Der Kulturraum Alter Orient

Seit dem frühen 3. Jahrtausend vor Christus war der Alte Orient durch eine Vielzahl von Kulturen und Sprachen (Sumerisch, Babylonisch-Assyrisch, Ägyptisch, Hethitisch, Hurritisch, Elamisch, Ugaritisch, Aramäisch, Phönizisch-Punisch, Altpersisch usw.) charakterisiert, die untereinander in regem Kontakt standen und sich wechselseitig beeinflußten. In der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends intensivierte sich der Kontakt mit der griechischen und später römischen Welt, was zu einer nachhaltigen Veränderung beider Kulturkreise führte.

Die bisherigen traditionellen Fachgrenzen tragen der Komplexität des gegenseitigen Austausches, der in mehr als einer Beziehung der modernen "multikulturellen" Welt ähnelt, nicht in ausreichendem Maße Rechnung. Deshalb schlossen sich das Ägyptologische Institut und das Altorientalische Seminar zum Institute for Ancient Near Eastern Studies (IANES) – Institut für die Kulturen des Alten Orients zusammen, um die Fächer Ägyptologie, Altorientalische Philologie und Vorderasiatische Archäologie in Forschung und Lehre noch stärker zu vernetzen. Mit dieser Kombination von Disziplinen bietet das IANES die einzigartige Möglichkeit, einen komplexen Kulturraum im Überblick wie im Detail zu betrachten, der schon vor Jahrtausenden mit Problemen konfrontiert war, die auch heute noch aktuell sind: dem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion, das zur Inkulturation von Minderheiten, aber auch zur Bildung von Parallelgesellschaften führte, dem Nebeneinander konkurrierender Rechts- und Wertesysteme und dem Kampf um kulturelle Eigenständigkeit vor dem Hintergrund von Globalisierungsbestrebungen.

Kooptierte Professoren und fakultätsübergreifende Kooperationen
  • Prof. Dr. Herbert Niehr (Lehrstuhl Biblische Einleitung und Zeitgeschichte, Katholisch-theologische Fakultät)
  • Prof. Dr. Stefan Schreiner (Institutum Judaicum, Evangelisch-theologische Fakultät)
  • Kooperation mit der Abteilung Religionswissenschaft und Judaistik der Evangelisch-theologischen Fakultät, besondere Arbeitsbereiche Biblische Archäologie und Institutum Judaicum, unter jeweils konkreter Beteiligung von Prof. Dr. Jens Kamlah sowie Prof. Dr. Matthias Morgenstern.