug)

· Wasser- und UV-fester Stift

· Plastikstecketiketten (gelb, weiß), Bleistift

· Mestospritze (Handwassersprüher)

· Kleines Pikierholz

· Blumenbast

· Spitze Pinzette

· Schere

· 1,5 ml Eppendorf - Reaktionsgefäße

· Kleiner Glastrichter

· Tesafilm

· Handsieb (Maschenweite ca. 0,5 mm)

· Weißes Papier

2. Anzucht

· 10-er Töpfe mit Aramischerde füllen, leicht andrücken, in Tray stellen, mit Gießkanne gut anfeuchten

· pro Topf ein Etikett: Aussaatdatum, Bezeichnung der Pflanze, Name des Versuchsleiters

· Samen breitwürfig auf Erdoberfläche verteilen (Arabidopsis ist ein Lichtkeimer!), mit Mestospritze anfeuchten

· Plastikhaube von innen mit Mestospritze anfeuchten, über Tray geben, bis Mehrheit der Samen gekeimt ist

· Wenn die Pflanzen 1 oder mehrere Laubblätter haben, mit Pikierholz in 6-er Töpfe mit Aramischerde pikieren (Vorbereitung der 6-er Töpfe s. 10-er Töpfe, wieder 1 Etikett pro Topf), ca. 2 Tage mit von innen befeuchteter Haube abdecken

3. Klimabedingungen

· Temperatur: tags 18°C, nachts 15 °C

· 16h: 8h Licht-/ Dunkelrhythmus (6 – 22 Uhr)

· Luftfeuchte: 55 – 60 % rel. Luftfeuchte

4. Gießen

· Pflanzen eher zu trocken als zu feucht halten

· Von oben gießen (Gießkanne, Plastikflasche, Mestospritze)

5. Düngung

· 1 bis 2-mal pro Woche mit 0,3 %-iger Wuxallösung Blattdüngung (mit Mestospritze)

6. Hügeltöpfe (zur Transformation)

· 10-er Töpfe mit Aramischerde füllen, gut andrücken, Erdhügel aufsetzen (Höhe in der Mitte ca. 4 cm), gut andrücken, Netz über Hügel legen, mit Gummiring befestigen, gut stramm ziehen

· Töpfe in Tray stellen, mit Gießkanne gut anfeuchten

· Samen breitwürfig aussäen, mit Mestospritze anfeuchten, mit Mestospritze angefeuchtete Haube darüber geben

7. Schädlinge, Bekämpfung

· Trauermücken: Confidor WG70 von Bayer (Wirkstoff: Imidacloprid) (Steinernema feltiae benötigt zu feuchte Bedingungen und ist daher schlecht einzusetzen)

· Thripse: Confidor WG70

· Pilze: Antracol von Bayer (Wirkstoff: Propineb), Euparen von Bayer (Wirkstoff: CiDichlofluanid), Bayfidan (Wirkstoff: Triadimenol) von Bayer

· Algen: Erdoberfläche sehr trocken halten

· Mehltau: Bio Mehltau von Neudorff (Wirkstoff: Lecithin), Saprol von Cyanamid (Wirkstoff: Triforine)

· Blattläuse: Pirimor von Zeleca (Wirkstoff: Pirimicarb), Neudosan von Neudorff (Wirkstoff: Kaliumsalze natürlicher Fettsäuren)

8. Samenernte

· Papiertüten mit jeweiligem Etikettentext beschriften (wasser- und UV-fester Stift)

· Tüte über Samenstand stülpen, am Pflanzengrund mit Verschlußdraht verschließen

· Eingetütete Pflanzen nicht mehr gießen (sonst verminderte Samenqualität durch Pilze), daher: Pflanze nicht zu früh eintüten (mehrere Schoten sollten bereits gelb / braun sein)

· Ist der komplette Samenstand braun: Pflanze über dem Boden abschneiden, Verschluß öffnen, Tüte glatt streichen und mit Öffnung nach oben in Karton stellen

· Aussieben der Samen: mit stumpfem Gegenstand (z.B. Scherengriff) über Tüte mit Saatgut reiben (Samen löst sich aus Schoten), Eppendorfcap mit Tütenaufschrift beschriften (Tesafilm über Beschriftung kleben) und in Ständer stellen, Glastrichter in Eppendorf - Reaktionsgefäß stellen, weißes Papier in der Mitte knicken, so daß ein Falz entsteht, vor sich auf die Arbeitsfläche legen, Tüteninhalt in Handsieb geben und Samen auf weißes Papier sieben, mit spitzer Pinzette Spelzen auslesen, Samen von Papier in Glastrichter schütten

9. Sicherheitshinweis

· Gelbe Etiketten für transgene Pflanzen, weiße Etiketten für Wildtyp

· Bei transgenen Pflanzen möglichst Samenaustritt vermeiden

· Transgenes Material autoklavieren

10. Umwelttip

· Etiketten mit Bleistift beschriften und so mehrmals verwenden

· Blumentöpfe, Drahtversachlüsse, Netze können mehrmals verwendet werden