Institut für Klassische Archäologie

Grab · Denk · Mal

Der Umgang mit dem Tod ist eine immerwährende Herausforderung für den Menschen. Neben den situativen Trauerriten nimmt der Verarbeitungsprozess häufig auch dauerhaft wahrnehmbare Formen an, wie etwa bei der Aufstellung imposanter Grabmonumente. Als Speicher kultureller Erinnerung tragen sie bei ihrer Rezeption durch spätere Generationen zur Aufrechterhaltung des Andenkens an den Verstorbenen bei. Inwieweit die bildlichen beziehungsweise symbolischen Grabmäler einen ›Spiegel des Lebens‹ oder ein durch die Hinterbliebenen konstruiertes Bild des Toten zeigen, soll im Rahmen eines Workshops vom 17. bis 19. November 2017 in Tübingen diskutiert werden. Ausgehend von den materiellen Hinterlassenschaften an Gräbern und deren Situierung innerhalb der Nekropole wird dabei unter Einbeziehung schriftlicher Zeugnisse die Bedeutung des Totenkultes und seiner Monumente in antiken Mittelmeerkulturen für die Konstruktion einer gemeinschaftlichen Erinnerung untersucht. Darüber hinaus soll eine komparative Darstellung sowohl außermediterraner als auch nichtantiker Kulturen den Workshop ergänzen und somit eine soziologische Annäherung an den Totenkult als generelles Medium der Erinnerungskultur ermöglichen.

 

Gefördert durch das Zukunftskonzept der Universität Tübingen
(Deutsche Forschungsgemeinschaft ZUK 63)

Gefördert durch den Deutschen Archäologen-Verband

Programm

Um eine Anmeldung bei den Organisatorinnen wird gebeten.

Freitag, 17. November 2017

13:30 Uhr

Jürgen Leonhardt (Dekan der Philosophischen Fakultät)

Sibel Vurgun (Leiterin der Graduiertenakademie)

Thomas Schäfer (Institutsdirektor)

Begrüßung

13:50 Uhr  

Luisa Balandat

Katy Opitz

Einführung

 

Sektion 1: Grab und Gesellschaft

14:10 Uhr

Forschungsalumnus Stephan Faust (Oxford)

Tod und Herrschaft: Überlegungen zu Gestaltung, Wirkung und Anspruch dynastischer Grabdenkmäler im östlichen Mittelmeerraum (ca. 400–300 v. Chr.)

14:50 Uhr

Anne Fohgrub (Leipzig)

Kammergräber mit Tonnengewölbe als Ausdruck von Identität

15:20 Uhr

Matthias Meinecke (Leipzig)

Königsgrab oder Kenotaph? – Neue Untersuchungen am Tumulus Yiğma Tepe von Pergamon

15:50 Uhr

– Kaffeepause –

16:20 Uhr

Vasiliki Barlou (Gießen)

Zu den wiederverwendeten archaischen Grabmälern in der Themistokleischen Stadtmauer

17:00 Uhr

Matthias Hoernes (Innsbruck)

Rest in Pieces: Gedächtnis und Gemeinschaft in den Nach- und Kollektivbestattungen von Ascoli Satriano

17:30 Uhr

Fabian Lenzen (Berlin)

Wertewandel im Spiegel der Sepulkralarchitektur. Über die Ablesbarkeit der Bestattungskultur und der allgemeinen Wertelandschaft an der Gestaltung von Grabmalen, anhand der Beispiele des städtischen Friedhofs Wilmersdorf und weiterer Friedhöfe in Berlin und Umgebung

Abendvortrag 18:30 Uhr

Nikolaos Stampolidis (Athen/Kreta)

The Early Grave Stelae from the Necropolis of Eleutherna

20:00 Uhr

– Abendempfang im Rittersaal –

Samstag, 18. November 2017

 

Fortsetzung Sektion 1: Grab und Gesellschaft

09:00 Uhr

Jutta Stroszeck (Athen)

Athen und der Kerameikos im 5. Jh. v. Chr. Gräber der Pentekontaetie

09:40 Uhr

Athanasia Psalti (Delphi)

Nikolaos Petrochilos (Delphi)

Grave Monuments and the Elite: Manifestations of Social Diversity in Roman Delphi and Its Environs

10:10 Uhr

Maximilian Rönnberg (Tübingen)

Grabdenkmal und kollektive Identität im kaiserzeitlichen Kilikien

10:40 Uhr

– Kaffeepause –

 

Sektion 2: Erinnerungskultur

11:10 Uhr

Nadin Burkhardt (Eichstätt-Ingolstadt)

Zwischen Konkurrenz, individueller Erinnerung und Gemeinschaftsbezug. Die Grabmonumente in den westgriechischen Kolonien

11:50 Uhr

Ioulia Katsadima (Ioannina)

»Commemorative Patterns« on the Grave Stelai of Ambracia (NW Greece)

12:20 Uhr

Caterina Mascolo (Rom)

The Cupae of Albano Laziale (Rome): Reasons for the Choice

12:50 Uhr

– Mittagspause –

14:20 Uhr

Andreas Scholl (Berlin)

Aigina, Salamis, Megara. Zur Entstehung des attischen Grabreliefs der Klassik an der Peripherie Athens

15:00 Uhr

Daniela Marchiandi (Turin)

Funerary Monuments and Family Memory: New Approaches on the Basis of a Recent Discovery (SEG LVII 270)

15:30 Uhr

Katy Opitz (Tübingen)

Die Rolle marmorner Grabgefäße im Kontext klassisch-attischer Grabbezirke

16:00 Uhr

– Kaffeepause –

16:30 Uhr

Dominik Bonatz (Berlin)

Grabdenkmäler, Erinnerungskultur und Multimodalität im syro-anatolischen Raum der mittleren Eisenzeit

17:10 Uhr

Luisa Balandat (Tübingen)

Auf der Suche nach dem Ursprung des griechischen Grabreliefs

17:40 Uhr

Tina Mitterlechner (Wien)

Die Gesellschaft der etruskischen Stadt Bologna im Spiegel der Grabdenkmäler (5. Jh. v. Chr.)

Abendvortrag 18:30 Uhr

Katja Sporn (Athen)

Grabreliefs klassischer Zeit: Spiegel der Gesellschaft im »dritten« Griechenland

20:00 Uhr

– Abendessen –

Sonntag, 19. November 2017

 

Sektion 3: Monumente der Mneme

09:00 Uhr

Johannes Bergemann (Göttingen)

Attische Gräber zwischen Lebenswirklichkeit und gesellschaftlichen Konstruktionen

09:40 Uhr

Kathrin Weber (Frankfurt a. M.)

Die Darstellung von Athletik und Bildung in der hellenistischen Grabkunst. Die Intelligenz gegen den Sport?

10:10 Uhr

Josy Luginbühl (Bern)

Lectrix, libraria und puella docta – Literalität römischer Frauen im Spiegel der Grabdenkmäler

10:40 Uhr

 – Kaffeepause –

11:10 Uhr

Yvonne Arras (Tübingen)

Praefiguratio Zollerana. Das Selbstverständnis Friedrichs des Erlauchten von Zollern († 1289) im Spiegel seines gläsernen Denkmals

11:40 Uhr

Richard Posamentir (Tübingen)

Grab, denk mal! Monumente der Erinnerung zwischen Fiktion und erzählerischem Wert

12:20 Uhr

Abschlussdiskussion